Jasmins Flucht in das dunkle Licht des Todes (eBook)
202 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7557-7238-5 (ISBN)
Morris Berg: Autor, Hobbyfotograf und Kleindarsteller.
Kapitel 5:
Jasmins erster
Freund
Bis zu Jasmins sechzehnten Lebensjahr gingen ihre Schultage wie gewohnt einher. Jasmin arbeitete in der Schule überwiegend mit Nancy zusammen und zusätzlich bemühte sich Jasmin auch mit den anderen Schülern gut klarzukommen. Jasmin hatte in allen Fächern gute Noten, außer in Sport, da lagen ihre Noten gerade mal im Vierer-Bereich. Mit sechzehn Jahren war Jasmin mit einen Meter neunundsiebzig relativ groß und sie wog bereits 108 Kilogramm. Ihr Bürstenhaarschnitt untermauerte noch ihr maskulines Aussehen. Im Gegensatz zu Nancy, die den Kontakt mit den anderen Jungs der Schule, wegen deren vulgären Aussprache noch etwas mied, hatte Jasmin schon in gewisser Weise Bedürfnisse nach einem Partner. Flogen den anderen Mädchen die Jungs nur so zu, so interessierte sich keiner für die maskuline Jasmin. Diese Situation änderte sich dann schließlich unverhofft in der zehnten Klasse.
Am ersten Tag des zehnten Schuljahres kam ein neuer Schüler in die Klasse. Andreas war sein Name und seine Eltern sind gerade von Hamburg nach Berlin gezogen. Seine Mutter arbeitete als Immobilienmaklerin und sein Vater arbeitete in Holland als Hotelmanager und deswegen konnte er nur selten zu Hause bei seiner Familie sein. Andreas war circa einen Meter sechzig groß und er hatte eine mittelmäßige Figur. Andreas war mit seinem Aussehen im Durchschnitt betrachtet eher etwas fülliger, jedoch nicht übergewichtig. Seine Kleidung war den weiten Stil der 90er Jahre angepasst. Andreas hatte kurze dunkle Haare und blaue Augen. Andreas war ein sehr ruhiger Typ, der sich über nichts und niemandem aufregte. Streitigkeiten ging Andreas lieber aus dem Weg, wenn er merkte das keine Einigung in Sicht war. Schon seit Kindheit an, lebten ihm seine Eltern ein wohlhabendes Leben vor. Andreas´ Vater, der viel Geld besaß und sehr ehrgeizig war, wollte immer, dass Andreas auch viel Erfolg in seinem Leben hat und drängte deshalb darauf, dass Andreas viel lernen sollte, um die besten schulischen Leistungen zu erzielen. Auch erwarteten Andreas´ Eltern, dass er in seinem späteren Leben mal mit einer erfolgreichen und gutaussehenden Frau zusammen sein sollte. Andreas machte sich allerdings nichts aus gutaussehenden Frauen, weil er die Meinung vertrat, dass die meisten dieser Frauen viel zu oberflächlich sind und nur hinter dem Geld und nicht dem Mensch stehen würden. Aus dem Grund wollte Andreas lieber eine feste Beziehung mit einer unscheinbaren Frau.
In der ersten Stunde des ersten Schultages hatte Jasmin Chemie. Der Chemieraum befand sich im zweiten Stock des Gebäudes und war durchzogen von langen mehrplätzigen Schulbänken und es roch in diesem Raum wie in einer Zahnarztpraxis. So konnte Nancy auf der einen Seite von Jasmin sitzen und Andreas setzte sich auf die andere Seite von Jasmin. Schließlich sprach Andreas Jasmin an und er sagte zu ihr als Gesprächseinstieg: »Ich heiße Andreas und meine Eltern sind von Hamburg nach Berlin gezogen.«, »Ich kenne mich hier noch nicht so gut aus und ich würde mich freuen, wenn du mir etwas helfen könntest, weil ich nicht genau weiß, wie unterschiedlich der Lehrplan bei euch hier ist, im Gegensatz zu meiner alten Schule in Hamburg.« Jasmin antwortete ihm und stellte sich auch vor: »Ich heiße Jasmin und in der Pause kann ich dir schon sagen, was wir im Unterricht so alles drannehmen.« Andreas sagte daraufhin: »Das wäre nett von dir und wenn du willst, lade ich dich zum Dankeschön nach der Schule auf einen Kaffee ein.« Jasmin nahm schließlich sein Angebot an und verbrachte dann überwiegend den Schultag mit Andreas. Nancy, die sonst eigentlich Jungs gegenüber skeptisch war, verbrachte auch die Pausen gemeinsam mit Andreas und Jasmin.
Nach der Schule gingen Nancy, Jasmin und Andreas noch gemeinsam die Straße entlang. Als Nancy zu Hause ankam, verabschiedete sie sich noch von Jasmin und Andreas. Gemeinsam sind dann Andreas und Jasmin mit der S-Bahn in die Innenstadt von Berlin gefahren und suchten nach einem geeigneten Plätzchen für ihre Unterhaltung.
