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Schwermutmacher

Gedichte und Aphorismen
Buch
144 Seiten
2021
PalmArtPress (Verlag)
978-3-96258-095-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Schwermutmacher - Ulrich Horstmann
CHF 33,90 inkl. MwSt
Keine Gedichte über Melancholie, sondern melancholische Gedichte - Mitteilungen aus der Innenperspektive, die, mal Schwermut machend, mal schwer Mut machend, über die Stränge schlagen und auf Resonanz aus sind. Das erste, was dabei zerspringt, ist die Verwechslung mit dem Trübsinn. Der Melancholiker ist trübselig, die schwarze Galle nicht nur im Farbton ununterscheidbar vom schwarzen Humor und von der Tinte, durch die Horstmann zieht, was ihm durch den Kopf geht und worüber er sich einen Kopf macht: Dandys aus dem Eis, Evas von der Stange, deflationäre Luftmatratzen, "Sackgassenhauer", flatternde Kiemen zwischen Buchregalen, "Jungbrunnen", Mauersegler und die "Rückkehr der Aro Gans".

Ulrich Horstmann „Als akademischer Putzerfisch bei den Großen – Edgar Allan Poe, Oscar Wilde, Ted Hughes, Philip Larkin, J.M. Coetzee – im Einsatz, hat Ulrich Horstmann sich doch auch selbst freizuschwimmen versucht, nach seinem Auftauchen unter den Kleist-Preisträgern (1988) aber womöglich Schuppen gelassen. Vielleicht deshalb der Zug in die dunklen Unterströmungen, dem sich die Robert Burton-Übersetzung aus dem nämlichen Jahr ebenso verdankt wie der Essayband Ansichten vom Großen Umsonst (1991) und der Versuch über ein angeschwärztes Gefühl (2012).“ – Klaus Steintal

Mit Schwermutmacher lässt der Autor, laut Klappentext, keine metadiskursiven Mitteilungen über Melancholie folgen, sondern solche „aus der Innenperspektive, die, mal Schwermut machend, mal schwer Mut machend, über die Stränge schlagend und auf Resonanz aus sind“. In den zwei etwa gleich langen Teilen des Bandes geben sich Gedichte und Aphorismen ein Stelldichein. Wobei, wie Horstmann dem Rezensenten einmal mitgeteilt hat, die Gattungsgrenzen produktionsästhetisch fließend seien: Manche der aphoristischen Entwürfe evolutioniert der Autor zu Versen – der umgekehrte Weg dagegen werde praktisch nie beschritten.
–Frank Müller, Literaturkritik

Was gewinnt der Verlierer? Einsicht in Verzichtbarkeiten. Was verliert der Gewinner? Den Vorgeschmack und die Zumutung des sich Aufraffens. * * * SELBSTBEHAUPTUNG Ein Doktern mit dem Eisenbart. Der Küster flucht, der ihn parat gehalten hat, und schließt damit das Beinhaus auf. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Der Schatten meiner selbst fällt über die Schwelle. Oder fast. „Hoppla“, sagt der Kustos, der das Sagen hat, „aber die Nachwelt, die ist nimmersatt, die will nicht Leere im Reliquienschrein. Sucht Euch Geripptes für die Lückenbüßerein.“ Und selbdritt schreiten wir die Schädelreihen ab und in den Augen- höhlen macht das Feuer schlapp, kein Glühen, Flammen, Funkenflug; und auch kein Rest von Lug und Trug verkriecht sich da. Was nun? Erweich dich doch, fleht es zum Hirn. Tu was, statt dich bis auf die Knochen zu blamieren. Noch so ein Stolperschritt. „Und stopp!“ Das Reihenende ist zum Greifen nah, der Selbstverlust Anathema. Ich bin doch Spuk, ich hab die Stirn. Die Parze hängt am seidenen Zwirn schwer durch. Das ist die Chance; ich mach mich dünn, ich fahre ein, wie gut das tut, ein Dickkopf sein.

Erscheinungsdatum
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Maße 140 x 210 mm
Themenwelt Literatur Lyrik / Dramatik Lyrik / Gedichte
Schlagworte Aphorismen • Dunkelkammerkatzenjammer • Gedichte • Innenperspektive • Melancholie • Melancholiker • Mundschutzlos • pandemisch • Poesie • schwarzen Humor • Selbstbehauptung • Trübselig
ISBN-10 3-96258-095-6 / 3962580956
ISBN-13 978-3-96258-095-7 / 9783962580957
Zustand Neuware
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