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Limes (eBook)

Fremde Bedrohung
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
384 Seiten
Hybrid Verlag
978-3-96741-035-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Limes -  Franz Georg Haas
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Ihr Cousin Greg ist Lois auf Anhieb unsympathisch. Ein besserwisserischer Nerd, der mit anderen Menschen nichts zu tun haben will. Gregs seltsames Verhalten und dass er immer wieder plötzlich verschwindet, machen Lois misstrauisch. Als sie ihn beschattet und beobachtet, wie er bei einem Rekrutierungsstand der US Army mit einem hochrangigen Offizier spricht, wird ihr Argwohn nur noch größer. Nach weiterem Stöbern findet sie in seinem Zimmer eine futuristische Armbanduhr, die nicht von dieser Welt sein kann. Sie stößt auf Dinge, die die gesamte Welt bedrohen und ihre damit auf den Kopf stellen.

Franz Georg Haas wurde am 22. Mai 1985 im oberösterreichischen Linz geboren. Besonders stark ist seine Affinität zu Technik und Wissenschaft, er hat die höhere technische Schule (HTL Linz I) im Zweig Hochbau abgeschlossen und technische Physik an der Johannes Kepler Universität (JKU Linz) studiert. Die Freude am Schreiben entstand bereits in jungen Jahren, meistens mit Fokus auf Science Fiction und wurde seitdem ständig weiter entwickelt.

Franz Georg Haas wurde am 22. Mai 1985 im oberösterreichischen Linz geboren. Besonders stark ist seine Affinität zu Technik und Wissenschaft, er hat die höhere technische Schule (HTL Linz I) im Zweig Hochbau abgeschlossen und technische Physik an der Johannes Kepler Universität (JKU Linz) studiert. Die Freude am Schreiben entstand bereits in jungen Jahren, meistens mit Fokus auf Science Fiction und wurde seitdem ständig weiter entwickelt.

 

Prolog: Das Jahr des Vorfalls, 29. August


 

01:01, las Greg die Ziffern auf seiner Uhr, die er zum wiederholten Mal anstarrte, nur um sich zu vergewissern, dass die Zeit verging. Seit vier Stunden versuchte er vergeblich, einzuschlafen, doch von Müdigkeit keine Spur. Es musste an der Kälte liegen; oder an der gespenstischen Stille. Vielleicht aber lag es einfach daran, dass er sein Bett vermisste. Oh ja! Ein kuscheliges, warmes Bett, vier dicke Wände um sich herum und ein anständiges Dach über dem Kopf; nicht dieser Schlafsack, der ihn nicht einmal richtig warm hielt, oder dieses Zelt, das kaum die Bezeichnung ordentliche Behausung verdiente.

Mit jeder Minute, die er hier zubrachte, musste er sich mehr und mehr eingestehen, dass er Campingausflüge nicht ausstehen konnte.

Als plötzlich leises Schnarchen an sein Ohr drang, schnaufte Greg genervt auf und blickte hinüber zu dem zweiten Schlafsack im Zelt. Großartig, genau das hatte ihm noch gefehlt.

Greg wälzte sich auf die andere Seite und versuchte sich die Ohren zuzuhalten, doch es war zwecklos; er konnte einfach nicht zur Ruhe kommen. Wie schaffte es Gerard nur, so unbekümmert zu schlafen, bei all den Ablenkungen um sie herum?

Greg knurrte zornig, als er den Reißverschluss seines Bettersatzes öffnete und sich mühte, das Stoffgefängnis zu verlassen, nach vorne zu kriechen und seinen Bruder anzustupsen.

»Gerard. Gerard!«

Mehr als ein genervtes Murmeln konnte er dem Burschen jedoch nicht entlocken, während sich dieser fast genüsslich räkelte.

Am liebsten hätte Greg seinen kleinen Bruder gepackt und wach gerüttelt; dann wäre er wenigstens nicht mehr der Einzige, der hier schlaflos auf den Morgen warten musste. Einen Augenblick lang glaubte er, sich nicht länger zurückhalten zu können. Doch nach einem kurzen, aber tiefen Luftholen entspannte Greg seine geballte Faust wieder und wandte sich stattdessen ab, um dem Ausgang des Zeltes entgegenzurobben.

Er konnte Gerard keinen Vorwurf machen, nur weil er keinen Schlaf fand. Sosehr er Greg manchmal auch auf die Nerven ging, sein Bruder trug keine Schuld an der Misere.

