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Ruth & Knut 2 - Auf der Suche nach dem silbernen Herz -  Ruth &  Knut Sch.

Ruth & Knut 2 - Auf der Suche nach dem silbernen Herz (eBook)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
422 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7557-0888-9 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
8,99 inkl. MwSt
(CHF 8,75)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
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Amor kann es doch noch! Wenn das Leben zum Märchen wird, kannst du darauf vertrauen, dass am Ende alles gut wird. Also heißt es: sich einfach fallen lassen. Liebe kann märchenhaft sein, vor allem mit dem Richtigen an Deiner Seite. Du vergisst, dass du eigentlich kein Glück verdient hast, atmest seinen Duft. Unter der Brücke, auf der du mit ihm stehst, rast ein Zug hindurch und du bemerkst es nicht. Für uns war es an der Zeit, uns dezent zurückzuziehen und an unserem eigenen Märchen zu schreiben. Komm mit und lass uns durch die Geschichten der Gebrüder Grimm und von Hans-Christian Andersen wandern. Entdecke das Gold des Dichters und wie Feder und Papier zu Schwert und Schild werden. Erlebe zwei Hochzeiten und keinen Todesfall.

Wir erblickten vor vielen, wirklich vielen Jahren das Licht der Welt - unter einer riesigen Presse. Glaub uns: So möchtest Du nicht geboren worden sein. Unsere Blicke trafen sich, doch nur für einen Moment, dann trennten sich unsere Wege. Als wir uns später aufs Neue begegneten, wussten wir sofort: "Du bist es!" Mehr wollen wir hier nicht verraten, sonst nehmen wir Dir die Spannung beim Lesen unserer Trilogie. Für diese sind wir unzählige Male auf Tasten gesprungen, was uns sehr stramme Waden beschert hat. Diese kann jeder bei Wind und Wetter sehen, denn wir sind selten angezogen - und nur manchmal ungezogen. Unser bester Freund in der fantastischen Welt: Amor. In der wirklichen Welt sind wir treue Begleiter unserer Chefin, gleichzeitig unser Sorgenkind. Für sie machen wir das alles hier - aber auch für Dich. Mehr über uns findest Du auf ruthundknut.de.

1. Das Mädchen unter der Laterne


„Ciao Maike. Ciao?!“

Sie lachte: „Hallo Mats. Konnte ich dich also doch noch rauslocken.“

„Letzte Woche hattest du mich echt überrascht. Aber ein zweites Mal lasse ich das Mädchen unter der Laterne nicht einfach stehen.“

„Das klang kindisch, oder?“

„Es war ganz schrecklich gemein von dir. Hättest du geschrieben FRAU unter der Laterne hätte ich dich wieder stehen lassen. Aber das Mädchen rüttelt ganz böse den Beschützerinstinkt aus seinem Schlaf und der weiße Ritter stürmt los, auch bei Null Grad und zur finsteren Abendstunde. Ein Mädchen lässt Mann nicht allein durch den Wald laufen. Dabei hatte ich meine Rüstung schon abgelegt und es mir mit einem Kamillentee vor dem Kamin bequem gemacht.“

„Oh, tut mir leid. Du hättest auch wieder Nein sagen können.“

„Ich kann so schlecht Nein sagen, da bin ich furchtbar mies drin.“

„Sag das bloß keiner Frau, die nutzt das am Ende aus.“

„Ich werde mich hüten. Und du vergisst es bitte über Nacht.“

„Mal sehn.“

„Oh je. Der weiße Ritter ist durchschaut. Ich hätte doch lieber noch fix in meine Rüstung schlüpfen sollen. Aber die klappert so und verscheucht Fuchs und Hase aus dem Wald.“

„Mir ist hier wirklich schon ein Fuchs über den Weg gelaufen. Lief durch den Lichtkegel meiner LED. Schönes Tier. Aber die Kamera lag zu Hause.“

„Ich hab´ meine auch nicht mit. Naja, beim ...“

„Was?“

„Wollen wir?“

„Moment. Ich wollte dich noch zweien vorstellen. Hier, das sind Ruth und Knut. Sie lagen in deinem Schrank. Frag mich nicht, wie sie dahin gekommen sind.“

