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Rakna -  Josephine Becker

Rakna (eBook)

Im Zeichen des Dämonenkönigs
eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
438 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-9983-7 (ISBN)
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(CHF 7,80)
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Nach der großen Schlacht - Elfen und Menschen gemeinsam gegen die Dämonen - gibt es den Tod vieler Menschen zu beklagen. Es wächst die Erkenntnis, dass die Übermacht der Dämonen nur durch die Vernichtung des Dämonenkönigs selbst zu verhindern ist. Raknas Schicksal scheint damit auf engste Weise verknüpft zu sein. Doch niemand kennt den Weg ins Dämonenreich. Auf der Suche nach der Vergangenheit des Dämonenkönigs und seinen Aufenthaltsort, trifft Rakna die geheimnisvolle Mijo, welche behauptet, den Weg zu kennen. Allmählich wird klar, dass die Elfe etwas verbirgt und mehr weiß, als sie Rakna glauben lässt.

Josephine Becker wurde 1994 in Thüringen geboren und arbeitet nun überwiegend mit Kindern, in einer Praxis für Ergotherapie. Doch wenn die Türen der Praxis geschlossen sind schreibt sie Fantasy-Abenteuer zum mitfiebern für Jung und Alt. Einschlafschwierigkeiten brachten sie dazu, sich eine facettenreiche Fantasiewelt zu erdenken - so entstand Raknas Welt und ein Abenteuer, welches man nicht so schnell vergessen kann. Nach 'Rakna - Das Geheimnis der Trauerweide' geht die Reise jetzt weiter.

Josephine Becker wurde 1994 in Thüringen geboren und arbeitet nun überwiegend mit Kindern, in einer Praxis für Ergotherapie. Doch wenn die Türen der Praxis geschlossen sind schreibt sie Fantasy-Abenteuer zum mitfiebern für Jung und Alt. Einschlafschwierigkeiten brachten sie dazu, sich eine facettenreiche Fantasiewelt zu erdenken – so entstand Raknas Welt und ein Abenteuer, welches man nicht so schnell vergessen kann. Nach "Rakna – Das Geheimnis der Trauerweide" geht die Reise jetzt weiter.

Der Abschied

 

Rakna sah auf das triste Stück Land, unter dessen verkohlter Erde das Reich des Erdvolkes lag. An ihrer Seite liefen ihre letzten verbliebenen Gefährten. Gemeinsam trugen sie eine kleine, leblose Gestalt, in deren Haar weiße Blumen geflochten waren. Der Anblick der toten Tears nahm Rakna noch immer den Atem. Sie verspürte einen dicken Kloß im Hals, wenn sie daran dachte, was sie gleich tun musste. Schweigend erreichten sie den Eingang. Niemand wagte zu sprechen, während Rodin, der Elf mit dem haselnussbraunen Haar, den Rand der Luke ertastete. Diese Falltür bildete den Hintereingang zu dem Reich, das Rakna eine lange Zeit ihr zu Hause genannt hatte. Mit bloßem Auge war der Eingang nicht zu erkennen. Doch Rakna war sich nicht mehr sicher, ob sie hier noch erwünscht war. Fenrick hatte sie, ohne mit der Wimper zu zucken, verstoßen und ihrem Schicksal überlassen, obwohl er der gutmütigste Elf war, den Rakna je gekannt hatte. Wie würde erst der Rest des Elfenvolkes auf ihre Wiederkehr und die damit verbundenen Verluste reagieren?

 

Es war niemand zu sehen, als sie den langen Gang betraten. Die elfenleeren Flure erschienen Rakna gewagt, denn seitdem sich die Dämonen immer wieder unbemerkt in die Elfenvölker eingeschlichen hatten, war die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen worden. Sie gingen ein paar Schritte, als laute Stimmen an ihre Ohren drangen. Sie ertönten aus der Richtung, in welcher der große, achteckige Versammlungsraum lag. Valgas und Solas balancierten Tears auf einer Trage durch das hohe Tor. Kaum, dass sie in den überfüllten Raum hineingegangen waren, trat Stille ein. Diese beklemmende, eiskalte Grabesstille ließ Raknas Körper taub werden. Ihre Augen suchten die Menge ab. Doch sie hörte jenen Elfen, nach dem sie Ausschau hielt, noch bevor ihr Blick ihn fand. Der Schreckensschrei durchdrang sie bis ins Mark. Tamlyn zwängte sich aus der Elfenmenge und fiel vor der reglosen Tears auf die Knie. Er ballte die Fäuste, bis die Fingerknöchel weiß wurden.

