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Solange die Liebe bleibt (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
368 Seiten
MORE by Aufbau Digital (Verlag)
978-3-96797-052-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Solange die Liebe bleibt - Tanya Michna
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Carly ist ein Workaholic. Leider mit schlimmen Folgen für ihre Ehe: denn ihr Mann hatte irgendwann genug davon, sie nie zu Gesicht zu bekommen und verließ sie. Dabei könnte Carly gerade jetzt jede Unterstützung gebrauchen, denn neuerdings wohnt ihre anstrengende Mutter bei ihr. Als am Flughafen ihr Koffer mit dem einer anderen Frau vertauscht wird, kommt es Carly gerade recht, dass ihre Zufallsbekanntschaft Elizabeth gerade dringend Abstand von ihrem Ehemann braucht. Frei nach dem Motto 'Manchmal muss man gehen, um zu bleiben' hat Elizabeth nämlich kurzerhand ihre Koffer gepackt und ist verreist, um sich in der Ferne über die Gefühle zu ihrem Mann klar zu werden. Ist ihre Ehe Gewohnheit, oder lieben sie sich noch so, dass man auch Fehler verzeihen kann? Mit ihrer warmherzigen und souveränen Art macht Elizabeth sich in Carlys Haushalt schnell unentbehrlich. Die beiden ungleichen Frauen freunden sich an und erkennen: Wer Liebe zulässt, kann auch Liebe geben ... 

Ein bewegender Roman über die tiefe Freundschaft zweier Frauen und die Kraft der Liebe.



Tanya Michna hat seit ihrem Studium an der University of Houston, Victoria, geschrieben. 'Vergiss mich nicht' war ihr Romandebut. Sie lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in der Nähe von Atlanta, wo sie an weiteren Romanen arbeitet.

Eins
Holprige Landung


Was mache ich hier eigentlich?

Kaum war Elisabeth Overton aus dem Flugzeug gestiegen, traf sie die Frage wie ein Keulenschlag. Bislang hatte sie noch keine Zeit gefunden, über ihren spontanen Einfall nachzudenken. Gestern Abend war sie viel zu sehr mit den Reisevorbereitungen beschäftigt gewesen und nur einmal kurz stutzig geworden, als ihre Visa-Karte abgelehnt worden war. Das hatte sie dann aber einfach als technisches Problem abgetan und einfach mit American Express gezahlt. Und heute während des Fluges hatte sie ganz andere Sorgen gehabt – lieber Gott, lass uns heil ankommen. Zwar versuchte Allen ihr seit Jahren einzutrichtern, dass Flugreisen statistisch gesehen viel sicherer waren als Autofahrten, doch in der Luft hatte sie sich noch nie richtig wohl gefühlt.

Im Grunde wusste sie selbst, dass ihre Ängste völlig überzogen waren. Schließlich war ihre eigene Mutter vor vielen Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen, während Allen im Laufe ihrer langen Ehe unzählige Vielflieger-Meilen gesammelt und dabei höchstens ein paar Turbulenzen miterlebt hatte. Beth dagegen war erst ein paar Mal geflogen, die Premiere war damals mit Mitte zwanzig, und Flüge verband sie in erster Linie mit den Geschäftsreisen ihres Mannes, weniger mit exotischen Urlauben oder romantischen Kurztrips.

Bis heute. Denn dieser Ausflug nach Houston fiel eindeutig in die Kategorie romantisches Abenteuer – auch wenn Allen dort gerade bei einer Messe war. Normalerweise neigten sie beide nicht zu spontanen Aktionen, daher war sie gespannt, wie er reagieren würde. Den Flug hatte sie mit reichlich Gottvertrauen, mit zusammengebissenen Zähnen und einer Miniflasche Chardonnay immerhin schon überstanden. Also würde sie sich jetzt auch nicht mehr entmutigen lassen, sondern ihren Plan in die Tat umsetzen. Allerdings erst nach einem kurzen Abstecher zur Damentoilette.

