Haus der Hüterin: Band 14 - Die Zeitfalle (eBook)
311 Seiten
mainebook Verlag
978-3-948987-50-3 (ISBN)
Als Autorin hat sich Andrea Habeney einen Namen gemacht mit ihrer Frankfurter Krimi-Reihe um Kommissarin Jenny Becker: 'Mörderbrunnen' (Frühjahr 2011), 'Mord ist der Liebe Tod' (Herbst 2011), 'Mord mit grüner Soße' (April 2012), 'Arsen und Apfelwein' (2013), 'Verschollen in Mainhattan' (2014), 'Apfelwein trifft Weißbier' (2015), 'Abgetaucht' (mainbook 2017) und 'Apfelwein auf Rezept' (2019). Zudem hat Andrea Habeney zwei weitere Fantasy-E-Books bei mainbook veröffentlicht: 'Elbenmacht 1: Der Auserwählte' und 'Elbenmacht 2: Das Goldene Buch'.
Als Autorin hat sich Andrea Habeney einen Namen gemacht mit ihrer Frankfurter Krimi-Reihe um Kommissarin Jenny Becker: "Mörderbrunnen" (Frühjahr 2011), "Mord ist der Liebe Tod" (Herbst 2011), "Mord mit grüner Soße" (April 2012), "Arsen und Apfelwein" (2013), "Verschollen in Mainhattan" (2014), "Apfelwein trifft Weißbier" (2015), "Abgetaucht" (mainbook 2017) und "Apfelwein auf Rezept" (2019). Zudem hat Andrea Habeney zwei weitere Fantasy-E-Books bei mainbook veröffentlicht: "Elbenmacht 1: Der Auserwählte" und "Elbenmacht 2: Das Goldene Buch".
Kapitel 1
Rylee
Von Vlads Hubschrauber aus sah die Landschaft tief unter ihnen winzig aus. Es wurde schnell dunkel und überall in den Ortschaften flammten Lichter auf. Der hünenhafte Vampir steuerte den Hubschrauber sicher in Richtung Securus Refugium, und Rylee genoss es, schweigend neben ihm zu sitzen.
Ab und zu stahl sich seine Hand herüber und legte sich auf ihr Bein. Rylee ertappte sich dabei, dass sie in sich hinein lächelte. Endlich hatte sie Frieden gefunden und war eins mit ihren Gefühlen. Sie warf einen kurzen Seitenblick zu dem Mann neben ihr. Am frühen Morgen, gleich nach dem Aufwachen, hatte er sie mit dem Wunsch überrascht, ihr sein Schloss in den Karpaten zu zeigen. Rylee hatte begeistert zugestimmt, sich aber auserbeten, Maj, ihre Haushälterin, nicht über Nacht mit dem Haus alleinzulassen. Hinter ihnen lagen aufregende Ereignisse, und Rylee konnte deren Folgen noch nicht absehen.
Antrax, der korrupte Leiter der Gesellschaft, die den neutralen Häusern vorstand, war abgesetzt worden. Er hatte versucht, eine Diktatur aufzubauen, doch Rylee hatte dieses Vorhaben gemeinsam mit einigen anderen Hütern vereitelt.
Nomtha, eine Vorgängerin von Anthrax, würde die Gesellschaft für einige Zeit kommissarisch führen, bis ein neuer Vorstand gewählt werden konnte. Die komplette Gesellschaft sollte umstrukturiert und in eine Demokratie umgewandelt werden.
Niemand wusste genau, ob es noch Verbündete des gefallenen Leiters gab, die eine Gefahr für die neutralen Häuser darstellen könnten. Alle Beteiligten blieben wachsam.
Haus Securus Refugium war voller Gäste. Und auch deshalb hatte sie nicht lange wegbleiben wollen. Es war Winter und in Haus Heaven in Bayern, das ihr Freund Percival leitete, hatte die Skisaison begonnen. Nahe Securus Refugium lag einer der beiden Raumfahrthäfen der Erde, und viele der Wintersportler reisten von dort an, übernachteten in Securus Refugium und benutzten das Schnellportal zwischen ihren beiden Häusern. Der Strom der Gäste riss nicht ab. Es schien massenhaft Planeten zu geben, die über keinerlei Berge verfügten und auf denen Schnee unbekannt war. Anscheinend war es in Mode gekommen und galt als schick, die Wintersportmöglichkeiten auf der Erde zu nutzen.
