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Earl sucht reiche Erbin fürs Leben (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
256 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-4819-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Earl sucht reiche Erbin fürs Leben - Sophia James
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Nur ein Wunder kann Lord Daniel Wylde, den sechsten Earl of Montcliffe, vor dem verhängnisvollen Ruin noch retten. Oder die Ehe mit der sehr vermögenden bürgerlichen Amethyst Cameron! Von Liebe ist bei diesem pikanten Arrangement mit der unscheinbaren Dame natürlich keine Rede. Doch ein überraschend heißer Kuss verändert Daniels Gefühle grundlegend! Wie sehr er sein stolzes Herz bereits an seine junge Gattin verloren hat, erkennt er, als ein Geheimnis aus Amethysts Vergangenheit einen dunklen Schatten auf ihre gemeinsame Zukunft wirft ...



Romane von Georgette Heyer prägten Sophias Lesegewohnheiten. Als Teenager lag sie schmökernd in der Sonne auf der Veranda ihrer Großmutter mit Ausblick auf die stürmische Küste. Ihre Karriere als Autorin nahm jedoch in Bilbao, Spanien, ihren Anfang. Nachdem ihr drei Weißheitszähne gezogen wurden, lag sie aufgrund starker Schmerzmittel tagelang flach. Die Zeit vertrieb sie sich mit einem Stoß Mills & Boons-Romane. Unter dem Einfluss der Medikamente dachte sie, so etwas kann ich auch schreiben. Nach mehreren Romanen, die in der Reihe Harlequin Historical erschienen sind, ist sie der Meinung, endlich ihren Traumberuf gefunden zu haben. Aber genauso wie das Schreiben genießt sie die Besichtigung von europäischen Kunstschätzen mit ihrem Ehemann, einem Maler. Ihre drei fast erwachsenen Kinder, zahlreiche Haustiere und Hausrenovierungen, die nie vollständig abgeschlossen sind, verschaffen ihr den nötigen Ausgleich zu ihrer Autorentätigkeit.

1. KAPITEL

London, Juni 1810

Ihr Vater war ein Pferdenarr, aber ganz besonders stolz war er auf seine beiden Grauschimmel, die beinahe identisch aussahen.

„Ich bezweifle, dass du jemals wieder ein so schönes Paar finden wirst, Papa, falls du wirklich vorhast, sie zu verkaufen.“ Amethyst versuchte, nicht allzu besorgt zu klingen, als die Kutsche vor dem Gebäude des Auktionshauses Tattersall in der Nähe vom Hyde Park Corner anhielt. Die Dinge veränderten sich auf eine Weise, die ihr unvernünftig erschien, und das gefiel ihr nicht.

„Nun, darin liegt das Problem, meine Liebe“, entgegnete Robert Cameron. „Ich hatte das Beste, und jetzt habe ich keine Wünsche mehr. Nimm zum Beispiel deine Mutter. Eine wie sie habe ich nie wieder gefunden. Ich würde nicht einmal danach suchen.“

Amethyst lächelte. Ihre Eltern hatten aus Liebe geheiratet, und diese Liebe hatte gehalten bis zu dem Tag, an dem ihre Mutter nach einer unbekannten kurzen Krankheit gestorben war, sieben Stunden vor ihrem zweiunddreißigsten Geburtstag. Obwohl sie damals erst acht Jahre alt gewesen war, erinnerte sich Amethyst genau an diesen Tag, das leise Flüstern und die Tränen, Sturmwolken, die über die Themse zogen.

„Ich finde nicht, dass du dich von den Grauschimmeln trennen solltest, Papa. Du kannst es dir mühelos leisten, sie zu behalten. Du könntest dir zehnmal so viel leisten, bei Tattersall werden so viele Hengste und Stuten angeboten, wie du willst.“ Sie blickte über die Straße hinweg in Richtung des Auktionshauses am Hyde Park Corner und wünschte, ihr Vater würde den Kutscher anweisen, nach Hause zu fahren, wo sie bequem über diese Angelegenheit sprechen könnten.

Es sah ihm gar nicht ähnlich, so schnell eine Entscheidung zu treffen, und sie hoffte, er würde es sich überlegen und seine liebsten Grauschimmel nicht länger zum Verkauf anbieten.

Doch als ihr Vater aus der Kutsche stieg, konnte sie nicht überhören, wie atemlos er war, selbst eine so kleine Bewegung fiel ihm schwer. Das Unbehagen, das sie während der vergangenen Wochen empfunden hatte, wurde schlimmer. Doch dann erregte ein Mann, der aus einer Chaise etwas weiter vorn ausstieg, ihre Aufmerksamkeit.

