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Leichenwechsel (eBook)

Signe Berglund sucht ein Motiv

(Autor)

eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
324 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-7439-3790-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Leichenwechsel -  Ulf Spiecker
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Signe Berglund, erste und einzige schwarze Kommissarin der Reichspolizei in Kalmar, wird zum Fundort einer Leiche gerufen. Ausgerechnet bei Robert Ekkheim, einem Freund aus Deutschland, sitzt eine halb verweste Leiche im Schuppen. Aber das ist erst der Anfang, immer weitere Leichenfunde werden gemeldet. Und alle haben sie was gemeinsam: Alle waren sie vorher schon länger tot, alle tragen ein blaugelbes Stirnband mit den Worten 'Was ihr wollt' und immer trifft es Deutsche. Während Robert Ekkheim mit seinem Sohn und dessen Freundin einfach nur den Sommer in Schweden genießen wollen, treffen sie sogar in Stockholm überall auf Leichen oder deren 'Stellvertreter' mit dem blaugelben Stirnband und den drei Worten 'Was ihr wollt'. Signe Berglund und ihr Team tappen bezüglich Motiv und Täter im Dunkeln.

Ulf Spiecker, Jahrgang 61, ist gelernter Landschaftsgärtner und studierter Stadtplaner. Er hat unter anderem aber auch in den Schulferien als Maurer gejobbt, neben der Lehre an Autos geschraubt, im Urlaub Ziegen gemolken, während des Studiums mit Verkehrsdaten jongliert, Kindererziehung mit der Herstellung von Graved Lachs verknüpft und ehrenamtlich viel Zeit in Schulbibliotheken verbracht. Ulf Spiecker lebt und arbeitet in Hamburg - und seit 1994 immer wieder gerne auch in Schweden.

Ulf Spiecker, Jahrgang 61, ist gelernter Landschaftsgärtner und studierter Stadtplaner. Er hat unter anderem aber auch in den Schulferien als Maurer gejobbt, neben der Lehre an Autos geschraubt, im Urlaub Ziegen gemolken, während des Studiums mit Verkehrsdaten jongliert, Kindererziehung mit der Herstellung von Gra­ved Lachs verknüpft und ehrenamtlich viel Zeit in Schul­bibliotheken verbracht. Ulf Spiecker lebt und arbeitet in Hamburg - und seit 1994 immer wieder gerne auch in Schweden.

IV

»Verdammt!« Jonte kickte einen kleinen Kiesel aus dem Weg, der in mehreren Sprüngen direkt auf einen Polizeiwagen zuhüpfte und mit einem hässlichen Geräusch gegen die Fahrertür schlug. Robert guckte sich instinktiv um, aber außer ihnen war niemand zu sehen.

»Passt schon!«, sagte Jonte, »Ich bin Steuerzahler, ein bisschen gehört die blöde Karre auch mir!« Missmutig stiefelte er zu seinem Auto und ließ sich auf den Sitz fallen. »Dass die Welt verrückt ist und von Bekloppten bewohnt wird, ist ja wirklich nicht neu, aber das hier haut dem Fass wirklich den Boden aus!«

Während sie mit Signe Berglund im Büro gesessen hatten und nachdem Robert nach einer detaillierten Befragung gerade das Protokoll unterschreiben wollte, war ein junger Kollege ins Büro gestürmt. Noch bevor er registrierte, dass Signe Besuch hatte, platzte es aus ihm heraus. »Schon wieder ein Leichenfund in einem Schuppen! Diesmal in Emmaboda. Wieder im Zustand fortgeschrittener Verwesung und auch wieder mit Stirnband!« Signe starrte genervt an die Decke. »Lass mich raten«, hatte sie geantwortet, »auf dem Stirnband stand Vad ni vill!« Der Kollege nickte. »Und in Lessebo hat heute eine alte Frau Blumen auf das Grab ihres Mannes legen wollen. Ein Gärtner fand sie dann ohnmächtig auf dem leeren Sarg in der Grube. Sonst ist ihr zum Glück nichts weiter passiert. Ob es zwischen beiden Toten einen Zusammenhang gibt, wird noch untersucht«, sprudelte es aus dem Kollegen hinaus. Signe hatte den Kopf geschüttelt und Robert und Jonte mit einem »Der Kaffee muss leider warten, ihr hört, die Arbeit ruft!« hinauskomplimentiert. Die Tür war bereits geschlossen, als Signe den Freunden noch »Ich melde mich bei euch!« nachrief.

