Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Leben in zwei Blättern

Kurzgeschichten & Erzählungen aus dem Erleben einer wolgadeutschen Spätaussiedlerin
Buch | Softcover
314 Seiten
2021
viademica.verlag berlin
978-3-939290-37-7 (ISBN)
CHF 27,30 inkl. MwSt
Antonina Schneider-Stremjakowa wohnt als Spätaussiedlerin seit 2003 in Berlin. Ihr Leben zuvor verbrachte die Autorin in ­Barnaul, der Hauptstadt der Region Altai, an den westlichen Ausläufern des Altaigebirges. In ihrem Buch "Leben in zwei Blättern" verarbeitet Schneider-Stremjakowa Geschichten über allgemein menschliche Werte – unterhaltsam, lehrreich und reali­stisch. Ihre Leser konfrontiert sie mit den Komplikationen, denen sich Menschen schon immer ausgesetzt sahen: Liebesabneigung, Wahrheitswahn, Schwielen an Körper und Seele und einer großen Portion Mitgefühl – Gefühle, die seit der Erschaffung der Welt das Dasein beunruhigen, besorgen und ­erregen. Die Realität in der ehe­maligen Sowjetunion abbildend, sind launische und dramatische, lustige und tragische, spirituelle und auch geistlose Cha­raktere erkennbar. Neben diesen Texten präsentiert das Buch „TJURI [Mini-Häppchen]“ von der Autorin verfasste ­Erkenntnisse und Erfahrungen aus eigenem Erleben.
Mit Antonina Schneider-Stremjakowa sind viele Leserinnen und Leser durch ihre Memoiren und ihre autobiographische Dilogie „Ein Leben wie Dickmilch“ vertraut. Die Themen ihrer Arbeiten sind moralische Werte: Liebe und Abneigung, Wahrheit und Lüge, Laster, Tugend, Gefühllosigkeit und Mitgefühl . . . Es scheint, als ginge es stets um dasselbe und jedes Mal über das Wichtigste – um zwischenmenschliche Beziehungen . . . Und es macht keinen Unterschied, ob es um eine zweiseitige Erzählung geht oder um eine mehrseitige Ausgabe.
Auch in ihrem neuen Buch beschäftigt sich Antonina Schneider-Stremjakowa mit den Geschichten jener Generation, dessen Zeugin sie gewesen ist.
Da ist das leidgeprüfte Großväterchen „Der hungrige Alte“; der neue russische Bourgeois Wanjetschka; der Gauner der westlichen Produktion Michel; die heranwachsenden Mischa und Grischa, die ihre seelische Reifeprüfung ablegen; die tollkühn-bübische Raisa; die treue Seele Rosa; das Opfer der Liebe Sina; die lebenserfahrene Berta; die überaus junge Ljubascha, die sich an ihrem Liebeshunger verbrennt, und endlich der durch den Fleischwolf sowjetischer Wirklichkeit gedrehte Fjodor.
Es ist nicht möglich, die Tante Galja und ihre mutige Nichte Xüscha zu vergessen – oder die aufopferungsvolle Nina Wasiljewna, die in ihrer Gedankenwelt an der Seite der verrückt gewordenen Tochter lebte.
Ich habe viele der Helden aus Antoninas Buch aufgezählt; es könnte gar der Eindruck aufkommen, man brauche es gar nicht zu lesen. Dennoch weiß jeder, der ein spannendes Buch schätzt, dass es einem interessierten Leser nicht allein dar­um geht, zu erfahren, wie es ausgeht, sondern – vielmehr – darum, das Leben der Helden mit- und nachzufühlen. Versuchen Sie es und überzeugen Sie sich selbst...
Die Mini-Häppchen genannten Episoden am Ende des Buches sind ebenfalls gelungen; sie vermitteln Einblicke, wie die wolgadeutschen Spätaussiedler die kleinen und großen Hemmnisse des alten russischen und neuen deutschen Lebensalltags bewältigt haben.
Die linguistische Raffinesse, zu der Antonina Schneider neigt, zeugt von ihrer Liebe der „Großen und Mächtigen“1; die vorherrschende Stärke des Buches bleibt jedoch meiner Meinung nach die Aussagekraft und Gedankenfülle der vorgelegten Erzählungen.

Dr. phil. Alexander Meisner, Publizist

Antonina Schneider-Stremjakowa ist eine Autorin aus der früheren Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen (ASSR NP). Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in der Altairegion im Süden Westsibiriens. In der Hauptstadt Barnaul studierte sie an der Fakultät für Geschichte und Philologie. Schneider-Stremjakowa nahm die Festivalpreise „LitVena-2008“ und „LitPraga-2010“ entgegen. Publikationen und Veröffentlichungen erschienen in Russland (St. Petersburg), Deutschland (Berlin / Suhl), Österreich (Wien), Tschechien (Prag), Kanada (Toronto) und Polen (Warschau). Ihre Buchtitel: die Dilogie „Ein Leben wie Dickmilch“ (Russland / Deutschland); der Roman „Eisberge der Kolonisierung" (Russland / Deutschland); die Geschichten „Leben in zwei Blättern" (Russland / Deutschland), „Wintiki Epochi“ (Russland / St. Petersburg). Die Autorin übersetzte aus dem Russischen die Dokumentation Anton Schneiders „Mariental XVIII -- XIX Wolgadeutsches Gebiet". Seit 2015 ist Schneider-Stremjakowa Leiterin und Chefredakteurin des Internetportals rd-autoren.de. Ihr Umzug aus der Altairegion nach Deutschland vollzog sich mit Kindern und Enkelinnen an ihren seither ständigen Wohnsitz Berlin.

Erscheinungsdatum
Zusatzinfo Schwarzweißzeichnungen
Verlagsort Suhl
Sprache deutsch; russisch
Maße 210 x 297 mm
Gewicht 460 g
Themenwelt Literatur Klassiker / Moderne Klassiker
Schlagworte Geschichten des Lebens • Leben in Russland • Liebesgeschichten • Mitgefühl • Seele • Wolgadeutsche Spätaussiedler
ISBN-10 3-939290-37-8 / 3939290378
ISBN-13 978-3-939290-37-7 / 9783939290377
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
Mehr entdecken
aus dem Bereich
Roman

von Sabin Tambrea

Buch | Hardcover (2024)
Gutkind Verlag
CHF 34,90