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Der vierte Spatz (eBook)

Top-aktueller Thriller über die tödliche Ausbreitung eines Virus

(Autor)

eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
352 Seiten
Lago (Verlag)
978-3-95762-261-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der vierte Spatz -  Jan Zweyer
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Durch einen Unfall gelangt aus einem Forschungslabor ein für Vögel hochansteckendes und tödliches Virus in die Umwelt. Innerhalb weniger Monate sterben daran fast alle Vögel auf der Erde. Die Folgen sind verheerend. Doch damit nicht genug: Sollte das Virus mutieren und auf den Menschen übergehen, wäre eine Pandemie kaum noch aufzuhalten. Doch warum wurde überhaupt an diesem Virus geforscht? Die Journalisten Karola Rothschild und Alex Stewart kommen einem Verbrechen auf die Spur, das nicht nur sie, sondern die gesamte Menschheit auszulöschen droht. Jan Zweyers düsterer Thriller stellt brisante und hochaktuelle Fragen: Wie weit geht man für den Profit? Ist man bereit, Millionen Menschenleben dafür zu riskieren?

Jan Zweyer, geb. 1953, war nach dem Studium der Architektur und der Sozialwissenschaften zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität, danach für verschiedene Industrieunternehmen tätig. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller im Ruhrgebiet. Sein erster Öko-Thriller widmet sich einem brisanten Thema, das in Zeiten von Corona und Klimaschutz aktueller nicht sein kann.

Jan Zweyer, geb. 1953, war nach dem Studium der Architektur und der Sozialwissenschaften zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität, danach für verschiedene Industrieunternehmen tätig. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller im Ruhrgebiet. Sein erster Öko-Thriller widmet sich einem brisanten Thema, das in Zeiten von Corona und Klimaschutz aktueller nicht sein kann.

Menetekel


JAHR ZWEI: MAI BIS OKTOBER


1


Am Anfang waren es nicht mehr als einige Tausend, die durch Paris zogen. Auf ihren Transparenten forderten sie höhere Löhne und eine Preisbegrenzung für Grundnahrungsmittel. Anknüpfend an eine Bewegung, die Frankreich bereits früher erschüttert hatte, trugen sie gelbe Warnwesten. Die Arbeiter der Vorstädte, die Einwanderer und vom Staat Vergessenen, verliehen ihrem Protest auf den Prachtstraßen der französischen Hauptstadt lautstark Ausdruck.

Die einkommensschwachen Familien litten am meisten unter den exorbitant gestiegenen Preisen, die sie sich von ihren Löhnen und Gehältern nicht mehr leisten konnten. Viele dieser Menschen hatten vor Monaten zum letzten Mal Fleisch auf ihren Tellern gehabt.

Die Brotpreise waren geradezu explodiert, die Pariser Bäcker verlangten für ein Baguette dreimal so viel wie noch vor zwei Wochen.

Geflügel war nur noch auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Wer die tiefgefrorenen Produkte trotzdem erwarb, musste damit rechnen, dass sie nach dem Auftauen ungenießbar waren. Sie stammten überwiegend von dubiosen Händlern, die überlagertes Fleisch, welches zur Vernichtung vorgesehen war, aufgekauft hatten und nun mit horrenden Aufschlägen unter die Leute brachten.

Alles war teurer geworden: Strom, Mieten, ein Kino- oder Kneipenbesuch. Alkoholische Getränke kosteten das Fünffache wie vor dem Vogelsterben, selbst ein simpler Haarschnitt belastete den Geldbeutel mit mindestens vierzig Euro.

Die Gelbwesten versammelten sich jeden Montagabend am Obelisken auf der Place de la Concorde im Herzen von Paris. Die Menschen marschierten gemeinsam über die Champs-Élysées Richtung Triumphbogen.

In der vierten Demonstrationswoche war die Zahl der Protestierenden auf fast einhunderttausend angewachsen.

Das Pariser Beispiel machte Schule: In den anderen europäischen Hauptstädten gingen die Menschen ebenfalls zu Zehntausenden auf die Straße.

In Hamburg hatte eine bis dahin unbekannte Bürgerinitiative gegen Wucher für den Abend zu einer Demonstration aufgerufen. Die traditionellen Parteien unterstützten den Aufmarsch nicht und forderten die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben. Davon unbeeindruckt versammelten sich fünfzigtausend zumeist junge Leute auf dem Rathausplatz und in den angrenzenden Straßen.

