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Eichenbach (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
449 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-48308-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Eichenbach -  Mo Clare
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Eichenbach 1996. Um sich seinen Kindheitstraum zu erfüllen, kauft Paul König zusammen mit seiner Familie das alte Martinshaus, welches auf einem großflächigen Grundstück thront. Eingerahmt von Wäldern und einem kleinen Bach genießt der Kindertherapeut Paul das malerische Idyll in vollen Zügen. Doch mit dem Ort stimmt etwas nicht. Hunde - die nachts im Schlafzimmer erscheinen, Knochen - die im großen Garten vergraben liegen, und ein Junge aus Pauls Praxis, den unheimliche Träume plagen. Der unwissende Paul versucht dies alles zu verbergen, doch sein neuer Nachbar, ein eingefleischter Mann Eichenbachs, kennt die Mythen des Dorfes.

Mo Clare wurde am 07.03.1988 als Timo Utermöhle in Hildesheim geboren und lebt seit 1999 in Cuxhaven . Nach dem Fachabitur, dem Zivildienst und einer kaufmännischen Berufsausbildung, begann er später die freiberufliche Arbeit als Schriftsteller. Er schreibt (Horror-) Romane und Kurzgeschichten über Niedersachsen und Norddeutschland. Sein Debüt-Roman mit dem Titel "Der Gräuel" erscheint 2022 bei Tredition.

Mo Clare wurde am 07.03.1988 als Timo Utermöhle in Hildesheim geboren und lebt seit 1999 in Cuxhaven . Nach dem Fachabitur, dem Zivildienst und einer kaufmännischen Berufsausbildung, begann er später die freiberufliche Arbeit als Schriftsteller. Er schreibt (Horror-) Romane und Kurzgeschichten über Niedersachsen und Norddeutschland. Sein Debüt-Roman mit dem Titel "Der Gräuel" erscheint 2022 bei Tredition.

Kapitel 1

Paul (I)

1

Der Wagen holperte über einen schier endlosen Weg aus alten Feldsteinen, Gestrüpp und Schlamm – immer in Richtung der kleinen und rätselhaften Ortschaft in der Nähe von Verden, zu der Paul seine Familie für immer fortführen wollte. Die Kinder (Gott segne sie!) waren den Großteil der Fahrt über lieb und ruhig gewesen. Gracy hörte über ihren Walkman Musik und Ben spielte auf seinem grauen Gameboy, welchen er vor zwei Jahren zu Weihnachten bekommen hatte.

Neben Paul, auf dem Beifahrersitz, saß Kathrin und kaute sich nervös auf der Unterlippe herum. Es war ihr deutlich anzusehen, dass sie immer noch nicht einordnen konnte, was sie von diesem Umzug aufs Land halten sollte. So saß sie nur stumm da, schaute angestrengt nach vorne auf die Windschutzscheibe und zerkaute sich weiter ihre Lippe.

Ob sie wohl selbst merkt, dass sie bereits blutet?, schoss es Paul durch den Kopf. Um die Stimmung aufzubessern, rief er plötzlich aus: »Hey, ich wette, ihr ahnt noch gar nicht, dass wir ein verdammt großes Abenteuer vor uns haben! Seid ihr nicht aufgeregt!?«

»Nö«, murmelte Ben. Dabei schaute er weiterhin mit einem fest zusammengepressten Mund auf seinen grauen Daddelkasten. Vermutlich war Mario kurz davor, in einen Abgrund abzustürzen!?

»Hast du was gesagt, Papa?«, rief Grace und zog sich dabei den Kopfhörer vom Ohr. Kati, wie Paul seine Kathrin liebevoll nannte, blickte ihrem Mann sanft in die dunklen Augen. »Paul, wir sind alle müde und heute denkt keiner von uns an die großen Abenteuer hier in diesem … Dorf. Gib uns bitte etwas Zeit!« Dabei machte Kati eine Art Kussmund in Pauls Richtung. Dieser atmete leise aus. Sie hatten zwar das Haus und den riesengroßen Garten noch nicht gesehen, auch er selbst kannte es nur von Fotos, die ihm der Makler gezeigt hatte. Aber trotzdem hatte er ein magisches Gefühl dabei. Die Daten passten und für das große Grundstück war das Haus überraschend günstig gewesen. Er musste einfach zuschlagen und sich damit einen tiefen (und für Paul unbekannten) Lebenstraum erfüllen: ein Leben draußen auf dem Land. Paul vermutete, dass die kindlichen Ausflüge mit seiner Entscheidung zusammenhingen. Die allwöchentliche Flucht aus Hannover und die sanfte Wärme der Sonne, die auf den Feldern und Wiesen seine Haut streichelte. Die Ruhe und die frische Luft (abgesehen von einem Gülle-Traktor) waren Paul stets in Erinnerung geblieben und so manche miese Woche konnte sich positiv wenden, wenn die Familie damals, nach der Kirche, in die Natur aufbrach.

