Ein fast perfektes Team (eBook)
351 Seiten
via tolino media (Verlag)
978-3-7394-4990-6 (ISBN)
Ein Kunstbetrug mit Leidenschaft und Folgen:
Sie hätten ihren riskanten Coup noch abbrechen können, doch irgendwann gab es kein Zurück mehr. Wider besseres Wissen und gegen ihr Gewissen führen Norbert und seine Freunde ihren Plan aus. Denn die Aussicht, an dem skrupellosen Bankchef Kai Wenderick Vergeltung auszuüben, ist zu verlockend. Das aus dem Betrug erzielte Geld soll Norbert als Entschädigung für dessen persönlich erlittenen finanziellen Verlust dienen.
Zunächst scheint alles zu gelingen. Doch sie haben ihren Widersacher unterschätzt und nicht damit gerechnet, dass die Liebe ins Spiel kommt.
Der Roman ist mit einem Augenzwinkern und einer Prise Humor geschrieben, wobei die Sympathien in diesem Fall auf Seiten der Betrüger liegen. Bei der Durchführung ihres Coups erfahren sie ein paar Aspekte über den Kunstbetrieb und lernen durch die attraktive Katalanin Estrella auch ein wenig von Barcelona kennen.
<p>Eine Prise Humor, ein Schuss Romantik und mitunter ein Hauch Fernweh; das sind die Zutaten für ihre Kriminalromane. Katharina Kohal lebt mit ihrer Familie in Leipzig. Mit dem Eintritt in den Ruhestand entdeckte sie ihre Lust am Schreiben neu und veröffentlichte seither:<br> 'Ein fast perfektes Team', 'Ein perfider Plan - Projekt LoWei Plus', 'Mehr als ein Delikt', 'Eine mörderische Tour', 'Cyber Chess mit tödlicher Rochade", 'Verstörende Erinnerung' und 'Mosel, Morde und Miseren'.</p>
Bittere Gewissheit
„Und du bist sicher, dass wir hier richtig sind?“, fragte Sascha zweifelnd.
„Ja ganz sicher, zwischen Beuren und Lellwangen. Hier ist ja weiter nichts.“ Fassungslos schauten sie auf die Bauruine. Ein Neubau, der aber offensichtlich vor Jahren abgebrochen und nie fertiggestellt wurde, lag vor ihnen. Deutlich waren die Absätze, die einmal als Terrassen geplant wurden und die begonnenen Treppenhäuser zu erkennen. Auf dem öden Gelände wucherte Gestrüpp. Das verwahrloste Baugelände war mit einem mittlerweile verrosteten Drahtzaun abgesichert. Nachfragen bei Anwohnern der benachbarten Orte bestätigten Norberts Befürchtungen: Hier wurde vor reichlichen zehn Jahren mit dem Bau einer Wohnanlage begonnen, in der altersgerechte Wohnungen mit großzügigen Terrassen und Balkonen entstehen sollten. Aber nach drei Jahren ging der Bauträger in Konkurs, und übrig blieb diese unansehnliche Bauruine.
Norbert fehlten die Worte, er war verzweifelt.
Sascha klopfte ihm tröstend auf die Schulter. „Jetzt hast du zumindest Gewissheit. Wir müssen nun mal überlegen, wie es weitergehen soll.“ Schweigend liefen die drei Freunde zum Auto zurück.
„Und wie könnte es deiner Meinung nach weitergehen?“, fragte Norbert gereizt. „Der Kundenberater hat mir ja bereits gesagt, dass die SüdBank da ohnehin nichts machen kann, weil sie mit dem Bauträger nichts zu tun hätte.“
„Das wollen wir doch erst einmal sehen. Du lässt dir gleich Anfang nächster Woche einen Termin bei der Bank geben, aber diesmal zu einem Gespräch mit dem Chef. “
Die restlichen beiden Tage verbrachten die Freunde wie geplant in Hagnau. Doch die entspannte Stimmung des ersten Abends, als sie in der Gaststätte saßen und später vom Balkon ihres Zimmers die grandiose Aussicht auf den Bodensee genossen, war endgültig dahin. Sascha zumindest versuchte das Beste aus dem Aufenthalt herauszuholen und stieg auf sein Rennrad.
Zwei Tage später, es war ein Freitag, traten sie in aller Frühe die Rückfahrt an.
