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Patrouillenschiff P-47: Teil 3 & 4 - Kurt Thomas

Patrouillenschiff P-47: Teil 3 & 4 (eBook)

"Meuterei" und "Zwischen den Fronten"

(Autor)

eBook Download: EPUB
2021
231 Seiten
mainebook Verlag
978-3-948987-18-3 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
3,99 inkl. MwSt
(CHF 3,90)
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'Patrouillenschiff P-47' ist eine 'Space Opera' im Stil klassischer Heftromane, aufgeteilt in sechs Episoden: Der Angriff, Gegen die Zeit, Meuterei, Zwischen den Fronten, Dämonen und Akis Kampf. Dieses E-Book enthält die Episoden 3 'Meuterei' und 4 'Zwischen den Fronten'. Klimatische Katastrophen haben die Natur des Planeten Yama zerstört. Ein Bürgerkrieg tobt um die letzten Wasserreserven. Der blutjunge Soldat Aki Baku sehnt sich nach Frieden. Um eine neue Wasserquelle für seine Heimat zu finden, stiehlt er das legendäre Patrouillenschiff P-47 und bricht zu den Sternen auf. Begleitet wird Aki von seinen besten Freunden Tara und Riko, dem stummen Wissenschaftler Pyke, einem zwielichtigen Ex-General namens Ty Sorro sowie der Androidin Nava. Gemeinsam begegnen sie zahlreichen Gefahren auf ihrem Weg durch die Weiten des Weltraums... Alle weiteren Episoden liegen ebenfalls als E-Books vor.

Kurt Thomas ist das Pseudonym des Frankfurter Journalisten und Autors Marc Rybicki. Unter dem Künstlernamen Martin Olden veröffentlichte er bereits zahlreiche Krimis. Mit 'Patrouillenschiff P-47' gibt er sein Debüt im SF-Genre.

Kurt Thomas ist das Pseudonym des Frankfurter Journalisten und Autors Marc Rybicki. Unter dem Künstlernamen Martin Olden veröffentlichte er bereits zahlreiche Krimis. Mit "Patrouillenschiff P-47" gibt er sein Debüt im SF-Genre.

1


Im Norden von Yama

Peitschenhiebe, Elektroschocks, Laser-Folter. Roi Baku war auf die größtmöglichen Grausamkeiten gefasst gewesen, als man ihn aus dem Gefängnis in Ambrakia geholt und nach Delion gebracht hatte, dem Landsitz der adeligen Basco Familie. Ihr jüngster Spross, Kail Basco, wollte Vergeltung üben für den Tod seines Vaters, dessen Kreuzer der Captain bei einer Weltraumschlacht vernichtet hatte. Um den Rachedurst zu stillen, war dem hinterlistigen Baron jedes Mittel recht. Angefangen bei der Zerstörung von Edon, der Heimatstadt Roi Bakus, bis zur Jagd auf seinen Sohn Aki, dem an Bord des Patrouillenschiffs P-47 die Flucht zu den Sternen geglückt war. Deswegen hatte Roi damit gerechnet, in Bascos Herrenhaus nicht besser als Abschaum behandelt zu werden. Weit gefehlt. Seit seiner Ankunft vor annähernd zwei Monaten genoss er die Privilegien eines Ehrengastes.

Wie jeden Morgen, so erwachte er auch an diesem Tag auf seidenen Laken. Warmes Sonnenlicht fiel durch die Balkonfenster in sein helles, großzügig eingerichtetes Schlafzimmer, das im ersten Stock der Villa lag. Roi gähnte herzhaft, streckte sich und schlüpfte aus dem geräumigen Bett. Im Bad nahm er eine Dusche – den Luxus gab es im Süden aufgrund des Wassermangels schon lange nicht mehr – und rasierte sich den Kopf und das Gesicht, wobei er die Barthaare an Oberlippe und Kinn stehen ließ. Nach der Morgentoilette zog er einen dunkelblauen Overall an, den ihm Bascos mechanische Bedienstete als Ersatz für seine zerrissene Uniform ausgehändigt hatten. Dann sah er sich zum wahrscheinlich fünfhundertsten Mal nach einer Fluchtmöglichkeit aus dem goldenen Käfig um. Die Fenster und Türen waren durch ein elektromagnetisches Siegel gesichert. Nichtsdestotrotz würde sich der Captain heute so wie an allen anderen Tagen das Hirn über Ausbruchsstrategien zermartern.

