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Utopia (eBook)

Weiße Sonne
eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
692 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7557-3237-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Utopia -  Kerstin Imrek
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Der erste Teil der Dystopie: - DU warst unsere Hoffnung. DU warst Weiße Sonne. - Im Jahre 2165 unterdrückt und kontrolliert die Organisation GLOBAL SAVE (GS genannt) die Menschheit, seit sie nach dem Dritten Weltkrieg die Herrschaft übernommen hat. Doch es gibt Widerstand: täglich kämpfen Rebellengruppen - vereinigt unter dem Namen Weiße Sonne - gegen das brutale Kontroll-Regime, um es zu stürzen. Ein Mann wacht verletzt und ohne Erinnerung im Hinterzimmer einer verfallenen Tankstelle auf. Er erbittet Unterschlupf bei einer Rebellengruppe, dessen Anführerin die taffe Bonny ist. Die nimmt ihn gefangen, denn er - Damian Lamark - wird wegen Hochverrats gesucht. Ein Angriff von GS auf die Versammlung des Rebellenrates, in der über Damians Schicksal entschieden werden soll, zerstreut Weiße Sonne vorerst in alle Winde. Bonny wird zudem beschuldigt, mit Damian gemeinsam Sache zu machen. Fortan stehen sie zwischen allen Fronten. Die einzige Hoffnung: Damian muss sein Gedächtnis zurückerlangen und sich an die Waffe erinnern, mit der er einst GS vernichten wollte. Nach einem schweren Rückschlag gelingt das Vorhaben, doch die Erinnerungen werfen viele Fragen auf. Nur mit Hilfe eines alten Freundes und einem ungeahnten Verbündeten kann es letztendlich gelingen, den Plan zu vollenden. Dabei erfährt Damian eine grausame Wahrheit ... --- Altersempfehlung: ab 16 Jahre

Kerstin Imrek hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben bereits im Kindesalter entdeckt. Ihre anfänglichen Kurzgeschichten haben sich über die Jahre zu immer komplexeren Roman-Welten entwickelt. Heute schreibt sie am liebsten Dystopien, Fantasy und Urban Fantasy. Die Geschichten von Kerstin Imrek berühren, schockieren und bleiben im Gedächtnis. Authentische Charaktere und Diversität sind ihr ebenso wichtig wie unangenehme Themen aufzugreifen. Bisher erschienene Bücher im Selfpublishing: -UTOPIA - Weiße Sonne (Teil 1) * -UTOPIA - Die Sonnenstadt (Teil 2) * -Ungeschriebene Zukunft - Fünf Geschichten aus UTOPIA * -Die Welt nach dem Morgen - Sechs dystopische Geschichten Kontakt: E-Mail: KerstinImrek@gmail.com Website: www.kerstinimrek-autorin.de Instagram: @kerstinimrek_autorin

-2-
Unter Rebellen


Schweißgebadet schreckte Damian aus einem seltsamen Traum. Oder vielmehr aus einer Ansammlung wirrer und verschwommener Erinnerungsfetzen. Weder zu beschreiben noch greifbar. Kalter Schweiß stand ihm auf der Stirn und jeder Atemzug glich einem unüberwindbaren Kraftakt. Den Kopf heben, geschweige denn, sich aufrichten – inzwischen unmöglich. Dumpfe Schmerzen lähmten seinen geschwächten, unkontrolliert zitternden Körper. Die nasse Kleidung klebte wie eine zweite, eiskalte Haut an ihm. In dem ungeheizten Verschlag trocknete sie nur langsam bis gar nicht. Bis auf seine Zukunft war eins sicher: Lange hielt er in diesem erbärmlichen Zustand nicht mehr durch.

Damian lag auf der Seite. Die auf den Rücken geketteten Arme spürte er kaum noch. Nur das unterschwellige, heiße Kribbeln, das bis in sein Genick wanderte und sich dort mit dem monotonen Wummern vereinte. Seine Gedanken wurden von Stunde zu Stunde trüber. Manchmal konnte er nicht sagen, ob er schlief, bewusstlos war oder lediglich in die undurchdringliche Schwärze vor seinen brennenden Augen starrte.

Irgendwann schwang die Tür zu seinem Gefängnis wieder auf. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Es hätten Stunden, aber auch Tage verstrichen sein können. Jemand kniete sich neben ihn, redete auf ihn ein und rüttelte an seinen Schultern. Eine Reaktion brachte Damian nicht zustande. Selbst die Augenlider zu öffnen, gelang ihm nicht. Was die Stimme von ihm wollte, entzog sich ebenso seinem Verständnis.