„Na, der Ausflug zu dritt ist dir wohl nicht bekommen? Du hast dich doch hoffentlich nicht bei den Radtouren übernommen!“, lästerte Christa und bestückte den Geschirrspüler. Schon die ganze Zeit während des Abendessens fiel ihr auf, wie wortkarg Norbert war, aber er begründete die gedrückte Stimmung mit der langen Autofahrt und seiner Übermüdung. Ein paar Mal war er drauf und dran, Christa alles zu beichten, entschied sich aber letzten Endes dagegen. Im Gegensatz zu der Euphorie, mit der er damals den Vertrag abgeschlossen hatte, war sie von Anfang an skeptisch und misstrauisch. Letztendlich behielt sie mit ihren Vorbehalten Recht und würde ihm nun mit Sicherheit seine Gutgläubigkeit vorwerfen. Ihre Eigenheiten und Launen kannte er mittlerweile bestens. Über vierzig Jahre waren sie miteinander verheiratet.
Als er sie damals kennenlernte, war sie ein zurückhaltendes junges Mädchen mit braunen Augen und dunklen Locken. Ein paarmal noch hatten sie sich gesehen, doch bald darauf wieder aus den Augen verloren und erst drei Jahre und fünf Kilo später wiedergetroffen. Aus dem stillen, schüchternen Mädchen war mittlerweile eine selbstbewusste Frau geworden. Es waren ihr Lächeln und die dunklen Augen, die ihn sofort wieder in ihren Bann zogen. Ein halbes Jahr später heirateten sie. Kinder hatten sie keine, und so begann Christa zunehmend und sehr zu seinem Verdruss ihre ausgeprägten pädagogischen Ambitionen auf ihn zu richten. „Wo willst du denn hin? …Warum hast du noch nicht …? Was machst du da eigentlich?“, waren Fragen, denen Norbert gerne aus dem Weg ging. So gesehen graute ihm vor dem kommenden Ruhestand seiner Frau.
Und nun also zeichnete sich ein weiteres, ernsthaftes Problem ab. Beschuldigungen waren das Letzte, was er momentan ertragen würde. Nein, da musste er jetzt alleine durch und versuchen, die Angelegenheit wieder ins Reine zu bringen.
Gleich am Montagmorgen rief Norbert bei der SüdBank an und bat um einen Termin, diesmal bei dem Leiter der Bank.
Am Mittwochmorgen empfing ihn ein gutaussehender, wortgewandter Herr und stellte sich als Kai Wenderick vor.
Wenderick? Den Namen hatte Norbert vor kurzem aber in einem ganz anderen Zusammenhang gehört.
Höflich hörte er sich Norberts Anliegen an. Kai Wendericks Tonfall war verbindlich, und seine Miene drückte Verständnis aus. „Ich verstehe Sie vollkommen, Herr Lange. Glauben Sie mir, wenn ich eine Lösung parat hätte, würde ich sie Ihnen unverzüglich anbieten. Aber leider …“, und hierbei hob Wenderick bedauernd die Hände, „… kann unsere Bank Ihnen da nicht weiterhelfen. Ich rate Ihnen dringend, gegen die Baugesellschaft zu klagen. Aber da die Firma bereits vor Jahren in den Konkurs ging und die Gesellschaft de facto nicht mehr existiert, sehe ich ehrlichgesagt wenig Chancen auf einen Erfolg.“
Norberts letzte Hoffnung schwand dahin. Mit einem Anflug von Verzweiflung warf er ein: „Letztendlich hat aber der Kundenberater Ihrer Bank mir zu dieser Anlage geraten. Sicher gibt es doch eine Art Versicherungsfonds, um derart getäuschte Kunden zu entschädigen.“
Herrn Wendericks bis dahin freundlicher Ton wurde um eine Nuance schärfer. „Leider nein, Herr Lange. Die Beratung erfolgte damals über eine Tochterfirma. Es handelte sich um eine ausgelagerte Beratungsgesellschaft, die schon vor Jahren aufgelöst wurde. Unsere Bank ist hierfür nicht zuständig und haftet demnach auch nicht für Ihren Verlust.“ Für Herrn Wenderick war die Angelegenheit damit erledigt und das Gespräch beendet. Nicht aber für Norbert. Ungebremst verschaffte er nun seinem Ärger Luft.
„Das kann ja wohl nicht wahr sein! Damals überredete mich Ihr Mitarbeiter zur Zahlung in diesen Fonds, und nun lassen Sie mich als Kunden im Regen stehen! Ich werde Ihrer Bank gegenüber Haftungsansprüche geltend machen!“
Wenderick hatte sich unterdessen erhoben. In kaltem Ton erklärte er: „Das steht Ihnen natürlich frei. Sie werden aber keinen Erfolg haben. Wie ich Ihnen bereits darzulegen versuchte, war der Kundenberater kein Mitarbeiter unserer Bank. Ich kann Ihren Ärger durchaus verstehen, aber wir sind für diesen Fall nicht zuständig.“ Innerhalb von Sekunden war sein Lächeln zu einer eisigen Miene gefroren. Jede weitere Bemerkung seines Gegenübers glitt an ihm ab.
