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DER HEXENCLUB (eBook)

Der Krimi-Klassiker aus Schottland!

(Autor)

eBook Download: EPUB
2020
CLXX Seiten
BookRix (Verlag)
978-3-7487-3039-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

DER HEXENCLUB - Bill Knox
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Margaret Barclay war eine Hexe. Das jedenfalls ist die Ansicht einiger einflussreicher Leute im vornehmsten Vorort von Glasgow. Chefinspektor Thane und Inspektor Moss heben einen sonderbaren 'Hexenclub' aus, in dem sich eine gelangweilte Oberschicht mit Schwarzer Magie und den dazugehörigen Orgien die Zeit vertreibt. Bis sich schließlich herausstellt, dass Margaret Barclay ermordet wurde... Der Roman Der Hexenclub von Bill Knox (* 1928 in Glasgow; ? März 1999) erschien erstmals im Jahr 1971; eine deutsche Erstveröffentlichung erfolgte 1972. Der Apex-Verlag veröffentlicht eine durchgesehene Neuausgabe dieses Klassikers der Kriminal-Literatur in seiner Reihe APEX CRIME.

  Zweites Kapitel


 

 

Es war vier Uhr nachmittags. Leichter Regen setzte ein, als der Streifenwagen vor dem Gebäude der Abteilung Millside hielt. Colin Thane stieg aus, wartete auf Moss und nickte dann dem Fahrer zu, er könne wegfahren. Sie betraten das Gebäude durch den Haupteingang. An dem Schalter in der Eingangshalle beschimpfte eine Frau mit einem blauen Auge und einer Einkaufstasche den wachhabenden Sergeanten. Sie wollte ihren Mann zurückhaben. Die Tatsache, dass er am Abend vorher festgenommen worden war, weil er sie verprügelt hatte, schien ihr entfallen zu sein.

Der Sergeant grinste zu Thane hinüber. Die beiden Männer stiegen die Treppe hinauf, hörten den Fernschreiber in der Vermittlung klappern und schwiegen beide wie auf Vereinbarung, bis sie in Thanes Büro angekommen waren. Moss schloss die Tür hinter ihnen.

»Monkswalks eigene kleine Hexe!« Thane ließ sich in seinen alten Ledersessel fallen und seufzte schwer. »Worauf haben wir uns nur eingelassen, Phil?«

»An dieser Sache ist etwas faul«, stellte Moss fest, holte ein Röhrchen aus der Tasche und schluckte eine Tablette. Dann fuhr er fort: »Was tun wir jetzt?«

»Wir suchen weiter - wie immer.« Thane schlug geistesabwesend den Aktenordner vor sich auf, warf einen erschrockenen Blick auf die Berichte, die er durchzuarbeiten hatte, und klappte den Deckel rasch wieder zu. »Immerhin wissen wir bereits, mit welchem Trick sie gearbeitet hat.«

Falls Trick das richtige Wort war. Thane schickte seine Leute los, nachdem er Mrs. Polsons Story gehört hatte. Bisher wurden fünf weitere Gutgläubige gefunden, die Margaret Barclay um Hilfe gebeten hatten. Alle fünf wohnten in der Nähe von Chelor Grove. Monkswalks Hexe hatte keinen Preis für ihre Hilfe festgesetzt, sondern den Kunden eine freiwillige Spende vorgeschlagen, falls sie zufrieden waren. Vier dieser fünf Leute hatten je zwanzig Pfund gespendet.

»Damit wäre sie nicht reich geworden«, stellte Moss fest. »Denken Sie an einen unzufriedenen Klienten?«

»Noch nicht.« Thane verzog das Gesicht. »Mich interessiert vor allem, was dieser Drew Tulley zu sagen hat.«

Sie gewannen zumindest in dieser Beziehung einen Teilerfolg, weil D. C. Beech mit Katherine Foulis’ Mann gesprochen hatte. Margaret Barclays Partybegleiter war Reisevertreter, der um diese Zeit noch irgendwo in der Stadt mit seinem Musterkoffer unterwegs war. Aber er sollte um halb fünf ins Büro zurückkommen, und Beech erwartete ihn bereits.