*

Die schlechte Laune von Jonte war hochgradig ansteckend. Knapp zehn Minuten nachdem die Freunde das Polizeikommissariat verlassen hatten und sie gerade in einen großen Verkehrskreisel einfuhren, fragte Jonte nölend: »Nybro oder Påryd?«

»Mir egal!«

»Mir auch!« Jonte fuhr an der ersten Ausfahrt vorbei und fuhr dann auf der innersten Fahrspur dreimal um den Kreisel ohne auszufahren. Robert stierte missgelaunt vor sich hin.

»Hast du noch genug Sprit? Solange wir in Bewegung sind, kann hier wenigstens keiner ’n Toten ablegen! Und wer weiß, was uns zu Hause erwartet …«

»Denen traue ich jedenfalls alles zu!«, knurrte Jonte und zog den Wagen jäh auf die äußerste Spur, schnitt dabei einen Volvo und nötigte anschließend noch einen Kleinlieferwagen zu einem riskanten Ausweichmanöver. Für dessen erschrockenes Hupen hatte er nur ein mildes Lächeln übrig. Dann nahm er die Ausfahrt Richtung Påryd.

Schweigend fuhren sie nun die waldreiche Strecke entlang und hingen schlechtgelaunt ihren Gedanken nach. Kurz nachdem sie das Dorf Rinkabyholm passiert hatten, sagte Robert: »Halt mal, ich muss mal raus!« Schweigend bog Jonte daraufhin in eine kleine Straße, die, obwohl eher wie ein Wirtschaftsweg aussehend, zu einer gedrungenen Wehrkirche und einer kleinen Siedlung führte. Jonte hielt wortlos auf einem Parkstreifen vor dem Friedhof, aus dessen Mitte sich zwischen den alten Bäumen trutzig die mittelalterliche Kirche erhob. Robert sah sich um, Jonte an, schüttelte den Kopf und stieg aus. Auf seiner Suche nach einem sowohl sichtgeschützten als auch nicht zum Kirchengelände gehörenden Plätzchen, eilte er an einem alten hölzernen Glockenturm vorbei und durcheilte den Friedhof. Kurz blieb er vor einem gläsernen Grabstein stehen, der, wie er mal gelesen hatte, eigens von einem Glasmacher für seine viel zu früh verstorbene Frau gefertigt worden war, dachte »Ach, hier ist der!« und hastete dann doppelt schnell in Richtung einer Baumgruppe an einem angrenzenden Feld. Dort verschwand er zwischen den Bäumen. Kurz darauf sah Jonte wie Robert sichtlich entspannt und eher schlendernd den Weg zurück zum Parkplatz nahm. Immer wieder blieb er kurz stehen und las die Inschrift irgendeines Grabsteines, bevor er plötzlich aufsah, zu einer parallel gelegenen Grabreihe eilte, um dann wild gestikulierend Jonte herbeizurufen.

*

Signe Berglund schob sich eine Haarsträhne hinter das Ohr und sah Robert mit leicht zusammengekniffenen Augen und schief gelegtem Kopf ungläubig an. »Warum, sagtest du, habt ihr hier gehalten?«

»Mich überkam ein zutiefst menschliches Bedürfnis.«

»Hier auf dem Friedhof?«, fragte sie mit hochgezogenen Augenbrauen nach.

»Nee, da!« Robert zeigte auf die etwa hundert Meter entfernte Baumgruppe.

»Männer!«, seufzte Signe kopfschüttelnd. »Dann sollten wir da vorsichtshalber auch absperren!«, sagte sie nun grinsend und sah dann wieder in die enge Grube zu ihrem Kollegen in dem weißen Overall. Der versuchte angestrengt zwischen modrigen Sargresten Halt zu finden und gleichzeitig noch nach verwertbaren Spuren zu suchen. »Zwei geöffnete Gräber, zwei halb verweste Leichen in irgendwelchen Schuppen – das kann kein Zufall sein!«, dachte Signe, verscheuchte eine Mücke, die hartnäckig um ihren Kopf surrte und las auf dem schlichten Granitstein den Namen Ludvig Pålsson. »Welcher der beiden Toten hörte zu Lebzeiten wohl auf diesen Namen?«, fragte sie sich und baute dabei wieder mal auf das Glück und die Fähigkeiten ihres Kollegen Melker Berg, der schon so oft in Kombination beider Dinge in der Lage gewesen war, verwertbare DNA-Spuren zu extrahieren, wo andere bereits aufgegeben hatten.