Eine Minute später fand sich Norbert auf dem gepflegten Korridor der Chefetage wieder. Beim Anblick des tadellos gereinigten Fußbodens fiel ihm plötzlich das Gespräch mit der Katalanin ein. Sie war es, die den Namen Wenderick zum ersten Mal genannt hatte. Aber unterdessen arbeitete sie nicht mehr hier in der Bank. Wenn Norbert ihr damals eine leichte Übertreibung bei der Schilderung des Geschehenen unterstellt hatte, so glaubte er ihr nun uneingeschränkt. Die freundliche Verbindlichkeit war eine Maske, unter der sich ein knallharter, vermutlich sogar gefährlicher Typ verbarg.
Wie mochte es der temperamentvollen Katalanin jetzt gehen? Irgendwo hatte Norbert noch die Serviette mit ihrem Namen und der Handynummer.
Momentan hatte er keine Lust, nach Hause zu gehen. Und bei dem Gedanken an das unausweichliche Gespräch mit Christa und dem anschließenden Disput bekam er Kopfschmerzen. Er wählte Saschas Handynummer und kurz darauf die von Holger.
Eine Stunde später saßen alle drei in dessen Küche.
„Es ist ja noch nicht aller Tage Abend, Nobbe!“, versuchten die beiden Freunde, ihn zu trösten.
„Irgendeine Möglichkeit, die Bank für den entstandenen Verlust haftbar zu machen, muss es doch geben. Ein Bekannter von mir ist Anwalt. Ich werde ihn heute Abend anrufen und deinen Fall schildern“, versprach Sascha. Die drei verabredeten sich für den nächsten Tag zur gleichen Zeit wieder bei Holger in der Wohnung.
Aber es war keine gute Nachricht, die Sascha am darauffolgenden Tag überbrachte. Der Anwalt sagte zwar zu, sich den Fall nochmal genauer anzuschauen, wies aber fairerweise daraufhin, dass nur wenig Hoffnung auf eine aussichtsreiche Klage bestünde. Als Gründe nannte er die Kaufberatung durch eine externe Beratungsgesellschaft und dass die rechtlichen Ansprüche womöglich verjährt wären. Die Aussichten auf eine Haftung seitens der Bank seien denkbar schlecht.
Auf Saschas Mitteilung folgte ein bedrücktes Schweigen. Schließlich erhob sich Holger und schlurfte zur Kaffeemaschine. Aber auch der sich bald darauf verbreitende aromatische Duft trug nicht wesentlich zur Hebung der Stimmung bei.
Norbert nahm einen Schluck Kaffee und monierte: „Es ist schon eine Schande, dass die Bank keinerlei Entgegenkommen für falsch beratene Kunden zeigt. An Geld kann es doch nicht fehlen, wenn sich die SüdBank eine Kunsthalle leisten kann. Sie soll ja angeblich Wendericks persönliche Leidenschaft sein. Dafür gibt er offensichtlich gerne Geld aus.“
„Na ja, das Geld dafür kommt sicher aus einem ganz anderen Topf. Aber woher weißt du eigentlich, dass die Kunsthalle seine Leidenschaft ist? Habt ihr euch etwa darüber unterhalten?“
„Nein, natürlich nicht.“ Und Norbert erzählte von der Begegnung mit Estrella und davon, dass sie Wenderick in der Kunsthalle antraf, als sie dort putzte. „Sie ist übrigens eine gebürtige Katalanin und kommt aus Barcelona. In Berlin wohnt sie nur für ein Jahr, um ihre Deutschkenntnisse aufzubessern.“
Die beiden anderen grinsten: „Hast du Christa von ihr erzählt?“ Statt einer Antwort tippte Norbert mit dem Zeigefinger unmissverständlich an seine Stirn. Dann meinte Sascha: „Es kann ja nichts schaden, wenn ich mir die Kunsthalle mal anschaue.“
„Seit wann interessierst du dich denn für Kunst?“, wollte Holger wissen.
„Ich bin einfach neugierig geworden, was dort so ausgestellt wird“,...
| Erscheint lt. Verlag | 19.4.2019 |
|---|---|
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Krimi / Thriller |
| Schlagworte | Barcelona • Cosy Crime • Coup • Enttäuschung • Fälschung • Gaunerstory • Krimi • Kunstdelikt • Kunstfälscherkrimi • Liebe • Liebesroman • Picasso • Romantik • Spannung • Thriller • Unterhaltung • Whodunnit |
| ISBN-10 | 3-7394-4990-X / 373944990X |
| ISBN-13 | 978-3-7394-4990-6 / 9783739449906 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopierschutz. Eine Weitergabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persönlichen Nutzung erwerben.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich