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Taxi, Tod und Teufel - Tödliches Labskaus (eBook)

Nordsee-Krimi

(Autor)

eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
182 Seiten
beTHRILLED (Verlag)
978-3-7517-0003-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Taxi, Tod und Teufel - Tödliches Labskaus -  Lena Karmann
Systemvoraussetzungen
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Folge 4: Das Streetfood-Festival Watt 'n' Food lockt wie jeden Sommer viele Gäste nach Palinghuus und natürlich lassen sich auch Sarah, James und Britta die angebotenen Köstlichkeiten nicht entgehen. Doch als sie Krögers berühmtes Labskaus probieren, fällt Herr Kröger auf einmal tot um, vergiftet! Der Verdacht fällt auf seine Frau - doch dann wird diese ebenfalls leblos aufgefunden. Für die Polizei ist der Fall damit abgeschlossen, aber Sarah und James entdecken Ungereimtheiten und ermitteln weiter. Dabei stoßen sie auf ein altes Geheimnis - und auf jemanden, der über Leichen geht, damit es geheim bleibt!

Über die Serie: Palinghuus in Ostfriesland: Zwischen weitem Land und Wattenmeer lebt Sarah Teufel mit ihrem amerikanischen Ex-Mann James in einer Windmühle. Gemeinsam betreiben sie das einzige Taxiunternehmen weit und breit - mit einem Original New Yorker Yellow Cab! Bei ihren Fahrten bekommt Sarah so einiges mit. Und da die nächste Polizeistation weit weg ist, ist doch klar, dass Sarah selbst nachforscht, wenn etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Denn hier im hohen Norden wird nicht gesabbelt, sondern ermittelt!

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!




Kapitel 1


»Wie heißt das?«, fragte Britta Kerstenbach, als sie den Wurfzettel genauer betrachtete, der vor ein paar Tagen in jeden Briefkasten in Palinghuus geworfen worden war, so als könnte es im Dorf auch nur einen Bewohner geben, der nicht wusste, was an diesem Wochenende anstand. »Watt’nFood? Wie soll ich das verstehen?«

»Ganz einfach«, sagte ihre Freundin Sarah Teufel, während sie sich mit einer Schale Cornflakes zu ihr an den Küchentisch setzte. »Eigentlich is das Ganze ein Streetfood-Festival, aber weil es in Palinghuus nich auf der Straße veranstaltet wird, sondern am Strand gleich vorm Deich und damit am Wattenmeer, hat man die beiden Begriffe miteinander kombiniert und herausgekommen is dabei eben ›Watt’nFood‹.«

»Oder auch ›wat ’n Food‹, richtig?«, folgerte Britta und lächelte, als Sarah bestätigend nickte. »Ich glaube, so langsam bekomme ich die Sprache hier in den Griff.«

Sarah hob abwehrend eine Hand. »Na, sei mal nich zu optimistisch, Britta. Darüber können wir noch mal reden, wenn du mir ›Mook mol föffteihn‹ erklären kannst.«

»Momo... was?« Britta sah sie ratlos an.

»Mach mal Pause«, sagte Sarahs Ex-Mann James, der soeben den Käse in den Kühlschrank zurückstellte und ebenfalls an den Tisch kam.

»Mache ich doch gerade«, antwortete Britta verdutzt und sah noch irritierter drein, als Sarah und James beide lachen mussten. »Was denn?«

»›Mook mol föffteihn‹ heißt so viel wie ›Mach mal Pause‹«, erklärte Sarah und griff nach dem Zucker, um zwei gehäufte Löffel in ihre Cornflakes zu geben.

»Aber was ist ›föffteihn‹?«, fragte Britta mit einem Schulterzucken.

»Fünfzehn«, sagte James, während er Milch in seinen Kaffee goss und umrührte. »Kurz für ›fünfzehn Minuten‹. Das ist so was wie bei Take Five.« Als er Brittas verständnislosen Blick bemerkte, ergänzte er: »Dave Brubeck? Das wohl bekannteste Jazz-Stück aller Zeiten?« Er begann die Melodie anzustimmen, nach ein paar Takten setzte Sarah ein und machte das Saxophon-Solo nach.

