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Sherbrooke - Recent Love (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2022 | 2. Auflage
329 Seiten
MORE by Aufbau Digital (Verlag)
978-3-96797-094-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Sherbrooke - Recent Love - Jen Curly
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Chaos, Carter und ein Hund.

Peyton kehrt nach ihrem Tiermedizin-Studium in das idyllische Boulder zurück. Die Arbeit im Sherbrooke Animal Hospitals ihres Vaters ist jedoch ganz anders als in der hochmodernen Tierklinik in Washington. Immer wieder geraten Peyton und ihr Vater bei der Wahl der Behandlungsmethoden aneinander. Als sie sich um einen entlaufenen Hund kümmert, lernt sie dessen Besitzer Carter Wilson kennen, der gerade zu Besuch in Boulder ist. Der attraktive Anwalt hat ganz eigene Ansichten bei der Hundeerziehung und zu Peytons Behandlungsmethoden. Und schon bald merkt Peyton, dass ihr Herz nicht nur vor Wut bei Wilson höherschlägt. Sollte ihre Rückkehr nach Boulder doch kein Fehler gewesen sein?



Hinter Jen Curly verbirgt sich das Pseudonym der deutschen Autorin Jennifer Wellen, die derzeit mit Kind und Kegel im Ruhrgebiet lebt. Seit 2010 schreibt sie neben ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Dozentin bevorzugt Liebesromane über starke, selbstbewusste Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und nicht unbedingt die reiche Millionärsnadel im Heuhaufen suchen.  

1
Home Sweet Home


Mit geducktem Kopf schälte ich mich aus der kleinen Cessna und stolperte die sechs Treppenstufen hinab. Ich hasste diese kleinen Flugzeuge der privaten Airlines auf Inlandsflügen, bei denen in der Luft jede Windbö und jedes Luftloch zu spüren waren. Nicht, dass ich Flugangst hatte, aber das Geruckel und Gewackel war mir immer verdammt unheimlich. Als ich schließlich festen Boden unter meinen Fußsohlen spürte, atmete ich erleichtert auf, drückte den Rücken durch und sah mich um.

Der Anblick der Rocky Mountains, die sich in weiter Ferne majestätisch in den Himmel emporreckten, ließ mein Herz hüpfen. Colorado ist Teil der Mountain States und der höchstgelegene Staat der USA – Berge, so weit das Auge reicht. Mein sehnsüchtiger Blick fiel auf den höchsten von ihnen – Mount Elbert. Der schneebedeckte Gipfel zeugte davon, dass der Frühling sich noch Zeit ließ. Was wiederum bedeutete, dass ich den sanften Riesen, wie alle diesen Berg nannten, vermutlich erst bei meinem nächsten Besuch besteigen konnte. Beim letzten Mal hatte ich den Gipfel über den Colorado Trail erklommen. Beim nächsten Trip wollte ich es mit dem South Mount Elber Trail probieren, der mit neun Kilometern zwar eine längere Route darstellte, aber einfacher zu erklimmen war.

Ich zog den Reißverschluss meiner Jacke hoch und atmete tief die kalte, klare Luft ein. Mein ans Studium angeschlossene Praktikum in Washington mit Spezialisierung auf Kleintiere hatte in den letzten Monaten meine ganze Zeit und Aufmerksamkeit verlangt, weshalb ich beinahe ein Jahr nicht mehr zu Hause gewesen war. Beinahe ein Jahr ohne Boulder, ohne meine Familie, ohne die Rockys. Ich freute mich darauf, alle mal wiederzusehen und in meiner kleinen Auszeit ausgiebig wandern gehen zu können …

»Miss Sherbrooke? Ihre Koffer.« Ich zuckte zusammen. Der Pilot, der mich und zwei andere Passagiere von Washington nach Denver geflogen hatte, schien in der Zeit, in der ich hier vor mich hin sinniert hatte, bereits das Gepäck ausgeladen zu haben.

»Oh, danke. Wo muss ich raus?«

Der große, hagere Kerl, bei dem ich mich gerade fragte, wie er sich in das kleine Cockpit gequetscht hatte, lächelte höflich. »Terminal W.« Mit dem Finger zeigte er auf ein längliches Gebäude etwas weiter entfernt.

