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Fokus - auf Dich, Deinen Körper und Deine Ziele (eBook)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
276 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-65506-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Fokus - auf Dich, Deinen Körper und Deine Ziele -  Phil Oliver Ladehof
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BEI EINEM FUßBALLSPIEL IM NOVEMBER 2014 VERLETZT SICH DER DAMALS 14-JÄHRIGE PHIL VERMEINTLICH SCHWER. ERST NACH DREI ERFOLGLOSEN OPERATIONEN FOLGT DIE FÜR IHN UND SEINE FAMILIE SCHOCKIERENDE DIAGNOSE: KINDERRHEUMA NN 'FOKUS -AUF DICH, DEINEN KÖRPER UND DEINE ZIELE' ERZÄHLT PHIL SEINE BEWEGENDE LEBENSGESCHICHTE. DER LESER ERLEBT MIT PHIL ZUSAMMEN, WIE ER MIT DEM RHEUMA UMGEHT, SEINE LEIDENSCHAFT ZUM FUBBALL, RÜCKSCHLÄGE IN DER SCHULE UND DIE ENTSTEHUNG BESONDERER FREUNDSCHAFTEN. OFFEN, EHRLICH UND UNGESCHÖNT. DAS BESONDERE AN PHIL'S GESCHICHTE SIND NICHT DIE ZAHLREICHEN FEHLDIAGNOSEN UND KOMPLIKATIONEN ODER SEIN KAMPF GEGEN SCHMERZEN UND RÜCKSCHLÄGE, SONDERN MIT WELCHEM MUT UND -ENGAGEMENT PHIL AN SEINEN TRÄUMEN UND ZIELEN FESTHÄLT UND PSIE REALISIERT, PHIL MÖCHTE MIT SEINEM BUCH MENSCHEN MOTIVIEREN, AUCH IN SCHWEREN ZEITEN IHR ZIEL NICHT AUS DEN AUGEN ZU VERLIEREN, SONDERN DAFÜR ZU KAMPFEN.

Ein Sportunfall, der mein Leben veränderte

Am darauffolgenden Wochenende half ich in der zweiten Mannschaft aus, wo ich auf viele ehemalige Mitspieler traf. Nachdem wir uns die Trikots angezogen hatten und die Aufstellung verkündet wurde, gingen wir im Verbund aufs Feld. An diesem Tag sollte ich auf der Linksverteidiger-Position spielen, sodass ich mich mit unserem Linksaußen über mögliche Laufwege und Spielzüge austauschte.

Nach einigen lockeren Aufwärmübungen trommelte unser Trainer uns nochmal zusammen und informierte uns über die Brisanz des Spiels.

«Jungs, das Spiel heute ist ein richtiges Derby! Solche Spiele wollen wir gewinnen», schrie er förmlich, während er in unserer Mitte stand.

Bereits einige Minuten nach Anpfiff spürte ich, was Derby in diesem Fall bedeutet. Der gegnerische Torhüter machte einen weiten Abschlag, welcher auf meine Verteidigungsseite kam. Ich wollte den Angriff des gegnerischen Teams unterbinden und versuchte den Ball, welcher auf Kniehöhe auf mich zukam, zurückzuschießen. Der Ball rutschte mir jedoch über den Fuß, flog knapp am gegnerischen Trainer vorbei und landete in der Spielerkabine seines Teams. Obwohl ich mich unmittelbar nach diesem Fauxpas per Handschlag beim gegnerischen Trainer entschuldigte, wurde ich für den Rest des Spiels bei jeder Ballberührung ausgepfiffen.

Mit zunehmender Spielzeit gewann das Spiel immer mehr an Härte. Die Zweikämpfe wurden immer grenzwertiger. Wenige Minuten vor Spielende stand es 2:2 unentschieden, sodass mein Trainer mich auf meine Lieblingsposition ließ - der linken Außenbahn.

