Aus dem Überseekoffer
Pro Lyrica (Verlag)
978-3-907551-78-3 (ISBN)
und unglücklichen Zeiten. Immer wieder überraschend, zum Staunen und Schmunzeln einladend. Grosse Themen in Miniaturen, eingefangen in farbenfrohen Glasperlen.
Veronica Ineichen, Bern
Gisela Salge, geboren 1943, absolvierte nach dem Besuch der Kunstschule eine Ausbildung zur Goldschmiedin in Bremen. Von 1967 bis 1987 war sie in diesem Beruf in Luzern, Zürich und Rapperswil tätig. Es folgten Ausbildungen zur Sozialbegleiterin und Psychotherapeutin und anschliessend die Tätigkeit in der eigenen Praxis in Zürich. Seit 2004 wohnhaft und schreibend in Mels. Diverse Publikationen. Schneeschmelze, 2021, PRO LYRICA
Bis zum Meer, bis zum Horizont «und immer weiter bis nach Kolumbien» zieht sich die Ebene vor dem Haus Weltevreden. In diesem Haus, zuletzt noch behütet von Tantchen Hedwig aus Indonesien, kreuzten sich die Schicksale einer weitverzweigten Verwandtschaft von Mexiko über Norddeutschland bis Batavia.Unter dem Dach standen die Überseekoffer, «mit abgerundeten Holzleisten, die sich über Deckel und Böden spannten, stark vernietet im gewachsten Leder. Schien die Sonne durch das Dachfenster, glänzten matt die Messingbeschläge.» Gisela Salge hat daraus einen Schatz an Geschichten gehoben, Geschichten, die sich über Generationen ereigneten und über Kontinente hinweg. Sie erzählen vom Untergang einer alten Zeit, von erfüllten und gebrochenen Schicksalen, von Kriegswirren und Überlebenswillen, von Vertrauen und Verrat, von Beharren und Aufbruch – und immer wieder von Menschen, die trotz aller Widrigkeiten ihre Würde gewahrt haben. Kunstvoll knüpft die Autorin dabei ein dichtes Netz von Beziehungen und Verstrickungen. Gisela Salge schreibt in einer detailgenauen, alle Sinne ansprechenden Sprache. Das oben angeführte Zitat zu den Überseekoffern ist nur ein Beispiel dafür. Wir spüren auch förmlich den rostigen Staub an den Gitterstäben des Zauns zum Park. Das graue Vogelnest mit Daunenresten hängt schief im verfallenen Haus. Köchin Bettine lässt Teller, Töpfe und Pfannen klappern, wischt sich die Hände an der Schürze ab, putzt sich die Nase, greift zur Schere und holt Dill und Schnittlauch für den Gurkensalat. Wenn Silvio nach langen Jahren seine ärmlichen Schwestern im Bergdorf besucht, riecht es nach «Suppe, Staub und Seife». Und die Perlen an Tante Gussys silbernen Haarnadeln zittern und blitzen mit den Bewegungen ihres Kopfes. Solche Details – viel mehr als blosse Einzelheiten – entwickeln die Kraft und tragen die Stimmungen der Geschichten. Und schliesslich: Beim Lesen höre ich Gisela Salges ganz eigene, beinahe lyrische Sprachmelodie. Ihre Sprache ist in Fluss. Konstatierend, fast beiläufig erzählt sie, mit einer wissenden Leichtigkeit, einem feinen Lächeln manchmal. Nie drängt sie sich auf, die Emotionen bleiben subkutan, entfalten ihre Wirkung aber umso nachhaltiger. Fridolin Kurmann Bremgarten
| Erscheinungsdatum | 14.07.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | edition pro lyrica |
| Zusatzinfo | Autorin Gisela Salge |
| Verlagsort | Winterthur |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 140 x 210 mm |
| Gewicht | 282 g |
| Themenwelt | Literatur |
| Schlagworte | Beobachtungen • Erinnerungen • Erzählungen • Familiengeschichte • Übersee • Verwandte • Weltläufig |
| ISBN-10 | 3-907551-78-8 / 3907551788 |
| ISBN-13 | 978-3-907551-78-3 / 9783907551783 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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