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Perry Rhodan Neo 221: Ein neuer Feind (eBook)

Staffel: Arkon erwacht
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
160 Seiten
PERRY RHODAN digital (Verlag)
978-3-8453-5421-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Perry Rhodan Neo 221: Ein neuer Feind -  Michelle Stern,  Susan Schwartz
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Gut fünfzig Jahre nachdem Perry Rhodan auf Außerirdische getroffen und die Menschheit zu den Sternen aufgebrochen ist, haben sich terranische Siedlungen auf verschiedenen Welten entwickelt. Die Solare Union bildet die Basis eines friedlich wachsenden Sternenreichs. Ende 2089 kehrt Rhodan von einer Fernexpedition zur Erde zurück. Weil er sich über ein ausdrückliches Verbot der terranischen Regierung hinweggesetzt hat, verliert er sein Amt als Protektor. Dennoch wird er ins Imperium der Arkoniden entsandt. Mysteriöse 'alte Herrscher' wollen dort die Macht ergreifen. Die Folgen für die Menschheit kann noch niemand abschätzen Auf der Kristallwelt erlebt er mit, wie der arkonidische Hochadel die Imperatrice stürzt. Perry Rhodan und seine Gefährten machen sich auf die Suche nach den Drahtziehern dieser Revolte. Sie reisen zum Planeten Aarakh Ranton, wo sie mitten in ein militärisches Aufmarschgebiet geraten - den Menschen erwächst dort EIN NEUER FEIND ...

2.

Die Fannon-Karawane

 

»Gepriesen sei Fannon, die Großmächtige, die ein Sandkorn in eine Tonne Schwingquarze verwandeln kann! Oh Fannon, mögest du aus deinem Sonnengrab unseren Weg bescheinen und unseren Geist erleuchten, damit wir niemals einen schlechten Handel eingehen! Mögest du ...«

»Ist ja schon gut!«, unterbrach Thrione Meykara, die Matriarchin der Sippe, die musikalische Darbietung und wedelte ungeduldig mit der Hand. »Wenn du so weitermachst, ist das Essen kalt. Und ich bin hungrig.«

Einige Sippenangehörige, die mit der Matriarchin an der großen Tafel saßen, grinsten verstohlen, manche hinter der Hand, andere benutzten die Serviette.

Mansan Meykara, Ältester der Sippe und zweitgradiger Verwandter, zog verschnupft die Nase hoch. Seine altersgrauen Haare hingen in Strähnen bis zu den Hüften herab, sein dünner weißer Kinnbart reichte bis zur Brust. Er legte das viersaitige Cordofon beiseite und ließ sich ächzend auf seinem angestammten Platz nieder. »Deine Mutter hätte mich niemals unterbrochen, im Gegenteil!«, brummelte er. »Sie sprach stets davon, dass der Erfolg vor allem auf der Wertschätzung beruhe und wie wichtig die Vermittlung der Motivation sei.«

»Aber sicher, werter Onkel«, erwiderte Thrione. Sie war eine hochgewachsene, schlanke Frau mit schmalen Händen und feingliedrigen Fingern, die jede noch so angedeutete Geste meisterhaft beherrschten und elegant einen Fächer halten, anmutig einen Vertrag unterschreiben oder einem rüpelhaften Handelsvertreter formvollendet eine Backpfeife versetzen konnten.

Sie trug einen aufwendig gefalteten und geschlungenen Kimono mit einem Gürtel aus kostbarer Mururecaseide in prächtigen Farbkompositionen, dazu silberne Schnürstiefel. Ihre langen Haare waren in Strähnen kunstvoll aufgetürmt und verschlungen, jeden Tag in einer neuen Symbolik. Diesmal war es Lulmaklon, der Sieg, gleichbedeutend mit Glück. Als Schmuck trug sie nur einen einzigen Ring – den Siegelring mit dem Wappen der Familie.

Sie hob eine in perfektem Bogen gestaltete Augenbraue. »Doch wenn du gestattest, ich bin wirklich hungrig. Trage morgen deine Litanei vor, dann werde ich ihr die gebührende Aufmerksamkeit zukommen lassen.«

Mansan verzog das Gesicht zu einer gekränkten Miene, murmelte etwas in seinen Bart und starrte auf den Tisch. Thrione seufzte innerlich. Der alte Mann wurde zunehmend wunderlicher, versank immer mehr in seiner Lyrik und den Liedkompositionen. Selbstverständlich würde ihr niemals einfallen, ihm den Ehrenplatz zu verweigern. Sie schätzte ihn, in seinen jüngeren Jahren war er ein schneidiger Draufgänger gewesen, der soliden Profit gebracht hatte. Und die viel besungene Fannon, nach der sich die Karawane benannt hatte, war sozusagen die Urmutter des Erfolgs der Sippe, der Beginn ihres glorreichen Aufstiegs.

