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Der kleine Teegarten in Maidenshop (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
264 Seiten
CORA Verlag
978-3-7515-1101-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der kleine Teegarten in Maidenshop - Cathy Maxwell
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Die verwitwete Gemma hat von Männern endgültig genug! Erst verschweigt ihr Schwager ihr monatelang, dass sie ein altes Gasthaus geerbt hat, und nun will der impertinente Ned Thurlowe ihr den Besitz streitig machen. Doch Gemma ist fest entschlossen, künftig für sich selbst zu sorgen und den Gasthof in einen feinen Teegarten umzugestalten. Immer wieder legt Ned ihr Steine in den Weg, denn er will das Haus unbedingt für seinen Männerclub nutzen. Ist etwa sein leidenschaftlicher Kuss auch nur ein Trick, um Gemma von ihrem Plan abzubringen? So muss es wohl sein, denn Gemma erfährt, dass Ned verlobt ist ...



<p>Cathy Maxwell beschäftigt sich am liebsten mit der Frage, wie und warum Menschen sich verlieben. Obwohl sie bereits über 35 Romane veröffentlicht hat, bleibt die Liebe für sie weiterhin eines der größten Mysterien! Um weiter zu diesem Thema zu forschen, verlässt sie gerne ihr gemütliches Zuhause in Texas und reist durch die Welt, um sich mit ihren Fans auszutauschen und für ihren nächsten Roman zu recherchieren.</p>

2. KAPITEL

Maidenshop, Cambridgeshire

Küss mich“, verlangte Clarissa Taylor, wobei sie sich schwungvoll zu Ned Thurlowe umdrehte. Sie gingen einen Waldweg entlang, unweit des Hauses und doch fernab neugieriger Blicke.

Unseligerweise hatte Ned nichts von dem mitbekommen, was sie während des Spaziergangs gesagt hatte. Auch nicht ihre Aufforderung, ihn zu küssen. Im Geiste weilte er bei seinen Patienten. Als einziger Arzt in der Gegend war seine Zeit stets knapp bemessen. Zudem war er stolz auf seine Arbeit, ob er nun einen gebrochenen Arm richtete, das Fieber eines Kindes bekämpfte oder gar den Abszess an einem Pferdehuf behandelte. Als Landarzt musste man auf alles vorbereitet sein, und Ned genoss die Herausforderungen.

Hinzu kam, dass er und Clarissa inzwischen seit gut zwei Jahren verlobt waren. Ja, es war ungewöhnlich, so lange damit zu warten, vor den Altar zu treten, aber die Wahrheit lautete, dass Ned der Heirat nicht gerade entgegenfieberte. Nach dem Tod von Clarissas Adoptiveltern hatten die Matronen von Maidenshop verfügt, dass eine Heirat die beste Lösung sei. Nur deshalb hatte er um ihre Hand angehalten. Da war sie schon zweiundzwanzig gewesen, ein reifes Alter für die Ehe. Sie war ein Findelkind, war als Säugling auf der Kirchentreppe ausgesetzt worden. Pfarrer Taylor und dessen Frau hatten sie aufgenommen und dem Vernehmen nach innig geliebt. Leider waren sie gestorben, sodass Clarissa niemanden mehr hatte. Sie war auf die Almosen der Dorfbewohner angewiesen und lebte bei Squire Nelson und dessen Familie. Ned wusste, wie es war, ein Bastard zu sein und von der eigenen Familie nicht geliebt zu werden. Daher war er mit den Matronen übereingekommen, dass ein ehrenwerter Mann ihr eine sichere Zukunft bieten sollte … und die Wahl war auf ihn gefallen.

Er war alles andere als ein glühender Verehrer. Ein Jahr hatte es gedauert, bis er sie beim Vornamen genannt hatte. Immer wieder vergaß er es. Und er hatte nur einmal in der Woche Zeit, sie zu besuchen, wenngleich er sich seiner Pünktlichkeit rühmte. Jeden Freitag wurde er um Punkt zwei Uhr nachmittags für einen viertelstündigen Anstandsbesuch bei ihr vorstellig.

Sofern das Wetter es zuließ, wandelten sie stets diesen Pfad entlang. Für gewöhnlich redete Clarissa und erzählte von ihrer Woche, und Ned gab vor, ihr zu lauschen. Insgeheim dachte er über Dinge nach, die ihn beschäftigten – Naturwissenschaften, seine Vortragsreihe oder die Zukunft des Gasthauses The Garland.

