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Kitty Vegas (eBook)

American Love & Crime

(Autor)

eBook Download: EPUB
2021 | 1. Auflage
432 Seiten
Tschök & Tschök GbR (Verlag)
978-3-7546-1594-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Kitty Vegas -  Jona Dreyer
Systemvoraussetzungen
5,99 inkl. MwSt
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Er ist heiß. Er spielt nur nach seinen eigenen Regeln. Und er ist ein ATF-Informant. Kitty Vegas' Stripshow ist legendär. Ein Leben in Luxus sein Alltag. Doch in Wahrheit wünscht er sich nichts sehnlicher, als dem Sumpf aus Gewalt und Verbrechen zu entkommen, auf dem sein glamouröses Leben fußt. Dafür gibt es nur noch einen Weg: ein doppeltes Spiel ... Nach einem persönlichen Schicksalsschlag kämpft sich ATF-Special Agent Rick Callahan zurück in sein normales Leben. Sein erster Ermittlungsauftrag nach Jahren führt ihn ausgerechnet zu einem zweifelhaften V-Mann mit dem Künstlernamen Kitty Vegas. Der verführerische Kitty schleust ihn nicht nur in den Nachtclub des größten, illegalen Waffendealers Nevadas ein, sondern zieht den sonst so konservativen Rick auch in einen Strudel aus Gefahr, Lust und überwältigenden Gefühlen, aus dem es bald kein Entkommen mehr gibt. Doch ist Kitty zu trauen? Und was für ein Mann verbirgt sich wirklich hinter dem selbstbewussten Edelstripper?

»Fantasie ist wie ein Buffet. Man muss sich nicht entscheiden - man kann von allem nehmen, was einem schmeckt.« Getreu diesem Motto ist Jona Dreyer in vielen Bereichen von Drama über Fantasy bis Humor zu Hause. Alle ihre Geschichten haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Die Hauptfiguren sind schwul, bi, pan oder trans. Das macht sie zu einer der vielseitigsten Autorinnen des queeren Genres.

»Fantasie ist wie ein Buffet. Man muss sich nicht entscheiden – man kann von allem nehmen, was einem schmeckt.« Getreu diesem Motto ist Jona Dreyer in vielen Bereichen von Drama über Fantasy bis Humor zu Hause. Alle ihre Geschichten haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Die Hauptfiguren sind schwul, bi, pan oder trans. Das macht sie zu einer der vielseitigsten Autorinnen des queeren Genres.

Kapitel 1


Lake Mead, Nevada


Erbarmungslos war gar kein Ausdruck dafür, wie die Sonne Ricks Schädel grillte. Wer auch immer den Wunsch verspürte, bei lebendigem Leibe zu Dörrfleisch zu werden: Nevada war der richtige Ort für ihn.

Rick hingegen verfluchte seine irischen Vorfahren, die ihm einen Hang zum Sonnenbrand vererbt hatten. Sunblocker und langärmelige Hemden gehörten zu seiner Überlebensstrategie; dummerweise hatte er seinen Hut zu Hause vergessen. Nun war er auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen, an dem er warten konnte. Denn er hatte eine Verabredung. Kein Date, nichts, was mit Romantik zu tun hatte. Seine Arbeit schickte ihn hierher. Eine Aufgabe, die er spontan für einen unerwartet ausgefallenen Kollegen übernehmen sollte, übermittelt durch einen kurzen, schnellen Anruf, während er unterwegs gewesen war.

Es war ein normaler Nachmittag am Lake Mead, nur dreißig Autominuten von Las Vegas entfernt. Familien versammelten sich am Strand, gingen baden und fuhren Motorboot oder Wasserski. Auch Camper oder Hausboote sah man hier oft. Inmitten der Mojave-Wüste war der See eine willkommene Abwechslung für alle, die nach Entspannung und Erfrischung suchten. Auch Rick hätte nicht übel Lust, eine Runde in dem vermutlich pisswarmen Wasser zu schwimmen, aber dafür blieb jetzt keine Zeit.

Ein schattiges Plätzchen auszumachen, war nicht ganz einfach, denn hier gab es nur wenige Bäume und diese geschützten Stellen waren größtenteils von Familien okkupiert, aber schließlich hatte er Glück. Im Schatten einer verkorksten Palme ließ er sich nieder und blickte sich aufmerksam um. Er hatte keine Ahnung, wie die Dame aussah, die er treffen sollte, und verfluchte sich selbst im Stillen für seine nachlässige Vorbereitung.