Denn eines stand fest: Seine luxuriöse Sonderbehandlung diente ausschließlich dazu, Kail Bascos perverse Lust auf die spätere Abrechnung zu steigern. Sobald der Baron die Suche nach Aki beendete, ob erfolgreich oder nicht, und nach Hause zurück käme, wäre Rois Leben keinen Tropfen Kaktuswasser mehr wert. Aus tiefstem Herzen wünschte er sich, Aki möge Basco ein Schnippchen schlagen. Da der Junge genügend Mut gehabt hatte, P-47 aus dem Raumhafen zu stehlen, müsste es ihm doch auch gelingen, mit diesem eingebildeten Blaublüter fertig zu werden.

Andererseits war Aki kein geborener Kämpfer, obwohl er vom stolzen Kriegervolk der Husu abstammte. Es steckte zu viel von seiner Mutter in ihm. Das Herz der schönen Nandi war angefüllt gewesen mit Menschenliebe und grenzenloser Gutmütigkeit. Sie hatte selbst dann noch an die Versöhnung zwischen Nord und Süd geglaubt, als der Krieg unvermeidlich geworden war.

»Geliebte Nandi, wie sehr hast du dich geirrt«, flüsterte Roi. Traurig dachte er an jenen Luftangriff vor vierzehn Sonnenjahren, bei dem er seine Frau viel zu früh verloren hatte. »Es wird keinen Frieden geben, bis die Adelsbrut besiegt ist – oder ausgemerzt.« Kampflustig ging er aus dem Zimmer und über die gewundene Treppe hinunter ins Erdgeschoss.

Im Speisezimmer hatte Serva, der Service-Androide, den Tisch für das Frühstück gedeckt.

»Schönen guten Morgen, Captain Baku«, grüßte er in einem melodischen Ton. »Haben Sie gut geschlafen?«

»Ausgezeichnet, danke.«

Serva nickte höflich. »Möchten Sie Maisbrot mit Zitrusmarmelade, Haferflocken mit Soja-Quark oder lieber gegrillte Pflanzenwurst?«

»Von jedem etwas.« Roi setzte sich an den Tisch. »Weißt du, ich muss bei Kräften bleiben, um die Foltern auszuhalten, die dein Meister garantiert für mich bereit hält.«

Der kahlköpfige Kunstmensch zeigte nicht die kleinste Reaktion auf die Bemerkung. In seinem Butler-Anzug und mit einem eingestanzten Lächeln im bleichen Gesicht sah er harmlos aus wie eine Schaufensterpuppe. Roi hütete sich jedoch davor, ihn zu unterschätzen. In Servas Augen erkannte er dieselbe wache Intelligenz, die auch das Nava-Modell auf P-47 auszeichnete.

»Was möchten Sie trinken?«, ertönte die nächste freundliche Frage. »Fruchtsaft oder Kaffee?«

»Kaffee natürlich«, grinste der Raumschiffkommandant. »Ich wollt`s ja nicht glauben, dass der Norden noch soviel Wasser hat, um es beim Kochen von Bohnenkaffee zu verschwenden.«

»Das Wasser meines Herrn stammt aus einer privaten Quelle.«

»Die ganz Yama gehören wird, nachdem die Süd-Allianz den Krieg gewonnen hat«, sagte Roi selbstsicher, griff nach einem stumpfen Messer und schmierte Marmelade auf seine Maisbrotscheibe.

Serva lächelte breiter als zuvor. »Sofern es zu diesem Triumph kommt – meinen Sie, dass Sie dann noch am Leben sein werden?«

Ein kalter Schauder jagte über Rois Rücken, als er in das gleichmütige Gesicht des Androiden blickte. »Wirst du mein Henker sein, wenn dich Basco darum bittet?«

»Ich bin ein Service-Modell. Es ist meine Aufgabe, jeden Wunsch meines Herrn zu erfüllen.«

»Und wenn er etwas von dir verlangt, das du für falsch hältst?«

»Wertungen stehen mir nicht zu.«

»Schade. Ich habe gedacht, du wärst intelligent genug, um dir deine eigene Meinung über die Menschen zu bilden. Wie man sich täuschen kann«, meinte Roi provokant und biss in das Maisbrot.