In einem Spiel, in welchem ich ständig ausgepfiffen wurde, wollte ich den Unterschied machen. Ich ging mit voller Energie in jeden Zweikampf, was mir zwei Minuten vor Schluss zum Verhängnis wurde. Wir hatten einen Eckball, welcher auf mich in den Rückraum gespielt wurde. Der Ball kam perfekt auf mich zu, weshalb ich zum Schuss ansetzte. In meinem Rücken stand der gegnerische Abwehrchef, welcher ebenfalls zum Schuss ansetzte. Als der Ball in der idealen Position war, zogen wir beide voll durch. Es gab einen lauten Knall und mein Gegenspieler und ich gingen zu Boden. Während mein Gegner sich aufrappelte und weiterspielte, blieb ich mit schmerzendem Knie auf dem Boden liegen. Bei der nächsten Spielunterbrechung stützen mich meine Mitspieler auf meinem Weg zum Spielfeldrand. Für mich war das Derby vorzeitig beendet.

Mein Trainer kam auf mich zu, reichte mir ein Kühlpack und sagte: «Du musst dein Knie jetzt ordentlich kühlen und hochlagern. Am Besten legst du dich den Rest des Wochenendes auf die Couch. »

Einige Augenblicke später beendete der Schiedsrichter das Spiel, meine Mitspieler stützten mich auf dem Weg zum Auto und wünschten mir eine gute Besserung.

Drei Tage nach dem Spiel gab es, trotz Kühlen und Hochlagern, keine Besserung der Schmerzen, weshalb ich zu meinem Hausarzt ging, welcher mir mit Verdacht auf eine Meniskusläsion eine Sportbefreiung über einen Zeitraum von vier Wochen ausstellte.

Eine Meniskusläsion bezeichnet eine Verletzung des Meniskus oder mehrerer Menisken. Menisken sind knorpelartige Strukturen, die eine ausgleichende Funktion zwischen Unter- und Oberschenkel haben, damit die Gelenkflächen des Knies zueinander passen.

Es war das erste Mal, dass ich aufgrund einer Verletzung für mehr als zwei Wochen ausfiel. Ohne den Fußball fehlte mir etwas, da er - neben meinen Freunden - die einzige Konstante in meinem Leben war.

Um nicht komplett darauf zu verzichten, besuchte ich jedes Heimspiel meiner Mannschaft und fuhr mit ihnen gemeinsam zu den Auswärtsspielen durch das halbe Bundesland.

Die Symptomatik in meinem Knie verbesserte sich stets, sodass mein Trainer und ich einmal mehr über mein Comeback sprachen. «Wir sollten nichts überstürzen. Vielleicht fassen wir das erste Turnier der Hallensaison ins Auge», sagte er.

Ich war nicht überzeugt von seiner Idee, weil ich die Rasensaison liebte, wusste aber auch, dass die letzten Spiele der Hinrunde zu früh kamen, weshalb ich ihm zustimmte.

Nachdem ich fast einen Monat keinen Sport mehr getrieben hatte, war es im Dezember 2014 so weit, dass ich endlich wieder Fußball spielen durfte. Bei diesem Turnier traten nach nicht einmal vier Minuten Spielzeit erneut starke Schmerzen in meinem rechten Knie auf, weshalb ich das Turnier mit schmerzverzerrtem Gesicht frühzeitig beendete.

Als ich meinen Hausarzt am darauffolgenden Montag ein weiteres Mal aufsuchte, konnte er mir leider nicht mehr weiterhelfen, sodass ich eine Überweisung zu einem Orthopäden erhielt, den ich bereits zwei Tage später aufsuchte.

Ich hatte gerade im Wartezimmer des Orthopäden Platz genommen, als ich in eines der Behandlungszimmer gebeten wurde. Als erstes wollte mein Orthopäde wissen, was mich diesmal zu ihm führte und wo es klemmte. Ich erzählte ihm von meinem Sportunfall und von den Schmerzen, die mich von diesem Moment an begleiteten. Mein Arzt bat mich, dass ich mich auf den Rücken legte, sodass er mein Knie einmal durchbewegen konnte, um sich selber einen Eindruck von dem Problem machen zu können. Währenddessen, fragte er mich, wo genau es schmerzt und in welcher Form sich der Schmerz äußern würde. Anschließend bat er mich ein paar Meter vor ihm zu gehen. Nach wenigen Schritten sagte er mir, dass er genug gesehen habe und einen Riss des rechten Außenmeniskus vermute.

Er sagte, dass man diese Verletzung am besten operativ behandele und überwies mich in ein renommiertes Klinikum, wo die Operation durchgeführt werden sollte. Im Auto auf dem Weg nachhause realisierte ich, dass diese Operation für mich das Saisonende bedeuten könnte.

