Gefährliche Idylle (eBook)
631 Seiten
dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH (Verlag)
978-3-96817-997-1 (ISBN)
Die spannenden ersten Fälle für den französischen Privatdetektiv Dominique Demesy
Ein abenteuerlicher Cosy Krimi vor der abwechslungsreichen Kulisse Asiens
Der französische Privatdetektiv Dominique Demesy lebt seit vielen Jahren in Indien, als seine Exfrau ihn bittet, seine Tochter Jennifer bei sich aufzunehmen. Sie droht, in Paris auf die schiefe Bahn zu geraten, was Dominique auf keinen Fall zulassen will. Und so bricht Jennifer in sein Leben wie ein Wirbelwind und bringt sein bisheriges Junggesellendasein gehörig durcheinander. Doch dann beginnen sie gemeinsam, die neuen Fälle für Dominiques Detektivagentur zu lösen. Ihre Fälle führen sie schließlich quer durch Asien: auf den Spuren von Drogenschmugglern, als Kuriere eines Geheimdienstagenten oder auch auf die Suche nach einem seit Jahrhunderten verschwundenen Diamantschmuck. Neben Mordanschlägen und Diebstählen warten außerdem turbulente Liebesaffären auf Dominique …
Dies ist eine überarbeitete Neuausgabe des bereits erschienenen Titels Mörderisches Paradies.
Erste Leser:innenstimmen
„Ein toller Krimi mit indischem Flair und jeder Menge witziger Dialoge zwischen Vater und Tochter – ein Detektiv-Dreamteam.'
„Aus dem Leben gegriffen ... Deswegen konnte ich mich so gut mit den Protagonisten identifizieren.“
„spannende Fälle, die einen an die geheimnisvollsten Plätze der Welt führen“
„Tolle Charaktere und totales Reise-Feeling, was will man mehr?“
Sabine Strick wurde in Berlin geboren und wuchs dort auf. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits als Kind und sie begann im Alter von siebzehn Jahren, an ersten Romanen zu arbeiten. Doch erst 2017 entschloss sie sich, endlich die notwendigen Schritte für Veröffentlichungen in die Wege zu leiten. Und dann ging auf einmal alles recht schnell: Sie wird nun von der Agentur Ashera vertreten und veröffentlicht seit 2018 mehrere Romane in verschiedenen Genres bei verschiedenen Verlagen.
PROLOG
Istanbul, 1993
Auf der Intensivstation des Internationalen Krankenhauses in Istanbul herrschte geschäftiges Treiben. Pflegepersonal eilte hin und her, Ärzte überwachten unaufhörlich den Zustand der Schwerkranken, die an hektisch piependen Maschinen angeschlossen waren.
Die Lider des Mannes, der in einem der Betten lag, flatterten. Unruhig warf er den Kopf hin und her. Er nahm undeutlich eine blonde Frau in einem blassblauen Kittel wahr, die sich ihm näherte.
„Guten Morgen, Mr Demesy“, begrüßte sie ihn in akzentfreiem Englisch. „Na, sind wir wieder wach? Wie fühlen Sie sich denn heute?“
Dominique Demesy stöhnte. Bei jedem Atemzug schienen Tausende von Nadeln in seine Brust zu stechen. Auch sein Hals und seine Nase schmerzten, und in seinem Kopf dröhnte es, als ob ein Hammer auf einen Amboss schlüge. Er wollte es der Ärztin sagen, doch er brachte kein Wort hervor. Matt sank sein Kopf zur Seite, und er fiel wieder in den Dämmerschlaf, in dem er die letzten Tage dank ruhigstellender Medikamente verbracht hatte.
Dr. Laura Sayoglu blickte nachdenklich auf ihren Patienten, der vor drei Tagen mit einer gefährlichen Schussverletzung im Lungenbereich und einer schweren Gehirnerschütterung eingeliefert worden war und dessen Leben noch am seidenen Faden hing. Er ist ein attraktiver Mann, dachte die englische Ärztin. Der gebräunte Körper, der jetzt so apathisch und an unzählige Schläuche angeschlossen auf dem weißen Bett ruhte, war gut gebaut und sportgestählt. Das Gesicht, wenn auch vom Kampf mit dem Tod gezeichnet, besaß eine reizvolle Mischung aus Schönheit und Härte. Das volle dunkelbraune Haar begann an den Schläfen leicht zu ergrauen.
Dr. Sayoglu seufzte. Würde ihr Patient durchkommen? Es schien, als stünde damit der Ruf des Krankenhauses auf dem Spiel, denn die Affäre hatte Schlagzeilen in der türkischen Tagespresse gemacht. Ein französischer Privatdetektiv, der in Indien lebte, und eine von Interpol gesuchte italienische Meisterdiebin, die behauptete, ihre Ur-Großmutter sei eine Favoritin des letzten Sultans gewesen ...
