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Der Streicher durch die Meere (eBook)

Die fantastische Geschichte der Brigantine: Die Wassernixe
eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
420 Seiten
Musaicum Books (Verlag)
978-80-272-0979-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Streicher durch die Meere -  James Fenimore Cooper
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In James Fenimore Coopers Werk 'Der Streicher durch die Meere' wird die Geschichte des jungen John Paul Jones erzählt, einem legendären Seemann, der während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges für die Kontinentalmarine kämpfte. Cooper zeichnet ein lebendiges Bild von Jones' Abenteuern auf hoher See und porträtiert eindringlich die Spannungen zwischen Ehre, Pflicht und persönlicher Freiheit. Der Roman beeindruckt durch Coopers detailreiche Beschreibungen maritimer Schlachten und seiner akribischen Recherche zum historischen Hintergrund. Der literarische Stil des Autors kombiniert fesselnde Erzählkunst mit historischer Genauigkeit und bietet so ein packendes Leseerlebnis für Abenteuer- und Geschichtsliebhaber gleichermaßen. Cooper setzt in 'Der Streicher durch die Meere' seine Tradition des historischen Romans fort, der bereits mit 'Der letzte Mohikaner' große Anerkennung fand. Seine Darstellung von Jones als komplexer Held, der mit inneren Konflikten ringt, verleiht dem Buch eine anspruchsvolle Tiefe und macht es zu einem Meisterwerk der amerikanischen Literatur. Fans von Abenteuergeschichten und historischen Romanen werden von 'Der Streicher durch die Meere' fasziniert sein und von Coopers meisterhafter Erzählweise begeistert sein.

Viertes Kapitel.


Inhaltsverzeichnis


Sey ruhig, denn der Preis, den ich dir
schaffe, verdunkelt diesen Unfall –«

Der Sturm.

Des ungekannten Seemannes Aussehen, so wie seine kühne Weise und Rede, hatte auf die Passagiere der Pirogue bezeichnend gewirkt. Die schöne Barbérie amüsirten offenbar seine Spöttereien, dies verrieth das Schelmische in ihren Augenwinkeln, trotz der Zurückhaltung, welche sie wegen seiner Ungebundenheit als Schutzmittel annehmen zu müssen glaubte. Der Patroon studirte das Gesicht seiner Angebeteten; ihn verdrossen zwar die Freiheiten des ungebetenen Gastes, doch hielt er es für das Klügste, sie mit Duldung zu behandeln, als die natürlichen Ausbrüche eines erst kürzlich von der Eintönigkeit des Seelebens befreiten Geistes. Die auf dem Antlitz des Raths thronende Ruhe war ein klein wenig zum Wanken gebracht worden, allein es gelang ihm, seine Unzufriedenheit, um anzüglichen Bemerkungen zu entgehen, zu verbergen. So stellte sich denn auch bald, nachdem derjenige, welcher in der vorhergehenden Scene die Hauptrolle spielte, sich zurückzuziehn für gut gefunden hatte, die frühere Ruhe wieder ein, als wenn er gar nicht da gewesen wäre.

Die Pirogue, auf sinkender Fluth und vor einem wachsenden Lüftchen segelnd, hatte bald die kleineren Eilande in der Bai hinter sich, und den königlichen Kreuzer, die sogenannte Coquette, deutlicher im Gesicht. Das Schiff von zwanzig Kanonen lag in paralleler Linie mit dem Küstentheil der Insel Staaten, auf welchem das Dörfchen lag, wohin die Pirogue steuerte. Hier pflegten nämlich alle seewärtsgehenden Schiffe vor Anker zu gehen, um den rechten Wind abzuwarten; auch wurden sie hier, wie noch jetzt der Fall ist, jenen Untersuchungen und Verzögerungen ausgesetzt, die zur Sicherheit der Stadtbewohner dienen sollen. In diesem Augenblick übrigens war die Coquette das einzige Schiff auf dem Ankerplatz, denn vor hundert Jahren gehörte die Ankunft eines Kauffahrers aus einem entfernten Hafen noch nicht zu den Alltagsbegebenheiten.

Der Seeweg des Fährbootes brachte es innerhalb fünfzig Fuß von der Kriegsschaluppe, und im Verhältniß mit ihrem Herannahen stieg die neugierige Aufregung der am Bord Befindlichen.