Nach einer weiteren halben Stunde ereignisloser Fahrt passierten Paul, Kati und die Kinder das alte gelbe Ortsschild, welches zwischen den Büschen sehr verloren dastand. Völlig unerwartet tauchte es auf der rechten Straßenseite auf. Es wirkte verloren, so schief und schmutzig stand es da, als wäre es völlig ungewollt dorthin verpflanzt worden. Grace, die das Schild halblaut vorlas, blickte verunsichert nach vorne: »Eichenbach. Klingt ja aufregend! Papa, ich habe keine Lust auf Kühe und Pferdeäpfel! Oder auf Eichen, die lahm am Bach rumstehen!«

Paul musste nun doch grinsen. »Schatz, das ist doch nur ein Name. Alle Orte haben Namen und ich finde, dieser hier klingt besonders – malerisch.« Doch Grace runzelte nur die Stirn. »Langweilig trifft es besser«, sagte sie leise.

»Sicher ist es spannend herauszufinden, woher das kleine Örtchen diesen Namen hat, findest du nicht?«, sagte Paul. Er fügte noch schnell hinzu: »Wir heißen ja auch König, aber Könige habe ich nicht in meinem Stammbaum!«

»Das fehlte noch«, sprach Kati leise vor sich hin. Paul ignorierte es und schob den Frust seiner Frau auf das allgemeine Unbekannte, das ihr hier bevorstand. Er lenkte den Wagen weiter, es war ein alter, grauer VW-Kombi – aber immer treu und zuverlässig.

Sie fuhren nur auf einer Straße (scheinbar gab es nur die eine Hauptstraße im Ort und wenige Nebenstraßen), bis sie im hinteren Teil unerwartet nach links abbogen und eine graue Auffahrt, zwischen ein paar Bäumen gelegen, hinauffuhren. Dann standen sie plötzlich vor ihrem neuen Zuhause und alle im Wagen waren erst einmal still. Das Haus war groß, größer als auf den Fotos von Herrn Freche, dem Makler. Man müsste zwar etwas Arbeit in einige Außenrenovierungen stecken, doch konnte man direkt einziehen. Das hatte Freche versprochen! Der Makler hatte sogar eine Malerfirma engagiert, die in den letzten Wochen damit beschäftigt war, die Räume zu streichen und die Fußböden neu zu verlegen (natürlich nach Wünschen von Paul und Kati). Die Firma machte zwar hinterher etwas Ärger, aber darum kümmerte sich Paul nun nicht.

Von außen war das neue Haus der Familie mit hellen Holzbrettern verkleidet. Im unteren Geschoß flankierten jeweils zwei Fenster zur Rechten und Linken die Haustür.

Paul stieg als Erstes aus dem Wagen und trat ins Freie, dabei machte er ein übertriebenes Geräusch, als wollte er die ganze Luft der Umgebung einatmen. Ben schaute von seinem Gameboy auf und machte große Augen. Er bestaunte die riesige Rasenfläche vor dem Haus, den großen Wald hinter dem Gebäude.

»Gehört das alles dazu? Der Garten? Der Wald?«, rief der Achtjährige begeistert aus, seine Stimme überschlug sich dabei ein bisschen.

»Der Garten ja«, sagte sein Vater. »Der Wald gehört der Gemeinde, aber natürlich können wir ihn nutzen zum Spazieren oder du zum Spielen!«

»Gebongt, es ist super hier!«, sagte Ben lachend und stieg ebenfalls aus dem Auto. Kati drehte sich zu Grace nach hinten um. Beide blickten sich kurz in die Augen und Grace nickte, als verstände sie, was ihre Mutter ihr damit sagen wollte. Dann stiegen die beiden auch aus dem Wagen und sahen sich ausgiebig um.