„Dann habe ich euch beiden die heutige Nachtwanderung zu verdanken. Man muss echt aufpassen, nicht Nacktwanderung zu sagen. Bei dem kühlen Wind würde es die Durchblutung fördern. Und morgen fände man zwei Eissäulen im Wald. Na dann mal los.“

Ruth und Knut wanderten zurück in die Jackentasche ihrer Chefin. Maike und Mats gingen ein paar Schritte die Straße entlang, entfernten sich von der Laterne, unter welcher Maike gewartet hatte und schlugen sich in den stockfinsteren Wald. Wenige Eiskristalle glitzerten im Licht der LED-Lampen. Vom wenigen Schnee der letzten Januarwoche zeigten sich unter den hohen Tannen nur geringe Spuren. Von Forstfahrzeugen einst matschig gefahrene Wege hatte der Frost in Stolperfallen verwandelt.

So konnten sich Maike und Mats erst nach Erreichen schmaler Pfade auf ihre Unterhaltung konzentrieren. Ruth und Knut belauschten kurz angerissene Themen wie Kindergartenfreunde, Beziehungsdramen von Bekannten, Zahnarztphobie, TV- bzw. Internetserien. Das alles bot den winzigen Plastikfiguren wenig Spannung.

„Mir schlafen die Füße ein. Hatte mehr Action erwartet“, grummelte Knut.

Ruth flüsterte: „Und was?! Sie hat doch ihren Honk und Mats weiß das.“

„Ja schon. Dann hätte sie uns zu Hause lassen sollen und wir hätten nackt auf dem Tisch tanzen können.“

„Und ich liiiebe es, wie du tanzt, dein Bäuchlein schwingst.“

„Ich weiß. Nur für dich mache ich es, meine Herzallerliebste. Und nicht weniger erwarte ich von den beiden als Abendunterhaltung. Ist das zu viel verlangt?“

„Vom ersten wirklichen Treffen zweier Menschen, von denen mindestens einer vergeben ist? Nein, dabei kann man schon nackt sein Bäuchlein bewegen. Das erwartest du zu Recht. Stoß Maike doch zur Strafe kräftig in die Seite.“

Knut senkte den Kopf, doch das Innenfutter der Tasche verhinderte seinen Plan. So lauschten sie mit überschaubarem Interesse dem Fortgang dieses Abends. Immerhin sorgte die leichte Nervosität bei Mats für Momente der Erheiterung.

„Warum konntest du letzte Woche Nein sagen, als ich fragte, ob du mitkommen würdest. Ich dachte, dein Mund gibt dieses Wort gar nicht her?“

Mats zögerte kurz: „Als du geschrieben hattest, du bist so einsam und allein unterwegs und würdest dich über Unterhaltung freuen, dachte ich: Häh?! Sie ist doch nicht einsam und allein?! Sie hat doch jemanden?! Was will sie da mit mir?!

Maike lachte: „So ziemlich jeder andere hätte da wohl keine Sekunde nachdenken müssen. Also nicht, weil ich es bin, sondern allgemein.“

Mats wurde leicht verlegen: „Jaaa, ich falle etwas aus der Art. Aber immerhin fiel der Groschen noch. Du glaubst nicht, wie stolz ich auf mich war. Geht dein Freund nie mit?“

„Nein. Er hält nicht viel vom Laufen. Ab anderthalb Kilometern fängt er an zu nörgeln, ob wir nicht wieder heimgehen könnten.“

„Hmm … Wobei das Wandern ja gerade jetzt, wo es dunkel und still ist und drei Schneekrümel glitzern, für ein Pärchen doch schwer an Romantik zu überbieten ist?!“

„Tja. Da müssten schon Bier und Schnitzel unterwegs auf ihn warten. Und selbst dann würde ich die Sachen einfach mitbringen sollen. Aber es ist okay. So habe ich wenigstens einmal in der Woche Freilauf.“

Mats lachte: „Klingt wie ein Huhn in Käfighaltung.“

Maike konnte nicht mitlachen: „Das trifft es ganz gut.“

„Wieso?“

„Vor der Beziehung bin ich ein knappes Jahr mit Svenja in Zumba gegangen, wenn ich keinen Dienst hatte. Das gefiel ihm nicht, schließlich hätten da ja auch andere Männer sein können. In Zumba wohlgemerkt. Immerhin ließ er mich dann jeden Mittwochabend in den einsamen, weiten Wald wandern. Das war unser Kompromiss.“

