Die Elfe Hannah (eBook)
432 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-15120-8 (ISBN)
Eva Kehm-Seyffarth wurde am Niederrhein geboren. Sie lebt seit 23 Jahren als freiberufliche Künstlerin. Sie ist als Musikerin und Sängerin unterwegs und arbeitet auch als freischaffende Malerin. Zur Zeit lebt sie auf dem Land in der Nähe von Münster. Außer der Musik und der Malerei waren ,Flora und Fauna' schon von Kleinauf eines ihrer Steckenpferde. Sie verbrachte als Kind oft Zeit mit ihrer Mutter im Garten. Dort lernte sie viel über Pflanzen und Tiere. Dann kam die Leidenschaft für historische und fantastische Belletristik hinzu. Die Industrialisierung und Technisierung sowie ihre Auswirkungen auf die Natur sind heutzutage Themen, die niemand mehr ignorieren kann. ,, Der Klimawandel und der Zustand unseres Planeten macht mir Angst! Dürren, Stürme und Hochwasser nehmen in den letzten Jahren immer mehr zu . Wie sollen zukünftige Generationen mit unseren Umweltsünden leben! Wir müssen umdenken und sensibler mit der Natur umgehen", sagt die Autorin. Durch die Wirren der Gegenwart fand sie endlich die Zeit einen Roman zu schreiben, der diese aktuellen Themen mit einer fantastischen Elfengeschichte verknüpft, ohne mahnend den Zeigefinger zu erheben.
Eva Kehm-Seyffarth wurde am Niederrhein geboren. Sie lebt seit 23 Jahren als freiberufliche Künstlerin. Sie ist als Musikerin und Sängerin unterwegs und arbeitet auch als freischaffende Malerin. Zur Zeit lebt sie auf dem Land in der Nähe von Münster. Außer der Musik und der Malerei waren ,Flora und Fauna' schon von Kleinauf eines ihrer Steckenpferde. Sie verbrachte als Kind oft Zeit mit ihrer Mutter im Garten. Dort lernte sie viel über Pflanzen und Tiere. Dann kam die Leidenschaft für historische und fantastische Belletristik hinzu. Die Industrialisierung und Technisierung sowie ihre Auswirkungen auf die Natur sind heutzutage Themen, die niemand mehr ignorieren kann. ,, Der Klimawandel und der Zustand unseres Planeten macht mir Angst! Dürren, Stürme und Hochwasser nehmen in den letzten Jahren immer mehr zu . Wie sollen zukünftige Generationen mit unseren Umweltsünden leben! Wir müssen umdenken und sensibler mit der Natur umgehen", sagt die Autorin. Durch die Wirren der Gegenwart fand sie endlich die Zeit einen Roman zu schreiben, der diese aktuellen Themen mit einer fantastischen Elfengeschichte verknüpft, ohne mahnend den Zeigefinger zu erheben.
2. Das Elfeninternat
Gegen frühen Abend lief der Zug im Perth Hauptbahnhof ein. Es war ein langer Tag gewesen, und sie hatte ein Nickerchen im Zug gemacht. Sie hatte ihr Handy gestellt, um ihren Zielbahnhof nicht zu verpassen und aus Versehen zu weit zu fahren. Jetzt stand sie auf dem Bahnsteig und sah sich um.
Hatte ihre Großmutter nicht gesagt, dass man sie abholen würde? Die Menschen eilten an dem Mädchen vorbei, und keiner schien sich für sie zu interessieren. Na super, warum muss ausgerechnet bei ihr immer etwas schiefgehen, dachte sie. Was mache ich bloß, wenn niemand kommt, um mich abzuholen? Sie bewegte sich langsam Richtung Ausgang. Kurz vor der gläsernen Doppeltüre, die nach draußen führte, entdeckte sie einen großen roten Kreis mit einem Punkt in der Mitte.
,Meeting Point‘ stand an dem Pfeiler daneben. Sie schritt in den Kreis und beschloss, erst einmal hier zu warten.
„Hannah! Hannah aus Deutschland!“, hörte sie plötzlich eine Stimme.
Ein leicht untersetzter Mann mit grauen Haaren, Hut und einem olivgrünen Cordanzug bewegte sich japsend auf sie zu. „Ich bin Hannah!“, rief sie, um die Lautstärke in der Bahnhofshalle zu übertönen.
„Na Gott sei Dank, Kind … habe ich dich gefunden!“, prustete er, als er vor ihr stand.