Paul war währenddessen schon damit beschäftigt, die Haustür (eine große weiße Tür aus altem Holz) aufzuschließen. Er hatte gerade erst den Schlüssel umgedreht, um ins unheilvolle Dunkel des stillen Hauses zu treten, als Kati ihn zu sich rief. Rasch zog er die Tür wieder ins Schloss und ging die vier Stufen der grauen Steintreppe nach unten. Kati umarmte ihren Mann und gab ihm einen langen Kuss auf den Mund. Durch ihre leicht blutende Unterlippe vermischte sich der verräterische eisenhaltige Geschmack auf Pauls trockenen Lippen. Zärtlich blickte sie ihren Mann an: »Ich weiß, dass das hier dein Traum ist. Entschuldige bitte, wenn wir die letzten Tage etwas, sagen wir, schlecht drauf waren!« Paul nahm sie in die Arme und schaute über die Schulter seiner Frau zu den Kindern hinüber. »Schon gut, Liebes! Ich verstehe eure Sorgen, aber uns wird es hier gut gehen. Richtig gut!« Und ohne es vorher gewollt zu haben, gab er Kati einen lockeren Klaps auf den Hintern.

»Papa, bitte«, stöhnte Grace. Paul kicherte leise, einer Zwölfjährigen war immer alles peinlich. Wie konnte er es nur wagen, seiner Frau einen zärtlichen Schlag auf den Po zu geben? Grace stand auf dem Rasen und schaute sich nun wieder um. »Schöner Garten, hier könnte man es sich irgendwie gemütlich machen … denke ich …«, dabei streifte sie sich eine blonde Strähne aus dem Gesicht, die der plötzlich aufkommende Wind aufgewirbelt hatte. Das lief bisher alles schon einmal recht gut! Doch den größten Clou hatte sich Paul noch aufgehoben. Man soll nicht gleich zu Beginn schon alle Raketen verschießen, so heißt es doch!?

Hinter dem Haus – am Rande des Waldes – lief der kleine dünne Bach, der dem Ort wohl zu seinem Namen verholfen hatte. Er hatte seinen Ursprung irgendwo bei Rotenburg, das hatte Paul bereits herausgefunden.

»Wir haben hier auch ein Rinnsal oder besser gesagt einen kleinen Bach im Garten. Fließendes und klares Wasser! Ihr müsst nur mal hinter das Haus …« – doch der laute Schrei von Ben unterbrach Pauls Botschaft. Es klang bedrohlich und schmerzerfüllt, befremdlich und überrascht. Ben begann jetzt wie am Spieß zu brüllen. Kati suchte panisch Pauls Blicke, dieser richtete seine Augen auf den Rasenpfad, der seitlich vom Haus nach hinten in den Garten führte. Ben befand sich bereits auf dem hinteren Teil des Grundstücks. Zuerst dachte Paul, dass Ben womöglich das kleine Bächlein entdeckt hatte, doch dafür waren Bens Laute zu schmerzhaft und panisch.

Erschrocken liefen die drei Königs nun hinter das Haus, immer in Richtung der lauten Schreie des kleinen Ben.

Als Paul als Erstes um die hintere Ecke des Hauses bog, kam ihm sein Sohn schon in die Arme gelaufen. Unter seinem rechten Auge prangte eine rot-weiße Beule. Man sah die pulsierende Einstichstelle deutlich und ein kleiner Blutstropfen bildete sich langsam. Obwohl er es ahnte, fragte Paul den weinenden Ben, was passiert...

Erscheint lt. Verlag 22.2.2022
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2021 • 22359 • Abteilung • Auftrag • Autorin • autors • BEGINNT • Book • buches • deinem • Deutschland • Enthält • GmbH • Halenreie • Hamburg • Impressumservice • Informationen • Inhalte • Inhaltsverzeichnis • Neuen • Rechte • Rechten • Siehe • Solltest • tredition • Unzulässig • Verbreitung • Verwertung • Weitere • Zustimmung
ISBN-10 3-347-48308-1 / 3347483081
ISBN-13 978-3-347-48308-8 / 9783347483088
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