»Tulley?« Moss lächelte sarkastisch. »Ich kann mir vorstellen, was er sagen wird. Er hat die Barclay nach Hause gebracht und sich von ihr verabschiedet - mehr weiß er nicht. Und wir werden uns verdammt anstrengen müssen, um ihm etwas nachzuweisen.« Moss runzelte die Stirn. »Vielleicht erkundige ich mich einmal, wer in der Umgebung von Chelor Grove auf Nachtstreife geht. Er müsste wissen, was in seinem Viertel passiert und ob dort Hexen unterwegs sind.«

Thane nickte zweifelnd. »Das kann bestimmt nicht schaden. Rufen Sie auch im Labor an und machen Sie ein bisschen Druck. Aber nicht zu viel, sonst sind sie sauer und rücken überhaupt nichts mehr heraus.«

»Und Buddha Ilford?«, fragte Moss.

»Kann warten«, entschied Thane, der sich schon vorstellen konnte, wie sein Chef auf diese verrückte Geschichte reagieren würde. »Noch etwas, Phil. Lassen Sie das Zeug aus dem Apartment hereinbringen, sobald es kommt - und befassen Sie sich mit Margaret Barclays Karriere als Innenarchitektin. Ich möchte wissen, warum das Geschäft so plötzlich zurückgegangen ist.«

Moss blieb an der Tür stehen. »Wie wär’s mit einem Sandwich? Ich könnte welche holen lassen.«

»Wunderbar! Und falls die Mädchen in der Vermittlung gerade Tee kochen...«

»Wird gemacht. Aber wer zahlt die Sandwiches?«

»Diesmal sind Sie an der Reihe.«

Moss knurrte etwas und ging hinaus. Thane zündete sich eine Zigarette an. Dabei fiel sein Blick auf die große Karte, auf der bunte Stecknadeln unaufgeklärte Straftaten bezeichneten: einen Bankraub, mehrere Morde, zwei Raubüberfälle, Erpressungen, Diebstähle und Einbrüche... jede Nadel bedeutete etwas anderes.

Thane starrte sie noch immer an, als jemand an seine Bürotür klopfte. Ein junger Beamter balancierte mit der linken Hand einen Teller Sandwiches und einen Becher Tee; in seiner rechten trug er Margaret Barclays Koffer. Er stellte ihn ab, schob Thane den Teller und den Becher über den Schreibtisch und räusperte sich zögernd.

»Sir...«

»Ja?« Thane rührte den Tee mit einem Bleistift um.

»Die Abrechnungsstelle im Präsidium hat angerufen, als Sie weg waren. Sie braucht die Überstundenliste von letzter Woche, Sir.«

»Sie muss irgendwo hier liegen.« Thane blätterte seufzend einen Stapel unerledigter Akten durch, fand die Liste und kritzelte seine Unterschrift darunter. Der junge Beamte nickte dankend und verschwand damit. Thane ließ sich in seinen Sessel fallen und griff nach einem Sandwich.

Als er das erste Sandwich gegessen hatte, klingelte das Telefon. Er konnte nur hoffen, dass Buddha Ilford nicht schon jetzt anrief. »Thane...«

»MacLeod, Sir«, antwortete eine Bassstimme. Sergeant MacLeod war groß, dick und zuverlässig. »Ich bin noch in Chelor Grove und rufe an, damit Sie wissen, was vorgefallen ist.«

»Das nützt immer«, stimmte Thane sarkastisch zu. »Muss ich raten - oder sagen Sie es mir gleich?«

»Entschuldigen Sie, Sir«, fuhr MacLeod gekränkt fort. »Ich bin in Mrs. Barclays Apartment, und wir haben eben Besuch gehabt - ein Ehepaar Foulis war hier. Sie sind in Begleitung ihres Anwalts erschienen und haben sich lautstark über Beechs Fragen beklagt. Es scheint um eine Party zu gehen, auf der die Barclay war.«

»Ich weiß. Wo sind die drei jetzt?«

»Im Auto zu Ihnen unterwegs. Ich würde sie nicht gerade als freundlich bezeichnen, Sir.«

»Mit denen komme ich schon zurecht - aber vielen Dank für die Warnung.« Thane legte auf und verzog das Gesicht. Er konnte sich vorstellen, was passiert war. Der junge Beech musste in seinem Eifer zu weit gegangen sein. Dazu kam noch, dass die Villenbesitzer von Monkswalk vor allem zurückschreckten, was nicht in die Spalten »Gesellschaftsnachrichten« und »Aus dem Geschäftsleben« passte.