Auf wackligen Beinen betrat Beth den Flughafenterminal. Als ihr Blick durch den Wartebereich schweifte, fühlte sie sich an einen Tag erinnert, der schon viele Jahre zurücklag:

Es war später Abend an einem bitterkalten dreiundzwanzigsten Dezember, damals, als man seine Lieben noch am Flugsteig erwarten durfte. Joy war noch keine vier Jahre alt. Ungeduldig hielten sie nach den aussteigenden Passagieren Ausschau. Wenige Wochen zuvor hatte Allen seine erste Stelle als Verkäufer angetreten und konnte aus seinem Charme endlich auch beruflich Gewinn schlagen. Wegen der Schlechtwetterwarnungen hatte Beth schon befürchtet, er würde nicht rechtzeitig an Weihnachten zu Hause sein – und die Puppe, die der »Weihnachtsmann« für Joy bringen sollte, hätte sicher nicht über das Fehlen des Vater hinweggetröstet. Also hatte Beth ihre Tochter in den kirschroten Secondhand-Mantel gepackt und sich über die Autobahn zum Flughafen Hartsfield gekämpft. Dass Allens Flug doch noch eine Landerlaubnis erhalten hatte, war für ihre Familie das schönste Weihnachtsgeschenk gewesen. Gemeinsam mit Joy sah sie zu, wie die Maschine über die Landebahn rollte. Selbst jetzt, mehr als zwanzig Jahre später, hörte Beth die Kleine noch freudig nach ihrem »Daddy« rufen. Sie konnte sich genau erinnern, wie Allen strahlend auf sie zugeeilt war. Erst hatte er seine Tochter an sich gedrückt und dann Beth in die Arme geschlossen und innig geküsst.

Merkwürdig – so viele Ereignisse aus Joys Kindheit kamen ihr vor, als wären sie erst gestern gewesen. Kaum zu glauben, dass meine Kleine nun selbst ein Kind bekommt! Aber was diesen leidenschaftlichen Kuss von Allen betraf, der schien schon eine Ewigkeit zurückzuliegen.

Wie hatte Beth sich gefreut, als das junge Paar ihr gestern eröffnet hatte, dass ein Baby unterwegs war! Zugleich hatte ihr die Nachricht einen Stich versetzt. Ich werde Großmutter? Ihr fünfundvierzigster Geburtstag stand kurz bevor. In diesem Alter bekamen andere Frauen selbst noch Kinder! Mit fünfundvierzig gehörte man noch lange nicht zum alten Eisen. Fünfundvierzig war noch nicht zu alt für Leidenschaft.

Oder etwa doch? Nachdenklich fuhr sie mit dem Daumen über ihren Ring.

Allen war so viel unterwegs, dass sie sich leicht vormachen konnte, in ihrer Ehe wäre alles in Ordnung. Doch seitdem Joy vor zwei Jahren zu Hause ausgezogen war, spürte Beth immer deutlicher, dass ihr etwas fehlte. Sie engagierte sich in der Gemeinde – leitete einen wöchentlichen Gebetskreis für Frauen, stellte den monatlichen Rundbrief zusammen und war als Seelsorgerin tätig. Neben der ehrenamtlichen Arbeit in einem Alphabetisierungsprogramm für Erwachsene werkelte sie gern im Garten, veranstaltete Bastelabende und war Mitglied in einem Lesekreis. Und dennoch gab es in ihrem Leben eine Leere, die sich nicht verleugnen ließ.

Ihr verstorbener Vater, Reverend Howard, hatte sie zur Demut erzogen. Sie sollte dankbar sein für das, was ihr gegeben war, selbstlos an andere und nicht immer nur an sich denken – und Beth war wirklich glücklich darüber, dass ihre Ehe schon so lange hielt. Etliche Paare in ihrem Bekanntenkreis waren längst wieder geschieden, obwohl sie weitaus weniger Anfangsschwierigkeiten gehabt hatten als Allen und sie. Beth bemühte sich Tag für Tag um Dankbarkeit für das Glück, mit dem sie gesegnet war. Dass ihr dies nicht immer gelang, bereitete ihr ein schlechtes Gewissen. Im Stillen hoffte sie, dass diese Reise daran etwas ändern würde.

In Gedanken vertieft bog sie nach links zu den Toiletten ab und stieß fast mit einer großen Blondine zusammen.

»Oh, Entschuldigung«, stammelte Beth.

Die jüngere Frau nickte nur knapp und ging eilig weiter. Sie hatte sicher noch nie im Leben einen peinlichen Moment erlebt.

Beth war sonst eigentlich auch nicht so ungeschickt, doch im Augenblick schwirrte ihr der Kopf. Die lange unterdrückten Gedanken und der ungewohnte Alkohol hatten sie ziemlich aus der Spur gebracht. Sie trank so gut wie nie, und nach dem Fläschchen Wein während des Flugs war ihr etwas schwindelig.

Eine weitere Erinnerung kam ihr in den Sinn: Allen, der sich bei einem Empfang zu Ehren eines neuen Geschäftsführers von Virtu-Tronix über sie lustig machte. Im Vorbeigehen hatte ein Kellner Beth eine Champagnerflöte gereicht, und Allen hatte sich über ihre tief verwurzelte Abneigung gegen alkoholische Getränke amüsiert. Schließlich hatte Beths Vater seine Gemeinde immer zur Enthaltsamkeit angehalten.

