Trible (eBook)
464 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-9996-7 (ISBN)
Lisa Birkner wurde 2000 bei Aschaffenburg geboren und arbeitet als Kinderpflegerin. Schon in ihrer Kindheit war sie fasziniert von Geschichten und dadurch entdeckte sie die Liebe zum Schreiben. Sie liebt es in fremde Welten abzutauchen und der Realität dadurch zu entfliehen.
Lisa Birkner wurde 2000 bei Aschaffenburg geboren und arbeitet als Kinderpflegerin. Schon in ihrer Kindheit war sie fasziniert von Geschichten und dadurch entdeckte sie die Liebe zum Schreiben. Sie liebt es in fremde Welten abzutauchen und der Realität dadurch zu entfliehen.
11. Kapitel
Ich riss die Augen auf. Der Schmerz im Kopf war verschwunden doch ich war nicht mehr in Sarah´s Büro. Ich war… Keine Ahnung. Es sah wie ein heller Raum ohne Wände und Türen aus. Die Decke erstreckte sich ins Nichts und man konnte auch nicht erkennen woher das Licht kam. „Tut dein Hals noch weh?“ Mein Kopf fuhr herum. Dort stand Amelia. Lebendig und gesund. Ihr Körper war kein dürres Skelett mehr und ihre Haare glänzten in dem unbekannten Licht. „Amelia.“ Ich sprang auf und umarmte sie stürmisch. Sie erwiderte die Umarmung sofort und presste mich an sich. So blieben wir eine Weile stehe ehe ich hastig von ihr abrückte als ich an ihre Worte dachten musste. „Du hast mich gewürgt.“, sagte ich vorwurfsvoll und beäugte sie misstrauisch. Das Mädchen schaute auf ihre Schuhe. „Ja und das tut mir Leid. Aber ich wusste nicht…“ Sie schaute mich wieder an. „Ich wusste nicht wie ich auf die Schnelle sonst mir dir reden konnte ohne das du mich unterbrichst oder so. Außerdem musste es schnell gehen. Mein kranker Körper verträgt so viel Energie auf einmal nicht.“ „Du bist aber nicht tot.“ Sie lächelte und schüttelte den Kopf. „Nein, bin ich nicht.“ Ihr Lächeln wurde etwas schüchtern. „Ich fand es übrigens voll süß von dir, das du um mich geweint hast.“ Ich riss ungläubig die Augen weit auf. „Du…du hast es gehört?“ Sie lachte. „Na klar. Ich weiß alles von eurem Gespräch. Komm setzten wir uns, dann kann ich dir endlich mal alles in Ruhe erklären.“ Ich gehorchte und schaute sie aufmerksam an. „Also erstens müssen wir nicht atmen um zu leben. Wir tun es halt nur weil wir es nicht anders kennen. Das hat etwas mit den Kopf zu tun. Wenn du unter Wasser bist und merkst du bekommst keine Luft mehr, dann tauchst du auf oder?“ Ich nickte verwirrt. „Ja klar, sonst ertrinke ich ja.“ Sie lachte. „Nein, tust du nicht. Dein Kopf sagt dir so etwas, aber du musst ihm nur wiedersprechen. Wir probieren es gleich mal aus.“ Sie legte ihre Hand auf die Nase. „Los, Mund und Nase zu und dann Luft anhalten.“ Ich gehorchte ihr ohne Wiedersprüche. Ich war eh froh, dass sie endlich einmal richtig redete, da wollte ich sie nicht noch unterbrechen. Ich merkte wie der Druck stieg. Gleich muss ich wieder atmen sonst ersticke ich. „Nein.“ Amelia schaute mich bestimmt an. Ihr Brustkorb hob und senkte sich nicht mehr. „Du musst dir einreden, dass du keine Luft brauchst. Dass du nicht ersticken wirst.“ Ich versuchte es hastig, denn ich merkte wie mir schon langsam schwindelig wurde. Ich kann nicht ersticken. Ich kann nicht ersticken. Ich kann nicht ersticken. Und es funktionierte, der Druck verschwand und ich nahm wieder meine Hand von meiner Nase. Ich schaute an mir hinunter. Meine Brust lag ruhig da. „Wahnsinn.“ Amelia nickte lächelnd. „Jetzt musst du dir nur denken, dass du Luft brauchst und schon atmest du wieder.