Historical Saison Band 76 (eBook)
448 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-4968-2 (ISBN)
EINE GEHEIMNISVOLLE GOUVERNANTE von DIANE GASTON
Diese bernsteinfarbenen Augen, dieses betörende Lächeln! Die hübsche Claire weckt vom ersten Moment an Lord Brookmores Begehren. Doch nicht nur als Gouvernante seiner beiden Nichten ist sie tabu für ihn - er ist auch längst mit einer standesgemäßen Adligen verlobt! Noch ahnt er nicht, was Claire vor ihm verbirgt ...
SINNLICHER AUFRUHR IM HERRENHAUS von LUCY ASHFORD
Isobels Gefühle geraten in Aufruhr: Ihr Jugendschwarm Connor ist zurück aus London und hat das Herrenhaus ihrer verarmten Familie gekauft! Sofort fühlt sie sich wieder zu ihm hingezogen. Aber was empfindet er? Nach dem ersten zärtlichen Kuss stößt er sie zurück. Hat er sie nur aus Rache an ihrem skrupellosen Vater verführt?
<p>Schon immer war Diane Gaston eine große Romantikerin. Als kleines Mädchen lernte sie die Texte der beliebtesten Lovesongs auswendig. Ihr Puppen ließ sie tragische Liebesaffären mit populären TV- und Filmstars spielen. Damals war es für sie keine Frage, dass sich alle Menschen vor dem Schlafengehen Geschichten ausdachten. In ihrer Kindheit musste sie als Tochter eines Armeeoffiziers oft umziehen. Sie lebte in Japan, Alabama und Washington DC, wo sie auch heute noch wohnt. In ihrer Jugend lernte sie Werte wie Pflichtbewusstsein und Disziplin schätzen, aber auch Einsamkeit kennen, wenn sie wieder einmal in einer neuen Stadt Fuß fassen musste. Doch inmitten ihrer Bücher war sie nicht wirklich allein. Mit Lesen vertrieb sie sich die Zeit. Romantik durfte in ihrer Lektüre noch nie fehlen. Romane mit Happy End, etwa 'Jane Eyre', zog sie dramatisch-düsteren Werken wie 'Sturmhöhe' vor. Doch erst als sie anfing zu studieren, entdeckte sie die Faszination romantischer Liebesromane. Und da sie für ihr Leben gern las, beschloss sie, englische Literatur als Hauptfach zu wählen. Später entschied sie sich jedoch für ein Psychologiestudium, um nach ihrem Abschluss Menschen helfen zu können, ihr eigenes Happy End im Leben zu finden. Auch nach ihrer Heirat und der Geburt ihrer beiden Kinder arbeitete sie ganztags als Psychologin. Irgendwann kehrte dann genug Ruhe in ihren Alltag ein, und sie fand wieder Zeit zum Lesen insbesondere romantischer Liebesromane. Nachdem sie einen ziemlich schlecht geschriebenen Bestseller gelesen hatte, dachte sie sich: Das kann ich besser! Der Erfolg kam nicht über Nacht, doch schließlich wurde ihr erster Regency-Roman veröffentlicht, und sie gewann sogar einen Preis. Diane gab ihren Beruf auf, um sich ganz der Schriftstellerei zu widmen, und hat damit die Erfüllung ihres Lebenstraums erreicht.</p>
1. KAPITEL
Juni 1816
Lady Rebecca Pierce folgte dem Matrosen, der ihr Gepäck geschultert hatte, und der sauertöpfisch blickenden Anstandsdame, die sie auf dieser unerwünschten Reise begleitete. Sie war auf dem Weg über die Irische See nach England, wo sie einen Mann heiraten sollte, den sie verabscheute.
Der Matrose ging ihnen voran an Deck und führte sie an anderen Passagieren vorbei hinunter zu den Kabinen. Dort atmete Rebecca die abgestandene Luft ein und fragte sich, ob Nolan, die Anstandsdame, die ihr Halbbruder, der Earl of Keneagle, als ihre Begleitung engagiert hatte, ihr wenigstens erlauben würde, ein wenig Zeit an Deck zu verbringen. Sie liebte es, am Bug eines Schiffes zu stehen, sich die frische Meeresluft um die Nase wehen zu lassen und zuzusehen, wie das Schiff sich seinen Weg durch das tiefblaue Wasser bahnte.
Sie ging ein wenig langsamer, einzig und allein, um Nolan zu ärgern. Deren Aufgabe war es, darüber zu wachen, dass Rebecca die Ehe vollzog, die ihr Bruder für sie arrangiert – nein, ihr aufgezwungen – hatte, aber das bedeutete ja noch lange nicht, dass Nolan jeden ihrer Schritte kontrollieren konnte.
Rebecca blickte sich um. Es gab keine Fluchtmöglichkeit. Selbst wenn sie das kurze Stück bis an Land schwamm … ihr Bruder hatte sichergestellt, dass sie mittellos dastehen würde, sollte sie Lord Stonecroft nicht heiraten.