Nach dem schrecklichen Debakel ihrer Ehe hatte Amethyst das andere Geschlecht wenig beachtet, Scham und Schuldgefühle bewirkten, dass Leidenschaft ihr wenig erstrebenswert erschien. Aber dieser Mann faszinierte sie. Er war hoch gewachsen, und die kraftvolle Gestalt unter dem feinen Tuchmantel deutete darauf hin, dass er nicht, wie im ton üblich, seine Tage mit Nichtstun verbrachte. Er wirkte wild und gefährlich.

Seine Kleidung kennzeichnete ihn als Gentleman, aber sein dunkles Haar war länger, als die meisten anderen Männer es trugen, es fiel ihm über den Kragen, und das weiße Leinen des Hemdes betonte noch die Schwärze. Eine beunruhigende, wilde Schönheit. Sie sah, wie andere die Köpfe drehten, als er vorüberging, und fragte sich, wie es sich wohl anfühlen mochte, so sichtbar so sein, so schrecklich aufzufallen.

Bevor er den Wagenschlag schloss, sagte ihr Vater: „Elliott soll mir die Kutsche gegen zwei Uhr wieder herschicken, meine Liebe, ich bin sicher, dass mir das genügend Zeit lässt.“ Die Worte schreckten sie aus ihren Gedanken, und sie löste den Blick von dem Fremden in der Hoffnung, dass ihr Vater ihr Interesse nicht bemerkt hatte. „Aber achte darauf, dass du dich ausruhst, denn du hast in der letzten Zeit müde ausgesehen.“

Er gab dem Kutscher ein Zeichen loszufahren, ehe er sich den Hut aufsetzte. Sein neuer Gehrock saß nicht mehr so gut an den Schultern, die der Stoff vor einem Monat noch eng umspannt hatte.

Als die Kutsche sich langsam in Richtung Grosvenor Square in Bewegung setzte, fiel ihr Blick zufällig auf ihr Spiegelbild im Fenster. Sie sah älter aus als ihre sechsundzwanzig Jahre und irgendwie niedergedrückt. Vom Leben und vom Kummer. Was ihr Vater unternahm, beunruhigte sie. Nachdem er vor einer Woche in London seinen Arzt besucht hatte, hatte er seine Pferde umgehend zu Tattersalls gebracht und behauptet, er hätte keine Zeit für die Tiere, die ihm einst so gefallen hatten.

Die Unruhe verursachte ihr eine Gänsehaut, und ihr Herz schlug schneller, als sie ihren Vater auf den Mann zugehen sah, den sie beobachtet hatte. Kannte er ihn? Worüber mochten sie reden? Amethyst reckte den Hals, um die beiden besser sehen zu können, und wollte sich gerade abwenden, als der Fremde aufblickte und ihre Blicke sich begegneten.

Grün. Seine Augen waren grün, und Hochmut stand darin. Erschrocken unterbrach sie den Kontakt und fragte sich, warum ihr Herz jetzt doppelt so schnell schlug.

„Lächerlich“, murmelte sie und achtete darauf, nicht wieder in seine Richtung zu blicken.

Lord Daniel Wylde, sechster Earl of Montcliffe, kam recht regelmäßig zu Tattersall, lediglich um zu sehen, was man im Angebot hatte.

„Sie sind ein Mann, der sich mit Pferden auskennt, nicht wahr?“ Ein älterer Mann sprach ihn an, ohne sich die Zeit für eine Vorstellung oder eine angemessene Anrede zu nehmen, als sie nebeneinander die Stufen hinaufschritten. „Meine Grauschimmel stehen zum Verkauf, und ich will, dass sie zu jemandem kommen, der sich gut um sie kümmert.“

Sein Akzent verriet, dass er aus dem Osten Londons kam, wo die ärmeren Stadtviertel in der Nähe der Themse lagen. Ein Mann, der möglicherweise durch den Handel mit Waren und Dienstleistungen reich geworden war, denn sein Rock war aus feinem Tuch, und seine Stiefel waren aus bestem Leder. Am Fenster der eleganten Kutsche, aus der der Mann ausgestiegen war, hatte Daniel eine junge Frau gesehen, deren Miene Besorgnis verriet. Er schob den Gedanken daran beiseite, denn sein Interesse war durch die Erwähnung der Grauschimmel geweckt. Diese prachtvollen Tiere waren der einzige Grund, warum er an diesem Morgen überhaupt hier war, nur um zu sehen, wer das Glück hatte, sie zu bekommen.

Der Hof bei Tattersall, auf dem die Pferde vorgeführt wurden, war überfüllt. Solide Säulen stützten breite Vordächer und boten einer großen Anzahl von Tieren und Kutschen Platz.