Ned war Vorsitzender des Bundes der Rationalen Männer. Das Garland war seit Generationen quasi das Zuhause des Bundes. Nun jedoch, da der alte Andy verstorben war, fragten sich die Mitglieder beunruhigt, was aus ihrem beliebten Treffpunkt werden würde. Andererseits hatte bislang niemand Anspruch auf das Gebäude erhoben, sodass sie es weiterhin hatten nutzen können. Ned wusste nicht recht, ob die Sache Anlass zur Sorge gab oder nicht.

Und er wollte seine Kameraden nicht enttäuschen. Er war gern ein Mitglied des Bundes. Erstmals in seinem Leben hatte er das Gefühl, wirklich dazuzugehören. In London wurde hinter seinem Rücken getuschelt. In Maidenshop war er ein geschätzter Angehöriger der Gesellschaft.

Daher war er abgelenkt, als Miss Taylor einen Kuss verlangte, und ging einfach weiter. Erst nach mehreren Schritten merkte er, dass sie nicht länger neben ihm war.

Weil er ein Gentleman war, blieb er stehen – und da wurde ihm bewusst, was sie gesagt hatte. Sie küssen?

Sie hatte gar die Augen geschlossen und die Lippen geschürzt. So wartete sie, das Gesicht dorthin gewandt, wo er gerade noch gewesen war.

Was sollte er jetzt tun?

Ehe er einen Entschluss fassen konnte, schlug Miss Taylor die Augen auf. Sie schüttelte den Kopf, als wäre sie überrascht, Ned nicht dort vorzufinden, wo sie ihn vermutet hatte. Der Kussmund verschwand, und gereizt zog sie die hübschen Brauen zusammen. Ihre Wangen färbten sich rosig, was ihr schmeichelte.

Clarissa war eine ausgenommen schöne Frau mit ihrem honigblonden Haar, den großen grünen Augen und dem makellosen Teint. Nicht ihrem Äußeren, sondern allein ihrer Herkunft war anzulasten, dass sie seit Jahren mit ihm als Verlobtem geschlagen war.

Und es war nicht ihre Schuld, dass er noch nicht bereit war zu heiraten.

Er verspürte schlicht nicht den Drang, sie zu küssen.

Und er hatte keine Ahnung, wieso nicht … abgesehen davon, dass er dem weiblichen Geschlecht an sich misstraute. Frauen erschienen ihm unbedacht in ihrem Streben – und als Menschen konnten sie bemerkenswert grausam sein.

Was nicht hieß, dass er nicht die eine oder andere Liaison gehabt hätte. Den Frauen gefiel sein Aussehen, und ein Mann hatte Bedürfnisse. Doch er suchte sich seine Affären weit entfernt von Maidenshop und stellte stets sicher, dass er die Oberhand behielt. Er war nicht darauf aus, seinem Vater nachzueifern, der sich zum Narren gemacht hatte, indem er sich von Londons gefragtester Kurtisane und seiner wutschnaubenden Ehefrau hatte in die Zange nehmen lassen. Ned war unschuldig in dieser Dreiecksbeziehung gefangen gewesen und hatte daraus gelernt.

Zugleich wollte er Clarissa nicht beschämen. War es falsch von ihr, um einen Kuss zu bitten? Jeder andere Mann hätte vermutlich längst auf einen gedrängt.

Daher kehrte er zu ihr zurück, lehnte sich vor und küsste sie züchtig auf die Wange.

Sie machte keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung, und er verstand sie. Es hatte sich ein wenig so angefühlt, als küsste er eine seiner Halbschwestern – wenngleich Clarissa ihm weit lieber war als Letztere.

Sie blickte zu Boden. Ihre dichten Wimpern lagen wie Fächer auf ihren Wangen. „Einen solchen Kuss habe ich nicht gemeint.“ Kurz verstummte sie, als ränge sie mit sich. „Ich wollte …“ Sie zwang sich sichtlich, ihm in die Augen zu schauen. „Ich wollte etwas mehr Leidenschaft.“

„Warum?“

Abermals zog sie die Brauen zusammen. „Was soll das heißen, warum? Ist das nicht nachvollziehbar? Es schien mir an der Zeit.“

Sie hatte recht. Er hatte keine vernünftige Erklärung.

