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Perry Rhodan Neo 266: Schach für Thora (eBook)

eBook Download: EPUB
2021 | 1. Auflage
160 Seiten
PERRY RHODAN digital (Verlag)
978-3-8453-5466-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Perry Rhodan Neo 266: Schach für Thora -  Ben Calvin Hary
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Vor fast sieben Jahrzehnten ist der Astronaut Perry Rhodan auf Außerirdische getroffen. Seither hat die Menschheit eine Reihe von Sonnensystemen besiedelt. Dann aber werden im Jahr 2102 die Erde und der Mond in den fernen Kugelsternhaufen M 3 versetzt. Mit dem Großraumschiff SOL bricht Rhodan auf, um dieses Geschehen rückgängig zu machen, und strandet 10.000 Jahre in der Vergangenheit. In dieser Zeit kämpfen die Arkoniden und Maahks in fürchterlichen Schlachten gegeneinander. Weil sie es schaffen, die Pläne der Konverterkanone für sich zu gewinnen, bieten die Menschen den arkonidischen Verteidigern wieder Hoffnung. Allerdings hat Perry Rhodan neue Sorgen. Seine Frau Thora erkrankt schwer; Ursache ist offenbar ihr Extrasinn. Auf der Suche nach Hilfe reist sie nach Iprasa, zu den entsprechenden Experten. Doch dort stößt sie auf ein uraltes Geheimnis, das ihr bisheriges Bild von ihren Vorfahren schwer erschüttert - und es heißt SCHACH FÜR THORA ...

Tuales Träume I


Vor zwei Jahrtausenden

 

Mein Geist ist umgekippt.

Was mir bleibt, sind Erinnerungen. In meinen Träumen bin ich wie sie: eine Frau aus Fleisch und Blut mit Armen, Beinen und einem Verstand so hell wie der ihre. Doch dieses Mal würde mir nichts davon helfen. Mein Tod stand bevor.

Es ist Jahrtausende her.

 

Ich war allein in der Gletscherwüste.

Eiskristalle prasselten gegen meine Wangen und machten sie taub. Bei jedem Schritt brach ich ein, sank knietief in den rosafarbenen Schnee. Er schmolz in meinen Stiefeln. Kaltes Wasser tränkte meine Strümpfe und drang mir bis auf die Haut. Die Sicht betrug nur wenige Armlängen.

Gib nicht auf, Tuale!, rief ich mich zur Ordnung. Immer geradeaus, nach Norden. Dort warten die anderen auf dich! Aber wo war Norden? Dichte Wolkenschleier verbargen die Sonne. Die Oberschenkel brannten, doch Iprasas Wildnis duldete keine Schwäche. Stehen bleiben kam nicht infrage. Ich kämpfte buchstäblich um mein Leben.

Es hatte als reine Expedition begonnen. Gemeinsam mit drei Kollegen aus dem Forscherstab der Grinnis-Universität auf dem Bhedan-Mond Nhodas suchte ich nach Genmarkern mit außergewöhnlichen Eigenschaften. Der fünfte Planet des Arkonsystems bot Potenzial.

Iprasa wurde von zweierlei Klimazonen geprägt. Nur dünne fruchtbare Streifen trennten die dominanten Regionen aus vulkanischem Magma und Wüsten vom ewigen Eis im Norden und Süden. Unser Forscherdrang hatte uns zum nördlichen Polarkreis getrieben. In den dortigen Blutgletschern lebte ein Volk primitiver Insektoiden, aber keiner wusste, woher sie stammten und wie sie sich am Leben hielten. Vor der kalten Witterung hatte ich mich nicht gefürchtet. Ich war Entbehrungen gewohnt und liebte das Extrem.

Zumindest hatte ich das geglaubt.

Unsere Leka-Disk parkte einen halben Tagesmarsch entfernt auf einem Hochplateau. Meine Kollegen Nongra, Lilliam, Dergor und ich hatten Proviant und Ausrüstung auf Schlitten verteilt, waren ins Bergland aufgebrochen und hatten nach den Siedlungen der Ureinwohner gesucht. Fündig waren wir nicht geworden. Die Taa waren scheu. Die letzte Begegnung zwischen Arkoniden und einem der ihren lag siebzig Jahre zurück.

Am dritten Tag waren die Nahrungsvorräte knapp geworden. Wir hatten die Zelte abgebrochen und den Rückweg durchs Felsenland geplant.

Wir waren noch keine Tonta unterwegs gewesen, als der Schneesturm uns überrascht hatte. Die Kontrollsatelliten hatten ihn nicht gemeldet.