»Ich habe hier was!«, kam es prompt dumpf aus der Grube und Melker Berg hielt ein kleines durchsichtiges Tütchen hoch. »Wer auch immer hier gegraben haben mag, hat das wohl ein bisschen zu forsch für den morschen Sarg getan. Sieht so aus, als wenn hier am Holz Gewebereste kleben …« Triumphierend reichte er Signe das Tütchen, die es vorsichtig entgegennahm und neugierig ansah.

»Ich wusste es ja, Melker, du bist der Beste!«, sagte sie zufrieden.

»Ja«, kam es trocken aus der Grube, »das bin ich!«

Als Signe das Tütchen ins Sonnenlicht hielt und konzentriert dessen Inhalt betrachtete, wurde Robert, in Erinnerung an das, was Signes Kollege eben gesagt und er in seinem Schuppen vorgefunden hatte, zum zweiten Mal innerhalb zweier Tage sehr flau im Magen. Signe sah ihn an und bemerkte, dass seine sonst so gesunde Gesichtsfarbe um einige Nuancen fahler geworden war. Ernst und mitfühlend legte sie ihm die Hand an die Wange.

»Ich bin mir ja nicht so sicher, ob du dir nicht besser einen weniger aufregenden Ferienort suchen solltest. Du tappst jetzt schon im zweiten Jahr hintereinander in irgendwelche Geschichten hinein, die es sonst nur in schwedischen Krimis gibt!«

»Ich bin nicht in den Ferien!«, presste Robert trotzig hervor, »Jedenfalls nicht nur!«

»Okay, okay«, sagte sie beschwichtigend, wollte gerade noch etwas hinzufügen, als sie ihren Kollegen Oscar Lind vom nahen Kirchencafé über den Friedhof auf sie zusteuern sah. In der Hand hielt er ein Papptablett mit drei Bechern Coffee to go. Als er näher kam nickte er Robert und Jonte mit einem kurzen »Hej!« zu, wandte sich an Signe, reichte ihr das Tablett mit den Bechern und schüttelte bedauernd den Kopf.

»Nichts. Keiner hat hier in den letzten Tagen irgendetwas Auffälliges gesehen oder gehört.«

»Nicht mal irgendein unbekanntes Auto? Ich meine, irgendwo muss derjenige ja sein Auto gelassen haben. Die Leiche wird ja wohl kaum auf dem Fahrrad transportiert worden sein!«

»Nichts. Weder die Anwohner, noch die Leute aus dem Kirchencafé – und das liegt ja schließlich direkt gegenüber. »Allerdings«, er zeigte auf die rückwärtige Seite des Friedhofes, »da hinter den Bäumen fließt auf der einen Seite ein Flüsschen, auf der anderen Seite liegt ein großes Feld, und da soll es auch einen unbefestigten Fahrweg direkt bei den Bäumen geben. Der kann, solange es trocken ist oder nicht zu stark geregnet hat und man langsam und vorsichtig fährt, auch mit einem ganz normalen Pkw befahren werden. Und zum Friedhof hin gibt es da auch nur ein flaches Mäuerchen.«

»Komm«, sagte Signe zu ihm, »das schauen wir uns mal an! – Melker? Hier oben steht ein Kaffee für dich. Du kommst alleine klar?«

»Ja, sogar mit dem Kaffee! Ich liebe es, in Ruhe meinen Kaffee zu trinken. Haut bloß ab!«

»Alter Misanthrop!«, lachte Signe, »Okay, wir sind dann gleich wieder da!« Als sie sich gerade den beiden Freunden zuwandte hörte sie ein dumpfes »Lasst euch Zeit!« aus der Grube. Dann sagte sie zu Robert und Jonte: »Danke, dass ihr gleich angerufen habt. Aber tut mir einen Gefallen und stolpert jetzt nicht gleich wieder über...

Erscheint lt. Verlag 14.4.2022
Reihe/Serie Leichenwechsel
Leichenwechsel
Leichenwechsel
Signe Berglund Krimis
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Kommissarin Signe Berglund • Krimi • Roman • Schmunzeln und Spannung • Schweden • Signe Berglund • Südschweden
ISBN-10 3-7439-3790-5 / 3743937905
ISBN-13 978-3-7439-3790-1 / 9783743937901
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