„Sorry, ich bin ein paar Minuten zu spät, sonst hätte ich dich schon auf dem Bahnsteig abgefangen. Mein Name ist Alfred und ich bin der Hausmeister auf Huntingtower Castle. Kann ich dir etwas von deinem Gepäck abnehmen?“
„Das schaffe ich schon! Mein Koffer hat schließlich Rollen!“
Sie hätte ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn sie dem älteren Herrn ihr Gepäck aufgehalst hätte.
„Dann wollen wir mal! Mein Wagen steht draußen auf dem Parkplatz.“
Sie verließen gemeinsam den Bahnhof, und Alfred steuerte auf dem Parkplatz einen schwarzen Oldtimer an. Alfred öffnete den Kofferraum, und Hannah verstaute ihr Gepäck. Wie ein Chauffeur hielt der Mann ihr die Tür zur Rückbank auf und ließ das Mädchen einsteigen. Danach nahm er schnaufend hinter dem Lenkrad Platz. Die vorderen Plätze waren von den hinteren durch eine Glasscheibe getrennt.
So mussten früher einmal die Londoner Taxis ausgesehen haben, dachte sie.
Na toll, jetzt kann ich mich noch nicht mal unterhalten. Als hätte er ihre Gedanken gelesen, drehte er sich um und schob die eine Hälfte der Glasscheibe beiseite.
„Es ist nicht sehr weit, und wir werden es noch rechtzeitig zum Abendessen schaffen“, verkündete er. „Du hast bestimmt Hunger. Ich kann dir sagen, meine Frau ist eine ganz wunderbare Köchin.“
Er steuerte den Wagen souverän aus der Stadt heraus, und sie fuhren eine Weile auf der Landstraße. Hannah kramte ihr Handy aus ihrer Tasche, telefonierte mit Granny und erzählte von ihrer Reise. Oma Elsa wirkte zum Schluss des Telefonates beruhigt und erleichtert, dass sie gut angekommen war. Mia wurde auch noch mit einer längeren WhatsApp bedacht. Ihre Freundin würde sich bestimmt über eine Nachricht von ihr freuen.
Nachdem sie irgendwann von der Landstraße in eine unscheinbare Stichstraße abgebogen waren, erblickte sie die stattliche Burg am Ende der Straße.
„Ist ja der Wahnsinn“, staunte Hannah. „Genau so habe ich mir alte Burgen immer vorgestellt.“
Die Burg hatte drei Etagen und war aus Naturstein gearbeitet. Je näher sie an das Gebäude heranfuhren, um so verfallener kam es ihr vor. Das ist ja schon fast eine Ruine, dachte sie verwirrt. Darin soll ich von nun an leben?
Das verfallene Dach umgab eine steinerne Balustrade mit Zacken, die wie eine abgebrochene Zahnreihe in den Himmel ragte. Im Prinzip sah die Burg aus wie zwei überdimensionale Bauklötzchen, wobei eines längs zum anderen stand. Der Mittelteil mit einem schrägen Dach trennte die beiden rechteckigen Teile voneinander. Es gab zwei Eingänge, wobei einer etwas höher lag und über eine steinerne, schon mäßig zerfallene Treppe zu erreichen war. Das war wohl auch die Wetterseite.
Hier waren die Mauern bis obenhin mit Grünspan bewachsen. Etliche Fahrzeuge waren auf dem gepflasterten Hof geparkt.
Neben der holprigen Straße, die direkt zum Eingang der Burg führte, gab es eine kleine Hecke. Dahinter bog die Zufahrt zum Eingangsbereich ab. Alfred fuhr allerdings geradeaus über einen einfachen Feldweg an der Burg vorbei. Der englische Rasen, der den Weg säumte, war akkurat kurz geschnitten. Rechts und links des Weges standen zwei uralte, knorrige Eichen, die wie ein Tor aussahen, da ihre Kronen oben miteinander verwachsen waren. Es kribbelte leicht in ihrem Körper, als sie die Durchfahrt passierten.
„Ups, was war das denn? Das hat sich ja merkwürdig angefühlt!“, bemerkte Hannah, nachdem Alfred den Wagen abgestellt hatte und sie ihr Gepäck aus dem Kofferraum nahm. „Wir sind gerade durch das Portal gefahren. Daran gewöhnt man sich mit der Zeit“, grinste Alfred sie amüsiert an „Mit der Zeit! Das ist ein gutes Wortspiel!“ Er lachte kurz über seinen eigenen Witz, den Hannah nicht verstand.
„Was für ein Portal? Das sind doch nur zwei alte Bäume auf einer Wiese und einem Weg mittendurch!“
Wieder kicherte der Hausmeister amüsiert. Das ist ja vielleicht ein komischer Kauz, dachte Hannah verdrossen. Hoffentlich sind nicht alle Bewohner des Internates so merkwürdig drauf. Als sie die Burg zu Fuß umrundeten, um zum Vordereingang zu gelangen, sah sie sich die beiden Bäume noch einmal genauer an.
