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Liebe, Eis und Schnee - Annabelle Costa

Liebe, Eis und Schnee

(Autor)

Buch | Softcover
276 Seiten
2020 | 1. Erstauflage
Nova MD (Verlag)
978-3-96698-383-9 (ISBN)
CHF 19,90 inkl. MwSt
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Zu diesem Artikel existiert eine Nachauflage
Es beginnt wie ein Märchen. In der Hauptrolle: ich, als Jungfrau in Nöten. Na gut, das mit der Jungfrau stimmt nicht ganz, aber in Not bin ich wirklich, denn ich sitze im Schneesturm in einem Porsche fest, mitten im Nirgendwo. Kein Essen, kein Handynetz, nicht mal ein Lockenstab.Auftritt des schneidigen Helden: eine dunkle Gestalt im strahlend weißen Schnee, bereit, mir zu Hilfe zu eilen! Nur entpuppt sich mein Prinz auf seinem edlen Ross bei näherem Hinsehen als bärtiger Waldschrat mit Augenklappe und einem verbeulten Pick-up.Ja, Jake hat mir das Leben gerettet. Aber er ist so knurrig, dass es mir echt schwerfällt, ihm dafür dankbar zu sein. Und mal abgesehen davon weiß ich nicht, ob ich ihm trauen kann, denn ganz offensichtlich umgibt ihn ein gefährliches Geheimnis ...

Neben ihrem Beruf als Physiotherapeutin schreibt und liest Annabelle Costa leidenschaftlich gerne Chick-Lit. Sie hat eine Schwäche für den britischen Akzent und für Filme der Achtziger, die sie in Gesprächen mit ihren Freunden häufig zitiert. Im Auto und unter der Dusche singt sie gern laut, aber leider auch falsch zu Popmusik. Außerdem liebt sie Cupcakes und isst vermutlich viel zu viele.