Jesus hat doch höchstpersönlich Wasser in Wein verwandelt, hatte Allen sie aufgezogen, ein belustigtes Funkeln in den grauen Augen. Das ist doch geradezu eine Aufforderung.

Zu Beths Freude hatte Joy die ausdrucksvollen, hell schimmernden Augen von Allen geerbt und nicht das langweilige Braun ihrer Mutter. Aber wann hatte Beth zuletzt dieses Funkeln in Allens Blick gesehen? Würde sie es heute sehen, wenn sie ihn mit der frohen Botschaft überraschte? Vielleicht konnten sie die Neuigkeit hier in Texas feiern, fernab vom Alltag zu Hause in Alpharetta. Die schönsten romantischen Momente hatte sie immer im Urlaub erlebt – zwei herrliche Nächte auf Hilton Head, die seine Firma spendiert hatte, die Kreuzfahrt, mit der er sie zum fünfzehnten Hochzeitstag verwöhnt hatte, oder damals, als er erst keine Zeit für gemeinsame Frühjahrsferien in Beths Heimatort gehabt hatte und dann in letzter Minute alle Termine verschieben konnte, um seine Familie zu begleiten.

Nein, sie bereute es nicht, dass sie hergekommen war. Allen hatte zwar berufliche Verpflichtungen, aber er würde sich sicher freuen, sie zu sehen. Sie an seiner Stelle wäre jedenfalls sehr gerührt, wenn er sie so überraschen würde.

Vielleicht war diese ganz spontane Reise genau das, was sie brauchten.

Dr. Carlotta Frazer brauchte diese Reise, um sich abzulenken und auf andere Gedanken zu kommen. Vor lauter Ungeduld war sie in den zehn Minuten am Flughafen von Houston schon dreimal nur knapp an einer Kollision vorbeigeschrammt. Da sie in der letzten Zeit kaum geschlafen hatte, war es eigentlich erstaunlich, dass sie noch so schnell reagieren konnte. Doch wenn sie so weiterhetzte, würde es noch Verletzte geben. Zudem war ihre Hektik vollkommen sinnlos, denn selbst wenn sie die Gepäckausgabe in Rekordzeit erreichte, wäre ihr Koffer höchstwahrscheinlich noch gar nicht da.

Also drosselte sie das Tempo und bemühte sich um die Gelassenheit, für die sie sonst bekannt war. Übermäßige Gefühlsausbrüche waren nicht ihre Art – selbst die Beerdigung hatte sie, ohne sich viel anmerken zu lassen, überstanden.

»Überleg es dir doch lieber nochmal, ob du wirklich zu dieser Konferenz fahren willst«, hatte Beverley Murrin bei der Trauerfeier gesagt. Hatte in dem Blick der Dekanin hinter der Gleitsichtbrille bei allem Mitgefühl nicht auch etwas Missbilligung gelegen? »Das würde dir niemand übelnehmen.«

Ganz im Gegenteil. Es hätte sicher einen besseren Eindruck gemacht, wenn Carly während der Zeremonie schluchzend zusammengebrochen wäre, die Präsentation bei der Konferenz abgesagt hätte und zu Hause bei ihrer Mutter geblieben wäre, statt Helene in fremder Obhut zu lassen. Dr. Samuel Frazer wäre wohl der Einzige gewesen, der ihre unsentimentale Flucht in die Arbeit voll und ganz verstanden hätte – doch über die Gemeinsamkeiten mit ihrem verstorbenen Vater wollte Carly lieber nicht genauer nachdenken.

Schon vor langer Zeit hatte sie sich angewöhnt, alle Kommentare über ihre angebliche Ähnlichkeit zu ignorieren. Solche Bemerkungen waren durchaus schmeichelhaft gemeint: Samuel Frazer hatte...

Erscheint lt. Verlag 1.10.2020
Übersetzer Annika Tschöpe
Sprache deutsch
Original-Titel Baggage Claim
Themenwelt Literatur Comic / Humor / Manga
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte christina lauren • Große Liebe • Jojo Mojes • Julia Whelan • Liebe • Lori Nelson Spielman • Mein Jahr mit dir • Minnie Darke • Monninger • Nichts als Liebe • Ohne ein einziges Wort • Romantik • Rosie Walsh
ISBN-10 3-96797-052-3 / 3967970523
ISBN-13 978-3-96797-052-4 / 9783967970524
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