“ Ich tat was sie verlangte und es klappte tatsächlich. Ich atmete wie ich es schon mein ganzes Leben über gemacht hatte. „Wir sind keine Menschen.“ Amelia hatte es zwar schon gesagt und jetzt die Erkenntnis, dass ich ohne Luft überleben kann, bestätigte das alles noch einmal. Aber ich musste es selbst noch einmal aussprechen. „Ja, wir sind. Nun ja Kreaturen, die erschaffen wurden.“ „Kreaturen? Für was?“ Sie zuckte mit den Schultern. „Für was wurden Drachen erschaffen? Oder Schatten?“ Ich zuckte ebenfalls die Schultern. „Keine Ahnung. Sie gibt es halt.“ Amelia nickte bestätigend. „Genau wie wir.“ „Und was sind wir?“ Sie lächelte. „Wir nennen uns die Trible.“ „Trible“, wiederholte ich leise. „Ja und wir sind im Gegensatz zu den Drachen und Schatten keine Menschen. Wir sind nur in deren Gestalt. Damit wir nicht so auffallen und so.“ Ich rieb mir die Schläfen. Das war einfach alles viel zu verwirrend. „Aber was sind wir genau? Ich meine, was können wir. Die Drachenmenschen können sich in Drachen verwandeln. Die Schattenmenschen in Schatten. Und wir?“ Ein geheimnisvolles Lächeln huschte über ihre Lippen ehe sie. Ich stutzte. Bläulich schimmerte. Es war kein grelles Licht oder so. Nein, es sah eher so aus als würde sie von innen aus leuchten. Und sie sah dabei einfach nur wunderschön aus. „Was zum…“ Ich war unfähig weiterzusprechen, weil ich sie nur anstarren konnte. „Ja, das ist unsere wahre Erscheinungsform. Das bin ich. Und du.“, fügte sie noch hinzu. Sie streckte mir ihre Hand hin. „Du kannst mich auch anfassen.“ Ich zögerte einen Augenblick lang, ehe ich meine in ihre legte. Sie war warm und es kribbelte leicht auf meiner Haut als wir uns berührten. „Wahnsinn. Und das kann ich auch?“ Amelia lachte. „Ja, aber das muss du üben. Von jetzt auf gleich geht das nicht. Du bist, wie soll ich sagen, schon zu lange in deinem menschlichen Körper drin.“ Das bläuliche Licht verlöschte als hätte man den Lichtschalter ausgeschaltet und die alte Amelia saß wieder vor mir. „Wie lange hat es bei dir gebraucht? Und seit wann kannst du das schon?“ „Bei mir hat es einige Wochen gebraucht bis ich eigentlich für immer so bleiben kann. Aber ich war da auch viel jünger.“ „Jünger? Ich dachte man kann das alles erst ab seinen siebzehnten Geburtstag und du bist doch so alt wie ich oder?“ „Genauso alt. Aber deine Kräfte entwickeln sich schon in deiner Kindheit wenn du wie ich bei den anderen Tribles lebst. Aber da du bei Menschen groß geworden bist, passiert das wie bei den Drachen erst an deinem siebzehnten Geburtstag.“ Ich nickte, aber eine Frage ließ mich immer noch nicht los. „Du bist bei diesem David aufgewachsen oder?“ Amelia nickte bestätigend. „Und warum ich nicht? Ich meine, wäre das Ganze nicht viel einfacher gewesen, wenn ich wie du auch bei David gewesen wäre?“ Sie schüttelte den Kopf und blickte zu Boden. „Nein, das durftest du nicht. Von uns Dreien muss immer eine bei den Menschen groß werden, damit die anderen Zwei ihre Kräfte überhaupt bekommen. Außerdem soll die bei den Menschen stärker sein und nun ja, weil du die Jüngste von uns Dreien warst, fiel das Los halt auf dich.“ „Du redest immer von uns Dreien? Ich dachte es gäbe mehr von uns.“ Sie hob den Blick und schaute mich mit großen Augen an. „Das habe ich dir noch nicht erzählt?“ Ich schüttelte verwirrt den Kopf. Was kam jetzt noch? „Ich bin deine Schwester. Deine Drillingsschwester um genau zu sein. Die Tribles werden immer zu dritt erschaffen.“ Ich schluckte und musterte Amelia. Dieses Mädchen sollte meine Schwester sein. Es klang komisch, irgendwie falsch. July war doch meine Schwester. Auch wenn das eine Lüge war. Wir waren noch nicht einmal von derselben Art. Ich schluckte. „Und wer ist die Dritte?