»Alles klar, dann weiterhin guten Flug.« Ich schulterte meine Handtasche, nahm meine beiden Rollkoffer und steuerte dann auf den Eingang zu, über dem ein großes Schild Denver International Airport und Terminal W verkündete. Die Rollen surrten leise, und ab und an klirrten die Verschlüsse aneinander, wenn ich über eine kleine Bodenwelle oder einen Riss im Asphalt lief. Wenig später betrat ich durch eine sich automatisch öffnende Glastür das Gebäude und folgte den Schildern, die mich in Richtung Ausgangskontrolle lotsten. Schritt für Schritt näherte ich mich meinem Urlaub. Und mit jedem Schritt schlug mein Herz schneller und ich freute mich mehr auf meine Familie. Home Sweet Home, Peyton!font-family verkündete. Die Rollen surrten leise, und ab und an klirrten die Verschlüsse aneinander, wenn ich über eine kleine Bodenwelle oder einen Riss im Asphalt lief. Wenig später betrat ich durch eine sich automatisch öffnende Glastür das Gebäude und folgte den Schildern, die mich in Richtung Ausgangskontrolle lotsten. Schritt für Schritt näherte ich mich meinem Urlaub. Und mit jedem Schritt schlug mein Herz schneller und ich freute mich mehr auf meine Familie. Home Sweet Home, Peyton!

***

Die junge Frau an der Abfertigung überprüfte die Koffer auf illegale Ware oder Drogen. Währenddessen schaltete ich mein Smartphone wieder ein. Dad hatte mir vor einer guten Stunde eine Nachricht geschrieben, dass er gleich unterwegs sei, um mich abzuholen. Die Fahrt von Boulder nach Denver dauerte nur knapp dreißig Minuten. Also müsste Dad draußen schon auf mich warten.

Nun prüfte die junge Frau meine Papiere. Sie runzelte die Stirn. »Witzig, in Boulder gibt es eine Tierklinik namens Sherbrooke.« Sie gab mir lächelnd meinen Ausweis zurück.

»Ach ja?« Hastig setzte ich einen erstaunten Gesichtsausdruck auf, obwohl ich die Klinik mehr als gut kannte. Immerhin gehörte sie meinen Eltern, und ich war dort quasi im Behandlungsraum groß geworden. Aber hausieren gehen wollte ich damit nicht.

»Also falls Sie mal einen tierischen Notfall haben, kann ich Ihnen Doc Sherbrooke nur wärmstens ans Herz legen. Freundlich, günstig und absolut kompetent. Ich war da selbst schon ein paarmal mit meinem Hund.«

Mit einem Lächeln steckte ich die Papiere wieder ein. »Ich selbst habe zwar keine Tiere, aber gut zu wissen. Darf ich dann jetzt gehen?«

Sie nickte. »Natürlich, Mrs Sherbrooke. Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt.«

»Danke. Den werde ich bestimmt haben.« Mit einem letzten freundlichen Blick drehte ich mich um, griff nach meinen Koffern und verließ durch eine Tür den Zollbereich. Marschierte durch die Halle an Restaurants, Kaffeebars und Souvenirshops vorbei. Der Flughafen von Denver war nicht besonders groß. Nicht so wie der JFK in New York, der ja fast einer Kleinstadt glich. Doch mit zwei schweren Koffern konnte auch eine kleine Flughafenhalle einem Reisenden wie die Sahara vorkommen.

***

Draußen vor dem Ausgang steuerte ich intuitiv auf den Kurzzeit-Parkplatz vor dem Hauptausgang zu. Ich hoffte, dass Dad hier irgendwo stand. Es dauerte auch nicht lange, bis ich seinen schwarzen SUV ziemlich weit vorne erblickt hatte. Das bunte Praxis-Logo, das auf der Heckscheibe prangte, zog jeden Blick magisch an. Meine Schwester Georgia hatte es vor ein paar Jahren entworfen, als mein Bruder Ryder unserem Dad zu mehr Werbung geraten hatte. Nun fand sich das Logo, bestehend aus diversen Tierköpfen, auf dunkelblauen OP-Kasacks der Mitarbeiter, an der Eingangstür der Klinik und auf jedem Fitzel Werbematerial wieder.

Ich straffte die Schultern und lief auf das Auto zu. Kurz bevor ich dort ankam, ging die Fahrertür auf. Doch statt Dad kam Mom herausgekrabbelt. Ihr dunkelbrauner Bob und die zarten Linien im Gesicht waren mir nur allzu vertraut.

»Peyton, mein Schatz!« Mit ausgebreiteten Armen lief sie mir entgegen.

Ich hielt verblüfft inne. »Hey, Mom, wo ist Dad? Wollte er mich nicht abholen kommen?« Trotz meiner Überraschung ließ ich mich von ihr voller Freude an ihre üppige Oberweite drücken. Mom war zwei Köpfe kleiner als ich, aber wesentlich breiter. Ich hatte nämlich Dads Statur geerbt. Groß, schlank und eher sportlich als kurvig.

