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Der Blutschlüssel (eBook)

Ein Escape-Room-Thriller

*****

eBook Download: EPUB
2021 | 1. Auflage
230 Seiten
Piper Verlag
978-3-492-98799-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Blutschlüssel -  Anne Jungenitz
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Ein fesselnder Escaperoom-Thriller, der Leser*innen miteinsperrt - und jede Tür öffnet sich nur im Tausch gegen ein Leben ... Herzlichen Glückwunsch! Willkommen bei Partners-in-Crime. Du bist als Komplizin auserwählt worden! Dein Team wartet auf dich, um gemeinsam mit dir die herausforderndste Mission eures Lebens zu begehen. Können sie sich auf deinen Einsatz verlassen? In der Anonymität von LA folgen fünf neu Zugezogene dem Lockruf eines Werbeflyers. »Partners in Crime« nennt sich das mysteriöse Abenteuer, bei dem Fremde eine Mission bestehen müssen, um sich als Team und vielleicht sogar menschlich zusammenzufinden. Hinter dem aufwändig verborgenen, spannenden Geheimnis dieser Aktivität steckt schließlich nicht mehr als ein normaler Escape Room. Doch der Raum öffnet sich nicht, nachdem alle Aufgaben gelöst wurden. Die Tür bleibt verschlossen, und schließlich erscheint ein Countdown, der verrät: Das hier ist kein Fehler. Jetzt beginnt das eigentliche Spiel. Und mit dem ersten Toten sind die Regeln klar. Die Frage ist nur: Wer wird sie akzeptieren? Wer von ihnen wird bereit sein, seine Teammitglieder zu opfern, um die nächste Tür zu öffnen? Und was verbirgt sich dahinter? Für alle Leser*innen von Sebastian Fitzek und Andreas Winkelmann! »Gefangen in einem Labyrinth aus Lügen und Intrigen, ergibt sich eine mitreißende, düstere, beklemmende Atmosphäre, in der jegliche Handlungen hoffnungslos erscheinen. Ich bin von diesem Buch überzeugt und kann es allen Fans von Thrillern nur ans Herz legen« ((Leserstimme auf Netgalley)) »Und das perfide Spiel beginnt.......und zunächst kennt keiner die Regeln. Spannend und gut gemachter Thriller mit vielen Überraschungsmomenten und kaum Vorhersehbarem.« ((Leserstimme auf Netgalley)) »Eines ist mir auf jeden Fall klar nach der Geschichte. Ich werde niemals einen Escape Room besuchen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne.« ((Leserstimme auf Netgalley))

Anne Jungenitz wurde 1986 im beschaulichen Görlitz geboren und lebt nun seit über 15 Jahren in Berlin. Schon in der Grundschule hat sie sich gern Geschichten ausgedacht und Aufsätze über verfluchte Mönchsgräber geschrieben. Was ihre Lehrer damals etwas irritierte, hat sie sich bis heute beibehalten. Nur sind die Monster, von denen sie schreibt, mittlerweile keine ruhelosen Geister mehr, sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Meistens.

Anne Jungenitz wurde 1986 im beschaulichen Görlitz geboren und lebt nun seit über 15 Jahren in Berlin. Schon in der Grundschule hat sie sich gern Geschichten ausgedacht und Aufsätze über verfluchte Mönchsgräber geschrieben. Was ihre Lehrer damals etwas irritierte, hat sie sich bis heute beibehalten. Nur sind die Monster, von denen sie schreibt, mittlerweile keine ruhelosen Geister mehr, sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Meistens.

1. Das Spiel


Frances

Extremsituationen sind ein Garant für die Kurzlebigkeit romantischer Beziehungen.

Aber sie sind der perfekte Start für Freundschaften bis ans Lebensende.

Du willst den Beweis?