„Lady Rebecca!“, erklang eine strenge Stimme. Die von Nolan natürlich. „Beeilen Sie sich. Ihre Kabine ist fertig.“
Rebecca biss sich auf die Unterlippe und blieb stehen.
„Lady Rebecca!“ Nolan kam zurück, um sie zu holen.
Widerstrebend – und langsam – folgte Rebecca ihr zur Kabine.
In ihrer Kabine saß Rebecca mit ihrer Anstandsdame an dem kleinen Tisch, der genau wie die Stühle fest mit dem Boden verschraubt war. Durch das kleine Bullauge sahen sie zu, wie das Schiff den Hafen verließ. Es herrschte guter Wind, sodass sie England wohl am Morgen erreichen würden.
Kaum waren sie auf offener See, nahm der Wellengang zu, und das Schiff wurde hin und her geschaukelt.
„Oh“, stöhnte Nolan und hielt sich den Magen. „Mir wird schlecht.“
Nicht in meiner Kabine, dachte Rebecca. „Kommen Sie.“ Sie half Nolan auf. „Ich bringe Sie in Ihre Kabine. Dort können Sie sich hinlegen.“
„Kann ich noch irgendetwas für Sie tun?“, fragte Rebecca, nachdem sie der älteren Frau ins Bett geholfen hatte. „Essen hilft gegen Seekrankheit.“
Nolan stöhnte abermals. „Kein Essen. Lassen Sie mich allein.“
Rebecca stellte ihr noch einen Eimer ans Bett. „Hier, falls Sie ihn brauchen sollten. Ich schaue später noch einmal nach Ihnen.“
„Nein“, jammerte Nolan. „Lassen Sie mich allein.“
Aber gerne doch, dachte Rebecca.
Trotzdem würde Sie nach Nolan sehen. Sie selbst war nie seekrank, aber auf den Überfahrten während ihrer Schulzeit in England hatte sie häufig Menschen erlebt, die darunter litten.
Sie schritt den Gang entlang und hatte das Gefühl, als wäre ihr eine Last von den Schultern gefallen. Sie war, zumindest im Moment und hier auf dem Schiff, frei. Das war doch schon mal etwas. Also konnte sie an Deck gehen und die Reise genießen.
Die Luke wurde geöffnet, und eine junge Frau stieg die Treppe hinunter. Sie trug ein Cape mit Kapuze, das feucht war und nach Meer roch.
Weil auf der Treppe nur Platz für eine Person war, wartete Rebecca.
Als die Frau mit gesenktem Kopf an ihr vorbeigegangen war, trat Rebecca zur Treppe.
„Wollen Sie an Deck, Miss?“, fragte die Frau. „Man hat mich wieder runtergeschickt.“
Rebecca drehte sich um.
Die Frau zog sich die Kapuze vom Kopf. „Rauer See…“ Sie riss die Augen auf.
Auch Rebecca schnappte nach Luft.
Die Frau hatte dieselben bernsteinfarbenen Augen wie Rebecca, die gleiche Nase, den gleichen Mund und ebenso braunes Haar wie sie. Sie waren ungefähr von gleicher Statur und im selben Alter.
Es kam Rebecca vor, als würde sie in den Spiegel schauen. Nur dass ihr Spiegelbild das Haar zu einem schlichten Knoten geschlungen hatte und ein unscheinbares braunes Kleid unter dem Cape trug.
Fassungslos schüttelte Rebecca den Kopf. „Sie sehen aus wie ich!“ Sie traute ihren Augen nicht und blinzelte, doch das Spiegelbild blieb unverändert.
Die andere Frau lachte beklommen. „Ich … ich weiß nicht, was ich sagen soll.“
„Ich auch nicht.“ Was sagte man zu seinem Ebenbild?
„Das ist ja unheimlich.“ Die junge Frau richtete sich auf. „Aber entschuldigen Sie meine schlechten Manieren. Ich bin Miss Tilson. Eine Gouvernante.“
Rebecca streckte die Hand aus. „Lady Rebecca Pierce. Es ist mir eine Freude, Sie kennenzulernen.“ Fast hätte sie gelacht. „Mich kennenzulernen.“
Miss Tilson schüttelte ihr die Hand.
Die Luke wurde geöffnet, und ein Gentleman kam herunter.
Als er an ihnen vorbeiging, meinte er: „Die Damen sollten lieber in den Kabinen bleiben. Es herrscht starker Seegang. Aber keine Sorge, ich bringe Ihnen nachher das Essen.“
Hatte er die Ähnlichkeit zwischen ihnen bemerkt?
Rebecca und Miss Tilson schwiegen, bis er in einer Kabine am Ende des Ganges verschwunden war.