Auf sein Schweigen hin fuhr sie fort: „Wann werden wir heiraten? Ich möchte dich nicht unter Druck setzen. Mir ist klar, dass wir kein Liebespaar sind und du nur um mich angehalten hast, weil du von den Matronen in die Ecke gedrängt worden bist.“

„Ganz so dramatisch war es nicht.“

„Doch.“ Sie setzte sich wieder in Bewegung und folgte dem Pfad in Richtung Haus. Sie trug ein Kleid aus grünem Kammgarn. Es war Anfang März, und der Wind ließ die Bänder ihrer Schute flattern. „Glaubst du etwa, ich wüsste nicht, dass Mr. Balfour abgelehnt hat, weil er ein eingefleischter Junggeselle war? Inzwischen natürlich nicht mehr, allem Anschein nach ist er glücklich in seiner Ehe. Und was den anderen heiratsfähigen Junggesellen in dieser Gemeinde angeht, den Earl of Marsden – ich kann ihn nicht ausstehen. Er denkt nur an sich selbst.“

„Mars ist einer meiner engsten Freunde …“

Sie hob eine ihrer behandschuhten Hände. „Ich wollte niemanden kränken … obgleich mir ein Rätsel ist, wie irgendwer zu ihm aufschauen kann. Er ist ein Müßiggänger.“

„Nein, ist er nicht“, wandte Ned halbherzig ein. Was die letzte Zeit anbelangte, traf sie mit ihrem Urteil durchaus ins Schwarze.

„Du hättest den Matronen eine Absage erteilen können“, redete sie weiter. „Ich hätte als Gouvernante oder Gesellschafterin hinaus in die Welt ziehen können. Das hätte ich.“ Sie sprach, als versuchte sie sich selbst zu überzeugen, und Ned hätte sich verfluchen mögen, denn es hatte Momente gegeben, in denen er sich genau dies gewünscht hatte.

Er packte sie am Arm und zog sie zu sich herum. „Das ist ein hartes Dasein, das alle dir ersparen wollten. Vor allem ich.“ Das zumindest stimmte. „Ich weiß, wie es ist, in die Welt hinausgestoßen zu werden. Wobei ich mich glücklich schätzen konnte. Mein Studium hat es mir ermöglicht, auf eigenen Füßen zu stehen. Aber es ist nicht erstrebenswert, die Gesellschafterin irgendeiner tauben, verschrobenen alten Dame zu sein. Oder das Leben einer Gouvernante zu führen und ständig von einem Haushalt in den nächsten zu wechseln.“

„Womöglich wäre es besser gewesen, ich wäre als Mann zur Welt gekommen. Dann hätte ich die gleichen Chancen wie du gehabt.“

Das stimmte.

Offenbar sah sie ihm an, dass er sie verstand, denn sie nickte. „Es tut mir leid, dass du mich heiraten musst. Das ist eine Bürde …“

„Es ist keine …“

Sie legte ihm die behandschuhten Finger an den Mund, um seinen Einwand zu unterbinden. „Bitte, Ned, seien wir ehrlich zueinander …“

Da küsste er sie. Er wusste, wie man küsste, und er legte all seine Versiertheit hinein.

Verspürte er knisternde Leidenschaft? Nein.

Clarissa offenbar schon. Sie ging unerfahren, aber voller Eifer zur Sache und lehnte sich begierig vor.

Ned vertiefte den Kuss nicht, und sie forderte nicht mehr. Dafür wusste sie zu wenig.

Emily, seine letzte Liebschaft, eine Witwe aus Cambridge, hatte ihn bezichtigt, ihr etwas vorzumachen. Der Vorwurf hatte ihn aus der Fassung gebracht. Seine Mutter war die Manipulative gewesen. Er war bloß ein Mann mit Bedürfnissen, und er hatte geglaubt, Emily empfände genauso. Ihre Affäre hatte als schlichtes Arrangement begonnen, bevor sie auf mehr gedrängt hatte.

...

Erscheint lt. Verlag 1.3.2022
Reihe/Serie Historical Gold
Historical Gold
Historical Gold
Übersetzer Nina Hawranke
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Historische Romane
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Autor • Belletristik • bescheiden • beste • Buch • bücher für frauen • Christlich • Cora • cora bücher • cora historical • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • Der Bund der rationalen Männer • Deutsch • eBook • ebook liebesroman • Ehe • Ehefrau • Erbe • Erbschaft • Erfolgsautor • erhebend • Familie • Feinde • Fiktion • Frau • Frauenroman • Freundin • für • Gasthaus • Geschichte • Geschichten • Glücklich • Gott • Herrenclub • highlander liebesromane • Historical Gold • Historische • Historische Liebesromane • Historischer • historisch roman • Leidenschaft • Liebe • liebenden • Liebesgeschichte • Liebesroman • maidenshop • Mama • Muttertag • Regency • Regency-Liebesroman • Religiös • Roman • Romantische • Romantische Bücher • Romanze • Täuschung • Teegarten • Top • Top-Titel • traditionelle • tugendhafte • Unabhängige • Unternehmerin • Verrat • Werbung • Werte • Witwe • Wohlfühl • zu
ISBN-10 3-7515-1101-6 / 3751511016
ISBN-13 978-3-7515-1101-8 / 9783751511018
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