Leseprobe aus "Liebe, Eis und Schnee" von Annabelle Costa Kapitel 1 Wir sind seit etwa zwei Stunden unterwegs, und ich würde Chase am liebsten sagen, dass dieser Ausflug ein furchtbarer Fehler ist und wir nach Hause fahren sollten. Fast hätte ich es sogar gesagt. Die Worte liegen mir auf der Zunge. Sie vermischen sich mit den Liedtexten von Billy Joels Album »Greatest Hits Volume III«, das Chase angemacht hat, als der Empfang von Radio Pandora vor einer halben Stunde immer schlechter wurde. We Didn’t Start The Fire. Das Feuer, also dieser Ausflug, war nicht meine Idee, und ich will das Wochenende nicht in einer Hütte in Vermont verbringen. Aber ich bekomme meinen eigenen Text nicht über die Lippen. Und mit jeder weiteren Sekunde, die verstreicht, schwinden meine Chancen mehr und mehr, aus dieser Nummer rauszukommen. Wann ist es noch in Ordnung, zu sagen: »Vergiss es, lass uns umkehren und nach Hause fahren«? Nach zwei Stunden Fahrt läuft das wohl schon unter unangebracht, aber nach drei Stunden ist die Grenze definitiv überschritten. Wenn wir erst mal drei Stunden in diese Sache investiert haben, sitze ich fest. »Ich liebe diesen Song«, sagt Chase, während er die Lautstärke für »And So It Goes« hochdreht. Chase ist der einzige Mann, den ich kenne, der Billy Joel mag. Es gibt da draußen sicher noch mehr männliche Billy-Joel-Fans, aber Chase ist der erste, der mir persönlich über den Weg gelaufen ist. Er ist auch der einzige Kerl in meinem Umfeld, der den Liedtext von »Uptown Girl« mitschmettern kann, ohne jegliche Ironie und ohne sich hinterher dafür zu schämen. Noch skurriler ist es, wenn er laut zu Billy Joel mitsingt, während er mit 140 Sachen in seinem roten Porsche die Straße entlangbrettert. Billy Joel ist einfach keine Musik für schnelle Sportwagen. »Können wir was anderes hören?«, frage ich. »Was denn?« »Irgendwas anderes als Billy Joel.« Chase schnappt nach Luft. Zuerst glaube ich, dass es sarkastisch gemeint ist, aber da habe ich mich wohl geirrt. »Natalie, Billy Joel ist der beste Sänger aller Zeiten! Nein, wir können nichts anderes hören.« »Billy Joel ist der beste Sänger aller Zeiten?« Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht stimmt. Er tritt noch ein bisschen mehr aufs Gas, obwohl wir bereits mit Lichtgeschwindigkeit fahren und ich in der Schule gelernt habe, dass nichts schneller als Lichtgeschwindigkeit sein kann. »Billy Joel war der unangefochtene Superstar der Achtziger.« »Und was ist mit Michael Jackson?« »Michael Jackson!«, platzt es aus Chase heraus. »Du machst wohl Witze!« Ich habe keine Ahnung, was er hat. Bis eben wusste ich nicht mal, dass man Zweifel daran hegen kann, dass Michael Jackson der Superstar der Achtziger war. »Die beiden kann man nicht mal ansatzweise miteinander vergleichen«, sage ich. »Michael Jackson ist wie … ein Filet mignon an cremigem Kartoffelbrei und gedünstetem Spargel. Und Billy Joel ist wie … mit Käse gefüllte Jalapeños.« Ich vergleiche alles mit Essen. Eine Angewohnheit, die ich mir auf der Kochschule zugelegt habe. »Mit Käse gefüllte Jalapeños!« Chase sieht ernsthaft schockiert aus. »Natalie, ich werde jetzt einfach so tun, als hätte ich das nicht gehört.