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Guirlanden um Die Urnen der Zukunft (eBook)

Familiengeschichte aus dem drei und zwanzigsten Jahrhundert

(Autor)

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
180 Seiten
Musaicum Books (Verlag)
978-80-272-3816-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Guirlanden um Die Urnen der Zukunft -  A. K. Ruh
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In 'Guirlanden um Die Urnen der Zukunft' präsentiert A. K. Ruh einen fesselnden Roman über die Zukunft der Menschheit und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Mit einem poetischen Schreibstil und tiefgründigen philosophischen Überlegungen entführt der Autor die Leser in eine dystopische Welt, die sowohl faszinierend als auch beunruhigend ist. Ruh verwebt geschickt Elemente der Science-Fiction mit existenziellen Themen, die zum Nachdenken anregen und den Leser über die Grenzen der Realität hinausführen. A. K. Ruh, ein renommierter Philosoph und Schriftsteller, ist bekannt für seine originellen Werke, die die Menschheit in ihren Grundfesten erforschen. 'Guirlanden um Die Urnen der Zukunft' ist das neueste Werk in seiner beeindruckenden Bibliographie und zeugt von seiner unstillbaren Neugier und seinem tiefen Verständnis für die menschliche Natur. Ruh's einzigartiger Ansatz zu komplexen Themen und sein meisterhafter Umgang mit Sprache machen ihn zu einem herausragenden Autor in der zeitgenössischen Literaturlandschaft. Für Leser, die sich nach anspruchsvoller Literatur sehnen, die gleichermaßen intellektuell anregend wie emotional bewegend ist, ist 'Guirlanden um Die Urnen der Zukunft' ein Muss. Dieses Buch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Tiefen der menschlichen Psyche und regt dazu an, über die Zukunft der Menschheit und die Bedeutung des Lebens zu reflektieren. Ein Meisterwerk der dystopischen Literatur, das sowohl Geist als auch Herz berührt.

Siebentes Kapitel
Der Besuch


Graf Welly hatte theils der Witterung, theils des Anschauens so mancher schönen Gegend wegen statt der flüchtigen Luftgondel die Kutsche zur Reise gewählt. Es waren gegen dreisig deutsche Meilen zur Stadt und der Vater hatte seinem Sohne noch manches zu sagen, zu errinnern, zu ermahnen, warnen, lehren u. s. w. Wie es denn die guten Väter bei solchen Gelegenheiten auch im achtzehnten Sekulum nicht daran ermangeln lassen.

Sie fuhren durch die herrlichsten Gegenden, die überall das natürliche Gepräge glückliche, zufriedene Bewohner zu haben, an ihrer Kultur trugen. Abwechselnde Ebenen mit sanften Gebürgen, bald licht, bald dicht bewaldet, bald mit Akacien, bald mit guten Kastanien, bald mit Citronen, Pomeranzen, bald mit Birken, Tannen, und andern schon in unserm Jahrhunderte verbreiteten Waldbäume waren überall zu sehen.

Wie? Citronen, Pomeranzen, Mandelbäumen im deutschen Vaterlande, und das noch dazu in Wäldern? Gedeihen sie doch izt kaum in Treibhäusern gut! Meine theuersten Leser, das ist wieder eine Eigenschaft des 23ten Jahrhunderts. Das Klima war schon zu Franz des II. römischen Kaisers Zeiten nicht das nemliche, so einst zu Herrmanns Zeiten war, schon nicht so rauh unfruchtbar und ungesund. Die ungeheuere Waldungen wurden verkleinert, die unzähligen Sümpfe darinn in urbare Wiesen gemacht, und in dem neuen Zeitraum ist nun das Klima ungemein angenehmer, sanfter, milder, und trägt nun so gut und fruchtbar jene Pflanzen, Sträuche und Bäume, die vor fünf hundert Jahren nur in den warmen südlichern Erdgegenden gediehen — dahin brachten es ebenfalls Menschen.

Sonstige Moräste sind itzo die lachendsten Wiesen. Hügel die sandigt, felsigt, nakt, und kahl waren, tragen nun die schönsten Weingärten, oder Kastanienwälder, und vom kleinsten Strauche bis zur Eiche zeigt jedes Gewächse das Gepräge einer bessern Veränderung.

Unsre zwei Reisenden waren am ersten Tage der Woche aus den vaterländischen Gefilden gereist, (das ist nach der itzigen Rechnung der Donnerstag) und kamen am Dritten in eine der lieblichsten Landschaften. Es war ein blumichtes Wiesenthal, das ein silberblinkender Bach dicht umbüscht mit Papeln, Erlen und Weiden durchmurmelte. Die Strasse wand sich regelrecht in einer graden Linie hindurch, von Nußbaumalleen beschattet, links und rechts mit den duftigsten Blumenbeeten eingefaßt, mit Rasen und Marmorbänken, mit Lusthäusern nicht im abgeschmakten bizaren chinesischen im rein deutschen Geschmake, niedlich zierlich und bequem für die Labungsbedürftigen gebaut. Quellen heller als Diamante sprudelten hie und dort aus künstlich angelegten und natürlichen Felsennischen an dem Wege, und in den nahen Gesträuchen und auf den Bäumen, sangen Fink und Hänfling den Reisenden ihre angenehme Lieder.

„Mein Sohn! — Wir kehren hier in diesem Schlosse, das mitten im Thal im Abendscharlach mit seiner vergoldeten Kuppel aus dem Baumwipfeln glänzt, bei meinem alten braven Freunde Bengler ein. Er war einst mein Jugendgefährte, ein deutscher Jüngling, und noch ein deutscher Mann, er wird uns freundlich aufnehmen, und bewirthen!“ Sagte Welly zu Salassin.

Wie ward Bengler adelich? — fragete der Sohn. Er hat verschiedne sehr gute Erfindungen gemacht entgegnete Welly. Er baute eine Windmühle — sieh! Dort klappert sie ja auf dem Felsenhügel! — mit vierzehn Rädern, wo der leiseste Wind das erste bewegt, die andern alle sich nachdrehn, und wo man in einem Tage dreimal so viel mahlen kann, als auf einer Wassermühle von eben so vielen Gängen in einer Woche. Es wird darinn Papier, Getraide, Hülsenfrüchte und so gar Drechslerarbeit zu Stande gebracht, jedes Rad treibt eine von der andern verschiedenen Gewerbsmaschiene. Bengler hat auch noch eine andere Mühle gebaut, wo blos Papier aber aus verschiedenen Gewächsen so gut und schön verfertigt wird, daß aus dem achtzehnten Jahrhundert das holländische so zu sagen nur ein gemeines Papier dagegen ist. Wir werden es besehen, wenn eine Weile übrig bleibt.

Sie kamen nach einer Viertelstunde bei dem Schlosse an. Der Besitzer saß eben mit einer Gesellschaft unter einer hochästigen Eiche, deren moosigten Stamm, dick, kaum von vier Männerarmen zu umspannen, ein niedlicher Marmortisch dunkel roth, und gelblicht weiß geädert umrundete. Rasensitze daran, auf denen die Gäste herum saßen, die fröhlich im Kranz herum den Rheinwein, aus hochhalsigen Kristallflaschen sprudelnd, in Pokalen tranken. Schon in der Ferne vernahmen die Reisenden den Wiederhall von ihrem Rundgesang, und als sie beide durch das grün und weiß angestrichene Staketenthor fuhren, klang eben die lezte Stropfe von dem edlen Liede eines Dichters aus dem 18ten Jahrhunderte.

Mit dem lezten abgesungenen Verse stand der Gastherr aus dem Kranze seiner Gesellschaft auf, und kaum hatte er Welly erkannt, so eilte er mit ausgestrekten Armen seinem alten Herzensfreunde entgegen. Der ganze Ring folgte, und brachte den Kommenden den Willkommenspokal.

Dies ist ein Becher, der in jedem Hause des Landes nach Verhältniß des Vermögens von Gold, Silber, oder bei minderbegüterten Landleuten wenigstens aus feinem Porzellain gebildet ist. Bei einem Gastmahle steht er in der Mitte des Tisches, und dem Gaste reicht ihn der Gastherr, der ihm aus einem zweiten das frohe Willkommen zutrinkt, worauf ein kleines Mahl beginnt.

Von Golde mit spielenden Brillianten besezt war der, den Bengler Welly reichte. Das Bild der Gastfreiheit und Freundlichkeit mit den Worten: Willkommen! war darauf geäzt.

O so drück ich denn noch einmal wieder dich, mein guter Wallingau, an mein Herz! — Sprach Bengler freudig. Sey willkommen!

Willkommen! Willkommen! scholls unter den andern, und die beiden Wallingauer wurden wie im Triumpf nach dem Rasensitz unter der Eiche geführt. Die ganze Gesellschaft ward munterer. Welly kannte außer seinem Freunde keins der Glieder, und doch waren alle so vertraulich und frei gegen ihn, als hätte man sich zu tausendmal gesehen, und seit unzähligen Jahren gekannt.

Salassin ward hingerissen von der lautern Munterkeit des Kranzes fröhlicher Menschen. Die Mädchen schielten mit lüsternen Blicken nach ihm, und wünschten ihm als sie erfuhren, er reise in die Residenzstadt, ein recht angenehmes Leben in der vergnügenvollen Stadt.

