Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Das Auge der Nacht (eBook)

Der letzte Vers
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
440 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-13594-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Auge der Nacht -  Markus D. F. Haasl
Systemvoraussetzungen
8,00 inkl. MwSt
(CHF 7,80)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
'Der letzte Vers' verstummt in Phy, einem Kontinent, auf dem über ein Jahrhundert lang ein magischer Bann lag. Heute ist der Bann gebrochen, doch seine Auswirkungen sind noch immer spürbar. Aber weder der Bannwirker noch der Bannbrecher wussten, was ihre Taten darüber hinaus bewirken würden. Eine uralte Prophezeiung wurde erfüllt und eine neue ausgesprochen. Jetzt, einige Jahre nachdem der Bann gebrochen wurde, ist Lyna, eine Jägerin aus dem hohen Norden, auf ihrer eigenen, ganz speziellen Jagd, während der junge Druide Merik auf der Suche nach Relikten der alten Magie über den Kontinent reist und andere mehr oder weniger schlicht ihr Leben leben. Das Auge der Nacht schaut auf sie alle herab.

Markus Haasl wurde am 18. Juni 1994 in Mutlangen geboren und wuchs in Schwäbisch Gmünd auf. Nach seinem Bachelorstudium "Security and Safety Engineering" hat er als Ingenieur gearbeitet. Neben der schriftstellerischen Tätigkeit absolviert er noch ein Fernstudium zum Master Vorbeugender Brandschutz und ist ehrenamtlich engagiert.

Markus Haasl wurde am 18. Juni 1994 in Mutlangen geboren und wuchs in Schwäbisch Gmünd auf. Nach seinem Bachelorstudium "Security and Safety Engineering" hat er als Ingenieur gearbeitet. Neben der schriftstellerischen Tätigkeit absolviert er noch ein Fernstudium zum Master Vorbeugender Brandschutz und ist ehrenamtlich engagiert.

1 Der Hauptmann der Wache

Das Finale

„Kämpft!“, dröhnte es über den Kampfplatz. Ihr gegenüber, auf dem plattgetrampelten und stellenweise bereits blutgetränkten Kampfplatz, stand Robar mit Schwert und Schild. Die Menge feuerte sie an. Lyna hatte lange auf diesen Moment gewartet, sie hatte es bis hierher geschafft, sie durfte es jetzt nicht vermasseln, indem sie etwas überstürzte und unvorsichtig wurde. Dennoch musste sie jetzt schnell und entschlossen handeln, bevor er die Oberhand gewinnen konnte. Lyna trug weniger Rüstung und hatte im Gegensatz zu ihrem Kontrahenten auch keinen Schild; für sie war Angriff die beste Verteidigung. Ihre Schnelligkeit war ihre Stärke. Er mochte mehr Kampferfahrung haben, doch er teilte nicht ihre Motivation, nicht ihre Leidenschaft, nicht ihren eisernen Willen.

Lyna stürmte direkt auf ihren Gegner zu. Im letzten Moment machte sie einen Schritt nach rechts - weg von seinem Schwert. Die Forstaxt in ihrer Linken schnitt mit dem Schwung ihres Ansturms durch die Luft. Sein Helm würde deren Wucht wenig entgegenzusetzen haben - nicht genug. Robar duckte sich weg und riss seinen Schild hoch. Mit einem lauten „Tock“ hieb die Axt eine Kerbe in den Schild, bewirkte jedoch sonst nichts weiter. Lyna setzte direkt nach. Darauf bedacht, auf Abstand zu seinem tödlichen Langschwert zu bleiben, haute sie mit ihrem Sax zu, sobald er hinter seinem Schild hervorschaute. Diesmal versuchte sie ihn am Hals zwischen Helm und Kettenhemd zu erwischen, doch er riss seinen Schild wieder rechtzeitig hoch und ihr Sax, ein Haumesser, schlug nicht in seinen Hals, sondern nur in den Rand seines Schildes. Sie wollte es herausreißen, doch es steckte fest. Verdammt! Er ließ ihr keine Zeit, dies zu ändern. Mit dem Schild stieß er nach ihr. Instinktiv ließ sie ihr Sax los und wich zurück. Gerade rechtzeitig, denn dem Schildstoß folgte ein Stich mit dem Schwert, den sie andernfalls zu spät bemerkt hätte. Ihr blieb nur noch ihre Axt, die sie jetzt mit beiden Händen griff.