Der Schiffer, in der Absicht, sich seinen Kundsleuten und Gehülfen willfährig zu zeigen, machte Miene, den dunkeln Planken des Kreuzers so nahe, als möglich, zu kommen. Dies bemerkte der Alderman, der polternd rief:

»Gebt Eurer Milchmagd mehr Spielraum! Alle Seen und Meere! ist Eure Yorker Bai nicht weit genug, daß Ihr den Kanonen des trägen Schiffes dort den Staub aus den Mäulern bürsten müßt! Wüßte die Königin, wie die Schlingel von Müßiggängern ihr Geld verfressen und versaufen, sie würde sie bald auf die Jagd schicken gegen die Freibeuter in den Inselgewässern. Richte den Blick auf das Land, Alida, mein Kind, so wird der Schrecken vergehen, welchen dir der dumme Maulaffe gemacht hat; der Prahlhans wollte nur zeigen, wie gut er steuern kann.«

Indessen war nichts von dem Schrecken, welchen der Onkel vertreiben wollte, an der Nichte zu bemerken. Im Gegentheil, statt blässer zu werden, überzog, im Verhältniß wie sich die Pirogue der Leeseite des Kreuzers näherte, eine tiefere Röthe ihre Wangen, und das schnellere Heben ihres Busens war ebenfalls schwerlich eine Aeußerung der Furcht. Diese Veränderung blieb unbemerkt, weil der nahe Anblick der schlanken Masten und des Taulabyrinths, welches den Passagieren fast über die Köpfe wegragte, Aller Aufmerksamkeit an sich gerissen hatte. Hundert neugierige Augen, einige über die oberen Stockwerke hinwegguckend, andere durch die Pfortgaten blinzelnd, waren schon auf sie gerichtet, als plötzlich ein Offizier, in der halben Uniform eines Seekapitäns jener Tage, sich in die höhere Takelage des Kreuzers hinaufschwang, und die Gesellschaft in der Pirogue mit einer eiligen Schwenkung des Hutes begrüßte, wie Jemand, der angenehm überrascht wird.

»Blauen Himmel und sanfte Lüfte Jedem und Allen!« schrie er in der biederherzigen Weise eines Seemanns. »Der schönen Alida meinen Handkuß; die besten Wünsche eines Matrosen dem Herrn Alderman; Herr Van Staats, Ihr ergebener Diener!«

»Ja, ja,« brummte der Bürger, »Ihr faulen Bursche wisset nichts Besseres zu thun, als uns mit Worten abzuspeisen, statt daß Ihr handeln solltet. Ein lässig betriebener Krieg und ein Feind weit vom Schusse machen Euch Seeleute zu Herren der Insel, Capitän Ludlow!«

Alida war nun vollends feuerroth; einen Augenblick zauderte sie, dann aber ließ sie mit einer halb unwillkührlichen Bewegung ihr Tuch wehen. Der junge Patroon erhob sich und erwiederte den Gruß durch eine höfliche Verbeugung. Jetzt war das Fährboot schon fast halb vor dem königlichen Schiffe vorbeigesegelt, und schon begann der mürrische Ausdruck aus dem Gesichte des Rathsherrn zu verschwinden, da sprang der Seemann vom Indischen Shawl auf, und stand im Nu wieder mitten unter der Gesellschaft.

»Ein hübsches Seeboot, und ein nettes Gehänge in der Höhe!« sagte er, und maß mit kennerischem Blicke das Tauwerk des Kreuzers, indem er zugleich mit demselben Gleichmuth, wie vorher, dem Schiffer die Ruderpinne aus der Hand nahm. »Ihre Majestät muß von einem solchen Renner nicht schlecht bedient werden, und der junge Kerl dort in der Takelage ist ohne Zweifel Mann genug, um aus seinem Fahrzeug so viel Vortheil zu ziehen, als nur immer möglich. Wollen’s doch einmal beobachten. Hol’ die Oberschotten weg, Bursch’.«

Beim Reden hatte der Fremde das Steuer in Lee gesetzt, und sein Befehl war noch nicht ganz ausgesprochen, so war das behende Boot bereits angeluvt und die Segel füllten sich auf der andern Seite. In der nächsten Minute schon liefen sie wieder an der Seite der Kriegsschaluppe entlang. Eben wollten der Alderman und der Schiffer zugleich in laute Beschwerden ausbrechen gegen dieses allzudreiste Eingreifen in die regelmäßige Leitung des Bootes, als der vom Indischen Shawl die Mütze lüftete und den noch in der Takelage befindlichen Offizier mit demselben großen Selbstvertrauen anredete, das er vorher in dem Gespräch mit seiner näheren Umgebung an den Tag gelegt hatte.