« Warum ist er so sauer? Ich liebe mit Käse gefüllte Jalapeños. Allerdings sind sie kein Filet mignon. Egal. Diesen Streit kann ich wohl ohnehin nicht gewinnen. Chase ist Billy Joel treu ergeben bis in den Tod, und ich bewundere das. Ich mag alle naselang eine andere Band, aber Chase ist seit der Grundschule eingefleischter Billy-Joel-Fan und konnte schon damals den Text von »We Didn’t Start The Fire« auswendig. Er ist schon auf sage und schreibe 23 Billy-Joel-Konzerten gewesen, da kann ich nicht mithalten. Ich habe ganze zwei Katy-Perry-Auftritte gesehen, und einer davon war im Fernsehen. Ich gähne, während ich mich in meinem Sitz zurücklehne und das Profil meines Freundes studiere. Von all den Männern, die ich bislang gedatet habe – und das waren nicht gerade wenige –, sieht Chase Hollister zweifellos am besten aus. Er hat blonde Haare, die bei Tageslicht golden schimmern, und grün-braune Augen, von denen man sich nicht losreißen kann. Seine symmetrischen, wie gemeißelt wirkenden Gesichtszüge, eine römische Nase und ein Kinngrübchen tragen ihr Übriges zu seiner Attraktivität bei. Kinngrübchen sind eine heikle Angelegenheit – wenn das Grübchen zu groß ist, sieht der Kerl damit schnell wie ein aufgeblasener Wichtigtuer aus –, aber Chase’ Kinngrübchen ist absolut perfekt. Und er bezahlt einen Personal Trainer, der für einen durchtrainierten Körper sorgt. Ich sehe auch nicht schlecht aus, aber Chase ist da auf einem anderen Level. Als er mich bei unserem ersten Treffen angelächelt hat, war ich sofort verknallt. Ich konnte gar nicht anders. Er sieht so gut aus, dass man eigentlich ein völlig neues Wort erfinden müsste, um auszudrücken, wie wahnsinnig und unfassbar attraktiv er ist. Wahntraktiv? Unfasstraktiv? Keine Ahnung. Es ist mir peinlich, aber manchmal starre ich ihn einfach an und bin von seinem Aussehen wie hypnotisiert. So, wie ich mich auch an einem schön angerichteten Teller nicht sattsehen kann. Chase ist der Fünfzig-Dollar-Hummerhauptgang oder das Steak im teuersten Restaurant der Stadt. Doch wenn man dann reinbeißt, fragt man sich, was der ganze Wirbel eigentlich soll und ob das Essen vom Diner die Straße runter vielleicht genauso gut schmeckt. Oder sogar noch besser. Zu seiner Verteidigung muss ich allerdings vorbringen, dass Chase nur Augen für mich hat. Wenn wir zusammen ausgehen, flirten ständig fremde Frauen mit ihm, aber er steigt nie darauf ein. Er ist Mitte dreißig und redet oft von seinem Wunsch nach einer eigenen Familie. Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl, Natalie. »Können wir am nächsten Rastplatz anhalten?«, frage ich. Chase legt zwar eine Hand auf die Gangschaltung, aber das Auto scheint nicht langsamer zu werden. Keine Ahnung, wie eine Gangschaltung funktioniert oder welche Vorteile sie hat, außer dass sie cool aussieht und Frauen beeindruckt. Ich bin noch nie mit Gangschaltung gefahren und kann schon von Glück reden, dass ich mit einem Automatikgetriebe halbwegs zurechtkomme. Ich habe Chase irgendwann mal gefragt, warum er sich ein Auto mit Schaltgetriebe ausgesucht hat, doch er hat mich nur angeschaut, als hätte ich etwas unfassbar Blödes von mir gegeben. »Chase?«, sage ich noch einmal, für den Fall, dass er mich über Billy Joels Geschmachte hinweg nicht gehört hat. »Rastplatz? Por favor?« Der Blick hinter seiner Ray-Ban-Brille bleibt stur auf die Straße gerichtet. »Warum willst du unbedingt zu einem Rastplatz?« »Weil ich auf die Toilette muss.« Er stößt einen langen, übertriebenen Seufzer aus. »Warum musst du so oft zur Toilette?« Gutes Aussehen und Treue mögen zu seinen Tugenden gehören, Geduld eher nicht. »So ist das halt, wenn man regelmäßig was trinkt.« Genau das ist das Problem daran – dreieinhalbstündige Autofahrten fördern gerne mal zutage, was in einer Beziehung schiefläuft. An Chase Hollister gibt es vieles, was ich mag, aber wenn er von Heirat und unserer Zukunft spricht, bekomme ich ein flaues Gefühl im Magen. Ich glaube nicht, dass er der Mann ist, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen will. Da bin ich mir sogar ziemlich sicher. Ich meine, der Kerl lässt mich doch noch nicht mal aufs Klo gehen.