Das brachte einen Hauch von Abenteuer in den Krankenhausgeruch aus Desinfektionsmittel und Äther. Die Chancen standen fifty-fifty, dass ihr Patient überleben würde. Es hatte ihn schwer erwischt, doch der Franzose schien eine gute Konstitution zu haben. Allerdings würde er kaum seine einstige Form wiedererlangen.
Kopfschüttelnd studierte die Ärztin die Werte auf dem Monitor am Kopfende des Bettes und winkte eine Krankenschwester heran. „Wir müssen ihn wieder an die Atemmaschine anschließen, er schafft es noch nicht allein. Und verabreichen Sie die übliche Dosis Morphium, er wird zu unruhig.“
***
Wieder wurde Dominique Demesy aus den Tiefen seines künstlichen Schlafs an die Oberfläche gespült und erlangte das Bewusstsein, was sich durch ein zentnerschweres Gewicht auf dem Brustkorb und bohrende Schmerzen ankündigte. Mühsam rang er nach Luft. Es kam ihm so vor, als hätte er nicht länger als eine Viertelstunde seit dem letzten Erwachen gedöst, doch tatsächlich waren zwei Tage vergangen. Nun merkte er auch, was ihn geweckt hatte: eine Frau saß an seinem Bett, streichelte seinen Arm und redete leise auf ihn ein. Sie hatte eine junge Stimme, die ihm vertraut war.
„So ist es richtig, Miss“, lobte die Stimme der Ärztin aus einer Ecke des Raumes. „Sprechen Sie so viel wie möglich mit ihm, auch wenn es scheint, als höre er es nicht. Im Unterbewusstsein bekommt er es doch mit, vor allem, wenn Sie in seiner Muttersprache mit ihm reden.“
Dominique nahm alle Kraft zusammen, um die Augen zu öffnen, aber seine bleischweren Lider wollten ihm nicht gehorchen. Er hatte Angst, dass die Frau verschwunden wäre, bevor er es schaffte, sie richtig anzusehen. Vielleicht könnte sie ihm sagen, was geschehen war, warum er mit diesen irrsinnigen Schmerzen in diesem Bett lag, mit unbekannten blau gekleideten Gestalten um ihn herum. Er konnte sich an nichts erinnern.
Beim vierten Versuch blieben seine Augen endlich offen. Mit noch mehr Anstrengung gelang es ihm, sie auf die junge Frau zu richten. Auf den ersten Blick war er enttäuscht: Auch sie trug einen verwaschenen blassblauen Baumwollkittel und hatte das Haar unter eine dünne blaue Haube geschoben. War es doch nur irgendeine Krankenschwester? Aber ihr Gesicht erinnerte ihn an jemanden und er wusste, dass sie in sein Leben gehörte. Ein Name kam ihm ins Gedächtnis.
„Jaclyn“, brachte er kaum hörbar hervor.
Auf dem hübschen, jungen Gesicht, das erfreut gelächelt hatte, als er die Augen geöffnet hatte, zeigte sich sekundenlang Enttäuschung. Dann schob sich ein sanftes, beruhigendes Lächeln davor. „Ich bin Jennifer. Erkennst du mich?“
Es gelang ihm, ein Nicken anzudeuten. Jennifer. Natürlich.
„Jaclyn“, murmelte er noch einmal, und es klang flehend.
„Sie ist nicht hier, Dominique“, erwiderte die junge Frau unsicher.
Was sollte das heißen, nicht hier? Er war sterbenskrank und die Frau, die sein Leben teilte, war nicht an seiner Seite? Wo war sie? Doch diese Frage zu stellen, war entschieden zu anstrengend. Bei jedem Wort durchfuhr ihn ein schneidender Schmerz von der Kehle bis zum Brustbein. Ein anderer Name fiel ihm ein.
„Sonja ...“
„Ich habe die Großeltern angerufen, sie werden es ihr sagen – wenn sie nicht gerade in Mariinsk ist.“
Dominique gab seinen schweren Lidern nach und ließ sie zufallen. Mariinsk ... etwas sagte ihm, dass er dort gewesen war, und dass sich etwas Schreckliches an diesem Ort abgespielt hatte, aber jetzt wusste er nicht einmal, wo er lag. Und Sonja? Wer war sie, warum rief ihr Name eine vage, unbestimmte Sehnsucht in ihm wach?
