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Rettet Dornpunzel! (eBook)

Prinz wider Willen
eBook Download: EPUB
2021 | 1. Auflage
464 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-34742-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Rettet Dornpunzel! -  Kännie Meier
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Prinz Dimo Löwenbart ist mit seinen dreiunddreißig Jahren noch immer nicht im Leben angekommen. Statt pflichtbewusst die Königsausbildung zu absolvieren, hängt er lieber auf Partys ab, sieht Heldenaufgaben als ein antiquiertes Überbleibsel längst vergangener Ruhmeszeiten an und macht vor allem durch skandalöse Schockzeilen im Klatschwort auf sich aufmerksam. Wie sein Vater, der König, DAS findet, muss wohl nicht näher erläutert werden! In dieser 'Idylle' ereilt Dimos Vater der Hilferuf des unbekannten Königs Dornpunzel: Die Entführer seiner Tochter, Rösi, haben sich nach zehn Jahren erneut mit einer kryptischen Nachricht gemeldet. Sehr zu Dimos Leidwesen beschließt sein Vater kurzerhand, ihn (ausgerechnet IHN) für die Rettung der Prinzessin einzuspannen. Doch die Heldenaufgabe erweist sich alles andere als einfach, denn die liebliche Prinzessin entpuppt sich als scharfzüngige Kratzbürste, die sogar Drachen durch bloße Worte vom Himmel keifen könnte. Dimo ahnt nicht, dass er ungewollt Teil eines perfiden Plans geworden ist: Sein machthungriger Cousin, Grindelieb, hat die Heldenaufgabe nur inszeniert, um selbst an die Krone zu kommen. Bevor Dimo sich versieht, steht er vor dem Wendepunkt seines Lebens: Schafft er die Heldenaufgabe? Will er König sein oder lieber Skandalprinz? Fragen über Fragen... #prinzwiderwillen #wahrehelden #schwarzerhumor #schockzeilen #schulterklopfer #machtgezicke #findemichs #dasgoldenewagenrad #mittelalterboys #drachengeschichten #achtung:kannspurenvonironieenthalten

Kännie Meier arbeitet in der Software-Branche und liebt Bücher, schon von Kindesbeinen an. Da das Leben die schönsten Geschichten schreibt und die lustigsten Anekdoten liefert, lohnt es sich, diese auch mal in Form von Büchern, dem persönlichen Kopfkino, festzuhalten. Und das macht Kännie Meier auch am liebsten in seiner Freizeit: lesen (ja, auch oft genug viel zu viel fernsehen), Kopfkino, schreiben und lachen.

Kännie Meier arbeitet in der Software-Branche und liebt Bücher, schon von Kindesbeinen an. Da das Leben die schönsten Geschichten schreibt und die lustigsten Anekdoten liefert, lohnt es sich, diese auch mal in Form von Büchern, dem persönlichen Kopfkino, festzuhalten. Und das macht Kännie Meier auch am liebsten in seiner Freizeit: lesen (ja, auch oft genug viel zu viel fernsehen), Kopfkino, schreiben und lachen.

Die Heldenaufgabe

Eilig lief Edhard den langen Flur entlang, denn er war spät dran. Wie jeden Morgen war Empfangstag und der große Empfangssaal würde bestimmt wieder zum Zerbersten voll sein. Hoffentlich war Dimo schon dort, denn Unpünktlichkeit war in Edhards Augen ein großes Laster. Als er sich dem Saal und dessen großer Tür näherte, wartete die Schlange bis in den Flur hinein. Der königliche Ansager, ein hagerer Mann, trippelte nervös von einem Bein auf das andere und hörte umgehend auf, als er Edhard kommen sah. Laut pochte er mit seinem Stock auf den Boden und rief mit tiefer, fester Stimme, die so gar nicht zum schmächtigen Körper zu passen schien: „Lasst den König durch.“ Sogleich reckten sich Edhard die aufgescheuchten Blicke entgegen, die durch eine Verbeugung ergänzt wurden.