Den Vorwurf, es mangele ihm an Intelligenz, wollte Serva nicht auf sich sitzen lassen. Kerzengerade nahm er neben Roi Bakus Stuhl Aufstellung und sah zu ihm hinunter. »Bezüglich der menschlichen Rasse verfüge ich sehr wohl über eigene Ansichten, die aber nicht das Geringste mit der Pflichterfüllung zu tun haben, die ich meinem Herrn schulde. Als ein Mann des Militärs sollten Sie das verstehen, Captain. Haben Sie jemals den Befehl eines Vorgesetzten verweigert?«

»Nein. Doch ich würd`s machen, falls der Befehl gegen die Moral verstößt.«

»Moral?« Für einen Augenblick sah es so aus, als ob der Maschinenmensch in Gelächter ausbrechen wollte. »Ein Begriff, der im höchsten Maße subjektiv und ständigem Wandel unterworfen ist. Was der eine als Verbrechen ansieht, gilt einem anderen als Tugend. Ich richte mein Handeln nach den unumstößlichen Gesetzen der Logik aus. Und die Logik sagt mir, dass Sie mit Ihren Fragen herausfinden möchten, ob es möglich ist, mich zu überreden, meinen Herrn zu verraten und Sie freizulassen. Die Mühe können Sie sich sparen, Captain. Ich genieße zwar unsere kleinen Unterhaltungen, aber meine Loyalität gilt uneingeschränkt dem Mann, der Sie tot sehen will. Darf ich Ihnen jetzt den Kaffee einschenken?«, fragte er übergangslos.

»Ja, danke«, murrte Roi. In Gedanken schimpfte er sich einen Idioten. Er hätte wissen müssen, dass Serva zu klug war, um seine Absicht nicht zu durchschauen. Die Maschine zum Verrat zu verleiten, konnte er getrost von der Liste möglicher Fluchtmethoden streichen.

Serva ließ die Kaffeekanne sinken, hielt inne und griff sich ans Ohr. Über sein eingebautes Kommunikationsnetzwerk empfing er eine Sprachnachricht von der Roboter-Wache am Eingangstor.

»Wir bekommen Besuch«, sagte er zu Roi. »Die Mutter meines Herrn ist eingetroffen.«

»Kommt Sie, um mich zu sehen? Warum ist Sie nicht schon früher aufgetaucht?«

»Die Baronin bevorzugt eine Stadtwohnung in Ambrakia. Das Landhaus empfindet sie als leer und einsam, seitdem ihr Mann, der verehrte Baron Dag Basco, auf tragische Weise ums Leben kam. Über die Umstände seines Todes wissen Sie wohl am besten Bescheid, Captain.«

Roi Baku schmunzelte über Servas plumpen Versuch, ihm ein schlechtes Gewissen einzureden. Der Androide wollte, dass er sich schuldig fühlte, weil die Baronin seinetwegen zur Witwe geworden war. Darauf könnte er lange warten. Dag Basco hatte in einer fairen Schlacht den Kürzeren gezogen, Ende der Geschichte. Das Überlebensrecht gebührt allein dem Stärkeren, so lautete seit jeher die oberste Regel des Krieges. Roi sah keinen Grund, das Prinzip zu hinterfragen. In aller Ruhe aß er sein Maisbrot und trank den Kaffee.

Plötzlich stieß ihm die braune Brühe bitter auf. Ob die Baronin die mörderischen Pläne ihres Sohnes teilte?, fragte er sich. War sie nach Delion gekommen, um die Rache zu vollstrecken?

Unwillkürlich schloss sich seine Faust um das Frühstücksmesser, obgleich er mit der stumpfen Klinge wenig Schaden anrichten könnte. Vor allem, wenn er sich in einem Kampf gegen Servas übermenschliche Kräfte zur Wehr setzen...

Erscheint lt. Verlag 2.4.2021
Reihe/Serie Patrouillenschiff P-47
Patrouillenschiff P-47
Verlagsort Frankfurt am Main
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Aliens • climate fiction • climate science fiction • Edmond Hamilton • Fremde Welten • Kampfstern Galactica • Klimakatastrophe • Krieg der Sterne • Raumpatrouille Orion • Raumschlachten • Science-fiction • Sci-fi • Space Opera • Star Trek • Star Wars • Superhelden • USS Enterprise
ISBN-10 3-948987-18-1 / 3948987181
ISBN-13 978-3-948987-18-3 / 9783948987183
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