„Nein! Nein ... Wieso Tears? Wieso meine Frau?“

Alle Umherstehenden starrten gebannt auf den sonst so unerschütterlichen Elfen, welcher jetzt dem Wahnsinn nahe schien. Er schlug auf den steinigen Boden ein, als ob dieser Schuld daran hätte, dass die weichherzigste Elfe der Welt ihren Tod gefunden hatte. Selbst, als seine Fingerknöchel aufplatzten und bluteten, hörte er nicht damit auf. Immer wieder schrie und flehte er, dass jemand etwas tun müsse, um Tears lebendig zu machen. Aber keiner regte sich. Sie schauten ungerührt auf ihn herab, mit Blicken, die Rakna nicht zu deuten vermochte. Ihr alter Freund geriet vollkommen außer sich. Sie musste ihn hier wegbringen, weg von all dem Publikum, an einen geschützten Ort. Sie zog ihren Freund schluchzend auf die Beine. Ohne Widerstand ließ er sich von Rakna wegführen, während Valgas und Solas die tote Tears in Thuriells Räumlichkeiten brachten. Die beiden hatten sich bereit erklärt, die schwere Aufgabe zu übernehmen, der Herrscherin das Kampfgeschehen zu erklären. Sie überbrachten die grausame Nachricht, dass das Windreich so gut wie ausgelöscht worden war. Indes führte Rakna Tamlyn weg von all den Schaulustigen. Auf ihrem Weg sank er wiederholt zu Boden, immer dann, wenn ihn die Trauer übermannte und wie ein Dutzend Säcke Sand nach unten zog. Für Rakna war es schrecklich, ihren Freund so zu sehen und zu wissen, dass es ihre Schuld war, dass er solche Qualen litt. Sie hatte es endlich geschafft, ihn auf sein Bett zu verfrachten, als er endgültig die Fassung verlor. Rakna sehnte sich danach, ihm zu erklären, was passiert war, weshalb Tears sterben musste. Doch sein Anblick lähmte sie, machte sie unfähig etwas zu sagen. Erst als die Tür aufgerissen wurde und Echna hereintrat, fand Rakna ihre Stimme wieder.

„Was ist passiert? Wo ist Fenrick?“, fragte Echna entsetzt. Raknas Herz schien ihr aus der Brust springen zu wollen, als sein Name fiel. Aber sie schaffte es, sich gerade noch zu beherrschen. Mit zittriger, aber leiser Stimme begann sie zu berichten. Rakna erzählte von ihrer Ankunft und ihrem Wiedersehen mit Tharas. Wie sie den König von Tharador um Hilfe gebeten hatte und schließlich Asriel an seiner Stelle zum Herrscher geworden war. Rakna beschrieb ihren Kampf mit dem schwarzen Heer und wie sie gegen die Elfen des Feuerreiches gekämpft hatten. Dabei war Tears tödlich verletzt worden. Dann endete ihre Erzählung. Nichts kam mehr über ihre Lippen. Tamlyn hatte sich in der Zwischenzeit etwas beruhigt. Trotzdem wurde sein Körper noch immer von heftigen Schluchzern erschüttert. Seine Tränen waren versiegt. Wieder kehrte Stille ein und Rakna hatte Angst, unbändige Angst von ihren letzten verbleibenden Freunden gehasst zu werden. Zaghaft sah sie zu Tamlyn, der sie ebenfalls ansah.

„Es tut mir so leid, Tamlyn!“, flüsterte sie, während eine einzelne Träne über ihre Wange kullerte. Ohne, dass Rakna damit rechnen konnte, zog er sie in eine feste Umarmung und sagte bewegt:

„Zum Glück geht es dir gut.“

Das war zu viel für Rakna. All ihre Trauer, um Tears und Lynthriell, ihren Vater und das Verschwinden von Fenrick, stürzte über sie herein und sie begann hemmungslos zu weinen. Im Augenwinkel erkannte Rakna, dass Echna sie mitfühlend ansah. Es behagte ihr nicht, vor ihren Freunden derart die Fassung zu verlieren, doch die Nähe und die Herzlichkeit von beiden, betäubte ihre Sinne und weckte verschüttete Gefühle. Lautlos öffnete sich die Tür und eine Frau trat kaum hörbar ein. Rakna zuckte zusammen. Sie hatte die Fremde nie zuvor gesehen und dennoch kam sie ihr seltsam bekannt vor. Die Dame begann zu sprechen und Rakna wurde schlagartig bewusst, wen sie da vor sich hatte. Jene Erkenntnis ließ ihr Herz schmerzhaft gegen ihren Brustkorb schlagen.

„Ihr müsst Tamlyn sein? Es freut mich, Euch endlich kennenzulernen.“ Die blonde Frau sprach mit hoher, sanfter Stimme, so zerbrechlich, dass man das Gefühl hatte, sie beschützen zu müssen, so wie bei ihrer Tochter.

„Entschuldigt!“, sagte sie, als keiner auf ihre Worte reagierte. Stattdessen starrten die drei Freunde sie sprachlos an.