Schnell war die Sicht so schlecht geworden, dass wir uns aus den Augen verloren. Mehrmals ging ich den Weg zurück, suchte nach den Spuren meiner Gefährten, doch sie waren längst verweht. Dergor und Lilliam riefen nach mir. Der Wind trug ihre Stimmen davon und lockte mich in die falsche Richtung. Die Funkgeräte versagten den Dienst, warum auch immer – ich war Biologin, keine Physikerin oder Technikerin. Schließlich übertönte der Wind die Rufe meiner Kollegen.

Das war nun anderthalb Tage her. Das Unwetter tobte noch immer.

Nach schier endlosem Tagesmarsch übermannten mich Müdigkeit und Erschöpfung. Wieder wickelte ich mich in den Thermalschlafsack und schlief todesgleich.

Als ich erwachte, herrschte Nacht. Eine dünne Schneewehe bedeckte den Schlafsack. Ich grub mich an die Oberfläche und setzte meinen Weg im Finstern fort. Nur Sturmgeheul und ein sternenloser Himmel umgaben mich. In einem Moment glaubte ich, vor mir den Umriss jenes Hügels zu erkennen, auf dem unsere Leka-Disk wartete, im nächsten waren da nur noch Schneeschwaden und Eisnebel.

Im Gehen schob ich den letzten Konzentratriegel in den Mund. Das komprimierte Fleisch brannte auf meinen aufgesprungenen Lippen, doch ich zwang es hinunter. Der Magen fühlte sich wund an, der Kopf seltsam benebelt. Je leichter der Rucksack wurde, desto schwerer wurden meine Beine.

Schritt um Schritt kämpfte ich mich voran, einen Fuß vor den anderen setzend. Die Zeit war ein Fluss.

Das Schwarz der Nacht hellte zu dunklem Grau auf. Das Armbandthermometer zeigte eine Temperatur weit unter dem Gefrierpunkt an. Ich musste mich beständig weiterbewegen, um nicht auszukühlen.

Irgendwann sah ich sie.

Im ersten Moment hielt ich sie für eine Halluzination, für einen Streich, den meine unterforderten Sinne mir spielten. Seit Tagen waren rötliches Weiß und Kälte die einzigen Sinneseindrücke. Die Gestalt, die kaum daumengroß da drüben am Horizont kauerte und mich anzustarren schien – sie konnte nicht real sein.

Mein Geist war wach genug, um das Warnzeichen zu verstehen: Es ging zu Ende mit mir.

Trotzdem hielt ich auf sie zu, ohne zu begreifen, warum. Ich erwartete, dass die Gestalt sich auflösen oder sich als eigenwillig geformter Felsen entpuppen würde, doch je näher ich kam, desto wirklicher erschien sie mir. Nachdem ich mich etwa hundert Schritte durch losen Schnee vorgekämpft hatte, richtete sie sich auf.

Vor Schreck hielt ich inne. »Wer sind Sie?«

Die Gestalt war keine Arkonidin. Es war ein Tier – und zugleich wieder nicht. Der Körper wirkte arkonoid, mit zwei Beinen und Armen, doch der Kopf war der einer Raubkatze. Schmale, geschlitzte Augen verströmten Ruhe und Gefahr, ein Widerspruch, der mir Angst machte. Nichts an diesen Gesichtszügen ließ Rückschlüsse auf ihr Geschlecht zu, und doch war ich überzeugt, dass sie weiblich war.

Die Katzenfrau beantwortete meine Frage nicht. Sie winkte mich zu sich. »Kommen Sie!«, rief sie auf Arkonidisch und über den Sturm hinweg. Ihr Tonfall war weich und vertrauenerweckend, jedoch unsagbar fremdartig.

Beiläufig bemerkte ich Fußspuren, die einige Dutzend Schritte hinter ihr im Dunst versanken. Halluzinationen hinterlassen keine Spuren, redete ich mir ein. Sie ist so real wie du. Vielleicht war der Wunsch der Vater des Gedankens, doch ich klammerte mich an ihm fest. Jemand hatte mich gefunden. Woher auch immer sie so unvermittelt kam: Die Rettung war nah. Womöglich würde sie mir helfen, meine Kameraden zu finden.

Wortlos folgte ich der Fremden. Sie bahnte einen Weg durch die Schneeverwehungen. In ihrer Spur fiel das Vorankommen leichter.