Doch Thrione hatte vor, die Ahnin zu übertreffen, und momentan befand sie sich auf dem besten Wege dazu.

Die Tür glitt auf, patschende Geräusche erklangen.

Das darf nicht wahr sein!, dachte Thrione halb amüsiert, halb erbost. Lawwassatt!

Ja, sie hatten dem Fantan eine Menge zu verdanken. Ja, er gehörte temporär zur Sippe. Aber nicht zur Familie! Dies war eine kleine Familienfeier, zu der nur Blutsverwandte, nicht mal Adoptierte, geladen waren.

Aber wer konnte Lawwassatt schon aufhalten? Eine codegesicherte Tür offensichtlich nicht.

Wenn er sich wenigstens angemessen gekleidet hätte!

Er trug keinen Bordanzug oder gar Raumanzug, sondern nur ein ... – was eigentlich? – Wirrwarr aus bunten Tüchern, die komplett disharmonisch waren, und kein Schuhwerk. Bei jeder Bewegung blitzte die fein geschuppte Oberflächenstruktur hindurch, die seinen zwei Meter langen, zylindrischen Körper mit den abgerundeten Enden bedeckten. Er hätte auf den Tücherfirlefanz auch verzichten könnten, denn es gab keinerlei sichtbare Geschlechtsmerkmale an ihm, und schon die Schuppen wirkten wie eine Hautbedeckung.

Sein Körper war sehr biegsam und flexibel, er ging – nein, patschte – auf zwei Beinen mit mehrgliedrigen Füßen, außerdem konnte er vier weitere, asymmetrisch angeordnete Gliedmaßen wahlweise als Beine oder Arme einsetzen.

Seine Sinnesorgane befanden sich in dunklen Gruben an der Oberseite. Ab und zu blitzte an manchen Stellen etwas auf, das Thrione als Augen definierte – es konnten aber auch bewegliche Ohrlamellen sein, Nasenklappen oder was er sonst noch haben mochte.

Einen Mund beispielsweise, denn Thrione nahm so etwas wie ein Flattern wahr, während er eilig zum Tisch kam, und seine in der Hast in höhere Lagen gerutschte Stimme erklingen ließ. »Bin ich zu spät? Verzeihung, Verzeihung!«

Dass daraufhin einige am Tisch das Gesicht indigniert verzogen, konnte die Matriarchin nachvollziehen. Gewiss erwartete nun jeder von ihr ein hartes Durchgreifen, wie man es von ihr gewohnt war. Ob nun Hauptweltarkonide, Kolonialarkonide oder ein anderer humanoider Abkömmling, selbst bei der eigenen Sippe und den nächsten Verwandten war man ihr gegenüber stets sehr respektvoll und darauf bedacht, keinen Fehltritt zu begehen. Niemand wollte es sich mit ihr verscherzen.

Genau deswegen machte es ihr nun Spaß, alle vor den Kopf zu stoßen. Der Fantan ahnte natürlich nicht, dass er das Ganze allein einer Grille der Matriarchin zu verdanken hatte, er ging wohl vielmehr davon aus, dass er wahrhaftig willkommen war.

»Aber nein, mein lieber Lawwassatt«, sagte sie liebenswürdig und wies auf einen leeren, einigermaßen passenden Stuhl, der in aller Eile von einem livrierten Robotadjutanten an den Tisch gebracht wurde. »Wir haben noch nicht angefangen. Nimm doch Platz!«

Thrione Meykara ließ den Blick ihrer kobaltblauen Augen in die Runde schweifen. »Und dann wollen wir endlich beginnen!«, schloss sie scharf.

Hektisches Räuspern, nervöses Stühlerücken, niedergeschlagene Augen – so war es richtig. Ihre Autorität war nicht infrage gestellt worden.