“ „Sophie.“ Amelia senkte den Blick. „Sie verschwand vor ungefähr zwei Jahren. Wir glauben alle, dass sie tot ist.“ Ich musste schlucken. „Wie verschwunden?“ Sie hob den Kopf dabei glänzten ihre Augen leicht. „Ich weiß nicht. Sie war plötzlich weg.“ Sie biss sich auf die Unterlippe. „Sie war meine July.“ Ihre July. Eine Schwester zu haben war das Beste auf der Welt. Ich musste lächeln als ich an July und mich dachte. Wie ich mit ihr herumalbert habe und zu dem Entsetzen unserer Eltern eine Spaghettischlacht in der Küche veranstalten hatten. Wie ich zu ihr ins Bett gekrochen kam wenn ich Albträume gehabt hatte und wie wir uns gegenseitig Kraft gegeben hatten als Mum und Dad starben. Aber hatte Amelia das Gleiche mit dieser Sophie geteilt? Ich schüttelte den Kopf um den Gedanken zu verdrängen. Ich wollte jetzt nicht an July denken. Nein, nicht jetzt. „Du hast vorhin von Kräften geredet? Welche genau?“ Sie lächelte während sie sich wieder zurückverwandelt und wieder bläulich leuchtete. „Das hier zum Beispiel.“ Sie öffnete ihre rechte Hand und ein sanfter, blauer Lichtstrahl wuchs daraus. Es war eher wie ein Faden, der sich kräuselte und immer länger wurde bis er schließlich bei mir war. Fasziniert beobachtete ich den schimmernden Faden, der sich wie eine Pflanze um mein Handgelenk schlang. „Nicht erschrecken.“ Doch die Warnung half nichts als sich das Licht in meine Haut presste. Ich schrie auf. Es brannte wie Feuer. Ich versuchte den Faden wegzuziehen doch ich verbrannte mir die Finger als ich danach griff. Doch mit einmal lösten sie sich vorsichtig wieder und ein schimmernder roter Streifen blieb zurück. Er brannte noch immer wie Feuer doch ich schaffte es den Schmerz zu verdrängen und schaute wieder Amelia an, die mich entschuldigt anlächelte. „Es tut mir leid, aber du wolltest es halt wissen.“ Ich blickte wieder zu Amelia auf, die immer noch leuchtete. „Das Licht ist unsere Waffe.“ Sie erlosch wieder und wurde zu der Amelia, die ich kannte. „Was können wir noch außer jemand verletzten?“ Das letzte Wort sprach ich nur sehr zögerlich aus. Das klang noch alles so unvorstellbar. „Nicht nur verletzten, Katy. Wir können damit auch töten.“ Ich konnte sie nur anstarren. „Hast du denn…“ Ich musste schlucken. „schon einmal jemanden getötet?“ Sie nickte knapp. „Ja, und das nicht nur einmal.“ Sie seufzte. „Aber ich bin darauf nicht gerade stolz.“ Jemanden töten. Ich musterte Amelia. Sie sah nicht gerade wie jemanden aus, der schon einmal getötet hat. Aber das war jetzt in ihrer menschlichen Gestalt. In ihrer wahren Gestalt war sie sozusagen eine Mörderin. „Was ist mit meinen Schmerzen in der Brust und dieses starke Fieber in der Schule?“ „Nun, dass liegt wiederrum an den Drachen.“
„Hä, was haben die denn bitte damit zu tun?“
„Wir tragen sie in uns.“ Ich konnte sie nur verdutzt anschauen. Ich verstand nur Bahnhof. Amelia seufzte und faltete die Hände in ihrem Schoß. „Wir tragen jeden Drachen in uns. Die Schmerzen entstehen wenn ein Drache stirbt. Aber es kommt nicht so oft vor. Wir spüren...
| Erscheint lt. Verlag | 11.3.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Trible | Trible |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Schlagworte | Australien • Drachen • Fantasy • Jugend • Liebe • Trible |
| ISBN-10 | 3-7549-9996-6 / 3754999966 |
| ISBN-13 | 978-3-7549-9996-7 / 9783754999967 |
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