Hintereinander stiegen wir eine Bergflanke empor. Inzwischen war die Dämmerung dem rötlichen Weiß gewichen, das meine Sehnerven seit Tagen malträtierte.

Wie gebannt beobachtete ich ihren geschmeidigen Gang. Wer auch immer sie war, sie wusste sich zu bewegen. Kein Hüftschwung und kein Schlenker mit dem dünnen Schwanz, der aus dem Gesäßteil ihrer Kleidung ragte, schienen überflüssig. Ich hingegen stapfte wie ein altersschwacher Kampfroboter hinterher. Meine Gliedmaßen waren taub und jeglicher Feinmotorik beraubt.

Ein Felsmassiv schälte sich aus dem grauroten Einerlei. Die Katzenfrau führte mich um eine Steilwand, die sich scheinbar endlos vor uns in die Höhe streckte, und über eine Moräne. Dahinter klaffte ein Felsspalt, der Zugang zu einer Höhle. Im Innern war ein goldener Lichtschein erahnbar.

»Ist dies Ihr Stützpunkt?«, schrie ich gegen den Lärm des Sturms an. »Werden wir dadrin Hilfe erhalten? Wie haben Sie mich gefunden?« Die Hoffnung weckte meinen Lebensgeist. Ich kannte nicht mal ihren Namen. Auch wenn ich keine andere Wahl hatte, als ihr zu vertrauen – ich verdiente Antworten!

Die Katzenfrau winkte erneut nach mir. Ein krallenbewehrter Finger zeigte in die Höhle. »Stillen Sie Ihren Hunger und ruhen Sie sich aus.« Mit einer Geste bedeutete sie mir, vorauszugehen.

Was blieb mir übrig? Ich tat, wie sie verlangte, und trat durch den Felsspalt.

Sofort kam es mir vor, als sei der Sturm abgeschnitten. Draußen tobte er natürlich weiter. In der Höhle war es kalt, doch ein warmer Luftzug wehte mir entgegen. Weiter innen musste eine Hitzequelle sein, ich tippte auf ein geothermales Phänomen. Iprasa war eine tektonisch aktive Welt.

»Wer sind Sie?«, rief ich der Unbekannten zu, doch als ich mich umwandte, war sie verschwunden.

Einen Moment lang starrte ich zum Ausgang, beobachtete das Schneegestöber und suchte nach ihr. Hatte ich sie mir doch nur eingebildet? War es eine Vision gewesen, die mich an diesen Ort geführt hatte?

Unsicher drang ich in den Berg vor.

Die Höhle schien künstlichen Ursprungs oder zumindest von der Hand intelligenter Wesen urbar gemacht worden zu sein. Der Boden war eben und wies senkrechte Kerben auf, Zeugen einer Bearbeitung durch grobe Werkzeuge. Ich schob die Kapuze in den Nacken, genoss die milde, trockene Brise. Verglichen mit der Kälte draußen kam sie mir beinahe tropisch vor.

Der Gang fiel ab. Nach etwa vierzig Schritten beschrieb er einen Knick und öffnete sich zu einer Art Kuppeldom. Die Wände waren behauen, da und dort hatten die unbekannten Baumeister geometrische Reliefs hinterlassen. Das goldene Licht, das ich von draußen gesehen hatte, stammte von Fackeln aus bernsteinartigem Material. Sie steckten rundum in Halterungen und glommen lautlos vor sich hin. Schwerer Harzgeruch füllte den Raum.

In der Mitte des Gewölbes befand sich eine Einfassung mit einem Becken. Es enthielt eine grüne, zähe Flüssigkeit.

Stillen Sie Ihren Hunger, hatte die Katzenfrau zu mir gesagt.

Ich ging vor dem Schleim auf die Knie, zog den Handschuh aus und steckte prüfend einen Finger hinein. Das war keine wissenschaftliche und auch keine vorsichtige Vorgehensweise, doch die Not hatte mir beides ausgetrieben.

Ich ahnte, um welche Substanz es sich handelte. Expeditionsberichte über die Taa, die ich auf Nhodas gelesen hatte, erwähnten Nährschleim, mit dem die Insektoiden ihren Nachwuchs fütterten. Mein Magen zog sich zu einem schmerzhaften...

Erscheint lt. Verlag 25.11.2021
Reihe/Serie Perry Rhodan Neo
Verlagsort Rastatt
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Neo • Perry Rhodan • Perryversum • Science Fiction
ISBN-10 3-8453-5466-6 / 3845354666
ISBN-13 978-3-8453-5466-8 / 9783845354668
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