„Macht Platz, macht Platz“, schrie der Ansager barsch und drängte sie zur Seite, damit Edhard durchlaufen konnte. Dieser nickte ihm dankend zu und stellte sich vor die Türschwelle in den Gang; bereit, angesagt zu werden. Schnell huschte der Ansager auf seinen angestammten Platz im Saal. Er pochte drei Mal auf den Boden, was wie ein lautes Echo die Gespräche und Geräusche in dem überfüllten Raum verstummen ließ. Erst, als alle still waren und gespannt der Dinge harrten – hach, wie der Ansager diesen alltäglichen, morgendlichen Moment liebte – lächelte er zufrieden und erhob die Stimme: „König Edhard Löwenbart.“

Erst jetzt setzte sich Edhard in Bewegung und lief eines Königs würdig durch die große Tür, durchquerte den Saal und steuerte auf seinen Thron zu. Die Bürger, an denen er vorbeilief, verbeugten sich nacheinander. Kurz nachdem Edhard die Mitte des Saales passiert hatte, fiel ihm jedoch ein, dass er in seinem Schlafzimmer sein Notizbüchlein vergessen hatte, blieb abrupt stehen und kehrte mit großen schnellen Schritten wieder um. Noch einmal verbeugten sich die Menschen, an denen er vorbeilief und erhoben sich, sobald er sie passiert hatte. Doch plötzlich erkannte Edhard, dass der erneute Weg zum Schlafzimmer viel Zeit kosten würde und dachte sich, dass der königliche Empfang dann endgültig zu spät begann. Unschlüssig blieb er eine Sekunde stehen, überlegte und drehte sich schließlich wieder um. Mit einer abwehrenden Handbewegung und einem gemurmelten „Ach, ist doch egal“ schritt er erneut auf den Thron zu. Ein weiteres Mal verbeugten sich die Menschen wie bei einer Welle. Doch Edhard konnte einfach nicht ohne sein Notizbüchlein, denn dort trug er Stichpunkte zu den wichtigsten Besuchern ein, insbesondere beim Schmalzahn, dem listigen Königslump, war das immens notwendig, da er ansonsten behauptete, dieses und jenes wäre nie besprochen worden, weshalb der König dann doch wieder kehrtmachte und zurückeilte. Nicht, ohne die Menschen dazu zu bringen, erneut wellenartig niederzusinken.

Edhard bekam von all dem nichts mit, schließlich war er es ja gewohnt, dass sich alle verbeugten. Und so übersah er die hochroten Köpfe, die ihn, überrascht von dieser unfreiwillig sportlichen Einlage, missmutig anschauten, aber sich davor hüteten, in Protest zu verfallen. Einer von Edhards Beratern fasste sich schließlich ein Herz und sprach ihn, mit einem Tuch den Schweiß von der Stirn tupfend, flüsternd an: „Majestät, fehlt dir etwas?“ Edhard blieb stehen und raunte dem Mann zu: „Ich kann nicht ohne mein Notizbuch, aber das habe ich oben im Schlafzimmer vergessen.“

Umgehend schnippte der Berater einem Diener zu, der sich sofort in Bewegung setzte und flinken Fußes aus dem Empfangssaal eilte. Erleichtert atmete Edhard aus und schritt eines Königs würdig auf den Thron zu. Königlich ließ er sich darin niedersinken, während die Bürger dem Berater hinsichtlich seines glorreichen Einsatzes mehr als dankbare Blicke zuwarfen.

Kritisch beäugte Edhard für einen Moment den leeren Thron zu seiner rechten Seite. Dimo war mal wieder vollkommen zu spät, aber der übervolle Saal erlaubte kein weiteres Warten und so nahm das offizielle Programm seinen Anfang: Der Reihe nach rief der Ansager pochend die Besucher auf, die Edhard ihre Aufwartung machten und ihre Anliegen vortrugen. Dennoch leerte sich der Saal nicht, was vielleicht auch daran lag, dass an diesem Tag ungewöhnlich viele Schreiberlinge und Fast-Speed-Maler zugegen waren. Dies verwunderte Edhard zwar, doch er dachte nicht weiter darüber nach. Mittlerweile war auch das wichtige Notizbüchlein eingetroffen, in das Edhard von Zeit zu Zeit Eintragungen vornahm, als auch schon Diethelm Trockensumpf in der Menge auftauchte und sich den Weg zu ihm bahnte. Diethelm war der Abgesandte König Schmalzahns. Edhard seufzte innerlich: Hatte sich der Gauner also wieder gedrückt, persönlich vorbeizukommen; das fing ja mal wieder famos an. Jedes Jahr dasselbe Spiel: Edhard und Schmalzahn waren seit Jahren, so benannte er es gern, unbefreundet. Es ging um ein Stückchen Land, auf dem angebaut wurde und dessen Erzeugnisse gewinnbringend verkauft wurden. Aufgrund der geographischen Lage des Landes fielen die Gewinne allerdings beiden Königreichen zu; es sei denn, und da kamen eine Menge von Ausnahmeregelungen ins Spiel, es lagen gewichtige Gründe für ein Königreich vor, die erzielten Gewinne für sich zu beanspruchen. Komischerweise hatte Schmalzahn jedes Jahr einen Grund. Und weil Edhard das langsam leid war, hatte er ihn für den heutigen Empfang eingeladen. Wie nun aber ersichtlich, schien er sich mal wieder durch Diethelm entschuldigen zu lassen, der auch schon auf ihn zutrippelte. Innerlich wappnete sich Edhard für die bevorstehende Diskussion. Sogleich pochte der Ansager auf den Boden und verkündete mit lauter Stimme: „Diethelm Trockensumpf.“ Während er noch sprach, schlurfte Dimo an ihm vorbei. Sofort verfiel der Ansager in Hektik. Er hob den Stock, um den Prinzen standesgemäß anzusagen, doch der hob nur abwehrend die Hand. „Ja, ja, schon gut“, sagte Dimo und murmelte dann zu sich selbst: „Jeden Morgen dasselbe.“