Robar schleuderte sein Schild neben ihr zu Boden, was ihm den Jubel der Menge bescherte. Wie „ehrenvoll“ von ihm. Sie wusste es besser. Er gab seinen größten Vorteil einfach auf. Ein Fehler.

Mit einem Ausfallschritt griff er an. Die Klinge des Langschwerts sauste von schräg oben auf sie zu. Ein kraftvoller Hieb, der auf ihren Hals zielte und jemanden zwar nicht enthaupten, aber definitiv töten könnte. Doch sie war nicht irgendjemand. Sie hatte seinen Angriff erwartet und vor allem war sie flink. Sie duckte sich unter der herannahenden Schwertschneide hinweg, während sie einen Schritt neben ihren Angreifer machte und ihre Axt mit beiden Händen schützend über sich hielt. Wäre sie nicht schnell genug, würde das Schwert von dem Stiel ihrer Axt abgeleitet, ohne dass sie dessen ganze Kraft aufhalten müsste. Das Schwert würde nutzlos in den Erdboden neben ihr schlagen. Doch sie war schneller als das Schwert. Mit einer raschen Drehung ließ sie ihre Axt pfeilschnell in einem Bogen herabfahren. Das Axtblatt schlug in Robars Kniekehle und durchtrennte dessen Hose, Haut, Muskeln und Sehnen. Ein befriedigender, entscheidender Treffer. Hätte sie es gewollt, hätte sie sein Bein vom Knie abwärts mit diesem Hieb kurzerhand abgetrennt. Aber auch so brachte der Hieb eine ausreichende Wirkung. Sein Bein konnte das Gewicht von Körper und Rüstung nicht auch nur einen Wimpernschlag länger halten. Ihr Gegner stürzte schreiend zu Boden. Krachend landete er auf seinem Schild, bevor er vollends in den Dreck des Kampfplatzes rutschte.

Aufstehen würde er nicht mehr, doch er würde überleben, wenn er zu einem guten Medicus oder Heiler gebracht würde. Das Blut durchtränkte seine lange Wollhose und eine rote Lache bildete sich in der niedergetrampelten Wiese unter seinem grotesk abgewinkelten Bein. Vage hörte sie die Menge raunen, pfeifen und rufen - doch noch schenkte sie dieser keine weitere Beachtung. Ihr Gegner, Robar, Hauptmann der Stadtwache von Alkert, hatte sich noch nicht ergeben. Er lag zwar im Dreck, doch er hielt sein Schwert noch in den Händen. Das Wappen von Alkert auf seinem Wappenrock, den er über seinem Kettenhemd trug, war nur noch schwerlich zu erkennen. Sie selbst trug, abgesehen von Armschienen und einem leichten Brustpanzer, keine Rüstung. Lyna war eigentlich keine Kriegerin - sie war Jägerin, doch Bögen waren bei diesem Turnier verboten. So oder so hielt sie sich besser außerhalb seiner jetzt stark eingeschränkten Reichweite, auch wenn sie hervorragende Reflexe hatte. Sie hätte ihn nun einfach töten können, doch wozu jetzt noch ein Risiko eingehen? Er würde nach und nach verbluten, wenn er sich nicht ergab. Jeder Herzschlag pumpte mehr und mehr Blut aus ihm heraus. Die Zeit war auf ihrer Seite. Außerdem wollte sie, dass er überlebte - zumindest vorerst. Er war der Grund, warum sie überhaupt am Turnier teilgenommen hatte. Einen schnellen, ehrenvollen Tod hier beim Finale des Turniers zu Degaron wollte sie ihm nicht gewähren.

Robar keuchte, es kostete ihn scheinbar die letzten Kraftreserven, um sich nicht die Blöße zu geben, vor Schmerz zu schreien. Sein Brustkorb hob und senkte sich schnell unter seinem Kettenhemd. Sein Helm war beim Sturz verrutscht und so sah sie sein schmerzverzerrtes, rotes Gesicht, auf dem sich Schweiß und Tränen mischten. Er schaute zu ihr auf. In seinen Augen erblickte sie Wut und das Entsetzen der Erkenntnis, dass er nicht nur verloren hatte, sondern womöglich nie wieder normal gehen können oder sogar sterben würde. Er konnte ihrem Blick nicht länger standhalten. Die Augen zum Himmel gerichtet, warf er sein Langschwert zur Seite und hob die Arme gekreuzt in die Luft. Er hatte sich ergeben. Es war vorbei. Der Kampf war vorbei, das Turnier war vorbei. Eine Anspannung, größer als ihr bewusst gewesen war, fiel von ihr ab wie die Blätter im Herbst von den Bäumen. Doch wie im Herbst auch bei starkem Wind nicht alle Blätter auf einmal fielen, so blieb etwas von der Anspannung nach wie vor zurück. Das Turnier mochte vorbei sein, doch ihre eigene, ganz spezielle Jagd war noch nicht vorbei. Zwar fast, aber noch nicht ganz.