Der Weg, der durch das Portal führte, war auf beiden Seiten gleich. Die Wiese, die den Weg säumte, war recht hochgewachsen und wies unzählige Wildblumen auf. Moment! Wildblumen? War der Rasen nicht kurzgeschnitten gewesen, als sie auf die Bäume zugefahren war?
Das musste wohl eine optische Täuschung gewesen sein! Sie verscheuchte die Gedanken aus ihrem Kopf und folgte Alfred zu Fuß um die Burg.
So alt und verfallen kam ihr das Gebäude nun gar nicht mehr vor. Keine Spur von Grünspan und die Zinnen schienen auch intakt. Das Gebäude war rustikal, hatte aber einen guten Zustand. Hatten ihre Augen sie denn so betrogen, als sie auf die Burg zugefahren waren? Und wo waren die ganzen Autos geblieben, die auf dem Parkplatz gestanden hatten?
Verwirrt folgte sie Alfred, der den runden Eingang wählte, der ebenerdig in das Gebäude führte. Er bedeutete ihr, das Gepäck in einer Ecke neben dem Treppenaufgang abzustellen. Hinter der Stelle, wo sie ihren Koffer platzierte, war eine imposante Ritterrüstung postiert. Echt abgefahren, dachte sie! Und was war das für eine coole Treppe. Sie war aus edelem dunklen Holz geschnitzt und hatte sogar Intarsien. Überhaupt war das Innere genauso, wie sie sich eine Burghalle vorgestellt hatte. Auch hier waren die Wände aus groben Steinen gearbeitet, und an der hohen Decke hing ein schwerer Holzbalken mit einem riesigen Messingkronleuchter, der mit dicken Kerzen bestückt war.
„Könnte ich mir vielleicht noch irgendwo die Hände waschen, bevor es etwas zu essen gibt?“
Alfred zeigte ihr den Weg und wartete in der Halle, bis das Mädchen sich frisch gemacht hatte.
Als sie zurückkehrte, ging er auf eine große Türe am Ende des Raumes zu. Er öffnete die schwere Holztür und hielt sie für Hannah auf. Der Speisesaal sah zu ihrer Überraschung gänzlich anders aus, als sie es erwartet hätte. Falls es hier auch Steinwände gab, konnte man sie nicht sehen.
Die Mauern waren dicht mit Efeupflanzen und wildem Wein bewachsen. Auch hier gab es Kronleuchter, die allerdings nicht aus Metall, sondern aus Holz waren. Es war eine kunstvolle Konstruktion aus verschieden großen und langen Ästen, an denen unzählige Kerzen angebracht waren.
In der Mitte des Raumes befand sich ein rundes Podest, zu dessen Plattform ein paar Stufen hinaufführten und das wie ein riesiger Baumstumpf aussah. Auf diesem Podest stand ein halbrunder Tisch, an dem einige Erwachsene, wohl die Lehrer der Schule, Platz genommen hatten.
Wie die Sonnenstrahlen auf einem Kinderbild standen längliche Tafeln um die erhöhte Mitte. Wer hat sich so etwas nur einfallen lassen, dachte Hannah. Hier kam man sich eher vor, wie in einer Gartenlaube oder einer Waldlichtung und nicht wie im Inneren eines Gebäudes.
Die meisten Tische um das Podest waren recht gut mit Schülern unterschiedlichen Alters gefüllt, aber es gab auch einige, an denen noch Plätze frei waren. Es mussten wohl über fünfzig Kinder und Jugendliche sein, die hier gemeinschaftlich ihr Abendessen einnahmen. Die Schüler trugen grüne Kleidung, sodass Hannah in Mias Blouson kaum auffiel.
Die Geräuschkulisse war wirklich nicht zu verachten. Geschirr und Besteck schepperten und die Schüler unterhielten sich lautstark, wobei sie nebenbei ihre Teller befüllten.
Niemand achtete auf das Mädchen, als es den...
| Erscheint lt. Verlag | 28.10.2020 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Kinder- / Jugendbuch ► Jugendbücher ab 12 Jahre | |
| Kinder- / Jugendbuch ► Kinderbücher bis 11 Jahre | |
| Schlagworte | Elfen • Fantasy • Harry Potter • Jugendbuch • Klimawandel • Magie • Roman • Zauberer |
| ISBN-10 | 3-347-15120-8 / 3347151208 |
| ISBN-13 | 978-3-347-15120-8 / 9783347151208 |
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