In der Hand eine mit Laufkaffee gefüllte Holztasse haltend, schlurfte er auf Edhard zu, der das Erscheinungsbild seines Sohnes mit gekräuselter Stirn, hochgezogenen Augenbrauen und aufeinandergepressten Lippen zur Kenntnis nahm: müder Gesichtsausdruck, unordentliche Haare und an den Füßen plüschige Bärenfellpantoffeln. Edhard schüttelte missbilligend den Kopf. Obwohl im Saal nicht Grabesstille herrschte und vereinzelt Wortfetzen aus geführten Gesprächen bis zu ihm hinüberwehten, hörte er das Kritzeln eines Kohlestifts auf Pergamentpapier nur allzu deutlich. Unauffällig warf er einen Blick an den Rand des Saales, hinüber zu den Schreiberlingen. Die Augen des Reporters des Goldenen Wagenrads - Edhard konnte sich dessen Namen nicht merken - ruhten zielsicher auf Dimo. Seine Hand flog nur so über das Papier. Dimo wiederum schien sich des Ganzen gar nicht bewusst zu sein und schlurfte weiterhin auf den Vater zu.

„Guten Morgen, gut geschlafen?“, fragte Edhard den herannahenden Sohn, der sich total fertig in den Thron daneben fallen ließ. Edhard fiel auf, dass Dimo sich mal wieder entsprechend der Mode nur halbfertig rasiert hatte. Nicht ahnengemäß, hielt er innerlich fest und fragte sich mit Schaudern, wie der Prinz wohl in die Geschichte Löwenbarts eingehen würde. Als Prinz Dreitageweichkinn, vielleicht? Resigniert seufzte Edhard, als Dimo, der von den Gedanken seines Vaters ja nichts ahnte, sich das Kinn kratzte und antwortete: „Geht so. Ist ein bisschen spät geworden letzte Nacht. Und du?“

Die Besucher und Anwesenden im Raum tuschelten hinter vorgehaltenen Händen und musterten den Prinzen für Edhard mehr als eindeutig belächelnd. Die Federn der Schreibzunft kratzten so laut auf dem Pergamentpapier, dass es dem König beinahe den Schweiß ausbrechen ließ. Vor seinem inneren Auge sah er schon die zahlreichen Schockzeilen, eine schlimmer als die andere. Betont um Fassung ringend, antwortete er leise, aber merklich ironisch: „Och, mein Schlaf bereitet mir momentan keine Sorgen, aber wir sind hier bereits seit gut einer Stunde verabredet.“

Dimo trank einen Schluck aus seiner Tasse. „Jetzt fang nicht damit wieder an, Papa. Ich hab total Kopfschmerzen“, klagte er und fasste sich an den Kopf.

Diethelm, den Edhard in den letzten Minuten richtiggehend vergessen hatte, stoppte vor seinem Thron und verbeugte sich. Zur Bestätigung nickte Edhard zum Gruße zurück und richtete flüsternd erneut das Wort an Dimo. „Na, du erwartest doch jetzt bestimmt nicht von mir, dass ich dir eine Schmerztinktur kochen lasse, oder?“

Dimo stöhnte nur total entnervt als Antwort. Sein Vater war manchmal eine richtige Zicke und diskutierte, als hinge sein Leben davon ab. Zum Glück ergriff Diethelm das Wort, wodurch sein Vater von ihm vorerst abließ. „König Edhard, König Schmalzahn lässt sich entschuldigen, ein wichtiger Termin, aber wir...

Erscheint lt. Verlag 6.7.2021
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Kinder- / Jugendbuch Jugendbücher ab 12 Jahre
Schlagworte Freundschaft • Humor • Ironie • Liebe • Spaß
ISBN-10 3-347-34742-0 / 3347347420
ISBN-13 978-3-347-34742-7 / 9783347347427
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