Britta sah zwischen den beiden hin und her, die nach ein paar Augenblicken so in das Stück vertieft waren, dass sie sich versonnen anlächelten und ihre vorübergehende Mitbewohnerin darüber anscheinend völlig vergaßen. Sie begann im Takt mit dem Fuß zu wippen und ließ die beiden gewähren. Als sie wie ein seit Langem eingespieltes Team zum Ende kamen, begann Britta zu applaudieren.

James und Sarah sahen sich verdutzt an, dann verneigten sie sich und applaudierten sich anschließend auch noch gegenseitig.

»Groschen jetzt gefallen?«, fragte Sarah und aß einen Löffel Cornflakes, die für sie einfach nicht süß genug sein konnten.

Britta winkte beiläufig ab. »Schon vor mindestens zehn Minuten, aber ihr wart so in das Stück vertieft, dass ich euch nicht unterbrechen wollte. Wenn's mit dem Taxifahren und der Werkstatt mal nicht so läuft, könnt ihr immer noch in der Musikbranche euer Glück versuchen.« Sie zwinkerte ihnen zu. »Aber das Stück kenne ich natürlich. Ich bin bloß noch nicht richtig wach, und als du vorhin ›Take‹ gesagt hattest, musste ich reflexartig an Take That denken. Darum wusste ich nicht, wovon die Rede war.«

»Jugendsünden, die einen immer noch verfolgen«, merkte Sarah amüsiert an.

Ihre Freundin nickte. »Es wär ja nicht so schlimm, wenn man nicht immer wieder mit den ›Jungs‹ konfrontiert würde. Wenn ich sehe, wie alt die geworden sind, fühle ich mich noch mal so alt. Britta kratzte sich an der Schläfe. «Na, egal. Gehen wir denn zu diesem ... Watt’nFood? Ich möchte zu gern wissen, was es da für Köstlichkeiten gibt.»

»Auf jeden Fall. Das haben wir uns noch nie entgehen lassen«, bestätigte Sarah. »Das findet zwar erst seit drei Jahren statt, aber es is schon so was wie ’ne lieb gewonnene Tradition geworden.« Sie sah zur Wanduhr. »Zwischen halb zwölf und eins bin ich mit Frau Kessler unterwegs, weil sie noch zu ihrem Orthopäden muss, bevor der ab Montag in Urlaub is. Wenn ich zurück bin, können wir rübergehen. Was is mit dir?«, fragte sie an James gerichtet.

Der legte den Kopf in den Nacken und fuhr sich mit beiden Händen durch seine Haare, die er so wie jeden Sommer etwas kürzer als üblich trug. Die Arbeit in der Werkstatt war schweißtreibend genug, sodass er mehrmals am Tag duschen musste, da war eine pflegeleichte Frisur so gut wie unverzichtbar. »Gegen Mittag kommen zwei Fahrzeuge rein, Ölwechsel, Zündkerzen und so weiter. Also nichts Wildes. Wenn du mit Frau Kessler zurück bist, können wir gern alle zusammen zum Deich gehen. Zum Glück ist das Essen schon immer viel besser als dieser seltsame Name gewesen.« Er schüttelte amüsiert den Kopf. »Weiß nicht, warum ihr Deutschen immer so ein Deutsch-English-Mishmash machen müsst. Einfach awful.«

»Sagt der Mann, der aus dem Land kommt, das kein eigenes Wort für Kindergarten hat«, konterte Sarah und musste lachen. »Und Gesundheit.«

»Und Heimat auch nicht«, warf Britta ein.

»Tja, wir Amerikaner sind eben alle heimatlos«, meinte James und hob lässig die Schultern an.

»Poor Baby«, sagte Sarah in einem überzogen schmachtenden Tonfall.

Erwidern konnte er nichts mehr, da in diesem Moment sein Telefon klingelte. »Werkstattdienst James Todd, was kann ich für Sie tun?«, meldete er sich und griff nach Stift und Zettel, die auf dem Sideboard lagen. Während der Anrufer redete und James in Abständen ein knappes »Aha« einwarf, notierte er alles Wichtige. »Wir sind auf dem Weg«, sagte er schließlich und legte auf, dann sah er Sarah an: »Wir werden gebraucht, Miss Peel.«

»Schon zur Stelle, Mister Steed«, erwiderte sie, dann begannen sie beide wie auf ein geheimes Zeichen hin die Titelmelodie von Mit Schirm, Charme und Melone zu summen.

»Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, ihr zwei seid wie ein altes Ehepaar. Eure Gedanken laufen ja so was von synchron, das ist fast nicht normal.«

Sarah lächelte flüchtig, als sie Brittas Worte hörte. Sie bereute längst ihre Hals über Kopf getroffene Entscheidung, sich von James scheiden zu lassen. Mittlerweile konnte sie selbst nicht mehr nachvollziehen, was sie dazu getrieben hatte. Der Auslöser war zwar klar und in Form von beträchtlichen Steuernachzahlungen, die sie abstottern mussten, immer noch allgegenwärtig. Aber die Schuld an der Misere allein James zu geben, war rückblickend lächerlich. Sie hätte sich nie auf seine Beteuerungen einlassen dürfen, die Steuererklärung für seine Werkstatt und ihr Ein-Frau-Taxiunternehmen ganz ohne Hilfe eines angeblich viel zu teuren Steuerberaters erledigen zu können. Seine »Buchhaltung« war bei der ersten Betriebsprüfung als schlechter Witz bezeichnet worden, mit der Folge, dass für mehrere Jahre die Gewinne geschätzt wurden.

Sie hatte es als seine Schuld ausgelegt, dass sie mit einem Schlag auf einem monströsen Schuldenberg saßen, dabei hätte sie von vornherein darauf bestehen sollen, die Steuererklärungen einem Fachmann zu überlassen. Vielleicht wäre sie ja noch zu dieser Einsicht gelangt, wenn sie gewusst hätte, dass kurz darauf ihre alte Windmühle nachträglich zum Denkmal erklärt werden würde. Zwar versuchten sie, gerichtlich gegen diese Entscheidung vorzugehen, aber das bedeutete zum einen Anwaltskosten, und zum anderen bewahrte es sie nicht vor der Zahlung diverser Bußgelder für die angeblich widerrechtlichen Umbauten an der Windmühle. Verkaufen konnten sie ihr Zuhause natürlich auch nicht, sodass sie gezwungen waren, weiter unter einem Dach zu leben.

Wobei »gezwungen« kaum der passende Begriff war, denn im Wesentlichen lief alles so weiter wie zuvor. Der einzige erkennbare Unterschied war der, dass amtliche Briefe nicht mehr an sie beide adressiert waren, sondern jeder sein eigenes Schreiben bekam. Zum Glück war das dem Briefträger nie aufgefallen, sodass sie ihre Scheidung vor allen im Dorf hatten verschweigen können. Ansonsten hätten sie schon hundertmal die gleichen Fragen nach dem Warum und Wieso zu hören bekommen.

Ihr reichte es schon, dass sich von Zeit zu Zeit diese spöttische Stimme irgendwo in ihrem Hinterkopf meldete, um sie mit der Nase darauf zu stoßen, wie dumm und übereilt ihre Reaktion doch gewesen war. Aber dumm und übereilt waren nun mal die wesentlichen Merkmale einer Kurzschlussreaktion. Nichts anderes war das damals gewesen. Wenigstens hatte diese nervtötende Stimme schon seit einer Weile nichts mehr von sich hören lassen, was aber auch damit zusammenhängen konnte, dass sie ja einzusehen begann, dass das nicht gerade eine ihrer klügsten Entscheidungen gewesen war.

»Was liegt denn an?«, fragte sie und drängte ihre Gedanken in den...

Erscheint lt. Verlag 30.9.2020
Reihe/Serie Mord auf Friesisch
Mord auf Friesisch
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Cosy Crime • friesland krimi • Gisa Pauly • Klaus Peter Wolf • Krimis • Küstenkrimi • Ostfriesenkrimi • Ostfriesland
ISBN-10 3-7517-0003-X / 375170003X
ISBN-13 978-3-7517-0003-0 / 9783751700030
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