Der Demonstrationszug, der sich nach der Kundgebung Richtung Schanzenviertel in Bewegung setzte, war über einen Kilometer lang.

Sven Rothschild, der zehn Jahre jüngere Bruder von Karola, arbeitete seit seiner Ausbildung für den gehobenen Dienst bei der Bereitschaftspolizei in Hamburg als Polizeikommissar. Heute war er zum ersten Mal mit der Führung eines für Dokumentationszwecke zuständigen Trupps von fünf Polizisten beauftragt worden. Ihre Aufgabe war es, den Einsatz der Polizei, aber vor allem auch mögliche Straftaten der Demonstranten zur Beweissicherung zu filmen.

Er trug wie seine Kollegen eine Body-Cam auf der Schulter, mit der die Bereitschaftspolizei seit Jahren ausgerüstet war. Zusätzlich schleppte ein Polizist eine Videokamera mit einem hochauflösenden Zoomobjektiv. Sie diente zur Aufnahme von Ereignissen, die für die Body-Cam zu weit entfernt waren.

Die ersten Demonstranten hatten ihr Ziel fast erreicht, als immer mehr Schwarzgekleidete mit Gesichtsmasken aus den Nebenstraßen kamen und in den Zug einsickerten.

Sven Rothschild beobachtete diese Entwicklung mit Sorge und informierte seinen Vorgesetzten darüber.

»Ich weiß. Habe es selbst schon gesehen. Diese Protestierer verstoßen gegen das Vermummungsverbot. Der Einsatzleiter wird das Theater gleich beenden.«

Sven hielt einen Abbruch der Demonstration zum gegenwärtigen Zeitpunkt für einen taktischen Fehler. In einer halben Stunde wären die letzten Teilnehmer am Ort der Abschlusskundgebung eingetroffen. Noch ein paar Reden, und die Demo würde vermutlich friedlich enden. Aber eine polizeiliche Auflösung bewirkte unter Umständen das genaue Gegenteil. Ein solches Vorgehen widersprach dem, was er über Deeskalation auf der Polizeischule gelernt hatte. Aber er erhob keinen Einspruch.

Befehle krächzten aus den Funkgeräten. Dutzende Polizeibeamte in schwerer Schutzausrüstung mit Helmen, Schlagstöcken und Schilden versperrten dem Zug den weiteren Weg. Wasserwerfer flankierten ihre Seiten.

»Hier spricht die Polizei«, schallte es aus einem Lautsprecherwagen durch die Straßen. »Einige der Teilnehmer sind vermummt und verstoßen damit gegen Paragraf 17 a des Versammlungsgesetzes. Wir fordern Sie hiermit auf, Ihre Vermummung unverzüglich abzulegen. Ansonsten wird diese Demonstration aufgelöst.«

Der auf mittlerweile zweitausend Köpfe angewachsene Schwarze Block dachte nicht im Geringsten daran, der Aufforderung nachzukommen, im Gegenteil: Auch die, die eben noch zu erkennen waren, setzten nun ihre Helme auf und zogen Masken über die Gesichter.

Der junge Polizeikommissar sah, wie einige von ihnen große Zwillen aus den Taschen holten. Er machte den Kollegen mit der Videokamera darauf aufmerksam, der das Geschehen filmte.

Erneut schallte die Aufforderung der Polizei durch das Viertel. Unbeirrt marschierten die Demonstranten weiter. Ihre Sprechchöre wurden lauter.

Schließlich gab der Einsatzleiter die Auflösung der Demonstration bekannt und forderte die Menge auf, sich zu zerstreuen.

Das Vorrücken der ersten Reihe der Polizisten mit gezogenen Schlagstöcken bedeutete für den Schwarzen Block das Signal zum Widerstand. Sie zückten ihre Zwillen und verschossen Stahlkugeln, warfen Brandsätze, und aus den Nebenstraßen griffen kleinere Gruppen von ihnen die Uniformierten mit einem Steinhagel an. Drehten sich die Türme der Wasserwerfer in ihre Richtung, verschwanden sie in die Hauseingänge, um über Hinterhöfe und Gärten für eine erneute Attacke an anderer Stelle wieder aufzutauchen.