Sie kamen dann an einem kleinen italienischen Restaurant an und setzten sich an einen Tisch im Freien. So azurblau der Himmel dieses Tages leuchtete, so azurblau leuchteten die Augen von Andreas den grauen Alltag von Jasmin weg. Andreas fragte dann Jasmin: »Was möchtest du gern essen oder trinken?« Jasmin antwortete ihm dann: »Ich bestelle mir am besten nur einen kleinen Kaffee, weil ich auf Diät bin, ist es nicht so gut, wenn ich jetzt so viel esse.« Andreas, der ganz genau wusste, wie man sich fühlt, wenn man immer anderen alles recht machen soll, fragte dann Jasmin: »Machst du eine Diät, weil du das willst oder weil dich andere dazu drängen?« Jasmin sagte dann schließlich: »Ich bin schon übergewichtig seitdem ich denken kann und möchte nun von mir aus versuchen, etwas abzunehmen.« Andreas antwortete ihr dann und sagte: »Mich stört das nicht, ob du ein paar Pfunde zu viel hast oder nicht, dass muss doch jeder für sich entscheiden, wie er sein will.« Jasmin sagte dann: »Ja, aber einige in der Schule und sogar auch in der Stadt lachten bereits schon über mich und sie sagten sogar sowas wie: »Der riesige Panzer oder die fette Bombe zu mir.«, und das nagt dann doch an mir.« Andreas sagte dann zu Jasmin, mit einem erschrockenen Gesichtsausdruck: »Warum nimmst du dir das an?«, »Du musst doch selbst wissen, ob du mit deinem Aussehen zufrieden bist oder nicht.«, »Willst du jetzt dein Leben lang Diät machen und nichts mehr essen und am Ende immer unzufrieden sein?« Jasmin sagte dann: »Du hast ja recht.«, »Ich bin seitdem ich diese blöde Diät mache, nicht mehr glücklich.« Andreas sagte dann zu ihr: »Such dir doch einfach etwas aus, was dir am besten schmeckt und denk nicht immer an die blöden Pfunde.«, »Außerdem lade ich dich ein und fände es unangenehm, wenn du hier sitzt und nicht das Geringste isst.« Schließlich ließ sich Jasmin von Andreas doch noch zum Essen verleiten. Andreas brachte Jasmin dann noch bis zu ihrem Haus, wo sie mit ihrer Familie wohnte und verabschiedete sich von ihr mit einer Umarmung und einem kurzen Kuss.
Nach dem Date mit Andreas, ging Jasmin mit einem Lächeln in die Wohnung zurück, wo ihre Mutter schon auf sie wartete. Ihre Mutter kam aus dem Wohnzimmer und sagte zu Jasmin: »Wo warst du denn nur so lange?«, »Es ist schon 18.00 Uhr durch.« Jasmin antwortete ihrer Mutter dann: »Mama es tut mir leid, dass ich jetzt erst nach Hause komme, aber es ist heute was Unglaubliches passiert.«, »Wir bekamen heute einen neuen Schüler, der früher in Hamburg wohnte und jetzt mit seinen Eltern nach Berlin zog.«, »Er wollte, dass ich ihm etwas über unsern aktuellen Lehrplan erzähle und als Dankeschön lud er mich heute zum essen in die Stadt ein.«, »Sollte ich da etwa nein sagen?« Ihre Mutter sagte dann: »Das ist ja schön.«, »Aber beim nächsten Mal möchte ich, dass du vorher nach Hause kommst und mir Bescheid sagst, wie lange ihr wegbleibt, okay Jasmin.« Jasmin sagte daraufhin: »Ich verstehe Mama, aber wenn ich gewusst hätte, dass ich heute jemand kennenlerne, hätte ich dir natürlich vorher Bescheid gesagt.« Ihre Mutter setzte sich zusammen mit Jasmin an den Küchentisch und Jasmins Mutter fragte sie: »Und wie ist er so?« Jasmin sagte: »Er heißt Andreas und er ist etwas kleiner als ich es bin«, »Er hat kurze dunkle Haare und hellblaue Augen.«, »Er hat mir auch im Restaurant gesagt, ich soll das mit meiner Figur nicht immer ganz so ernst nehmen.« Ihre Mutter erwiderte dann: »Na ja Jasmin, ein wenig musst du schon auf deine Pfunde achten, wegen deiner Gesundheit, dass weißt du doch.« Auf einmal ging die Wohnungstür auf und Jasmins Vater trat ein. Jasmin ging sofort zu ihm und sagte: »Papa ich habe heute in der Schule einen netten Jungen kennengelernt und ich dachte schon vor ein paar Tagen, es würde sich nie jemand für mich interessieren.« Ihr Vater sagte dann: »Komm, wir gehen in die Küche und ich mache dir erst mal etwas zu essen warm!« Jasmin saß dann mit ihren Eltern in der Küche und redete ohne Ende über Andreas.
Am nächsten Tag wartete Andreas schon kurz vor der Schule auf Jasmin. Jasmin kam auf ihn zu und sie umarmte Andreas mit einem Kuss zur Begrüßung. In diesem Moment war Jasmin darüber froh, dass Andreas noch Interesse an ihr zeigte und nicht so tat, als würden sie sich nicht mehr kennen. Die darauffolgenden Wochen verbrachte Jasmin viel Zeit mit Andreas in der Schule. Nancy, die sonst immer mit Jasmin zusammen war, hatte in dieser Zeit noch eine andere Freundin. Das hieß nicht, dass Nancy nicht mehr mit Jasmin befreundet war, doch für Nancy bot sich zu dieser Zeit die Gelegenheit, auch mit jemand anderen ihre Freizeit zu verbringen, wenn Jasmin mit Andreas allein sein wollten.
Zwei Wochen später war es schließlich so weit. Jasmin fragte eines Morgens vor der Schule ihre Eltern, ob sie daran...
| Erscheint lt. Verlag | 21.1.2022 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Geisteswissenschaften ► Sprach- / Literaturwissenschaft ► Germanistik | |
| Schlagworte | Berlin • Depressionen • Jasmin • Mobbing • Übergewicht |
| ISBN-10 | 3-7557-7238-8 / 3755772388 |
| ISBN-13 | 978-3-7557-7238-5 / 9783755772385 |
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