Eine eiskalte Hand auf seiner schweißnassen, glühenden Stirn entlockte ihm ein leises Stöhnen. Die Stimme rief etwas, das nicht ihm galt. Eine zweite und dritte mischte sich in das Geschehen. Wieder grabschten Finger nach ihm, tasteten ihn ungeniert ab. Damians lascher Protest verebbte unbemerkt.

Die Handschellen klickten auf und ein heißer Blitz durchzuckte seine Arme, als man sie hinter seinem Rücken hervorzog, und dabei zeitgleich die hinderliche Cordjacke abstreifte. Damian schwebte zwischen Leben und Tod als man ihn auf die Beine zog und aus dem Verschlag schleifte.

»Da drauf.«

Sein Körper sank auf einen weichen Untergrund. Der Druck des zum Verband umfunktionierten Schals verschwand von der Schulter, ebenso verriet ein energisches Ratsch! das endgültige Ende seines in Mitleidenschaft gezogenen Oberteils.

Etwas Spitzes bohrte sich in Damians Haut. Sein erschrockenes Keuchen machte schnell einem wohligen Seufzen Platz. Angenehme Taubheit strömte wie flüssiges Glück in seine Blutbahn. Breitete sich bis in seine Zehenspitzen aus und drängte zuletzt sein leidgeplagtes Bewusstsein in ein erlösendes Nichts.

Damians Sinne fanden nur langsam in die Realität zurück. Rascheln von dünnem Papier drängte sich zuerst in seine Wahrnehmung. Dann ein leises Scharren. Von Schuhen? In der Ferne Gemurmel, eine zuschlagende Tür.

Es dauerte einen Moment, das vergangene Geschehen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Die Augen unter seinen Lidern zuckten umher. Die Kraft und den Mut, sie zu öffnen, fand er nicht sofort. Was passierte dann mit ihm? Richtete man ihn hin? Oder wurde er von der herrischen Frau gefoltert, bis sie die gewünschten Antworten von ihm bekam? Antworten, die er selbst gern hätte.

Sich ewig schlafend stellen, löste sein Dilemma jedenfalls nicht. Eine Flucht – utopisch. Seine Gliedmaßen wirkten wie mit Blei gefüllt, im Kopf und der Schulter pulsierte ein dumpfer, altbekannter Schmerz.

Damian tastete behutsam erst neben sich, dann seinen Körper entlang.

Er lag auf einer Matratze.

Über ihm eine dünne Decke.

Nackter Oberkörper, die Schulter verbunden.

Etwas tiefer – der Bund einer Hose. Einer Unterhose.

Das ist nicht meine!, stellte er mit Schrecken fest. Wo sind meine Klamotten? Und wie lange hab ich geschlafen?

Er wollte auffahren, doch sein Körper rührte sich nicht. Zumindest die Augen gehorchten und blinzelten träge gen Decke. Risse zerfurchten den bröckelnden Putz, der ebenso von der mit diversen Modepostern dekorierten Wand rieselte. Damians Blick wanderte weiter. Zu einer Kommode, einem schmalen vergitterten Fenster, einem niedrigen Schrank.

Und einer Frau!

Er erschrak, als die zierliche Gestalt mit blondem, langem Haar in sein Blickfeld rückte. Sie saß im Schneidersitz auf dem Boden, tief in ein vergilbtes Magazin versunken, das Modetrends aus einem längst vergangenen Jahrzehnt präsentierte. Als die Welt noch in ihrer ursprünglichen Form existierte. Als alles noch in Ordnung war.

»Äh …«, machte Damian, da ihm nichts Besseres einfiel.

Die Blondine ließ ihre Zeitschrift sinken und lugte mit auffällig geschminkten Augen zu dem Störenfried. »Ah, Dornröschen. Kann man auch schon wach sein?«, begrüßte sie ihn spöttisch. »Ich hoffe, du weißt es zu schätzen, dass ich dir meine wertvollen Medikamente verabreicht habe. Das Zeug kann man hier nicht einfach so in einer Apotheke kaufen, weißt du? Vor allem Morphium und Antibiotika nicht.«

»Danke.«

Die junge Frau zog eine Augenbraue hoch. Ihre knallrot angemalten Lippen kräuselten sich. »Oh, du bist ja zu freundlich.«

Sie stand auf und schüttelte ihre vermutlich eingeschlafenen Füße aus. Damian musterte sie unweigerlich. Hätte sich die Menschheit nicht selbst in den Ruin gestürzt, wäre dieses hübsche Exemplar mit makelloser Figur wohl ein gefragtes Model geworden. Genau genommen sah sie auch aus, als käme sie von einem Laufsteg. Das Make-up und die blonden Haare saßen perfekt, der schwarze Minirock überließ nichts der Fantasie und das Top war genauso eng bemessen.