Bis zu meinem OP-Vorgespräch am Anfang des Jahres 2015 hatte ich mich mit diesem Gedanken abgefunden, auch wenn es mich immer noch frustrierte.

Bei dem OP-Vorgespräch bewegte der Operateur einmal meine beiden Knie durch und machte an beiden Knien den sogenannten Schubla-den-Test.

Beim Schubladen-Test wird das Knie im 90°-Winkel gebeugt, wobei die Fußsohle des Patienten flach auf der Behandlungsliege aufliegt. Nun zieht bzw. drückt der Untersucher am Schienbeinköpfchen. Lässt sich das Schienbein um mehr als 0,5 Zentimeter nach vorne ziehen, so spricht man vom „vorderen Schubladenphänomen“, lässt es sich um mehr als 0,5 Zentimeter nach hinten drücken, so handelt es sich um das „hintere Schubladenphänomen“. Patienten, bei denen das vordere Schubladenphänomen vorliegt, haben in häufigen Fällen eine Schädigung des vorderen Kreuzbandes, während das hintere Schubladenphänomen ein Anzeichen für eine Schädigung des hinteren Kreuzbandes ist.

Mein rechtes Schienbein ließ sich viel weiter nach vorne ziehen, weshalb der Operateur mir sagte, dass neben dem gerissenen Außenmeniskus auch das vordere Kreuzband mit hoher Wahrscheinlichkeit gerissen sei. Ich war schockiert darüber, dass der Arzt sich durch ein paar Bewegungen so sicher in seinem Befund sein konnte und fragte ihn nach bildgebender Diagnostik. Daraufhin sagte der Arzt zu meinem Vater und mir, dass er bereis seit vielen Jahren Oberarzt sei und dieser Befund für ihn eine eindeutige Diagnose darstellte. Er legte uns nahe auf die bildgebende Diagnostik zu verzichten, da sich die Operation und mein Comeback dadurch nur weiter nach hinten verschieben würden. Ich vertraute dem Arzt und dachte, dass neben dem Kreuzband- auch noch ein Meniskusriss vorliege und die Operation somit sowieso unumgänglich sei, weshalb ich dem Verzicht auf die bildgebende Diagnostik zustimmte.

Aus heutiger Sicht kann ich jedem nur ans Herz legen, bildgebende Diagnostik durchführen zu lassen. In meinen Augen gibt es nur sehr wenige Fälle, in denen aus zeitlichen Gründen auf diese Art der Diagnostik verzichtet werden kann und sollte.

Im Anschluss erklärte der Arzt mir und meinem Vater noch, wie er das gerissene Kreuzband operativ „reparieren“ würde, ehe wir einen OP-Termin vereinbarten. Der Arzt schlug den 29. Januar 2015 vor. Wir stimmten dem Termin zu und fuhren wieder nachhause. Bereits auf dem Heimweg gingen mir zahlreiche Fragen durch den Kopf:

- «Was wird mein Team sagen, wenn ich jetzt für den Rest der Saison ausfallen werde? »

- «Wie lange werde ich brauchen, bis ich mich wieder ohne Gehhilfen fortbewegen kann? »

- «Werden meine Freunde mich unterstützen, wenn ich mal jemanden brauche, der meine Schultasche trägt? »

Auf diese Fragen hatte ich ziemlich schnell eine Antwort, aber eine Frage ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich würde sogar behaupten, dass ich bis zu meiner Operation mit meinen Gedanken nur mit dieser einen Frage beschäftigt war: “Werde ich überhaupt jemals wieder Fußball spielen?“ Am Abend vor der Operation wurde mir klar, dass ich wieder Fußball spielen muss, weil ich sonst in einem tiefen Loch versinken würde.

Mitten in der Nacht machten mein Vater und ich uns auf den Weg ins...

Erscheint lt. Verlag 1.7.2022
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Arzt • chronisch • Energie • Jugend • Junge Erwachsene • Kinder- und Jugendrheuma • Krankheit • Medizin • Motivation • Positiv • Rheuma • Rückschläge • Stärke • Tuberkulose • Willenskraft • Willensstärke
ISBN-10 3-347-65506-0 / 3347655060
ISBN-13 978-3-347-65506-5 / 9783347655065
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