Er hatte in der Nacht zuvor wieder einmal kaum Schlaf gefunden. Sich von einer Seite auf die andere gewälzt und über Dinge nachgedacht, die er nicht mehr ändern konnte. Am Morgen war er wie üblich vollkommen übermüdet gewesen und hatte nicht die Energie aufbringen können, in die Akte zu schauen, um wenigstens eine Ahnung zu haben, auf wen er hier warten sollte. Gefühlte zehn Liter Kaffee später hatte er es immerhin geschafft, sich ins Auto zu setzen und zum Boulder Beach am Lake Mead zu fahren. Hoffentlich lohnte sich das wenigstens und die Dame namens Kitty, zu der sein plötzlich ausgefallener Kollege einen Kontakt aufgebaut hatte, hatte ein paar nützliche Informationen zu bieten. Bisher war er nicht in den Fall involviert gewesen, aber Stirling hatte darauf bestanden, dass man ihn zu dieser Kitty schickte und keinen anderen.

Rick hielt Ausschau nach jemandem, der ebenfalls nach jemandem Ausschau hielt, aber alle schienen mit sich selbst und ihren freizeitlichen Freuden beschäftigt. Eine äußerst korpulente Frau fortgeschrittenen Alters versuchte, sich mit Sonnencreme einzuschmieren, was an ihren zu kurzen Armen scheiterte. Ihr Mann saß teilnahmslos daneben und Rick dachte daran, dass er beim nächsten Barbecue mal wieder marinierte Steaks grillen könnte. Er warf einen Blick auf die Uhr. Kurz vor drei. So langsam sollte diese Kitty hier mal auftauchen.

»Ich will ja nicht stören, aber du wirkst ziemlich einsam«, sprach ihn unvermittelt jemand von der Seite an.

Erschrocken fuhr Rick zusammen und hob den Blick über den Rand seiner Sonnenbrille. Ein freundliches, ausnehmend hübsches Gesicht lächelte auf ihn herab. Ein männliches Gesicht mit einem Ring im rechten Nasenflügel. »Ich warte auf jemanden«, erklärte er kurz angebunden und unterzog den Mann einer verstohlenen Musterung.

Der trug nichts bis auf eine lässige Shorts, die ihm bis zum halben Oberschenkel reichte und seine definierte, wohltrainierte Figur preisgab. Auffällig waren die zahlreichen Tätowierungen, die sich von den Füßen bis hinauf zum Hals zogen. Es schien kaum eine Stelle am Körper dieses Kerls zu geben, die nicht in irgendeiner Weise mit Tinte verziert worden war. Bevor Rick allerdings anfing, auch noch die Piercings zu zählen, angefangen beim Bauchnabel, wandte er eilig den Blick ab.

»So ein Zufall, ich warte auch auf jemanden«, verkündete der Mann und setzte sich einfach neben ihn. »Auf wen wartest du?«

»Auf eine Frau«, antwortete Rick, zog die Knie an den Körper und umschlang sie mit den Armen. Die Nähe dieses Typen war irritierend. Er roch unverschämt gut nach sonnengewärmter Haut und einer herben, männlichen Note, unterstrichen von einem passenden Aftershave.

»Wie sieht sie denn aus?«, wollte der Mann wissen.

»Das weiß ich nicht«, gab Rick zu.

»Okay?« Der andere kratzte sich am Kopf und strich sich Strähnen seines feuchten, braunen Haars aus der Stirn, das an den Seiten zu einem Undercut geschnitten war. Die Frisur betonte seine feinen Gesichtszüge perfekt. »Ein Blind Date also?«

»So in der Art, ja.« Verschwinde, dachte Rick. Du lenkst mich ab. Er hatte jetzt keine Zeit für einen unverbindlichen Plausch mit einem Fremden, mochte der noch so gut aussehen.

»Verstehe.« Der Kerl lehnte sich gegen den Stamm der Palme, verschränkte die Arme und streckte seine langen Beine vor sich aus. »Ihr müsst doch irgendetwas abgemacht haben, woran ihr euch erkennt. Klamotten, eine Ansteckblume, irgendsowas.«

Rick lachte leise und blinzelte in Richtung See, auf dem Motorboote ihre Kreise zogen, während sich im Hintergrund diesig-dunkle Felsformationen erhoben. Der Strand war hell, aber eher steinig. Die Wellen glitzerten einladend in der Sonne und Ricks Bedürfnis, eine Runde schwimmen zu gehen, wuchs ins Unermessliche. »Es gibt da einen bestimmten Satz, den ich beginne und sie beenden muss«, erklärte er dem Mann schließlich, obwohl den das nun wirklich nichts anging.

