Straße ins All 27: Der Mutant und die Invasion (eBook)
200 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-5060-1 (ISBN)
Verfolgt
Wilfried A. Hary (W. A. Travers)
„ Er ist ein Mutant – und ein Gejagter!“
Über zwei Jahre sind vergangen – und die kleine Lisa, jetzt knapp sieben Jahre alt, langweilt sich schier zu Tode in der geheimen Stadt im ewigen Eis der Antarktis. Das hat Folgen, denn sie benutzt verbotenerweise den Weltenbaum Yggdrasil für einen Sprung ins Ungewisse – und landet auf einem fremden Planeten, in einer Wüste, die für jeden normalen Menschen tödlich wäre . Sie überlebt dank ihrer PSI-Kräfte und findet so etwas wie eine mittelalterliche Zivilisation. Doch dort gehen schreckliche Dinge vor, wie es scheint. Einer der Betroffenen heißt Mot Retswerb. Er ist ein Mutant und deshalb auf dieser Welt ein Gejagter. Jetzt begibt er sich in die Wüste, zu einem Versteck, wie es ihm die wenigen Freunde beschrieben haben, die ihm verblieben sind. Von der Nähe eines kleinen Mädchens aus einer anderen Welt namens Lisa ahnt er nicht das Geringste…
Hauptpersonen:
Lisa Scott – inzwischen gerade mal sieben Jahre alt und so ungeduldig, wie ihr Alter es verlangt – und genauso ungehorsam. Das macht sie zur Verschollenen auf einer namenlosen Welt.
Mot Retswerb – ein Vierzehnjähriger, der feststellen muss, dass er sich unweigerlich zu einem der verhassten Mutanten entwickelt. Das macht ihn zum Verfolgten auf seiner Welt.
Endlich erreichte Mot Retswerb das Stück felsigen Bodens, wie von seinen neuen Freunden beschrieben. Einen Moment lang betastete er in der noch immer herrschenden Winternacht, die endlos zu sein schien, mit seinen schwachen Extrasinnen die Umgebung, um sich zu orientieren.
Das eigentliche Ziel war schnell gefunden.
Das eng begrenzte kleine Felsplateau fügte sich zwar flach in die Wüstenlandschaft ein und war schon nach wenigen Metern kaum noch zu entdecken, doch regelrecht zerklüftet, im Verhältnis zum umgebenden vom Wind glatt gewehten Wüstenboden. So fiel der Bodenspalt kaum auf.
Zur seltenen Regenzeit drang jede Menge Wasser in die darunter liegende Höhle ein, trotz der Sicherung, die halt nicht vollkommen wasserdicht war, aber durch Risse am Boden sickerte dieses Wasser auch wieder ab, wie Treb ihm versichert hatte. Kleingetier gar hatte keine Möglichkeit, in die Höhle einzudringen, solange man sie geschlossen hielt. Dafür war das Felsgestein viel zu hart und waren die Risse im Felsgestein viel zu eng.
Mot „sah“, dass man den Eingang eigentlich nur finden konnte, wenn man wusste, wonach man suchen musste. Es sei denn durch puren Zufall. Der Spalt war eng. Ein kräftiger Körper würde kaum durch passen. Mot mit seinem eher schmächtigen Körper würde es keine Probleme bereiten. Er musste nur den Mechanismus betätigen, wie Treb es ihm beschrieben hatte.
Darunter gab es eine roh zusammengezimmerte Holzleiter, die bis zum Boden reichte. Die Höhle dort unten lag in vollkommener Dunkelheit. Mot konnte die Leiter nur mit seinen Extrasinnen „sehen“, genauso wie den Boden am Ende der Leiter.
Vor dem Abstieg schloss Mot über seinem Kopf sorgfältig die schmale Luke, die man weitgehend an den Spalt angepasst hatte, und sicherte sie, wie vorgesehen. Das schmale Holzteil war das einzig Verräterische am Zugang. Nur deshalb konnte man die Höhle in der Tat zufällig finden.
Mot überlegte kurz. Es war das einzige Stückchen Felsen weit und breit, wie es schien, aber immerhin ungefähr einen Kilometer von der Stadt entfernt, in der Verlängerung der Friedhofsöffnung. Wahrscheinlich hatten sich irgendwann Mutantenfreunde hier heraus gewagt und dabei die Höhle gefunden, um sie dann entsprechend zu präparieren.
Er stieg weiter hinab, vorläufig ohne sich mit dem Innern des Höhlenraums näher zu befassen. Warum hätte er das auch tun sollen?
In diesem Augenblick geschah es: Das Licht einer Taschenlampe flammte auf, stach nadelscharf in die ungeschützten Augen des Jungen.
Geblendet prallte er zurück. Seine Augen hatte er unwillkürlich geschlossen, dennoch konnte er mittels seines Tastsinns natürlich weiterhin „sehen“.
Ein bärtiger, verwahrlost wirkender Mann saß versteckt in einer Ecke der kleinen Höhle. Ein hässliches Grinsen war in seinem Gesicht. In der Linken hielt er die Taschenlampe, in der Rechten - eine Pistole.
„Wer – wer sind Sie?“, stotterte Mot.