»Kann die Königin einen Mann in ihrer Flotte brauchen, der in seinem Leben mehr blaues Wasser als festes Land gesehen hat; oder gibt’s in einem so schmucken Kreuzer keinen Raum mehr für Einen, der Hungers sterben muß, wenn er keine Seemannsdienste mehr thun kann?«

Der Nachkomme der Königsfeinde Ludlow, wie Lord Cornbury das Geschlecht des Befehlshabers der Coquette betitelte, war gleich sehr überrascht durch die äußere Erscheinung des Fragenden, wie durch die gleichgültige Miene, mit welcher ein gemeiner Matrose sich herausnahm, einen Offizier von seinem hohen Range anzureden. Er würde daher seinem Unwillen freien Lauf gelassen haben, wenn ihm nicht Gelegenheit gegeben worden wäre, sich zu erinnern, in wessen Gegenwart er spreche. Diese Gelegenheit gab ihm der Fremde, der, ehe noch Antwort erfolgte, das Steuer wieder leewärts gerichtet hatte und das Vordersegel back legen lassen, ein Manöver, das die Pirogue zum Stillstehen brachte.

»Ihre Majestät wird stets gern einen kühnen Seemann in ihren Sold nehmen, wenn er Geschicklichkeit und Diensttreue mitbringt; dies soll gleich bewiesen werden. Werft der Pirogue ein Tau zu! Unter der königlichen Flagge werden wir leichter Handels einig werden. Ich werde stolz darauf seyn, mittlerweile den Alderman van Beveront zu bewirthen, und ein Cutter steht ihm jeden Augenblick zu Befehl, sobald er es für gut findet, uns wieder zu verlassen.« »Glaubt mir, die landliebenden Herren Aldermänner wissen schon ihren Weg aus einem Kreuzer der Königin nach dem Ufer zu finden, leichter als ein Matrose mit zwanzigjähriger Erfahrung;« erwiederte der Fremde, ohne dem Bürger Zeit zu lassen, sich für das höfliche Anerbieten des Offiziers zu bedanken. – »Ein Herr, der wie Sie, edler Capitän; ein so schönes Boot befehligt, hat ja ohne Zweifel schon die Passage bei Gibraltar gemacht, nicht wahr?«

»Dienstpflicht hat mich mehr als einmal schon nach den italiänischen Gewässern gerufen.« antwortete Ludlow, der des Fremden Unverschämtheit halb verzieh, da er es war, dem er das unerwartete Vergnügen verdankte, daß die Pirogue zum zweitenmal sich genähert hatte.

»Nun, dann wissen Sie ja, wie es dort einem Schiffe geht: eine Dame kann es mit ihrem Fächer ostwärts in den Kanal hineinfächeln, aber es gehört ein tüchtiger Wind aus der Levante dazu, wenn es wieder aus dem Kanal heraus will. Seht, die königlichen Hanger sind lang, und wenn sie erst die Glieder eines durch und durch gelernten Seehundes umschlungen halten, reicht alle seine Kunst nicht hin, sich wieder aus der Klemme zu ziehen. Es ist was ganz Merkwürdiges mit so einem Knoten: je besser der Seemann ist, je weniger vermag er ihn aufzulösen.«

»Wenn der Hanger lang ist, so dürfte er einmal weiter reichen, als dir lieb ist! Doch ein muthiger Freiwilliger braucht sich ja nicht vor dem Matrosenpressen zu fürchten.«

...

Erscheint lt. Verlag 17.8.2017
Verlagsort Prague
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Historische Romane
Literatur Klassiker / Moderne Klassiker
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Abenteuerliteratur • Abenteuerroman • Amerika • Erwachsene • Herman Melville • Jack London • Jules Verne • Kaufmann • Kolonialzeit • Konfrontation • Moby Dick • Romantik • Schatzinsel • Seefahrt • Seewölfe • Segelschiff • Stadt
ISBN-10 80-272-0979-X / 802720979X
ISBN-13 978-80-272-0979-8 / 9788027209798
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