Mit Tränengasgranaten ausgerüstete Polizeischützen gingen in Stellung. Der Schwarze Block stand ihnen in höchstens zwanzig Metern Entfernung gegenüber. Aus dieser Distanz verbot sich ein direkter Beschuss. Zu groß war die Gefahr, jemanden schwer oder gar tödlich zu verletzen. Also feuerten die Beamten über die Köpfe der Straßenkämpfer hinweg. Die Granaten explodierten mitten in der Menge der bisher unschlüssig friedlich wartenden Demonstranten. Als Reaktion warfen einige von ihnen Müllcontainer um und steckten sie in Brand. Die ersten am Straßenrand abgestellten Fahrzeuge gingen in Flammen auf.

Sven Rothschild und seine Truppe hielten sich an vorderster Front auf, um das Geschehen zu filmen. Schnell wurden sie entdeckt. Etwa ein Dutzend Männer rannte auf sie zu, Steine und Brandsätze in den Händen.

Der Weg zu den Reihen ihrer Kameraden war den jungen Beamten versperrt. Die Angreifer näherten sich rasch. Sie waren beweglicher als die Uniformierten, die ihre kiloschwere Schutzausrüstung trugen. Einer von Svens Kollegen verlor die Nerven.

»Nein«, schrie Sven, als er sah, wie der Polizist an seinem Pistolenholster nestelte, die Waffe herauszog und mit zitternder Hand einen Warnschuss abgab.

Die Attackierenden stoben auseinander und verschwanden in den angrenzenden Häusern.

Eine bodentiefe Fenstertür in einem der oberen Stockwerke öffnete sich. Ein meterhoher Lautsprecher wurde nach vorn geschoben. »Die Bullen schießen auf uns«, tönte es in ohrenbetäubender Lautstärke durch die Straßen. »Sie ermorden unsere Genossen. Leistet Widerstand. Hier und überall.«

Diese Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken. Am Abend brannten in vielen Stadtvierteln Hamburgs Barrikaden. Hunderte Geschäfte wurden geplündert.

Das war erst der Anfang. Auf die Hansestadt folgten Unruhen in Berlin, Frankfurt, München und Essen.

Wilde Streiks gegen die Preiserhöhungen und für Lohnsteigerungen bei Mercedes, Audi und VW ließen deren Fließbänder stillstehen. Empörte Arbeiter blockierten selbst in kleineren Städten Straßenkreuzungen und Autobahnen. Die deutschen Universitäten stellten den Lehrbetrieb ein. Aus fast allen Regionen wurden Plünderungen gemeldet.

Es dauerte Tage, bis die Polizei und die erstmals im Inneren eingesetzte Bundeswehr die Lage halbwegs unter Kontrolle hatten. Schnellgerichte verurteilten sogenannte Rädelsführer zu Haftstrafen. Der volkswirtschaftliche Schaden ging in die Milliarden. Es gärte weiter im Land.

2


Maik Bürger pulte zwei Maden aus seinem Apfel, den er sich zum Frühstück mit ins Kraftwerk gebracht hatte. Dazu aß er eine halbe Scheibe Brot, die zwar schon etwas trocken, aber zu schade zum Wegwerfen war. Die Milch in seinem Kaffee hatte er durch künstlichen Kaffeeweißer ersetzt, der kein Milchfett oder -zucker enthielt. Trotzdem kostete das Pulver im Vergleich zum Vorjahr mehr als das Doppelte.

Er blätterte in der Tageszeitung. Immer...

Erscheint lt. Verlag 13.9.2020
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Apokalypse • Artensterben • aussterbende Tierart • Aussterbende Tierarten • aussterbende Tiere • Bakterien • Bestseller • Biologie • Biologischer Thriller • Buch • Bücher • Cliffhanger • Corona • Dystopie • Dystopischer Thriller • Epidemie • Impfstoff • Insekten • Jan Zweyer • Journalisten • Journalisten ermitteln • Katastrophe • Klimakatastrophe • Klimaschutz • Klimawandel • Krankheiten • Krimi • Kriminalfall • Marc Elsberg • Mord • Neuerscheinung • Neuerscheinungen • Öko Thriller • Öko-Thriller • Pandemie • Pharmaindustrie • Psychothriller • spannend • spannende Bücher • spannendes Buch • Spannung • spiegel bestseller • Thriller • Totschlag • Umweltkatastrophe • Umweltschutz • Virologe • Virus • Vogelsterben • Waldsterben • Weltuntergang • Wissenschaft • Wissenschaftler • Zukunft • Zukunftsthriller
ISBN-10 3-95762-261-1 / 3957622611
ISBN-13 978-3-95762-261-7 / 9783957622617
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