»Wenn du mit Starren fertig bist, würde ich gerne Bonny holen. Ist dir das recht?« Sie wartete seine Antwort erst gar nicht ab, sondern schritt anmutig in ihren Lackpumps zur Tür und verschwand dahinter.

Damian linste zum vergitterten Fenster, das in Streifen zerteiltes Sonnenlicht in den kleinen Raum warf. Bevor er über die Stabilität der Metallstäbe und die seltsame Begegnung mit der attraktiven Frau nachdenken konnte, flog die Tür wieder auf. Herein kam Bonny.

Die dunkelhäutige, gebieterische Frau.

»Na, ausgeschlafen?«, fragte sie und lehnte sich mit verschränkten Armen gegen die Wand.

»Äh …«

»Ja, danke. Ich weiß ja, dass du nicht besonders gesprächig bist. Aber immerhin hast du in Bezug auf deinen Gedächtnisverlust die Wahrheit gesagt.«

Damian blinzelte sie überrascht an.

»Die Metallscheibe, die an deinem Hinterkopf war, bevor du Idiot sie dir einfach abgerissen hast. Sie ist dafür verantwortlich.«

»Wie …?«

»Einer meiner Männer hat sie unter die Lupe genommen«, erklärte Bonny. »Sie ist von GS und dient dazu, Erinnerungen für Dritte abzurufen. Entfernt man sie mit Gewalt, kann das Gehirn großen Schaden nehmen. Sei froh, dass du nur dein Gedächtnis verloren hast und dein Verstand nicht völliger Brei ist. Obwohl ... Da bin ich mir gar nicht so sicher.«

Damian ignorierte ihre Provokation. »Aber das beweist doch, dass ich nicht für GS arbeite, oder?«, griff er das Thema auf. »Warum sonst sollten sie mir so ein Ding verpassen?«

»Sie wollten sichergehen, dass du auch keine Details vergisst. Passiert selbst dem besten Verräter.«

»Ich bin kein Verräter!«, beharrte er.

»Woher willst du das wissen? So ganz ohne Erinnerung?«

»Ich verachte GS!«

Bonny schnaubte abfällig. »Das ist kein Beweis.«

»Für mich schon.«

»Bringt dir nur leider herzlich wenig.«

Damians Finger krallten sich in die Matratze. Wie sollte er Bonny nur von seiner Ansicht zu GS überzeugen? Und wie passte sein angeblicher Verrat mit der Tatsache zusammen, dass er beim GSK desertiert war? Außer natürlich er hätte ein Leben als Doppelspion geführt und wollte aussteigen.

»Was hast du eigentlich damit gemeint, dass ICH Weiße Sonne war?«, fasste Damian zögerlich nach.

»Das erfährst du noch.«

»Wann?«

»Zu gegebener Zeit. Und jetzt frag bloß nicht, wann die ist!« Bonny wandte sich zum Gehen. »Du hast sicher Hunger und Durst. Ich lass dir was bringen, schließlich bin ich ja kein Unmensch.«

»Halt!«

Sie drehte sich genervt um, den Türgriff in der Hand. »Was ist?«

»Was passiert jetzt mit mir?«

»Lass dich überraschen.« Bonny zwinkerte unheilschwanger, dann huschte sie aus dem Zimmer und ließ Damian zurück. Allein. Verwirrt. Mit ungewisser Zukunft.

Immerhin lag er bequem.

Noch nie hatte Dosensuppe besser geschmeckt. Damian stürzte die Portion im Eiltempo hinunter und verschluckte sich dabei mehrmals. Erst als der Teller restlos ausgeschleckt war, stellte er ihn beiseite und genoss es, satt zu sein. Es...

Erscheint lt. Verlag 22.2.2022
Reihe/Serie Utopia
Utopia
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Dark Future • Dystopie • Megakonzern • Neue Welt • Postapokalypse • Rebellen • Science Fiction • Utopie
ISBN-10 3-7557-3237-8 / 3755732378
ISBN-13 978-3-7557-3237-2 / 9783755732372
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