„Wir sollten auf ihn hören.“ Miss Tilson öffnete die Tür zu einer Kabine, die genauso winzig war wie Nolans. „Ich bin hier untergebracht.“
„Ich würde mich gern mit Ihnen unterhalten“, sagte Rebecca schnell. „Ich bin allein. Meine Begleiterin leidet unter Seekrankheit. Kommen Sie doch einfach mit in meine Kabine.“
Miss Tilson stimmte zu, und als die beiden Frauen wenig später an dem kleinen Tisch saßen, verkniff Rebecca es sich, mit der Frage Warum sehen Sie aus wie ich? herauszuplatzen. Stattdessen sagte sie: „Wohin geht Ihre Reise, Miss Tilson?“
„Zu einer Familie im Lake District. Das heißt, es ist keine richtige Familie. Ich soll zwei kleine Mädchen betreuen, deren Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Sie sind jetzt in der Obhut ihres Onkels, dem neuen Viscount Brookmore.“
„Wie tragisch.“ Rebecca war immerhin fast erwachsen gewesen, als sie ihre Eltern verloren hatte.
„Und Sie, Lady Rebecca? Wohin wollen Sie?“ Miss Tilson sprach, wie Rebecca feststellte, nicht den typischen irischen Dialekt. Ihr selbst war der auf dem Pensionat in Reading ausgetrieben worden.
„Nach London.“
„London!“ Miss Tilson lächelte. „Wie aufregend. Ich war einmal dort. Es war so … belebend.“
„Belebend? Mag sein.“ Trotzdem wollte Rebecca nicht dorthin. Für sie stellte London ein Gefängnis dar.
„Das klingt so, als wollten Sie nicht nach London.“
„Stimmt. Ich reise dorthin, um zu heiraten.“
„Heiraten?“
Rebecca winkte ab. „Es ist eine arrangierte Ehe. Auf Betreiben meines Bruders.“
„Und Sie möchten diesen Mann nicht heiraten?“
„Nein.“ Sie strich sich das Haar zurück. Die Heirat mit Stonecroft war das Letzte, worüber sie reden wollte. „Können wir das Thema wechseln?“
Miss Tilson blinzelte. „Entschuldigen Sie. Ich wollte nicht neugierig sein.“
Rebecca zuckte mit den Schultern. „Vielleicht erzähle ich Ihnen die ganze Geschichte später.“ Sie beugte sich vor. „Aber jetzt habe ich so viele andere Fragen. Wieso sehen wir uns so ähnlich? Wie kann das angehen? Sind wir irgendwie verwandt?“
Sie tauschten sich über ihre Stammbäume und Familien aus, doch nichts ließ auf eine Verbindung schließen. Miss Tilsons Familie kam aus dem niederen Adel. Ihre Mutter war bei ihrer Geburt gestorben, und ihr trauernder Vater hatte sie in die Obhut von Nannys und Gouvernanten gegeben, ehe sie schließlich auf eine Schule in Bristol gekommen war, als ihr Vater starb. Von da an war sie auf sich gestellt gewesen. Sie war als Gouvernante nach Irland gekommen und war jetzt auf dem Weg zu ihrer neuen Stelle.
Rebecca dagegen war die Tochter eines englischen Earls, dessen Güter sich in Irland befanden. Doch den Großteil ihres Lebens hatte sie in England verbracht, vor allem in dem Pensionat in Reading.
„Wie kann das nur sein?“, fragte Rebecca schließlich. „Wir sind nicht verwandt …“
„... sehen aber gleich aus“, beendete Miss Tilson den Satz für sie. „Ist das einfach nur ein unglaublicher Zufall?“
An der Wand hing ein Spiegel. Sie standen auf und musterten sich darin.
„Wir sind nicht identisch“, meinte Miss Tilson. „Schauen Sie.“
Rebeccas Vorderzähne standen etwas weiter vor, ihre Augenbrauen waren geschwungener, die Augen ein wenig größer.
„Niemand würde es bemerken, solange wir nicht nebeneinanderstehen“, fügte Miss Tilson hinzu.
„Unsere Kleidung unterscheidet uns. Das auf jeden Fall.“ Rebecca wandte sich zu Miss Tilson um. „Mit meinen Sachen würde man Sie für mich halten.“
„Ich kann mir nicht vorstellen, etwas so Schönes zu tragen.“ Rebeccas Ebenbild seufzte.
„Dann müssen Sie sie unbedingt anziehen“, sagte Rebecca impulsiv. „Lassen Sie uns während der Reise die Kleidung und die Rollen tauschen. Das wird ein großer Spaß. Mal sehen, ob es jemandem auffällt.“
Miss Tilson schüttelte den Kopf. „Ihre Kleider sind zu fein für mich. Meine sind so einfach.“
„Genau. Aber ich glaube, dass die Leute mehr auf die Kleidung als auf sonst irgendetwas achten....
| Erscheint lt. Verlag | 22.9.2020 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Historical Saison |
| Historical Saison | Historical Saison |
| Übersetzer | Barbara Kesper, Gabriele Ramm |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Historische Romane |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
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| ISBN-10 | 3-7337-4968-5 / 3733749685 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-4968-2 / 9783733749682 |
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