Aus dem Dunkel der Amnesie löste sich eine Flut langer, goldblonder Haare, ein schönes, kühles Gesicht mit großen braunen Augen. Doch der dazugehörige Name fiel ihm nicht ein. Sonja war es jedenfalls nicht, und auch nicht Jaclyn. Stattdessen drängte sich mit unangenehmer Deutlichkeit ein anderer Name in sein Gedächtnis: Brian O’Reely. Etwas Quälendes verband sich mit diesem Namen und wollte ihn nicht mehr loslassen.
„Ich habe Mutter angerufen“, erzählte die leise Stimme der jungen Frau weiter. „Sie ist sehr bestürzt, aber sie kann leider nicht herkommen, jedenfalls nicht sofort. Sie kann nicht aus dem Geschäft weg.“
Mit dieser Information konnte er überhaupt nichts anfangen. Er würde später darüber nachdenken. „Wer ist Brian O’Reely?“, flüsterte er mühsam blinzelnd.
„Denk jetzt nicht daran“, sagte Jennifer hastig.
„Es ist wichtig ...“, bekam er noch heraus, dann versagte seine Stimme.
„Er ist ein Freund“, meinte sie zögernd. „Aber das ist im Moment wirklich nicht von Bedeutung, glaub mir.“
Dominique schloss die Augen wieder und sah die Wolkenkratzer einer Großstadt vor sich, sah sonnenüberflutete Reisfelder, Wälder und schneebedeckte Berge. Alles wirbelte wie bei einem Kaleidoskop durcheinander. Ihm wurde schwindlig davon. Dann kam der Alptraum seiner Kindheit wieder. Er hörte schmerzvolle gepeinigte Frauenschreie, sah Blut auf einem schmutzigweißen Tischtuch und auf nackten Frauenbeinen, spürte peitschenden Regen auf seiner Haut, kalte Dunkelheit, heulenden Sturm. Er rannte um sein Leben, um Blut und Unwetter zu entkommen, bis seine Brust vor Anstrengung schmerzte.
Plötzlich wurde alles hell und ruhig, und er hatte das gleiche Bild vor Augen wie schon mehrmals in den letzten Tagen: blumengeschmückte Gräber auf einem Friedhof. Die Stille wurde nur von dem hässlichen Krächzen großer Krähen unterbrochen. Und die Schmerzen in der Brust waren auf einmal weg, er fühlte sich leicht und unbeschwert.
Entsetzt zwang er sich, in die Wirklichkeit zurückzukehren und hieß die wiederkehrenden Qualen fast erleichtert willkommen, denn sie zeugten vom Leben.
„Muss ich sterben?“, flüsterte er.
Jennifer schüttelte den Kopf und setzte ein zuversichtliches Lächeln auf. „Nein, du schaffst es. Du bist ein Kämpfer, Dominique, du wirst leben.“ Aber aus ihren großen grünbraunen Augen liefen ihr Tränen über die sanft gerundeten Wangen. Sie schlug die Hände vors Gesicht und schluchzte. „Verzeih mir. Ich wollte nicht, dass du stirbst. Doch, ich wollte es. Du hast mir so wehgetan, mein Leben lang.“
Dominique versuchte, die Hand nach ihr auszustrecken, um sie zu trösten, aber zwei Schläuche, an denen er festhing, hinderten ihn daran. Wütend wollte er mit der anderen Hand danach greifen, um sie abzureißen. Auf dem Weg dahin verhedderte er sich in den Kabeln, die durch Saugknöpfe seine Brust mit den elektronischen Apparaten verbanden. Unruhig zappelte er hin und her.
Laura Sayoglu und ein Krankenpfleger eilten herbei. Die Ärztin legte die Hände auf Jennifers zuckende Schultern. „Sie dürfen ihn nicht aufregen, Miss“, tadelte sie sanft. „Und sich selbst auch nicht. Bitte gehen Sie jetzt. Wollen Sie etwas zur Beruhigung nehmen?“
„Schlaftabletten“, schluchzte Jennifer nach kurzem Überlegen. „Ich möchte vergessen ... endlich wieder eine Nacht durchschlafen ...“
„Ich werde Ihnen etwas bringen lassen. Bitte warten Sie vor der Tür.“
Und während Jennifer den Raum verließ und sich noch einmal mit tränenüberströmtem Gesicht umdrehte, wand sich...
| Erscheint lt. Verlag | 17.2.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Dominique Demesy ermittelt-Reihe | Dominique Demesy ermittelt-Reihe |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Schlagworte | Frankreich-Krimi-nal-roman-e • französisch-e-r-krimi-nal-roman-e • krimi-nal-roman-e-cosy-crime-krimi • polizei-detektiv-krimi-s-roman-e:reise-urlaub-krimi-s • privatdetektiv-roman-e-krimi-s • Spannung-s-roman-e |
| ISBN-10 | 3-96817-997-8 / 3968179978 |
| ISBN-13 | 978-3-96817-997-1 / 9783968179971 |
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