Die Psyonische Akademie: Die Armee des Lichts 1 (eBook)
600 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-4819-6 (ISBN)
Elexi‘ael von Zenit, der junge Leiter des Psyonten-Kommandos, saß in seinen Räumlichkeiten im Obelisken der Macht auf dem Planeten Zenit, dem politischen und weltlichen Zentrum des galaktischen Imperiums. Er schrieb die Gedanken und Erinnerungen an die unlängst überstandene Krise nieder, die ihren Anfang genommen hatte, als er im sogenannte Museum der Geschichten auf der Welt des Schattensterns unversehens in eine alternative Zukunft verschlagen worden war – nach seiner geglückten Rückkehr in die Gegenwart hatten er und seine Freunde, die in der Galaxis längst als Armee des Lichts bekannt waren, dafür gesorgt, dass diese düstere Zukunft nicht Realität wurde. Nun trug er diese Geschehnisse in ein Buch ein und benutzte dabei einen klassischen, antiken Stift – mit derselben Technik waren einige der Bücher, die sich in der Bibliothek seiner Räumlichkeiten, in der er sich aufhielt, geschrieben worden. Andere waren reine Hologramme, wieder andere gedruckt, noch weitere waren gelasert. Lex‘ (wie Elexi‘aels Spitzname lautete) liebte Bücher über alles, und dieser Raum war sein ureigenstes Refugium.
Umso irritierter war er, als das MiniCom an seinem Arm einen eingehenden Funkanruf meldete, denn es gab nur wenige Personen, die ihn in diesem Raum kontaktieren durften. Eine davon baute sich nach Annehmen des Gespräches in Form eines kleinen Hologramms vor ihm auf.
„A‘eron!“, begrüßte Lex‘ das Abbild seines besten Freundes, der oberster Wissenschaftler und Leiter des Forschungszentrums im Obelisken war. „Was gibt es?“
„Sie sind angekommen!“, antwortete dieser. „Möchtest Du sie begrüßen?“
„Ach, daran habe ich gar nicht mehr gedacht! Ich bin sofort da!“
Er legte sein Buch zur Seite, verließ seine Räumlichkeiten und fuhr mit dem Zentrallift des Obelisken auf die Etage mit den oberen Landeplattformen. Dort traf er bereits A‘eron sowie Cya von Aternia, die Kaiserin des galaktischen Imperiums, Zentaya von Dosk, die Hohepriesterin, und Sara von Terra, ein junges Mädchen vom Planeten Erde, das von A‘eron nach Zenit gebracht wurde. Außer Sara wusste kein Erdenmensch von der Existenz des Imperiums – doch dies sollte sich in diesem Augenblick ändern.
„Mama! Papa!“, rief die inzwischen 18 Jahre alte Sara und sprang ihren Eltern, die in diesem Moment durch die Schleuse traten, in die Arme. „Maria!“ Auch ihre beste Freundin, die neben den Eltern ging, wurde von ihr gedrückt.
„Ich heiße Euch im Namen des Imperiums im Obelisken der Macht herzlich willkommen!“, sagte Cya und lächelte die drei Neuankömmlinge strahlend an; ihre blauen, dünnen Flügel auf dem Rücken bewegten sich langsam und warfen ein eigenartiges Licht auf die Wände. „Ich bin Cya von Aternia, die Kaiserin des galaktischen Imperiums! Elexi‘ael und A‘eron kennen Sie ja bereits!“
In der Tat waren Lex‘ und A‘eron vor einiger Zeit gemeinsam mit Sara auf ihrem Heimatplaneten, der Erde, gewesen, um die Eltern des jungen Mädchens über deren Verschwinden aufzuklären. Nun waren sie gemeinsam mit Saras bester Freundin Maria hierher gereist, um ihre Tochter zu besuchen.
In diesem Moment gab Cyas MiniCom einen Ton von sich – und dies war ebenso merkwürdig wie die Störung in Lex‘ Bücherei, denn dazu hatten kaum Personen die Befugnis. Die Kaiserin mit den langen, goldblonden Haaren und den meerblauen Augen warf einen kurzen Blick darauf.
„Ich denke, Sie sind bei Sara und A‘eron in guten Händen!“, meinte sie dann zu den Erdenmenschen. „Wir werden später zusammen in meinen Räumlichkeiten essen! Bis dahin wünsche ich Ihnen viele positive Erfahrungen!“
Sie nickte kurz und wandte sich dann an Lex‘.
„Hast Du einen Moment Zeit?“, fragte sie ihn. A‘eron, Sara, Maria und ihre Eltern verließen den Oberen Landebereich des Obelisken.
„Was gibt es?“, fragte Lex‘ irritiert.
„Ich habe eine Nachricht von Cyala bekommen!“, erwiderte sie mit ernstem Gesicht. „Es geht um Ceylayon!“
„Dein Neffe ... Dein Patenkind?“
„Genau, der Sohn meiner Schwester! Er hat einen Initiativen Psy-Ausbruch!“
Lex‘ war keineswegs überrascht, als er dies hörte. „Das ist nicht ungewöhnlich! Immerhin bist Du auch Psyontin, wenn auch nicht sehr ausgeprägt! Kann man schon sagen, in welche Richtung sich die Fähigkeiten entfalten?“
„Nein, zumindest weiß ich nichts davon! Cyala hat geschrieben, dass es auch eben erst geschehen ist!“
Sie blickte Lex‘ an, und in ihrem Blick stand eine stumme Frage, die der Psyont auch ohne Einsatz seiner telepathischen Kräfte verstand. „In Ordnung, ich werde sofort aufbrechen und nach Aternia fliegen, um mir Ceylayon anzusehen!“, sagte er. Die Kaiserin blickte ihn dankbar an.