„Wir haben einen neuen Sieger!“, verkündete der königliche Herold Badrig dem Publikum. „Lyna die Jägerin triumphiert über Robar, den Hauptmann der Stadtwache von Alkert!“ Die Menge toste bei Herold Badrigs Worten, auch wenn wohl keiner zuvor auf ihren Sieg gesetzt hätte.

Das Turnier zu Degaron fand wie auch der Wettkampf der Schmiede oder das Bogenturnier von Foren jedes Jahr aufs Neue statt. Es wurde vor den Stadtmauern von Degaron ausgetragen, von denen herab es sich einige Wachen und Soldaten nicht hatten nehmen lassen, das Turnier zu verfolgen. Es durften bei diesem Turnier nur ehrbare Bürger, hauptsächlich Soldaten und Stadtwachen, aber auch Handwerker, Gastwirte oder eben Jäger wie sie teilnehmen, die keinen schlechten Ruf hatten und von denen keine Verbrechen bekannt waren.

Die Bürger und das einfache Volk standen am Rand des Turnierplatzes und weiter hinten auf einem Hügel. Von dem Hügel konnte man die Menge zwar überblicken, jedoch war man zu weit weg, um überhaupt die Kämpfer sicher auseinanderhalten zu können, wenn man nicht gerade ein Elf war. Elfen waren unter anderem für ihre ausgezeichnete Fernsicht bekannt. Auch ihr hatte einmal jemand nachgesagt, sie hätte die Augen einer Elfe, doch sie war keine Elfe. In Phy gab es keine Elfen, nicht seit dem Bann, der vor einem Jahrhundert in Phy gelegt worden war. Mittlerweile war der Bann zwar gebrochen worden, doch ihr war trotzdem noch nie ein Elf begegnet. Auch kannte sie niemanden, der das von sich behauptete.

Die Edelleute, die Adligen, die Ritter und hohen Damen saßen in ihren teuren, bunten Gewändern auf einer extra für dieses Turnier errichteten Tribüne rund um den König, dessen Familie und nahen Freunden. Während Herold Badrig die Höhepunkte des Turniers lobpreiste und Turnierhelfer kamen, um Robar auf einer Trage ins Lazarett zu bringen, wurde Lyna bewusst, dass sie ab sofort auch zu diesen Edelleuten gehören würde. Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern hatte sie jedoch nicht wegen des Preises für den Sieger an dem Turnier teilgenommen.

Der Preis für den Sieger war jedes Jahr der gleiche. Zum Ersten eine hübsche Summe Geld, auf dass man sich anständig rüsten könne. Zum Zweiten die Waffe, die der Sieger der Meisterschaft der Schmiede gefertigt hatte, auf dass man gut gewappnet sei. Und zum Dritten den Ritterschlag, welcher einen zu einem Ritter von Euried erhob, auf dass man Euried und dessen Gesetze achten und verteidigen werde. Als Ritter wird man in den Dienst des Königreichs genommen wie ein Soldat, jedoch leistet man keinen förmlichen Eid und erhält keinen Sold, dafür genießt man die Privilegien des niederen Adels. Den Ritterschlag würde Prinz Aralin von Euried persönlich erteilen.

Der Preis war ansehnlich und so ein Ritterschlag würde neben den lästigen Pflichten auch Vorteile...

Erscheint lt. Verlag 22.9.2020
Reihe/Serie Das Auge der Nacht
Das Auge der Nacht
Illustrationen Hella Rieg, Markus Haasl
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Kinder- / Jugendbuch Jugendbücher ab 12 Jahre
Schlagworte Buchreihe • Fantasy • Fantasyroman • Fantasyuniversum • High Fantasy • Magie • mittelalterlich
ISBN-10 3-347-13594-6 / 3347135946
ISBN-13 978-3-347-13594-9 / 9783347135949
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Roman

von SenLinYu

eBook Download (2025)
Forever (Verlag)
CHF 24,40