Dann stell uns auf die Probe unter www.partners-in-crime.com/application

 

Frances Adams warf einen zweiten Blick auf die schwarze Karte mit der gelben Schriftprägung, dann legte sie das Ding beiseite und ging weiter ihre Rechnungen durch. Ziemlich teuer für einen Werbeflyer, dachte sie, und öffnete den nächsten Umschlag.

»Du musst einfach mehr Geduld haben«, sprach die sanfte Stimme ihrer Schwester zu ihr – durch Frances’ Kopfhörer, was den Eindruck eines Selbstfindungspodcasts nur noch verstärkte. Dass Nora davon etliche inhalierte, wenn sie ihre täglichen Meilen zur Arbeit fuhr, war nicht zu überhören. »Ich habe dir ja gleich gesagt, dass der Anfang schwierig wird. Das passiert nun einmal, wenn Träume wahr werden, Fran. Sobald sie in der Realität ankommen, passen sie sich ihr an und werden kälter und grobkantiger, damit sie nicht an ihr zerplatzen.«

Frances war sich ziemlich sicher, dass keiner dieser albernen Podcasts seinen Zuhörern dazu riet, Sätze mit »Ich habe dir ja gleich gesagt« zu beginnen, unabhängig davon, wie metaphorisch das darauf Folgende sein mochte.

»Hörst du mir eigentlich zu?« Merkwürdig, mit dieser Nachfrage klang Nora plötzlich nicht mehr wie eine ausgeglichene Yogafee, sondern wie die nervige kleine Schwester, die sie war. Und wie der einzige Mensch, der noch mit ihr sprach, ohne die Unterhaltung auf ein »Überleg es dir doch noch mal« zu lenken.

Es war zwei Monate her, dass Frances nach einem Vorstandsmeeting in ihr Designerschlafzimmer spaziert war. Gary hatte nackt hinter einer jungen, dünnen Blondine gestanden, die auf allen vieren auf ihrem Ehebett gekniet hatte. Nicht nackt. Lediglich der Rockteil ihres Kleides war über ihren Hintern bis zur Taille gerutscht, und bei seiner Kürze war anzunehmen, dass er das sogar von selbst vollbracht hatte.

Gary hatte seinen Unterleib noch zweimal gegen den der Blondine gerammt, ehe er Frances, seine Ehefrau, im Türrahmen bemerkt hatte. Seine Worte hatten nur unterstrichen, wie ungeheuer klischeehaft diese Situation war: »Es ist nicht so, wie es aussieht.«

Genauso klischeehaft waren Frans Gedanken gewesen: Ich hätte nie gedacht, dass mir das passiert. Warum ich? Was soll ich denn jetzt tun?

Erst die Antwort auf die letzte Frage war überraschend gewesen. Für Gary, für ihren Boss, für ihre Freunde, die eigentlich Garys Freunde waren, und für ihre Familie.

Vor sieben Wochen hatte Frances ihre Sachen gepackt und war nach L. A. gezogen, hatte kleine Ladenräume am Rande der Stadt angemietet und alle Fäden und Dollarnoten gezogen, um binnen fünf Wochen ihren Laden zu eröffnen. Ihr Traum, den sie all die Jahre geträumt hatte, in denen sie damit beschäftigt gewesen war, Geld zu verdienen und ihrem Mann gefällig zu sein. Unzureichend, wie sich herausgestellt hatte.

»Fran?« Noras Stimme hörte sich nun an wie die ihrer Mutter. Es war regelrecht unheimlich. »Bist du noch dran?«

»Bin da«, versicherte sie und begann damit, die Rechnungen nach Dringlichkeit zu sortieren. »Ich glaube, ich sollte einfach Champagner für Hunde verkaufen. Dafür würden die Leute Geld ausgeben. Mit Glitzer. Und Pink. Meinst du, man kann Champagner in Regenbogenfarben herstellen?«

»Ich weiß, das hörst du nicht gern, aber das klingt nach einem Konzept, das funktionieren könnte«, meinte Nora.