 

*

 

Da er mit den Fingern aß, konnte Lawwassatt mit Besteck nicht viel anfangen, außer es fachmännisch zu prüfen und dann blitzschnell in seine Tücher einzuwickeln. Ebenso schien er begehrliche Blicke auf einen antiken, fünfflammigen Kerzenleuchter zu richten, mit echten Kerzen darin, die einen wohltuenden und appetitanregenden Duft verströmten – er streckte bereits eine Hand danach aus.

»Stopp!«, zischte Somsat Meykara, die neben ihm saß, und nahm ihm die Gabel weg, die er soeben mopsen wollte. »Nichts von dem, was auf dem Tisch liegt oder steht, ist in irgendeiner Form Besun!«

»Och ...«, machte Lawwassatt enttäuscht und ließ die Gabel, die Somsat auf den Tisch zurückgelegt hatte, sogleich mit der anderen Hand verschwinden.

»Gib sie zurück! Sofort!«, fauchte Somsat.

Sie schüttelte erbost die Tücher des Fantan, aus denen daraufhin klirrend und scheppernd diverse Gegenstände fielen – nicht nur Besteck. Mit einem scharfen Krach landete zuletzt der fünfflammige Kerzenleuchter aus schwerem eduischem Blausilber auf dem Boden. Somsat starrte fassungslos zu der Anrichteplatte hinüber, wo die sorgfältig aufgereihten Kerzen, immer noch brennend, nun einen leeren Platz erhellten. Es waren nicht einmal zehn Millitontas vergangen.

»Nimmersatt!«, schimpfte sie und rief einen livrierten Dienstroboter herbei, der sich der Sache annehmen und vor allem seine Optiken auf dem Langfinger haben sollte.

Die übrige Tischgesellschaft unterhielt sich angeregt und ignorierte den undisziplinierten Gast geflissentlich.

Somsat wusste, warum der Fantan ausgerechnet neben sie gesetzt worden war – damit die anderen ihre Ruhe hatten. Sie war die Jüngste am Tisch und außerdem der Schatten der Matriarchin, die intimste Vertraute. Es war ihre Aufgabe, für Ruhe in der Sippe zu sorgen. Nicht alle gönnten ihr diese hohe Position, Tochter des Lieblingsbruders hin oder her, erachteten sie als zu jung und forderten sie immer wieder heraus.

Da hatten sie aber die Finger auf die falschen Konten gelegt. Somsat kam in vielem nach ihrer Tante, was den starken Willen, die Lebenskraft, die Intelligenz und die körperliche Fitness betraf. In den Ansichten unterschieden sie sich jedoch zumeist, was der Grund gewesen war, dass die Matriarchin sie an ihre Seite berufen hatte. Thrione brauchte einen guten, gewitzten Widerpart, der kein Blatt vor den Mund nahm, ein guter Kontrapunkt zu den sonstigen Beratern.

»Willst du dann wenigstens mein Besun sein?«, fragte der Fantan, und Somsat hätte schwören können, dass es treuherzig klang.

»Auf keinen Fall!«, betonte sie. »Such dir jemand anderen, außerhalb der Karawane.«

»Oh, aber dort draußen gibt es schon ein Besun, nach dem ich strebe. Doch bis dahin ...«

Sie schlug ihm auf die herantastenden, flexiblen Finger. »Bis dahin reißt du dich zusammen! Bist du auf Entzug, oder was?«

Dabei sollte er zufrieden sein, so wie es die Sippe auch war.

Fantan waren Abenteurer und absolute Individualisten, trotzdem auch Wesen mit starkem Familienbewusstsein. Sie vermehrten sich durch Ableger ihrer selbst, an denen sie treu sorgend hingen. Bis jeder seiner Wege ging, um Besun für sich zu erobern.

Was genau Besun bedeutete, war sehr schwer zu übersetzen: Schatz, Lebenssinn, Sammlung ... alles zusammen und noch mehr. Besun zu sammeln, war jedenfalls der einzige Lebenszweck, dem die Fantan nachgingen, sobald sie alt genug waren, und weshalb sie die Galaxis durchstreiften. Ob nun Thantur-Lok oder die Heimat der Terraner, sie folgten stets ihrem...

Erscheint lt. Verlag 5.3.2020
Reihe/Serie Perry Rhodan Neo
Verlagsort Rastatt
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Science Fiction
Schlagworte Neo • Perry Rhodan • Perryversum • Science Fiction
ISBN-10 3-8453-5421-6 / 3845354216
ISBN-13 978-3-8453-5421-7 / 9783845354217
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