„Dein Freund lässt dich im Dunkeln allein durch den Wald laufen?! DA macht er sich keine Sorgen, aber wegen ein, zwei theoretisch vorhandenen Männern bei Zumba?!“

Maikes Stimme wurde leiser: „Japp. Nett, oder? Ach so: Falls mein Handy klingelt: Bitte sei absolut still. Auch nicht aus Spaß irgendwas sagen. Wenn er von dem hier was mitbekommt, kann ich auch diese Wanderungen vergessen.“

Mats war perplex: „Okay … Klingt schräg. Du musst ein schlechtes Gewissen haben, ohne dass auch nur irgendetwas passiert?! Als würden wir wirklich nackt wandern ...“

„Ja. Blöd, oder? Aber ich kann auch so sein.“

„So kontrollierend?“

„Ja.“

Mats zögerte und raunte: „Bei deinem Freund wollte ich sagen, dass große Eifersucht eigentlich immer für ein kleines Ego spricht ...“

„Da kann ich schwer widersprechen … Und ich war eigentlich schon weg von ihm, war wieder frei, konnte machen, was ich wollte - mit wem auch immer, wann auch immer, wo auch immer. Stinknormal mit Svenja an den See fahren, ohne dreimal um Erlaubnis betteln und nachher Beweisfotos vorzeigen zu müssen. Aber das dumme Huhn wollte zurück in den Käfig.“

„Wie singt Bourani? Hey, sei nicht so hart zu dir selbst. Ich hab in den letzten Monaten so einige Geschichten gehört, wo ich aus dem Kopfschütteln nicht rauskam. Und am Ende jeder Geschichte konnte ich es nachvollziehen, egal, wie blöd – in Anführungsstrichen – sich die Frauen verhielten. Niemand will allein sein, alle hoffen immer wieder, dass der andere aus seinen Fehlern lernt - und der riecht so gut usw. Freundinnen der Frauen schüttelten teils verächtlich mit dem Kopf und steckten selbst in Affären, die überhaupt keinen Sinn machten. Weil Liebe eben nichts mit Vernunft zu tun hat. Also mach dich nicht fertig. Geht den Menschen wie den Leuten.“

Maike schmunzelte kurz: „Ratschläge kann ich anderen auch immer super geben – und die bekam ich jetzt immer wieder 1:1 zurück, ob von Svenja oder den anderen. Du hast zu MIR gesagt, ich soll das nicht mit mir machen lassen. Und was lässt DU dir jetzt alles gefallen?! Es fühlt sich so doof an. Wie du sagst: Immer wieder hoffe ich, er würde schon noch meinen Wert erkennen, mir vertrauen, sich seine Eifersucht sparen und mich dann so behandeln, wie man einen Menschen behandeln sollte, den man angeblich liebt. Und im nächsten Moment haue ich mir gegen die Stirn und schreie innerlich: WACH AUF! Der ändert sich nicht, kapiers doch endlich! Du änderst dich doch selbst nicht! Und ich habe es ja kapiert. Ich weiß genau, dass er so bleiben wird, dass er mich immer wieder beleidigen wird, sobald ich aus seiner Sicht aus der Reihe tanze. Dann bin ich wieder die Schlampe, die hohl im Kopf ist, die größte Lügnerin usw. Aber sobald er seine 20 Nachrichten am Tag schreibt, dass wir doch gut zusammenpassen und er mich doch einfach nur liebt und sobald er in der Nähe ist, fängt das blöde Hoffen wieder an. Er hat ja auch seine guten Seiten.“

„Wie Hitler. Oh, sorry.“

Maike lachte: „Das war hart.“

Mats stammelte verlegen: „Ja. Der Gedanke war fix. Also er beleidigt dich und du verzeihst ihm?“

„So heftig wie er mich schon beleidigt hat – das kann ich eigentlich nicht...

Erscheint lt. Verlag 1.3.2022
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
ISBN-10 3-7557-0888-4 / 3755708884
ISBN-13 978-3-7557-0888-9 / 9783755708889
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