Der Abend sank vom leicht bewolkten Himmel auf rosigten Flügeln hinab, die Sonne glänzte am westlichen Horizont in halber Goldscheibe, und ein rother Strahl spiegelte in dem weniggefüllten Pokal. Man beschloß einen Spaziergang in den Park, und die Gesellschaft begab sich paarweise dahin.

Lolly — sagte Spengler zu seiner Tochter, einem Mädchen, dem an den Rosenwangen der Frühling zum sechzehntenmale blühte — Lolly unterhalte doch unsern jungen Gast recht gut.

Ja, Vater: das will ich schon thun! — meinte sie, und ihre Wange ward höher roth. Sie schloß sich an Salassin, und wandelte mit ihm in die schönen Gänge des Gartens.

Heute war ein sehr schwüler Tag! begann Lolly, indem sie schalkhaft ihren Führer anlächelte, der zum erstenmal an einer so schönen Seite gieng. — Ihr beiden werdet müde auf der Reise geworden seyn.

Um so angenehmer labt uns die Ruhe, und besonders hier, wo der kühle Abend, und so liebliche Blüthen um uns sind! — sprach Salassin etwas verblüft; denn ihm ward es schon bei Lollys ersten Anblicke wunderlich ums Herz. Wenn das Mädchen zehnmal ein allerliebstes Gesprächsel anfieng, ließ der schüchterne Salassin sonst so gewandt um frey — zehnmal ließ er den Faden fallen. Ein niegefüllter Drang klopfte schneller in seinem Pulse, und die Glut seines Gesichtes stieg höher bei jeglichen Blicke, den Lolly mit ihrem freundlichen Auge auf ihn warf.

Unsre Väter sind so gute Freunde, wie kommt es, daß sie sich selten besuchten? Ich sah dich noch niemal? — fieng Lolly wieder an.

„Mein Vater hat immer der Geschäfte so viele“ — Auch meiner und doch ist er fast jede Woche irgendwo zu Gaste.

„Die Entfernung von Wallingau nach — Wie nennet man dieses Dorf?“

Wallbach!

„Sind volle fünfzehn Meilen.“

Die kann man in einem Tage zurücklegen mit flüchtigen Luftgondeln.

„O ja! — es ist aber nicht immer gut Wetter.“

Sage lieber Laune daheim zu bleiben — Du fährst also nach der Residenz?

„Ja!

Wirst du nicht bald zurückkommen?

„Das läßt sich nicht bestimmen.

O du mußt uns öfter —

„Recht gerne!“

Das Gespräch hätte wieder sein Ende, und sie wandelten weiter in den labyrintischen Gängen des Parks. In der Mitte plätscherte eine Kaskade. Ein kristallener Erlenbaum schoß aus jedem künstlich gebildeten Zweige das flimmernde Wasser, das wie ein Staubregen in das Becken rieselte, und in einen schilfigten Teich rann.

Die Beiden weilten und sahen bald das schöne Schauspiel, bald — sich an, und ihr Lächeln, ihr schnell sich begegnender Blick fiel schneller zurück auf die Kaskade.

Eine Goldrose schwamm mitten im Teiche. Die leichten Wellen gaukelten sie näher an das Röhriggestade.

Eine Goldrose! — rief Lolly, und zeigte in den Teich. Salassin sammelte Kieseln, um die Blume durch ein geschicktes Werfen näher an den Damm zu treiben. Es gelang, und die Rose war fast mit der Hand zu erreichen. Schnell um dem schönen Gast zuvorzukommen, kniete Lolly auf den Grasdamm, und langte nach der Goldrose. Salassin der eben ein Stäbchen vom nächsten Strauche brach, stand mit dem Rücken gegen den Teich, und bemerkte die Müherinn nicht, die, indem sie nach der Blume tappte, das Gleichgewicht verlor,...

Erscheint lt. Verlag 14.12.2017
Verlagsort Prague
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Essays / Feuilleton
Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Apokalypse • Der Krieg der Welten • Deutsche Literatur • Die Abnormen • emotionale Intensität • europäischer Autor • Familiendrama • Fin de siècle • ISAAC ASIMOV • Kafkaesker Stil • Künstlerische Erzählung • Literarische Symbolik • Marcus Sakey • Melancholie • Memox • Schöne neue Welt • Thomas Rabenstein • Weltraum • Zeitlose Themen • Zombie
ISBN-10 80-272-3816-1 / 8027238161
ISBN-13 978-80-272-3816-3 / 9788027238163
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