Vorsichtig öffnete Greg den Reißverschluss des Zeltes, und schon wehte ihm ein eisiger Hauch ins Gesicht, der Zweifel in ihm aufkeimen ließ, ob es eine gute Idee war, sich mitten in der Nacht in die finstere Wildnis des Stockton State Parks zu begeben. Doch was sollte er sonst tun? Sich wieder zurück in den stickigen Schlafsack zwängen und Stunden um Stunden hin und her wälzen, bis schließlich die Sonne aufging? Nein, das hatte er lange genug ertragen. Vielleicht konnte ihn ein kleiner Spaziergang auf andere Gedanken bringen, womöglich sogar ein wenig schläfrig machen.

Die Hände in die Hosentaschen gesteckt, schlenderte der Elfjährige in die Mitte der vom Mond erhellten Lichtung und blickte verdrossen auf das vordere Ende, wo sich das Zelt seines Vaters befand.

Unvermittelt musste Greg an seine Begeisterung bei ihrer Ankunft am vorherigen Tag denken und wie wenig jetzt davon übrig geblieben war. Noch immer lagen ihm die überschwänglichen Beschreibungen seines Vaters in den Ohren: »Der Park ist einfach traumhaft, ein Paradies! Ihr werdet sehen, wir werden eine Menge Spaß haben.«

Greg trat gegen ein Büschel Gras, als er sich daran erinnerte. Wenn er hier etwas nicht gehabt hatte, dann war das Spaß. Wenn er doch nur ein paar seiner Technik-Zeitschriften mitgenommen hätte. Doch sein Vater bestand darauf, dass er sie nicht brauchen würde, um sich die Zeit zu vertreiben.

Greg seufzte frustriert bei dem Gedanken, wieder einmal auf die Psychologentricks seines alten Herren hereingefallen zu sein. Langsam ging er am großen Campingtisch vorbei und dabei fiel sein Blick auf die drei Angeln, die dort ausgebreitet lagen. Ihm dämmerte, wie viel Verbitterung er mit diesen Geräten inzwischen verband.

Üblicherweise liebte er ja ruhige Beschäftigungen; wenn er sich in seiner eigenen Gedankenwelt verlieren konnte, dann blühte er auf. Aber Angeln? Das hatte ihm sein Vater wohl auf ewig verdorben: »Nein, Greg, so musst du die Rute halten. Schwingen. Siehst du, so! Da, schau, wie dein Bruder das macht, er hat den Dreh schon heraus.«

Ohne lange nachzudenken, griff Greg nach einer der Ruten und schleuderte sie zornig gegen den nächsten Baum, nur um einen Augenblick später erschrocken auf das leblose und verhasste Ding zu blicken. Er wusste nicht, wieso er das gerade getan hatte. Er wusste nur, dass er sich wesentlich besser fühlte als einen Augenblick zuvor.

Ein Lächeln entwich ihm, als sein Blick auf den Pfad fiel, der tiefer in den Wald führte, und die neu gewonnene Entschlossenheit spornte ihn an, diesem zu folgen. Es fühlte sich gut an, nach dem stundenlangen Herumquälen im Zelt, endlich den Kopf frei zu bekommen, und noch besser, er musste keinem Schnarchkonzert lauschen. Greg saugte gierig die frische Luft in seine Lungen, während er sich immer weiter vom Lagerplatz entfernte und langsam begann, Gefallen an diesem Ort zu finden. Als der Pfad sich lichtete, erreichte er einen weiteren Lagerplatz. Keine anderen Menschen, das war perfekt. Zufrieden ließ er sich auf einem Baumstumpf nieder, bevor er seinen Blick instinktiv nach oben richtete. Er spürte, wie seine Kinnlade nach unten kippte, als er in ein Meer von Sternen spähte. Noch nie zuvor hatte er so viele auf einmal gesehen und wieder musste er unvermittelt lächeln. Ja, das entsprach schon eher seiner Vorstellung von Entspannung. Keine Ablenkungen, keine Regeln, nur er und der sternenklare Himmel.

Nun ja, beinahe sternenklar. Nach ein paar Minuten bemerkte er, wie sich eine einzelne Wolke in sein Blickfeld schob, und sie schien nicht alleine zu sein. Als Greg seinen Blick über die Baumwipfel schweifen ließ, konnte er sehen, wie diese immer stärker im Wind wankten, und jetzt erst nahm er auch das Donnergrollen in der Ferne wahr. Ratlos beobachtete er immer dichtere Wolken, die langsam den vollen Mond verhüllten und die Lichtung rasch in Dunkelheit tauchten.

