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Gespenster (eBook)

eBook Download: EPUB
2021 | 1. Auflage
384 Seiten
Atlantik Verlag
978-3-455-01110-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Gespenster -  Dolly Alderton
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 *** Der große Sunday Times-Bestseller ***   'Dolly Alderton ist die Königin moderner Romantik.' VOGUE     'Ich liebe  Gespenster . Dolly kann einfach über alles schreiben - was niemanden verwundert!' Candice Carty-Williams  'Ich liebe es und musste laut lachen: wahnsinnig gut geschrieben, randvoll mit Ideen und so spannend, dass man es nicht aus der Hand legen kann.' Philippa Perry 'Ich liebe dieses Buch. Es ist weise, wahrhaftig, punktgenau beobachtet und urkomisch. Dolly Aldertons Talent ist phänomenal.' Elizabeth Day 'Ich schwärme unendlich für Dolly!' Laura Karasek 'Es gibt keine Schriftstellerin auf der ganzen Welt, die mit Dolly Alderton vergleichbar wäre - und bald werden es alle, aber auch wirklich alle wissen.' Lisa Taddeo 'Dolly Alderton hat ein unglaubliches Talent, Menschen zu erreichen und zu berühren.' Marian Keyes   Die erfolgreiche Food-Autorin Nina George Dean trägt ihren zweiten Vornamen, weil ein Hit von Wham! an ihrem Geburtstag vor zweiunddreißig Jahren auf Platz eins der Charts stand. Das beeindruckt Max, den sie von einer Dating-App kennt und der auf rasante Weise ihr Herz erobert. Doch genauso schnell, wie er Nina an der Nachtbushaltestelle das ewige Glück versprochen hat, verschwindet er plötzlich wieder aus ihrem Leben - ohne eine Spur zu hinterlassen. Gleichzeitig plant Ninas Exfreund seine Hochzeit, und ihre beste Freundin erwartet ihr zweites Baby. Und dann erkrankt ihr geliebter Vater an Demenz. Als Nina alles zu entgleiten droht, wünscht sie sich nur noch sehnlichst in ihre Jugendtage zurück - bis sie erkennt, dass das Leben immer in dem Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft spielt.  Der große Roman über Beziehungen in all ihren Formen - hinreißend, lustig und tief berührend erzählt. 

Dolly Alderton ist eine preisgekrönte Bestsellerautorin, Journalistin und Podcasterin. The High Low hatte Millionen Hörer*innen und stand regelmäßig auf Platz 1 der Charts. Dolly Alderton ist Starkolumnistin der Sunday Times und tritt als Jurorin und Speakerin zu Themen aus Popkultur, Literatur, Film und Musik auf. Ihre Bücher Alles, was ich weiß über die Liebe, Gespenster und Dear Dolly sind große internationale Bestseller.

Dolly Alderton ist eine preisgekrönte Bestsellerautorin, Journalistin und Podcasterin. The High Low hatte Millionen Hörer*innen und stand regelmäßig auf Platz 1 der Charts. Dolly Alderton ist Starkolumnistin der Sunday Times und tritt als Jurorin und Speakerin zu Themen aus Popkultur, Literatur, Film und Musik auf. Ihre Bücher Alles, was ich weiß über die Liebe, Gespenster und Dear Dolly sind große internationale Bestseller.

Cover
Titelseite
Widmung
Prolog
Erster Teil
Zweiter Teil
Epilog
Danksagung
Biographien
Impressum

Prolog


Am Tag meiner Geburt, dem 3. August 1986, war »The Edge of Heaven« von Wham! auf Platz eins der Charts. Seit ich denken kann, ist es eine jährlich wiederkehrende Tradition, das Lied an diesem Tag sofort nach dem Aufwachen und möglichst laut zu hören. Wenn ich an die Geburtstage meiner Kindheit zurückdenke, habe ich sofort George Michaels trotziges »yeah, yeah, yeah« im Ohr: Ich hopse im Pyjama durch das Bett meiner Eltern, zum Frühstück gibt es Toast mit Zuckerstreuseln. Das Lied erklärt auch meinen zweiten Vornamen: Nina George Dean. Als Teenie fand ich ihn unendlich peinlich. Mit den flachen Brüsten und dem markanten Kinn wirkte ich auch so schon männlich genug, es wäre gar nicht nötig gewesen, mich nach einem alternden Popstar zu benennen. Doch das, was wir in der Kindheit als beschämende Abweichung von der Norm empfinden, trägt im Erwachsenenalter nicht selten zu einem interessanten und bunten Lebenslauf bei. Der ungewöhnliche zweite Vorname, das am Geburtstagsmorgen dick mit Margarine bestrichene und in Hunderte, Tausende Streusel getunkte Toastbrot – all das hatte sich zu meinem persönlichen und einzigartigen Gründungsmythos zusammengefügt. Eines Tages würde ich ebenso stolz wie verwundert im Radio darüber reden, und die Leute würden gebannt zuhören. Beschämendes Außenseitertum + Zeit = fesselnde Exzentrik.