Nachdem Thane den zweiten Sandwich gegessen und den Tee getrunken hatte, räumte er seinen Schreibtisch ab und stellte den Koffer darauf. Dann entnahm er ihm einen großen Umschlag, stellte den Koffer wieder weg und leerte den Umschlag aus. Er enthielt Geldscheine und Quittungen, alte Briefe, einen Reisepass, Versicherungspolicen - alle persönlichen Papiere aus Margaret Barclays Apartment.

Thane las sie systematisch durch und zündete sich eben eine neue Zigarette an, als Moss hereinkam.

»Darf ich?« Moss nahm sich eine Zigarette, benutzte Thanes Feuerzeug und deutete auf die Papiere. »Etwas Interessantes dabei?«

»Nicht viel - und nichts, was mit Hexerei zu tun hätte. Falls jemand ihr Apartment durchsucht hat, hat er verdammt gute Arbeit geleistet.« Thane steckte seine Zigaretten ein. »Ihr Kontostand hat sich stetig verringert, wie wir bereits vermutet haben. Aber sie hat an jedem Ersten achtzig Pfund überwiesen bekommen.«

»Alimente?«

»Wahrscheinlich. Wir müssen uns mit dem Exgatten über seine Bank in Verbindung setzen.«

»Das übernehme ich«, stimmte Moss zu. »Aber vielleicht ist der Rest einfacher. Beech hat sich eben gemeldet. Drew Tulleys Firma hat schon Büroschluss, aber er ist nicht wie üblich vorher zurückgekommen. Das kann sich dort kein Mensch erklären. Er ist auch nicht zu Hause, deshalb...«

»Deshalb müssen wir ihn möglichst schnell finden«, warf

Thane ein. »Okay, Phil, geben Sie die Personenbeschreibung an alle Abteilungen weiter, damit die anderen mitfahnden.«

»Das habe ich längst getan«, antwortete Moss zufrieden, »Zwei unserer Leute überwachen außerdem die Gegend, in der er wohnt. Beech ist hierher unterwegs.«

»Jetzt?« Thane sprang auf, lief zur Tür und sah hinaus. In dem großen Büro saßen um diese Zeit nur zwei Männer. Einer von ihnen sprach in ein Diktaphon.

»Sam!« Er wartete, bis das Diktiergerät abgeschaltet worden war. »Lassen Sie sich über Funk mit Beech verbinden. Er darf nicht hierher zurückkommen. Er soll... er soll irgendetwas tun, was ihm Spaß macht. Aber er soll wegbleiben, bis ich ihn benachrichtigen lasse.«

Der Kriminalbeamte nickte wortlos und verschwand in Richtung Funkzentrale.

»Was hat er diesmal angestellt?«, fragte Moss resigniert.

»Vielleicht nichts.« Thane schloss die Tür. »Aber Mrs. Foulis und ihr Mann sind mit einem Anwalt hierher unterwegs. Ich will vermeiden, dass Beech ihnen über den Weg läuft. Das würde alles nur schwieriger machen.«

Das Telefon klingelte. Moss nahm grinsend den Hörer ab, meldete sich, hörte zu und bedeckte dann die Sprechmuschel mit der Hand.

»Es fängt schon an, Colin. Die Lokalredaktion des Evening Bugle hat einen Tip bekommen, irgendwo in Monkswalk sei jemand ermordet worden. Können wir diese Meldung bestätigen?«

Thane schüttelte langsam den Kopf.

»Nie davon gehört«, behauptete Moss und legte auf. Er rieb sich nachdenklich das Kinn. »Dafür zerreißen sie uns dann später.«

»Die Morgenzeitungen können die Meldung bringen aber offiziell und unter Berufung auf eine Pressemitteilung des Präsidiums. In der Zwischenzeit sind wir vielleicht schon etwas weiter.«

Normalerweise arbeitete er mit Presse und Fernsehen zusammen. Selbst kritische Berichte brachten manchmal Zeugen und konnten auf verschiedene Weise...

Erscheint lt. Verlag 25.2.2020
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Apex-Verlag • Detektiv • Detektive • dramatisch • düster • eBook • E-Book • Glasgow • Hexen • Krimi • Mord • Morde • Neuausgabe 2020 • neuerscheinung 2020 • Polizei • Roman • Romane • Schottland • Schwarze Magie • Spannung • Suspense • Thriller
ISBN-10 3-7487-3039-X / 374873039X
ISBN-13 978-3-7487-3039-2 / 9783748730392
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