Die Gäste blieben oft nur eine Nacht in Securus Refugium, doch verursachte dies überproportional viel Arbeit, da täglich die Betten neu bezogen und die Zimmer gereinigt werden mussten. Zum Glück verfügte Maj, ihre Haushälterin, als Tabatai über Kräfte, die weit größer als die eines Menschen waren. Außerdem arbeitete sie unermüdlich und focht einen ständigen Kampf mit Rylee aus, die sie bremsen wollte. Nur mühsam hatte Rylee sie überreden können, morgen, am Samstag, mit ihrem menschlichen Verehrer, Oberst Müller, ein Theaterstück zu besuchen. Der Ausflug war eigentlich schon eine Woche vorher geplant gewesen, musste aber vom Oberst wegen einer dienstlichen Angelegenheit verschoben werden.
„Wir sind gleich da“, sagte Vlad leise, und Rylee spürte in den Ohren, dass sie bereits an Höhe verloren. Sie drückte ihre Nase an die Scheibe und versuchte, einen ersten Blick auf Securus Refugium zu erhaschen. Doch kaum dass sie seine Lichter ausmachen konnte, setzten sie bereits zur Landung auf der Wiese neben dem Haus an. Vlads große Gestalt versperrte ihr den direkten Blick auf Securus Refugium, doch sie sah von ihrem Sitzplatz aus das Zelt des Händlers TeqTeq. Durch Ritzen in der Zeltplane drang ein diffuses grünliches Licht. Auch bei Emmea und Squeech, die ihr Haus ein Stück entfernt gebaut hatten, brannte Licht. In der anderen Richtung, wo sich zwei weitere Häuser im Bau befanden, war alles dunkel. Eines von ihnen würde bald fertig gestellt sein. Rylees Freundin Emily, die für sie fast Mutterstelle einnahm, würde dort mit ihrem Ehemann, Oberst Landgraf, einziehen. Das andere war für ihre Freundin, die Hexe Evanora, gedacht. Nicht weit entfernt befand sich ein weiterer, noch leerer Bauplatz. Hier sollte für einige von Vlads Leuten, die er auf Dauer vor Ort benötigen würde, ein Domizil entstehen. Die Entscheidung für den Neubau war erst vor Kurzem gefallen, und der eigentliche Bau hatte noch nicht begonnen.
Securus Refugium, das ihre Ankunft bemerkt hatte, begrüßte sie freudig. Auch wenn das Haus mit Maj vertraut war und sogar mit ihr interagierte, war es doch nie wirklich entspannt oder gar zufrieden, wenn Rylee abwesend war. Vlad, der dabei war, im Cockpit verschiedene Schalter umzulegen, hob den Kopf. „Securus Refugium heißt mich willkommen“, sagte er überrascht. „Es fühlt sich …“
Rylee lächelte. „… fantastisch an? Es scheint dich voll und ganz akzeptiert zu haben.“ Sie verband sich in Gedanken mit dem Haus und sandte eine Welle aus Freude und Dankbarkeit aus, wieder mit ihm vereint zu sein.
Sie wartete, bis sich der durch die Rotorblätter erzeugte Wind abgeschwächt hatte, und kletterte aus dem Hubschrauber. Vlad nahm ihre Hand, und gemeinsam legten sie die letzten paar Meter zurück. In der Küche brannte Licht, und Maj öffnete, kaum dass sie durchs Gartentor getreten waren, die Haustür.
„Willkommen zu Hause“, sagte sie herzlich und rieb sich die Arme. „Ist das kalt geworden.“
Rylee lachte fröhlich. „Ist es nicht toll? So frisch.“
Bis vor etwa zwei Wochen hatte das Haus ihr zuliebe das Klima auf dem umgebenden Gelände warm und sommerlich gehalten. Obwohl es Dezember war, hatten Blumen geblüht, und man konnte draußen sitzen, ohne zu frieren. Doch Rylee mochte den Winter, und hatte das Haus vor Kurzem gebeten, das Klima den natürlichen Jahreszeiten anzupassen, nicht ohne sich zuvor bei der Baumnymphe Nialee zu versichern, dass diese Änderung weder den Pflanzen noch den Tieren, die im Garten lebten, schaden würde. Die Nymphe hatte ihr erklärt, dass die Magie des Hauses alle schützen würde. So hatte Maj zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee gesehen und Rylee wieder einmal einen Schneemann bauen können, was viele Jahre nicht möglich gewesen war.