Keine drei Stunden – das Essen mit Saras Eltern war kürzer ausgefallen – später verließ Lex‘ seine Wohnung und begab sich fertig ausgerüstet zu den Landeplattformen, wo ein Raumschiff ihn nach Aternia bringen sollte.
„Warte einen Moment, ich komme auch mit!“
Die Stimme hinter ihm ließ ihn herumfahren, und im ersten Moment fragte er sich, wer die fremde Person sei, die da stand, und was sie von ihm wollte. Erst auf den zweiten Blick erkannte er Cya, die Kaiserin, persönlich: Sie hatte ihre markanten Flügel unter einer enganliegenden Kleidung verborgen, ihre Haare wurden verdeckt von einem braunen Haarimitat, sogar ihre Augen waren andersfarbig und leuchteten nun in einem durchgängigen, onxyfarbenen Schwarz.
„Cya!“, entfuhr es ihm. „So kenne ich Dich ja gar nicht!“
„Das ist ja auch der Sinn der Sache! Ich will Cyala einen kurzen Besuch abstatten – Du kennst sie ja, und ich glaube, es tut ihr gut, wenn sie kurz mit ihrer älteren Schwester sprechen kann! Nur sollte mich möglichst niemand dabei sehen – schon aus Gründen ihrer Sicherheit wegen!“
Sie stiegen gemeinsam ein und flogen nach Aternia, der Heimatwelt von Cya und ihrer Familie. Im Gegensatz zu Cyas Elternhaus, das in einem weitläufigen Waldgebiet lag, lebten Cyala und ihr Mann Elay dio Kartho in einer Siedlung, die in einem Gebiet voller Gräsermeere und Seen lag. Als Lex‘ das Sensorfeld betätigte, das die Anwesenheit von Gästen signalisierte, hörte man aus dem Inneren des Hauses das schrille, beinahe panische Heulen eines Kindes. Elexi‘ael und Cya sahen sich an.
Kurz darauf wurde die Tür geöffnet, und das hübsche Gesicht Cyalas erschien, umgeben von kurzen, blonden Haaren.
„Lex‘!“, entfuhr es ihr, und die Erleichterung war ihr deutlich anzuhören. „Und ... Cya?“ Sie warf einen erstaunten Blick auf ihre getarnte Schwester.
„Leise!“, warnte diese. „Hast Du Besuch?“
„Nein, es ist niemand hier – in Ceylayons Zustand bestimmt nicht! Kommt herein!“
Die beiden Gäste betraten das gemütlich eingerichtete Wohnhaus. Im Wohnraum saß ein Kind von etwa 8 Jahren mit ebenfalls blonden Haaren und großen, grünen Augen auf dem Boden und weinte.
„Es tut weh! In meinem Kopf!“, rief er.
„Ceylayon! Schau, wer da ist!“
Der Junge richtete den Blick auf Cya und Elexi‘ael, und für einen Moment verstummte er in seinem Weinen. Dann begannen die Tränen von Neuem zu laufen, und er rief: „Es tut weh!“
Lex‘ trat zu ihm und kniete sich hin – mit Hilfe seiner eigenen telepathischen Fähigkeiten schaute er in das leidende Bewusstsein von Cyas Patenkind.
„Er hat in einem Schub prä-telepathische Kräfte entwickelt! Wir sprechen von einem Empathen! Er wird in der Lage sein, die Gefühle und Emotionen von anderen wahrzunehmen und womöglich zu manipulieren. Aber im Moment kann er mit den vielen Gefühlseindrücken, die auf ihn einstürzen, nichts anfangen! Ruhig ... entspann Dich!“
Lex‘ sandte beruhigende Gedankenimpulse in das Bewusstsein des kleinen Kindes, und die beiden Schwestern, die danebenstanden, konnten förmlich zusehen, wie sich Ceylayon beruhigte.
„Er wird lernen müssen, sich vor diesen Eindrücken zu schützen – das wird er von selbst tun, aber es dauert seine Zeit! Ich werde, sofern Du nichts dagegen hast, so lange hierbleiben und die Abschirmung, die ich um sein Bewusstsein gebaut habe, aufrechterhalten und Stück für Stück verringern!“
„Ja, bitte! Ich wäre Dir sehr dankbar!“, sagte Cyala sofort, da ihr entgangenen war, dass Lex‘ die Frage zuvorderst an Cya gerichtet hatte. Doch auch diese gab prompt ihr Einverständnis.
„Leider muss ich gleich morgen wieder zum Obelisken!“, bedauerte sie.
„Elay wird gleich nach Hause kommen – er musste trotz Ceylayons Zustand arbeiten. Hilfst Du mir beim Kochen?“, fragte die Schwester die Kaiserin. Diese stimmte zu, und die beiden sich recht ähnlich sehenden Frauen gingen in die Küche.
„Onkel...
| Erscheint lt. Verlag | 20.12.2020 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| ISBN-10 | 3-7389-4819-8 / 3738948198 |
| ISBN-13 | 978-3-7389-4819-6 / 9783738948196 |
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