„Ihr Gespann steht heute nicht zum Verkauf?“ Daniel sah keine Spur von den Grauschimmeln, und es war üblich, dass die Tiere, die versteigert wurden, ausgestellt waren, vor allem, wenn es sich um so edle Pferde handelte.

„Ich bat Mr. Tattersall um ein paar Tage Zeit, um über die Dinge nachdenken zu können“, gab der andere Mann zurück. Die Haut seiner Wangen war fahl, sein Blick jedoch scharf. „Um mir etwas Zeit zu geben, Sie verstehen, falls ich meine Meinung ändern sollte. Das Vorrecht der Älteren“, fügte er hinzu, und sein breites Lächeln enthüllte eine Reihe schiefer Zähne.

Daniel wusste, er sollte kehrtmachen und von diesem Mann weggehen, der die unkultivierte Sprache und die ungeschliffenen Manieren der Kaufleute zeigte. Aber etwas veranlasste ihn zu bleiben. Die Art von Verzweiflung, die man in den Augen eines Menschen sieht, der beim Glücksspiel gegen das Pech ankämpft, so dachte er später.

„Mein Name ist Robert Cameron. Holzhändler.“ In dieser Vorstellung lag weder Scham noch Zögern.

„Daniel Wylde.“ Ihm blieb nichts anderes übrig, als ebenfalls seinen Namen zu nennen, allerdings ließ er den Titel weg.

Das erledigte der Kaufmann für ihn. „Sie sind der Earl of Montcliffe? Ich sah das Wappen auf Ihrer Kutsche draußen, und Mr. Tattersall selbst hat mich letzte Woche auf Sie hingewiesen als einen Mann, der sich mit Pferden auskennt.“

„Das tue ich in der Tat.“ Nicht einmal der kühle Tonfall dieser Antwort konnte Cameron aufhalten.

„Meine Grauschimmel stehen in den Stallungen, Mylord. Würden Sie mir die Ehre erweisen und sie sich ansehen?“

„Ich habe nicht vor, etwas zu kaufen.“ Hölle und Teufel, das ist nicht einmal gelogen, dachte er und ballte die Hände mit dem Zorn zu Fäusten, an den er sich beinahe gewöhnt hatte.

„Aber Sie sind bekannt dafür, sich mit Pferden auszukennen, und dessen möchte ich mich versichern. Ich habe nur auf eine Gelegenheit gehofft, die Meinung eines Experten zu hören.“

Sie hatten die Stallungen erreicht und betraten das Gebäude. Hier war es dunkler und weitaus ruhiger als auf dem belebten Hof. Plötzlich stolperte der alte Mann, und Daniel stützte ihn, ehe er hinfallen konnte.

„Vielen Dank, Mylord.“ Camerons Stimme klang schwach, und der Arm unter dem Gehrock aus bester Wolle fühlte sich erschreckend dünn an. Das überraschte Daniel. Dieser Mann war nicht das, was er zu sein schien, und er fragte sich, was er wohl verbergen mochte.

„Hier sind sie. Maisie und Mick. Nach meinen Eltern, wissen Sie, obwohl sie hier, soweit ich weiß, unter anderen Namen gelistet sein werden. Würdevolle Namen bringen mehr Geld, hat man mir gesagt, und so will Mr. Tattersall sie nach griechischen Göttern benennen.“

Dass die Grauschimmel von edelster Abstammung waren, erkannte Daniel sofort.

„Mr. Tattersall ist ein gerissener Auktionator, Sie sollten also vielleicht auf das hören, was er sagt, wenn Sie sie verkaufen wollen. Ich weiß, dass mein Bruder hier immer Wucherpreise gezahlt hat.“

Der alte Mann hob seine gichtigen Finger an die Stirn eines der Pferde, und es war leicht zu erkennen, dass es nicht an Zuneigung mangelte zwischen dem Tier und seinem Herrn, als das Pferd den Kopf an ihn schmiegte.

„Maisie findet jede Veränderung schwierig.“ Der Klang seiner Stimme verriet, dass es Mr. Cameron nicht anders ging.

„Warum verkaufen Sie sie dann? Wenn Sie...

Erscheint lt. Verlag 18.2.2020
Reihe/Serie Historical MyLady
Historical MyLady
Historical MyLady
Übersetzer Bärbel Hurst
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Original-Titel Marriage Made in Money
Themenwelt Literatur Historische Romane
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora historical • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Historical MyLady • Historische Liebesromane • historisch roman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher • The Penniless Lords • viktorianisch
ISBN-10 3-7337-4819-0 / 3733748190
ISBN-13 978-3-7337-4819-7 / 9783733748197
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