Ohne das Mondlicht fiel ihm endlich das Wetterleuchten auf, das bereits gefährlich nah gekommen war. Mit einem Mal trübte sich seine Sicht. Greg stürzte vor Schreck rückwärts zu Boden. Verwirrt nahm er seine Brille ab und entdeckte einen dicken Regentropfen darauf.

»Oh Mann, muss das sein?«

Greg hatte gehofft, noch ein wenig länger hier sitzen zu können. Doch sosehr er den kleinen Ausflug auch genossen hatte, er verspürte nur wenig Lust, mit klitschnassen Sachen wieder in den Schlafsack zu steigen. Also rieb er die Gläser an seinem Pullover trocken, stand auf und stolperte hastig zurück in Richtung des Pfades.

Keuchend lief der Elfjährige zwischen den Bäumen hindurch, dem Lagerplatz entgegen. Weit konnte es jetzt nicht mehr sein. Oder doch? So lange war er doch nicht gegangen, die Lichtung hätte längst wieder auftauchen müssen. Er blieb stehen, um sich umzusehen. Alles sah auf einmal ganz anders aus und ohne Mondlicht konnte er keine drei Bäume weit sehen. Greg spürte, wie er zu zittern begann. Immer mehr, immer dickere Tropfen bahnten sich ihren Weg durch die Krone des Waldes. Befand er sich überhaupt noch auf dem Weg? Er konnte keine weißen Kieselsteine mehr auf dem Boden sehen. Nur Erde und altes Laub. Greg musste sich eingestehen, dass er sich verlaufen hatte. Mit jeder Sekunde, in der er sich nicht für eine Richtung entscheiden konnte, nahm der Regen stetig an Stärke zu. Wenn es wenigstens irgendeine Möglichkeit gegeben hätte, sich zu orientieren. Gerards Schnarchen kam ihm in den Sinn, doch hören konnte er nur den Donner, der näher und näher kam. Immer wieder ließ Greg seinen Blick von links nach rechts pendeln. Irgendwann starrte er lange in die Richtung, aus der er glaubte, etwas zu hören.

»Gerard? Dad?«

Es fiel ihm schwer, die Tränen zurückzuhalten, als er verzweifelt so laut wie möglich rief, doch auch nach einigen Minuten erhielt er keine Antwort. Seine blonden Haare nass und das Donnergrollen in den Ohren wollte Greg nicht länger warten. Er rannte los, ohne zu sehen, wohin, Hauptsache weg von hier. Er hatte keine Hoffnung, jetzt noch den Weg zum Lager zu finden. Konnte er vielleicht irgendwo anders Unterschlupf finden, bis das Unwetter vorüber war?

Plötzlich spürte er, wie der aufgeweichte Boden unter seinen Füßen nachgab. Er schrie auf, als er das Gleichgewicht verlor. Taumelte nach vorne. Landete mit dem Gesicht voran im Matsch.

»Blöder Mist«, rief Greg zornig, während er versuchte, seinen zitternden Körper wieder aus dem Schlamm zu ziehen. Inzwischen war es ihm völlig egal, dass ihn der Regen komplett durchnässte, als er im Dreck sitzend versuchte, die feuchte Erde von seiner Brille zu wischen.

Plötzlich zwang ihn ein grelles, weißblaues Licht nach vorne durch die Bäume zu blicken. Greg brauchte ein paar Sekunden, um zu erkennen, woher das Licht stammte, und zwar genau die paar Sekunden, die es dauerte, bis lauter Donner durch den Wald hallte.

»Na großartig …«

Greg versuchte aufzustehen. Er wusste, dass es gefährlich war, sich während eines Gewitters im Wald aufzuhalten. Oder brachte er da etwas durcheinander? Er konnte nicht einmal mehr richtig denken.

Er zuckte zusammen, als ein weiterer Blitz den schwarzen, wolkenverhangenen Himmel und den Forst darunter erhellte. In dem Augenblick, in dem der Blitz die Nacht zum Tag werden ließ, hatte er etwas zwischen den Bäumen durchschimmern sehen. Einen Spiegel? Nein. Natürlich, der See! Er befand sich wohl fast an seinem Ufer und damit wusste er endlich, wo er war.

Aufgeregt schleppte sich Greg weiter. Kämpfte sich durch das Dickicht. Rutschte die Böschung dahinter hinunter. Er stand auf einem...

Erscheint lt. Verlag 24.4.2020
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Alien • Dieb • Kampf • Militär • Nerd • Raumstation • Science Fiction • Superhirn • Technologie • Verfolgung • Wissenschaft
ISBN-10 3-96741-035-8 / 3967410358
ISBN-13 978-3-96741-035-8 / 9783967410358
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