Frances entschied sich zu lachen, anstatt wütend zu werden und ihr Geschäftskonzept zu verteidigen. Schon wieder. »Weißt du, was gestern passiert ist?«, hob sie an und hoffte, dass ihre Schwester darauf eingehen würde. Anekdoten waren besser als Kalkulationen und Konzepte. Damit hatte sie genug Zeit ihres Lebens verschwendet.

»Ein neuer Mann mit Schäferhund?«

»Oh Gott, nein. Um Männer mit Schäferhunden mache ich jetzt einen großen Bogen«, stellte Fran sofort richtig. Eine Woche lang war dieser auffallend attraktive Kerl mit seinem Schäferhund in ihrem Laden gewesen. Beim ersten Besuch hatte er sich noch beraten lassen und dann eingekauft. Danach waren es sehr deutliche Flirts und eher wahllose Einkäufe gewesen. Und ja, Frances war sich sicher, dass er mit ihr geflirtet hatte. Sie hatte solche Spielereien jahrelang nicht mehr nötig gehabt und war erschreckend eingerostet. Wenn ihr also ein Flirt überhaupt auffiel, dann war es eindeutig einer. Und sie hatte es genossen, bis irgendwann eine blondierte Schönheit mit demselben Hund in das Geschäft spaziert war, etwas von der Geschäftsreise ihres Mannes erzählte und davon, dass das Futter zur Neige ging und »Hunter«, der Hund, nur dieses Spezialfutter fressen würde.

»Ein Mann mit einem anderen Hund? Oder ohne Hund?«

»Gar kein Mann.« Vermutlich würde ihr dieses Thema noch anhängen, bis sie wieder einen Ring am Finger trug und endlich glücklich wurde. Bei diesem Gedanken kam Frances mit dem Augenrollen gar nicht mehr hinterher. »Eine Frau, Mitte fünfzig, würde ich sagen. Operiert, um auszusehen wie unter dreißig. Also war sie vielleicht auch siebzig. Jedenfalls hatte sie einen Mops. Natürlich hatte sie einen. Kam ins Geschäft, hat sich umgesehen und gefragt, ob ich Pelze führen würde.«

»Pelze? Was für Pelze?«

»Richtig!« Es gab also doch noch Punkte, bei denen Nora und sie auf derselben Wellenlänge lagen. »Dieses Geschäft wäre ihr empfohlen worden und ihre Prinzessin bräuchte einen neuen Pelz. Sie würde so leicht frieren. In Los Angeles.«

Frances hörte das schallende Gelächter ihrer Schwester am anderen Ende der Leitung.

»Ich war wirklich höflich, als ich ihr erklärt habe, dass sich mein Konzept eher auf artgerechte Haltung und nicht auf einen vierbeinigen Puppensalon spezialisiert hätte. Sie hat die Nase gerümpft und ist wieder gegangen. Und weißt du was?«

»Was?«

»Die Leute sind hier so. Tiere tragen Kleidung und fressen Cupcakes. Kein Fleisch. Vielleicht sollte ich ernsthaft mein Konzept überdenken. Weg vom Rohfutter und hin zu Einhornmützchen und Flip-Flops für Katzen.«

»Es können unmöglich alle Leute so sein, Fran. Auf gar keinen Fall. Denk an den Kerl mit dem Schäferhund. Das war für dich sehr schade, aber der Hund bekommt gutes Futter.«

Damit war der Moment der schwesterlichen Einheit für Frances beendet. Ihr stand nicht der Sinn nach gutem Zureden. Sie wollte nicht hören, was zuweilen gut lief, und dass es immer ein Licht am Ende des Tunnels gab. Einen Abreißkalender mit Motivationssprüchen konnte sie sich im Zweifelsfall auch selbst durchlesen. Nein, sie wollte sich an diesem Abend auskotzen. Vielleicht sogar betrinken – mit der halben Flasche Weißwein, die noch im Kühlschrank war und vermutlich nicht mehr verursachen konnte als einen angenehmen Schwips. »Da hast du wohl recht«, murmelte sie nur und bediente sich damit selbst einer abgedroschenen Phrase. Ihrer Meinung nach war das schlicht die höflichste Art, um auf Kalenderweisheiten zu reagieren.