Leseprobe aus "Liebe, Eis und Schnee" von Annabelle CostaKapitel 1Wir sind seit etwa zwei Stunden unterwegs, und ich würde Chase am liebsten sagen, dass dieser Ausflug ein furchtbarer Fehler ist und wir nach Hause fahren sollten.Fast hätte ich es sogar gesagt.Die Worte liegen mir auf der Zunge. Sie vermischen sich mit den Liedtexten von Billy Joels Album »Greatest Hits Volume III«, das Chase angemacht hat, als der Empfang von Radio Pandora vor einer halben Stunde immer schlechter wurde. We Didn't Start The Fire. Das Feuer, also dieser Ausflug, war nicht meine Idee, und ich will das Wochenende nicht in einer Hütte in Vermont verbringen.Aber ich bekomme meinen eigenen Text nicht über die Lippen. Und mit jeder weiteren Sekunde, die verstreicht, schwinden meine Chancen mehr und mehr, aus dieser Nummer rauszukommen. Wann ist es noch in Ordnung, zu sagen: »Vergiss es, lass uns umkehren und nach Hause fahren«? Nach zwei Stunden Fahrt läuft das wohl schon unter unangebracht, aber nach drei Stunden ist die Grenze definitiv überschritten. Wenn wir erst mal drei Stunden in diese Sache investiert haben, sitze ich fest.»Ich liebe diesen Song«, sagt Chase, während er die Lautstärke für »And So It Goes« hochdreht.Chase ist der einzige Mann, den ich kenne, der Billy Joel mag. Es gibt da draußen sicher noch mehr männliche Billy-Joel-Fans, aber Chase ist der erste, der mir persönlich über den Weg gelaufen ist. Er ist auch der einzige Kerl in meinem Umfeld, der den Liedtext von »Uptown Girl« mitschmettern kann, ohne jegliche Ironie und ohne sich hinterher dafür zu schämen.Noch skurriler ist es, wenn er laut zu Billy Joel mitsingt, während er mit 140 Sachen in seinem roten Porsche die Straße entlangbrettert. Billy Joel ist einfach keine Musik für schnelle Sportwagen.»Können wir was anderes hören?«, frage ich.»Was denn?«»Irgendwas anderes als Billy Joel.«Chase schnappt nach Luft. Zuerst glaube ich, dass es sarkastisch gemeint ist, aber da habe ich mich wohl geirrt. »Natalie, Billy Joel ist der beste Sänger aller Zeiten! Nein, wir können nichts anderes hören.«»Billy Joel ist der beste Sänger aller Zeiten?« Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht stimmt.Er tritt noch ein bisschen mehr aufs Gas, obwohl wir bereits mit Lichtgeschwindigkeit fahren und ich in der Schule gelernt habe, dass nichts schneller als Lichtgeschwindigkeit sein kann. »Billy Joel war der unangefochtene Superstar der Achtziger.«»Und was ist mit Michael Jackson?«»Michael Jackson!«, platzt es aus Chase heraus. »Du machst wohl Witze!«Ich habe keine Ahnung, was er hat. Bis eben wusste ich nicht mal, dass man Zweifel daran hegen kann, dass Michael Jackson der Superstar der Achtziger war.»Die beiden kann man nicht mal ansatzweise miteinander vergleichen«, sage ich. »Michael Jackson ist wie ... ein Filet mignon an cremigem Kartoffelbrei und gedünstetem Spargel. Und Billy Joel ist wie ... mit Käse gefüllte Jalapeños.«Ich vergleiche alles mit Essen. Eine Angewohnheit, die ich mir auf der Kochschule zugelegt habe.»Mit Käse gefüllte Jalapeños!« Chase sieht ernsthaft schockiert aus. »Natalie, ich werde jetzt einfach so tun, als hätte ich das nicht gehört.«Warum ist er so sauer? Ich liebe mit Käse gefüllte Jalapeños. Allerdings sind sie kein Filet mignon.Egal. Diesen Streit kann ich wohl ohnehin nicht gewinnen. Chase ist Billy Joel treu ergeben bis in den Tod, und ich bewundere das. Ich mag alle naselang eine andere Band, aber Chase ist seit der Grundschule eingefleischter Billy-Joel-Fan und konnte schon damals den Text von »We Didn't Start The Fire« auswendig. Er ist schon auf sage und schreibe 23 Billy-Joel-Konzerten gewesen, da kann ich nicht mithalten. Ich habe ganze zwei Katy-Perry-Auftritte gesehen, und einer davon war im Fernsehen.Ich gähne, während ich mich in meinem Sitz zurücklehne und das Profil meines Freundes studiere. Von all den Männern, die ich bislang gedatet habe - u

Erscheinungsdatum
Übersetzer Vilcsko Djamila
Verlagsort Deutschland
Sprache deutsch
Maße 120 x 190 mm
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Behinderung • Chick-Lit • Entführung • Geheimnis • Glück • Handicap • Happy End • Humor • Hütte • Krimi • Liebe • lustig • Romantik • Romanze • Spannung • Weihnachten • Winter
ISBN-10 3-96698-383-4 / 3966983834
ISBN-13 978-3-96698-383-9 / 9783966983839
Zustand Neuware
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