Mom ließ mich los, seufzte und verdrehte die Augen. »Notkaiserschnitt bei einer Zuchthündin. Ein toter Welpe steckt wohl schon seit heute Nacht im Geburtskanal fest.«

Seufzend löste ich mich von meiner Mutter und öffnete den Kofferraum, um mein Gepäck hineinzuwuchten. »Na dann hoffen wir mal, dass die restlichen Welpen das unbeschadet überstehen. Ich habe letztens erst eine interessante Studie zur Überlebensstatistik von Föten unter Kaiserschnitt-Bedingungen gelesen.« Ich schloss den Kofferraum und wandte mich Mom zu, die mir beim Einladen zugesehen hatte.

Sie schüttelte lächelnd den Kopf. »Typisch Peyton. Gibt es eigentlich irgendeine Studie oder ein Fachbuch, das du nicht gelesen hast?«

Nun musste ich schmunzeln. Es war so schön, meine Mom wiederzusehen und mit ihr von Angesicht zu Angesicht zu reden. »Vermutlich nicht. Aber Dad ist ja ein verdammt guter Tierarzt, der schlägt der negativen Statistik einfach ein Schnippchen.«

Mom lachte kurz auf und stieg wieder ein. Ich lief zur Beifahrertür, um neben ihr auf den Sitz zu gleiten. Sie startete den Wagen. »Dann wollen wir mal. Lila hat extra Sloppy Joes für dich vorbereitet.« Während sie aus der Parklücke fuhr, schnallte ich mich an und freute mich auf eine schöne Zeit am Fuße der Rockys.

***

Delila, von uns allen nur Lila genannt, drückte mich ebenfalls an ihre große Brust, und die war noch viel ausladender als die meiner Mom.

»Miss Peyton«, rief sie. »Hat Lila gesehen Miss Peyton schon sooooooooooo lange nicht mehr.«

Ich lachte auf. Die Nigerianerin kannte mich von Kindesbeinen an und hatte mich schon immer Miss Peyton genannt. Genau wie meine kleine Schwester Miss Georgia und Ryder Mister Ryder waren. Seit ich sie kannte, hatte Lila zudem dieses Problem mit dem Satzbau, so wie Meister Yoda aus Star Wars. Irgendwann hatten wir alle es aufgegeben, sie dahingehend zu korrigieren. Sie war vor Jahrzehnten mit ihrem Mann als Wirtschaftsflüchtling in die USA gekommen. Nach dessen plötzlichen Herztod hatte sie mit zwei Kindern ganz alleine dagestanden und sollte wieder ausgewiesen werden. Ohne Job keine Aufenthaltsgenehmigung. Da hatte Dad sie spontan als Haushälterin und Nanny für uns eingestellt. Seitdem entlastete sie Mom, die sich dadurch mehr auf ihre Arbeit in der Klinik konzentrieren konnte.

»Lila, ich krieg keine Luft mehr«, keuchte ich und klopfte ihr wie ein geschlagener Ringer auf die Schulter. Sie löste ihren Klammergriff und grinste. Ihre schneeweißen Zähne hoben sich scharf von ihrer dunklen Hautfarbe ab.

»Wollen Miss Peyton etwas Sloppy Joes? Hat Lila extra gemacht.« Noch etwas, was ich lustig fand. Lila sprach immer in der dritten Person von sich.

»Du weißt doch, dass ich zu Sloppy Joes nicht Nein sagen kann.« Geschweige denn zu Lilas saftigen Hackfleischbrötchen, die immer besonders lecker schmeckten, weil sie sie mit etwas Harissa, einer speziellen afrikanischen Gewürzmischung, aufpeppte.

...

Erscheint lt. Verlag 1.5.2022
Reihe/Serie Rocky Mountains Love
Rocky Mountains Love
Rocky Mountains Love
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte All in • animal hospital • April Dawson • Bianca Iosivoni • billionaire • Billionär • Book Boyfriend • Brittainy C. Cherry • Cheeky Room Mate • doctor romance • E L James • Emma Chase • Emma Scott • enemies to lovers • Familie • Familiensaga • Fifty Shades of Grey • Fish out of Water • happily ever after • Happy End • Helena Hunting • hot single dad • Jennifer Snow • Katy Evans • KEEP • Kuss • Kylie Scott • Lauren Layne • Liebe • Lisa Renee Jones • L.J. Shen • Louise Bay • Lyx • Meghan March • Mona Kasten • Olivia Miles • Olvia Anderson • Piper Rayne • Romance • Sarina Bowen • scandal • Schwester • Sex • Sex and the City • Small Town • Small Town Liebe • Small Town Romance • Still Broken • Tiere • Vi Keeland • Washington • Winter Renshaw
ISBN-10 3-96797-094-9 / 3967970949
ISBN-13 978-3-96797-094-4 / 9783967970944
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