„Ich habe mich gar nicht vorgestellt! Mein Name ist Allyson. Tears ist - sie war unser Kind.“

Raknas Befürchtungen bewahrheiteten sich in jenem Augenblick. Tamlyn, der von dem plötzlichen Erscheinen von Allyson vollkommen verdutzt schien, schüttelte kurz seinen gelockten Kopf, um die Verwirrtheit loszuwerden. Dann stand er hastig auf, um ihre Hand zu ergreifen.

„Es ist wirklich schade, dass wir uns unter diesen Umständen kennenlernen. Meine Tochter hat viel über Euch und Hope berichtet. Sie hat sehr viel von ihren Freunden gehalten, müsst Ihr wissen. Tears war so eine gute Elfe.“ Mit der Erinnerung an ihre verstorbene Tochter füllten sich ihre bis dahin glänzenden Augen mit Tränen. Jetzt trat ein Mann aus dem Schatten, welchen sie zuvor noch nicht gesehen hatten. Auf seinem Arm trug er ein winziges, blondes Mädchen. Er hatte dunkles, gelocktes Haar und war, wie Allyson, recht klein für einen Elfen.

„Severe, ich habe Tamlyn gefunden! Und da ist die süße Hope“, sagte Allyson mit strahlendem Gesicht, als sie das zierliche Mädchen in den Arm nahm. Doch das Kind musterte seine Großmutter kaum. Die leuchtenden, blauen Augen des Kleinkindes waren die ganze Zeit auf Rakna gerichtet, die sich so unauffällig wie möglich verhalten hatte, um hinter Tamlyn nicht entdeckt zu werden. Aber jetzt, da das Mädchen ihre kleinen Fäustchen nach ihr ausstreckte und laut ‚Rara‘ rief, war sie nicht länger in der Lage, sich zu verbergen. Rakna fragte sich, wie das Kind, kaum älter als ein Jahr, sie erkannt hatte, ohne dass sie sich je begegnet waren. Hope hatte die Aufmerksamkeit aller auf Rakna gelenkt und nun schauten fünf Augenpaare auf sie. Wie versteinert saß sie mit leicht geöffnetem Mund da und starrte zurück. Tamlyn bemerkte ihr Erschaudern und kam ihr zur Hilfe.

„Wenn ich euch bekannt machen dürfte? Das sind Rakna und Echna. Rakna hat bis zum bitteren Ende an Tears´ Seite gekämpft.“

Bei den Worten ihres treuen Freundes griffen erneut die kalten Hände der Angst nach Rakna. Was würde Tears´ Mutter davon halten? Die zarte Allyson kam in diesem Augenblick auf sie zu gewankt, die Augen unverwandt auf Rakna gerichtet.

„Ihr habt meine Tochter in den Tod begleitet?“, fragte sie leise und es war nicht mehr als ein Hauch. Rakna war sich sicher, dass sie gleich einen Schlag ins Gesicht bekommen würde. Als Tears´ Mutter schließlich die Arme hochriss, wehrte die junge Frau sich nicht. Stattdessen schloss sie die Augen, um den Hass, welcher sich gewiss nun in Allysons Zügen abzeichnete, nicht sehen zu müssen. Allerdings wurde sie abermals überrascht, als sie keinen Schmerz verspürte, sondern warme Hände Raknas Wangen sanft umschlossen. Sie hob ihre zitternden Lider und erblickte die strahlend blauen Augen von Allyson direkt vor sich. Diese hatten genau den gleichen Blauton wie die von Tears.

„Ich bin Euch unendlich dankbar, dass unsere Tochter nicht allein in den Tod gehen musste. Ihr habt der Familie einen großen Dienst erwiesen. Das werde ich Euch niemals vergessen“, sprach sie mit bebender Stimme. Dann kullerten auch ihr die Tränen über die Wangen. Rakna verstand die Welt nicht mehr. Sie wollte all diesen Dank nicht, denn sie hatte ihn nicht verdient. Wenn sie nicht gewesen wäre, dann würde Tears jetzt noch leben und ihre Eltern müssten sie nicht zu Grabe tragen. Am liebsten hätte sie alles herausgeschrien, Tears´ Eltern die Wahrheit gesagt. Doch sie brachte es nicht übers Herz, ihnen noch mehr Kummer zu bereiten, jetzt, da sie ohnehin schon genug litten. Also nickte sie der schlanken Allyson nur...

Erscheint lt. Verlag 27.3.2022
Reihe/Serie Rakna
Rakna
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Abenteuerroman • Buchempfehlung • Elfen • Fantasy • Highfantasy • Jugendbuch • Liebesroman • Neuerscheinung • Roman • Trilogie
ISBN-10 3-7549-9983-4 / 3754999834
ISBN-13 978-3-7549-9983-7 / 9783754999837
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