»Ich glaube, du brauchst Freunde«, verkündete Nora. Frances hatte gerade den Kühlschrank angesteuert und die Weinflasche herausgezogen. In dieser Entscheidung fühlte sie sich nach der Aussage ihrer Schwester noch bestätigt. »Normale Menschen. Dann kannst du über Verrückte besser lachen.«

»Nora, wir sind nicht mehr in der Schule. Erwachsene gehen nicht einfach auf andere Erwachsene zu und fragen, ob man befreundet sein will. In einer Großstadt fragt man am besten nicht einmal nach der Uhrzeit. Könnte ja falsch verstanden werden.«

»Sei nicht albern. Du hattest in der Schule schon nicht viele Freunde.«

Aber die richtigen, dachte Frances. Für diese Zeit waren sie die richtigen gewesen. Und dann waren sie nach Europa gegangen oder ans andere Ende der Staaten, hatten studiert oder gearbeitet, geheiratet und Kinder bekommen. Bei ihr selbst war es ja nicht anders gewesen. Uni, Gary, Job. Zeit war vergangen, das Leben war passiert und irgendwann waren richtige Freunde zu Fremden geworden. Das war normal und auch okay, bis man in L. A. einsam in einem Haus saß, das viel zu groß für einen allein war, und sich fragte, was Lauren Holgard gerade machte, und ob sie immer noch grüne Fingernägel trug.

»Ich habe was Falsches gesagt«, schlussfolgerte Nora auf das Schweigen ihrer Schwester hin.

»Hast du nicht.« Noch so eine Phrase. Das verlangte ganz klar nach dem ersten Schluck Wein, der trocken und mit einer leichten, angenehmen Säure über ihre Zunge und ihren Gaumen glitt. Mit dem Glas setzte Frances sich wieder an den Schreibtisch, den sie am Erkerfenster ihres Arbeitszimmers platziert hatte. Kaum jemand sonst verstand sich so gut wie sie darauf, schöne Orte mit Arbeitsflächen zu verunstalten.

»Wie sieht es in der Nachbarschaft aus? Die Bilder, die du geschickt hast, waren bezaubernd. Gibt es da keine Möglichkeiten, Anschluss zu finden? Wenn du mal die Katze von jemandem hütest?«

»Die einzige Katze, die ich kenne, gehört Mrs. McGavern, und diese Frau ist mir ehrlich gesagt ein bisschen unheimlich.« Frances gluckste bei dem Blick auf das Haus gegenüber. »Ich glaube, sie hasst Menschen. Ich hab mal ein paar Worte mit ihr gewechselt, aber sie schien schon alles über mich zu wissen. Gruselig.«

»Klingt, als hättest du schon eine Freundin. Vielleicht kennt sie noch mehr Leute.«

»Sie kennt jeden«, raunte Frances durch den Hörer und legte die nächste Rechnung beiseite. Auf den semi-dringenden Stapel. »Und sie weiß alles.«

»Also ist sie auch im Bilde über den Singlemarkt. Vielleicht gibt es frisch geschiedene Junggesellen? Witwer?«

Und da...

Erscheint lt. Verlag 1.3.2021
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Angst • Countdown • eingeschlossen • Escape • Escape Room • Falle • Kammerspiel • Katz und Maus Spiel • Los Angeles • Mord • Mörder • mörderisches Spiel • Opfer • Psychothriller • Rätsel • Raum der Angst • Rette dein Leben • Serienkiller • spannende Bücher • Spannende Psychothriller • The Escape Game • Thriller
ISBN-10 3-492-98799-0 / 3492987990
ISBN-13 978-3-492-98799-8 / 9783492987998
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