Rylee hörte Kinderlachen irgendwo im Haus. „Ich hoffe, du hattest nicht zu viel zu tun“, fragte sie. „Hast du Emmea gebeten, dir zu helfen?“
Die junge Drachin erwartete zwar bald ihr erstes Kind, schien aber so energiegeladen wie eh und je. Sie bot des Öfteren an, im Haus zu helfen, und Rylee vermutete insgeheim, dass sie sich langweilte. Squeech, ihr zukünftiger Mann, saß die meiste Zeit des Tages vor einem seiner Computer.
Maj winkte ab. „Die Gäste waren alle recht unkompliziert und haben sich bereits auf ihre Zimmer zurückgezogen. Wintersport scheint müde zu machen. Die meisten fahren morgen früh zum Raumhafen, und heute sind nur zwei Familien angekommen.“
„Wie viele Zimmer sind belegt?“, fragte Rylee.
„Sechs“, antwortete Maj zufrieden. „Und das von Cinder natürlich.“
„So viele?“, rief Rylee aus. „Und dazu noch die acht, die heute Morgen abgereist sind. Du musst völlig fertig sein.“
Maj runzelte die Stirn. „Du vergisst immer noch, dass ich kein Mensch bin. Es war wirklich kein Problem. Kann ich euch noch etwas zubereiten? Es ist noch Braten vom Abendessen über. Oder etwas Warmes zu trinken?“
„Für mich nicht, danke“, erklärte Vlad und begrüßte Boh, der erst ihm, dann Rylee um die Füße strich und intensiv schnurrte.
„Ich bin pappensatt“, erklärte Rylee. „Wir haben fantastisch zu Abend gegessen.“ Sie wandte sich an Boh: „Wie geht es Aurelie und dem Nachwuchs?“
Der Werkater sandte ihr ein Bild von Aurelie, die auf einem dicken flauschigen Kissen lag, die zwei Katzenbabys dicht an sich gekuschelt. Sie schienen wesentlich schneller als normale Katzenwelpen erwachsen zu werden und waren schon ein Viertel so groß wie ihre Mutter.
Boh stupste Rylee noch einmal an und verschwand dann. Rylee ging zu Maj. „Kann ich dir noch irgendetwas helfen? Sonst würden wir uns zurückziehen. Ich bin hundemüde. Und du solltest auch schlafen gehen.“
„Es ist alles fertig“, gab Maj zur Antwort. „Gute Nacht.“
Während Vlad im Bad war, las Rylee ihre Mails. Sie wartete sehnsüchtig auf eine Nachricht von Philipp, der aufgebrochen war, um ihrer beider Eltern zu suchen. Erst vor wenigen Wochen hatten sie herausgefunden, dass er ihr Bruder war. Nach einem Unfall während einer Portalreise hatte er mehr als zweihundert Jahre als Geist existiert, und erst die Magie von Securus Refugium hatte es ermöglicht, dass er nicht nur wieder zu einem Menschen geworden war, sondern mit Unterstützung des Zauberers Merlin sogar sein verloren gegangenes Gedächtnis zurückerlangt hatte.
Vor vier Tagen hatte Rylee zuletzt von Philipp gehört, als er einer Spur gefolgt war, die ihn tief in eine fremde Galaxis führen...
| Erscheint lt. Verlag | 14.4.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Haus der Hüterin | Haus der Hüterin |
| Verlagsort | Frankfurt am Main |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Schlagworte | Fantastische Welten • Fantasy • Fantasy-Reihe • Fantasy-Roman • Fantasy-Serie • Magie • Magier • Schamane • Supernatural • Vampir • Werwolf • Zwerge |
| ISBN-10 | 3-948987-50-5 / 3948987505 |
| ISBN-13 | 978-3-948987-50-3 / 9783948987503 |
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