„Dein Schicksal, mein Junge!“, war die trockene Antwort. „Ich spüre nämlich, dass du eines dieser Monster bist. Es gibt eigentlich nicht viel zu überlegen. Ich bin ein Dieb. Man hat mich regelrecht aus der Stadt gejagt, mitten in die Wüste hinein. Hätte ich nicht zufällig diese Höhle entdeckt, wäre ich längst tot. Genauso wahrscheinlich wie viele andere, die vor mir in die Wüste geflohen sind, weil sie keinen anderen Ausweg mehr gesehen haben. Wenn man mich erwischt, hackt man mir zumindest die Hand ab. Vielleicht sogar beide Hände? Bringe ich dich aber mit - nun, eine Belohnung ist mir gewiss.“
„Du Schuft! Du willst mich diesen grölenden Menschenmengen ausliefern?“
„Natürlich, Jüngelchen. Du bist ein willkommenes Mittel, mich zu rehabilitieren. Begreifst du das denn nicht? Auf solche Typen wie du sind die doch ganz scharf.“
Mot machte Anstalten, sich auf den Kerl zu werfen. Dessen Haltung versteifte sich. Die Mündung der Pistole richtete sich genau auf Mots Kopf.
„Lass es sein!“, mahnte der Dieb gefährlich leise. „Du hast keinerlei Chancen. Ich weiß nicht, welche Fähigkeiten dein missgebildetes Gehirn hat. Eines aber ist sicher: Du bist noch zu jung, um mir etwas anhaben zu können, und ich wette, man ist erst seit gestern Abend richtig hinter dir her.“
Der Dieb kaute wie nachdenklich auf seiner Unterlippe herum.
„Vielleicht ist es besser, wenn ich dich fessele? Man kann schließlich nicht wissen, was dir in den Sinn kommt. Tot verlierst du zwar nur wenig an Wert für mich, aber dann habe ich ein echtes Transportproblem. Immerhin ist es ziemlich weit bis zur Stadt, nicht wahr?“
Er stand auf. Aus der Hosentasche zog er ein kurzes, filziges Seil.
Mots Augen waren von dem starken Strahl aus der Taschenlampe nach wie vor geblendet. Dennoch konnte er jede Bewegung des Verbrechers verfolgen.
Der Mann trat auf ihn zu.
Es gab keine Bedenkzeit mehr für Mot. Er musste handeln. Der Kerl war nicht besonders kräftig. Vielleicht war das seine Chance?
Mit der Präzision einer Maschine und der Geschmeidigkeit einer positiv mutierten Katze angelte er nach dem Fuß des Diebes und brachte ihn zu Fall.
In der nächsten Sekunde war er über dem Mann. Es gelang ihm zwar nicht, die Pistole in seinen Besitz zu bringen, aber auch der Dieb kam nicht dazu, sie einzusetzen. Sie flog im hohen Bogen in eine Ecke der Höhle.
Als nächstes kam die Taschenlampe. Mot nahm sie an sich und sprang zum Aufgang.
Aber der Dieb war schneller als erwartet. Er hatte sich rasch von seiner Verblüffung erholt und packte nach Mot.
Der Junge hatte gegen den erwachsenen Mann keine großen Chancen, zumal er eben nicht gerade zu den kräftigsten seines Jahrganges gehörte. Verzweifelt stieß er dennoch mit zwei v-förmig gespreizten Fingern nach den Augen des Gegners, verfehlte aber sein Ziel.
Wütend riss der Mann den Jungen hoch und schleuderte ihn gegen die Wand. Damit bewies er mehr Körperkraft noch, als Mot ihm hatte zubilligen wollen.
Ächzend blieb Mot am Boden liegen. Er hatte das Gefühl, keinen heilen Knochen mehr im Leib zu haben.
Verzweifelt sah er, dass der Dieb seine Waffe wieder an sich nahm und sie mit zornglühenden Augen auf ihn richtete. Die Taschenlampe war Mot aus der Hand geglitten und hingefallen, doch sie war nicht erloschen und beleuchtete gespenstisch die Szene.
„Das wirst du mir büßen, Bürschelchen!“, zischte der Dieb und ergriff den Strick, der in seiner Reichweite lag. Er hob die Hand mit dem Strick und schlug gnadenlos zu.
„Los, aufstehen! Es wird mir ein besonderes Vergnügen sein, dich dem rasenden Mob zu übergeben!“
Mot nahm alle Kräfte zusammen und kämpfte gegen den Schmerz an. Langsam kam er hoch.
Der Dieb deutete nach oben.
Mot blieb nichts anderes übrig, als hinauf zu klettern und den Zugang zu öffnen. Als er dann durch den Spalt nach draußen stieg, schob der Dieb von unten nach. Er folgte so dichtauf, dass Mot keine Möglichkeit hatte, zu entkommen. Zumal er ja wusste, dass die Waffe auf ihn gerichtet war. Sonst hätte er vielleicht versucht, nach dem Dieb zu treten.
Draußen stieß der Dieb ihn so kräftig an, dass Mot den Boden unter den Füßen verlor. Er fiel mit dem Gesicht in den Sand, der direkt am Rand des Felsstückes begann.
Ja, jetzt gab es erst recht keine Gnade mehr für ihn. Es war ein Fehler gewesen, sich gegen den Dieb zur Wehr zu setzen, aber ein in die Enge getriebenes Wesen kämpft eben immer um sein Leben.
*
Lisa presste sich verzweifelt ganz flach auf den Boden....
| Erscheint lt. Verlag | 1.3.2021 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| ISBN-10 | 3-7389-5060-5 / 3738950605 |
| ISBN-13 | 978-3-7389-5060-1 / 9783738950601 |
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