An meinem zweiunddreißigsten Geburtstagsmorgen am 3. August 2018 putzte ich mir die Zähne und wusch mir das Gesicht, während »The Edge of Heaven« aus den Boxen im Wohnzimmer dröhnte. Ich würde den Tag allein verbringen und tun und essen, worauf ich Lust hatte. Zum Frühstück gab es ein pochiertes Ei auf Toast. Im Alter von zweiunddreißig Jahren kann ich selbstbewusst verkünden, dass ich drei Sachen perfekt beherrsche: zu jedem Termin und jeder Verabredung pünktlich und mit einem Puffer von fünf Minuten zu erscheinen; in Gesellschaft mein Gegenüber mit Fragen zu füttern, damit die Person das Reden übernimmt (Bist du eher introvertiert oder extrovertiert? Lässt du dich von deinem Kopf oder eher vom Herzen leiten? Hast du schon mal was in Brand gesteckt?); und das perfekte Ei zu pochieren.

Ich griff zum Handy. Meine Eltern hatten mir ein lachendes Selfie geschickt und wünschten mir alles Gute zum Geburtstag. Meine beste Freundin Katherine hatte ihre kleine Tochter Olive gefilmt, wie sie »Happy Birthday, Tante Niino« sang (sie konnte meinen Namen immer noch nicht richtig aussprechen, obwohl ich es oft mit ihr geübt hatte). Von meiner Freundin Meera bekam ich das GIF einer langhaarigen, sehr teuer aussehenden Katze mit Martini in der Pfote. Die Nachricht darunter lautete: »KANN DEINE PARTY HEUTE ABEND GAR NICHT ERWARTEN, GEBURTSTAGSKIND!!!!!«, was bedeutete, dass sie auf jeden Fall vor elf im Bett liegen würde. So läuft das immer, wenn junge Mütter sich zu sehr auf einen freien Abend freuen – sie verausgaben sich durch hohe Erwartungen, ziehen mit einem zum Scheitern verurteilten Amüsierwillen los, bekommen Lampenfieber und gehen am Ende nach zwei Bier heim.

Ich lief nach Hampstead Heath, um ein bisschen im Ladies’ Pond zu schwimmen. Nach der dritten Runde setzte ein unaufdringlich leichter Sommerregen ein. Ich liebe es, bei Regen zu schwimmen, und ich wäre noch viel länger im Wasser geblieben, hätte die matronenhafte Bademeisterin mich nicht aufgefordert, den Teich »aus Sicherheitsgründen« und zum »Schutz meiner Gesundheit« zu verlassen. Ich sagte ihr, ich hätte Geburtstag, als könnte mir die Information eine inoffizielle Bonusrunde verschaffen. Aber sie wies mich darauf hin, dass ich im Wasser vom Blitz erschlagen und »wie eine Scheibe Speck« gebraten würde, und sie habe keine Lust, hinterher die Sauerei wegzumachen, »ob Sie heute Geburtstag haben oder nicht«.

Nachmittags war ich wieder zu Hause in meiner neuen – und ersten eigenen – Wohnung, einem kleinen Zweizimmerapartment im ersten Stock einer viktorianischen Villa in Archway. Die Maklerin hatte die Immobilie generös als »gemütlich, individualistisch und renovierungsbedürftig« beschrieben. Der Teppich hatte die Farbe von Instantkaffeekörnchen und fühlte sich auch genau so an, im apricot gekachelten Bad gab es ein stillgelegtes Bidet, und in der Kiefernholzküche waren zwei Schranktüren kaputt. Ich war überzeugt, dass ich für die Modernisierung bis an mein Lebensende würde arbeiten müssen, aber wenn ich morgens die Augen aufschlug und die verkrusteten Putzwirbel unter der Decke sah, war ich jedes Mal überglücklich. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal eine Immobilie in London besitzen würde, und dass der Wunschtraum sich erfüllt hatte, machte sie zur schönsten Wohnung aller Zeiten.

Ich hatte zwei Nachbarn. Über mir wohnte eine ältere Witwe namens Alma, deren Treppenhausgeplauder über erfolgreiche Tomatenzucht auf dem Fensterbrett ebenso reizend war wie ihre großzügigen Spenden von selbstgemachten Kibbeh. Im Erdgeschoss lebte ein Mann, dem ich noch nie begegnet war, obwohl ich nun seit Monaten hier wohnte und mehr als einmal versucht hatte, mich vorzustellen. Ich ging runter und klopfte an, aber nichts passierte. Alma sagte, auch sie habe noch nie mit ihm gesprochen, allerdings habe sie sich einmal mit seiner Mitbewohnerin über die Stromzähler im Haus unterhalten. Ich hörte ihn immer nur – er kam abends um sechs von der Arbeit und war mehr oder weniger leise, bis er dann gegen Mitternacht etwas kochte und dabei fernsah.

