lieder an das große nichts
Suhrkamp (Verlag)
978-3-518-42982-2 (ISBN)
An der Schwelle zum Schlaf, unterwegs durch die Großstadt, begegnen wir Nikolai Gogol und Marianne Faithfull, Sockendandys und Partymädchen, Versehrten und Abgehängten, »mit dem gesicht nach unten«, »am broadway an der haltestelle«, »für zehn, fünfzehn minuten wirklich«. Sie sind »der spiele so müde, selbst die messer haben das stechen satt«. Denn was ist das Herz anderes als »ein muskulöses hohlorgan« - Kraken haben drei davon, wir Menschen: »eine plötzliche angst vor zügen«.
Mit untrüglichem Rhythmusgefühl und einem Ohr auf der Tanzfläche horcht Juliane Liebert in ihren flirrenden Gedichten auf »die einsamen, die lauten, die leichten dinge« und schreibt Verse von solcher Zartheit, dass sogar die Battlerapper getröstet werden. Denn selbst wenn die Erde »immer langsamer rotiert« und die Niagarafälle »abends abgestellt« werden - »morgens stellt man sie wieder an«.
Juliane Liebert, geboren 1989 in Halle an der Saale, hat an der Universität der Künste Berlin studiert und arbeitet als freie Autorin und Journalistin, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit und den Spiegel. Sie schreibt Prosa und Lyrik und hat mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt Hurensöhne! Über die Schönheit und Notwendigkeit des Schimpfens (starfruit publications, 2020). Juliane Liebert lebt in Berlin.
dies ist kein zirkus, dies ist eine globenfabrik
gogol
tannhäuser gate
der schnitt (von harten und weichen maschinen)
lebendig begraben tot
mein bruder
wer für den strick geboren ist, kann im wasser nicht umkommen
du bist mir verloren gegangen
das große nichts
800 im monat
das chemische brennen wenn der staub pfeift
remember mendel's laws
auf ihrem bett in paris marianne
die schatten grell
das meer
» und hoffen lernte ich tief im wald «
» ich habe eine mama auf kornblumentapeten «
dies ist das bett
badamm badamm
grob gefasst
etwas das es versteht zu verhindern zur ruhe zu kommen
liebevolle liebesgedichte
hagen
na einer muss ja auch die battlerapper trösten
portrait
ode an deine superweichen schamhaare
friede den irren
der letzte tribut
komm jetzt nicht näher ich friere
sockendandy, das feld lebt und auf deiner mütze steht TOD
herbstgedicht für julia
auf los
april, ende
seine hände sind die letzten
du schönes ding du unnützes ding
phantomzeichnungen zur lösung der welträtsel
und wenn!
ein streitgespräch über das wahre wesen des mondes, genauer: ein streitgespräch darüber, ob der mond hängt oder nicht
rotkäppchen
der tag ist sanft und der krieg so sanft dass man dran sterben möchte
das senfei
suite für einen tänzer mit einem gebrochenen bein
wenn dein haus brennt
für unica z ( für hertha k für beatrix h für sylvia für anne )
christa p.
wie kann die luft so schwer sein an einem tag an dem der himmel so blau ist
catherine-isabelle dupont
der laut ist zu verstehen als erschütterte luft
friede den irren
belgrad, nis
trink mohn und träume
kraken
»Primo Levi paraphrasierend denke ich oft, dass Gedichte lebensrettend sein können. ... Wenn es stimmt, dass Lyrik einem den Langatem für all das geben kann, was außerhalb des Lyrischen passiert, dann ist Juliane Lieberts Gedichtband lieder an das große nichts ein solches Beatmungsgerät.« Sascha Marianna Salzmann Süddeutsche Zeitung 20211229
»Lieberts Ton rüttelt auf, ist manchmal schrill und mitunter komisch.«
»... rauh und zärtlich zugleich ..., brennend und kühl.«
»Die Ironie, die Metaphorik, der Subtext, da stimmt alles.«
»Liebert hat einen eigenen Sound und Blick: popgeschult, humorvoll, spröde, pointiert, stets den menschlichen Unzulänglichkeiten zugewandt ...«
»Liebert hat einen Sound, eine goldige Metaphorik, ein Buch wie ein Konzert einer ganzen Girlband... mit vielen wechselnden Stimmlagen.«
»Gut erfunden, gut erdichtet.«
»Bewusste Themen- und Sprachbrüche, produktive Zeilensprünge, ein streng getakteter, eigenwilliger Sound sowie aus einem ”Anything goes“-Zeitgeist geschöpfte Bilder machen diese Gedichte zu einem bejahenden Leseerlebnis.«
»Kantig, schroff, bildreich, oft versponnen und fast rätselhaft schreibt sie.«
»So klingt es, wenn eine versierte Beobachterin der Zeit dichtet.«
»Ein wirklich fulminantes Lyrik-Debut«
| Erscheinungsdatum | 02.03.2021 |
|---|---|
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 140 x 220 mm |
| Gewicht | 215 g |
| Themenwelt | Literatur ► Lyrik / Dramatik ► Lyrik / Gedichte |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Angst • Apokalypse • battlerap • Begehren • Belgrad • Berlin • Broadway • Coming of Age • Deutschland • Drogen • Dystopie • Familie • Freundschaft • Gedichtband • Gedichte • Gewalt • Großstadt • Herz • Hoffnung • Körper • Krake • Krankheit • Liebe • Lieder • Lyrik • Lyrisch • Marianne Faithfull • Melancholie • Mendel's law • Mitteleuropa • Mond • Musik • Mutter • Nacht • Niagarafälle • Nikolai Gogol • Nordostdeutschland • Pandemie • Party • Poesie • poetisch • Pop • Rhythmus • Rotkäppchen • Sehnsucht • Sex • Sommer • Stalin • Sterben • Tod • Verlust • Verse • Wald • Weiblichkeit • Zirkus |
| ISBN-10 | 3-518-42982-5 / 3518429825 |
| ISBN-13 | 978-3-518-42982-2 / 9783518429822 |
| Zustand | Neuware |
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