»Bescheuerte Idee.«

»Warum?«

»Na ja, willst du jetzt den ganzen Strand ablaufen und alle Frauen, die du triffst, nach diesem Satz fragen, bis eine die richtige Antwort gibt? Ein optisches Erkennungsmerkmal wäre schon irgendwie klüger gewesen.«

»Tja«, gab Rick seufzend zurück, »da hast du wohl nicht ganz unrecht. Und du? Auf wen wartest du?«

»Auf einen Typen.« Rick spürte den neugierigen Blick, den der Kerl ihm von der Seite zuwarf. »Ist nicht so wichtig.« Plötzlich löste er seine entspannte Haltung und rappelte sich auf. Für einen Moment glaubte Rick, der Kerl wollte sich von dannen machen, aber weit gefehlt. »Ich hole uns mal was zu trinken. Nicht abhauen, okay? Sollte ich unterwegs zur Strandbar auf eine verdächtige Frau treffen, werde ich sie direkt zu dir schicken. Ansonsten schlage ich vor, wir warten hier zusammen auf unsere Dates.«

Rick stöhnte innerlich auf, aber er nickte. Er würde nicht abhauen, auch wenn er sich wünschte, in Ruhe gelassen zu werden. Wo sollte er auch hin? Von hier aus hatte er einen guten Überblick über den Strand und konnte sehen, wenn jemand Neues das Gelände betrat. Warum ließ diese verdammte Kitty so lange auf sich warten? Kniff sie am Ende doch? War irgendetwas schiefgegangen? Inzwischen kehrte der tätowierte Kerl mit zwei großen Gläsern Cola zurück, die mit reichlich Eiswürfeln bestückt worden waren. Dankbar nahm Rick ein Glas entgegen und trank einen Schluck. Es war eine Wohltat in dieser sengenden Hitze.

Der köstliche Duft hüllte ihn erneut ein, als der Kerl sich wieder neben ihn setzte. Es musste wirklich an seiner Übermüdung liegen, dass er so intensiv auf diese Reize reagierte. Er wandte sich ihm zu und empfing ein Lächeln von einem Gesicht, das, Müdigkeit hin oder her, wirklich ausnehmend hübsch war. Die Augen waren so blaugrün wie das Wasser des Lake Mead, umgeben von einem dunklen Wimpernkranz. Die Nase war maskulin und gerade und der Ring eine Zierde. Besonders hervor stach für Rick allerdings der Mund. Er hatte selten einen Mann mit so sinnlichen Lippen gesehen. Sie waren nicht zu schmal und nicht zu wulstig, der Amorbogen stark ausgeprägt und die Farbe rosig wie frisch geküsst.

Jetzt reiß dich zusammen, verdammt noch mal!

Was war nur plötzlich mit ihm los? Die Sonne hatte sein Hirn offenbar schon zu stark gegrillt, sodass er gar nicht mehr klar denken konnte. Vermutlich würde er sogar dann so heftig reagieren, wenn sich die dicke Frau mit der Sonnencreme neben ihn gesetzt hätte. Er hatte dringend Urlaub nötig. Den würde er postwendend einreichen, sobald er mit dieser Kitty gesprochen hatte.

Lange saßen sie nebeneinander und beobachteten die Umgebung. Die Zeit verging und niemand Verdächtiges tauchte auf.

»Weißt du denn, wie derjenige aussieht, auf den du wartest?«, fragte er seinen unerwünschten Begleiter schließlich, weil die Stille peinlich wurde.

»Ja, weiß ich. Bis jetzt ist er definitiv nicht aufgetaucht. Wo kommst du her, wenn ich fragen darf?«

»Henderson«, antwortete Rick. »Und du?«

»Boulder City. Ich arbeite allerdings in Vegas, also komme ich irgendwie auch da her.«

Rick warf ihm ein kleines Lächeln zu. »Ja, das trifft auf mich wohl auch zu.«

»Wo arbeitest du denn?«

»Oh, ich glaube, für solche Gespräche kennen wir uns nicht gut genug«, beschied er den Kerl und nippte an seiner Cola, die inzwischen reichlich verwässert schmeckte, weil die Eiswürfel eines traurigen Todes gestorben waren.

»Na schön. Verrätst du mir wenigstens deinen Namen?«

»Rick.« Er trank aus, stellte das leere Colaglas beiseite und verschränkte wieder die Arme. »Was schulde ich dir für die Cola?«

»Nichts. Ich bin übrigens Hayden.«

»Freut mich. Und vielen Dank.« Rick warf ihm einen Blick zu und stellte fest, dass Hayden ihn, den Kopf gegen den Stamm gelehnt,...

Erscheint lt. Verlag 25.10.2021
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Crime • Dark Romance • Ermittlung • FBI • gay romance • Liebe • Liebesroman • Prostitution • Stripper • undercover
ISBN-10 3-7546-1594-7 / 3754615947
ISBN-13 978-3-7546-1594-2 / 9783754615942
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