Für die Anzahlung hatte ich mein Erspartes zusammengekratzt, außerdem bekam ich Tantiemen für mein erstes Kochbuch Taste und hatte für das zweite, The Tiny Kitchen, einen Vorschuss erhalten. Taste war eine Sammlung von Rezepten, zu denen mich die Essensgewohnheiten meiner Familie, meine Freundschaften, meine einzige Langzeitbeziehung, meine Reisen und meine Lieblingsköche inspiriert hatten. Zwischen den Rezepten erzählte ich abschnittweise meine Lebensgeschichte. Die Grundaussage war, dass ich mich über meine kulinarischen Vorlieben selbst kennengelernt hatte. Erst auf diesem Umweg hatte ich erfahren, was ich im Leben wollte und brauchte. In Taste schilderte ich, wie ich mein Hobby – private Koch-Events an Abenden und Wochenenden – und meinen Job als Englischlehrerin unter einen Hut gebracht und dann eines Tages genug gespart hatte, um mich als Food-Journalistin selbstständig zu machen. Es ging darin auch um die Beziehung mit Joe, meinem ersten und einzigen Freund, und um unsere einvernehmliche Trennung. Er hatte nichts dagegen gehabt, dass ich über ihn schreibe. Das Buch wurde ein Überraschungserfolg und handelte mir eine eigene Kolumne in einer Zeitungsbeilage ein, dazu noch ein paar Werbedeals mit Lebensmittelherstellern (schlecht fürs Seelenheil, aber sehr gut für mein Bankkonto) und einen zweiten Buchvertrag.

The Tiny Kitchen war gerade fertig geworden. Das Buch handelte von der Zeit, als ich nach der Trennung von Joe in ein Einzimmerapartment ohne Vorratskammer gezogen war, und davon, wie es sich dort gekocht hatte. Der Herd war so klein wie ein Spielzeug gewesen und hatte nur eine einzige Kochplatte gehabt. In Gedanken war ich schon bei meinem dritten Buch, für das ich noch einen Titel suchte. Es würde vom Kochen und Essen nach Jahreszeiten handeln und befand sich noch in der Entwicklungsphase. Meine jahrelange Erfahrung als Autorin hatte mich gelehrt, dass ein Text dann am besten war, wenn er noch nicht mehr war als eine Idee und deshalb perfekt.

Ich ließ mir eine Wanne ein und schmiss eine alte, heißgeliebte iTunes-Playlist an, die ich in meinen Zwanzigern oft gehört hatte. Ursprünglich hatte sie »Auf in den Kampf« geheißen, aber vor ein paar Jahren hatte ich sie in »Gute alte Zeit« umbenannt, um meine Entwicklung weg von körperlicher Enthemmung hin zum achtsamen und wohlüberlegten Vergnügen zu dokumentieren. Ich hatte sie in meinem ersten Jahr an der Uni zusammengestellt und regelmäßig gehört, wenn ich mich abends fertig machte. Die Lieder begleiteten eins nach dem anderen mein Ritual der Verweiblichung, wie ich es seit fünfzehn Jahren befolgte: Haare waschen und kopfüber trocken föhnen, um einen Volumenzugewinn von mindestens zehn Prozent zu erzielen; Oberlippe enthaaren; zwei Schichten Mascara auftragen; einen zweiten Drink zu sich nehmen; zwei Spritzer Parfum in die Luft geben und durch die Wolke schreiten. Wenn das vorletzte Stück lief (»Nuthin’ but a ›G‹ Thang«), stand das Taxi schon vor der Tür, während ich mir über der Küchenspüle die Waden mit einer Einwegklinge zerschnitt, weil ich vergessen hatte, sie unter der Dusche zu rasieren.

Inzwischen waren meine Haare wieder naturbraun und schulterlang. Vor einiger Zeit hatte ich mir einen Pony schneiden lassen, um die ersten Fältchen an meiner Stirn zu verdecken. Sie waren hauchzart wie bei zerknitterten Taschentüchern, aber in meinen Augen sichtbar genug, um versteckt zu werden. Mit dem Make-up musste ich mich glücklicherweise nicht lange aufhalten; im Grunde hatte es nie zu meinem Gesicht gepasst. Ich war glücklich darüber, schließlich kostete mich das Föhnen und Rasieren schon genug Zeit und verursachte mir darüber hinaus Schuldgefühle, weil ich es irgendwie unemanzipiert fand, genau wie mein totales Desinteresse an Handwerksarbeiten und Sport. Wenn ich mich besonders verzweifelt fühlte, rechnete ich mir manchmal aus, wie viele Minuten meiner verbleibenden Lebenszeit ich, sollte ich fünfundachtzig werden, damit verbringen würde, die Härchen von meiner Oberlippe zu zupfen, und anschließend stellte ich mir vor, wie viele...

Erscheint lt. Verlag 2.2.2021
Übersetzer Eva Bonné
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Alderton Dolly • Bestseller • Beziehung • Booktok • BookTok Germany • Dating-App • Erinnerung • Familienschicksal • Fernbeziehung • Frauenroman • Freundinnen • Ghosting • Hochzeit • Liebe • Liebesroman • lisa taddeo • London • Pandora Sykes • Partnersuche • sally rooney • The High Low • TikTok • TikTokBooks • TikTok Germany • tinder • Trennung • Vater
ISBN-10 3-455-01110-1 / 3455011101
ISBN-13 978-3-455-01110-4 / 9783455011104
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