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Das Verlangen der stolzen Lady (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-2948-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Verlangen der stolzen Lady - Margaret McPhee
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Die zierliche Kate Medhurst hat ein gefährliches Geheimnis: Sie befehligt eine Piratencrew in der Karibik. Als sie an Bord des Schiffes von Captain Kit North genommen wird, einem furchtlosen Piratenjäger, sollte sie ihn hassen. Er ist ihr Todfeind! Doch das ist bei dem ebenso charmanten wie schneidigen Kapitän unmöglich...



<p>Margaret McPhee lebt mit ihrem Ehemann an der Westküste Schottlands. Ganz besonders stolz ist sie auf ihre Kaninchendame Gwinnie, die mit ihren acht Jahren eine alte Lady unter ihren Artgenossen ist. Als Wissenschaftlerin ausgebildet, hatte sie trotzdem immer eine romantische Ader. Ihrem Mann begegnete sie zum ersten Mal auf der Treppe im Laborgebäude - sie ein paar Stufen über ihm, was sehr vorteilhaft war, denn Margaret ist klein und ihr Mann sehr groß. Es war Liebe auf den ersten Blick, und seitdem sind sie seit 15 Jahren unzertrennlich. Als Kind lebte Margaret die meiste Zeit in einer Traumwelt. Ihre Familie sagte zwar immer, da würde sie herauswachsen, doch darauf wartet sie immer noch. Seit sie bei ihrer Großmutter historische Liebsromane entdeckte - und diese förmlich verschlang - kommt sie nicht mehr davon los. Noch immer liest sie gerne Historicals, kauft sich jetzt aber ihre eigenen. Besonders die Romane von Georgette Heyer faszinierten sie und weckten in ihr den Wunsch, selbst Geschichten über aufregende Regency-Helden zu schreiben. Ihre ersten beiden Manuskripte wurden abgelehnt. Doch dank der Unterstützung anderer Autorinnen schaffte sie es, dass ihr Regency-Roman "The Captain's Lady" veröffentlicht wurde. Margaret genießt es Fahrrad zu fahren, verschönert sich den Nachmittag mit Tee und Keksen und erkundet gern mit ihrem Mann die herrliche Landschaft und die Natur der schottischen Inseln. Sie hofft stets darauf, eines Tages einen Riesenhai im Meer zu Gesicht zu bekommen und einen Seeadler am Himmel zu entdecken.</p>

1. KAPITEL

Mai 1812, im Karibischen Meer

Das Meer schimmerte wie Seide, klar und türkisgrün, und darüber wölbte sich der Himmel in tiefem wolkenlosem Blau. Es war erst zehn Uhr am Morgen, doch die Sonne hatte schon ihre ganze Kraft entfaltet und erhitzte die Planken des kleinen amerikanischen Piratenschiffs Coyote.

Kate Medhurst spürte die Wärme unter ihren bloßen Füßen und war dankbar für das dunkle Sonnensegel, das einen Teil des Kommandodecks überspannte. Eine leichte Brise ließ die schwarzen Seidenbänder ihres Strohhuts flattern und schmiegte ihr die schwarzen Musselinröcke an die Beine. Ihre Aufmerksamkeit jedoch war nur auf eins gerichtet – auf das Schiff, das in Sicht kam und sich ihnen schnell näherte.

Ein Rabe krächzte – ein unheimlicher Ton und hier mitten im Golf von Mexiko ganz fehl am Platze.

„Ein Rabe auf dem Besanmast! Ein Omen – unser Glück wendet sich“, brummelte einer der Männer und machte ein abwehrendes Zeichen. Wie jeder hier auf dem Schoner kannte auch sie diesen Aberglauben. Sie hielt nichts von solchen Omen, spottete jedoch nicht, denn für die meisten Seeleute war Aberglaube etwas ganz Reales.

„Zum Guten, wenn ich richtig sehe, was da auf uns zukommt“, sagte sie. Durch das Fernrohr, das sie ans Auge hielt, folgte sie dem Kurs des großen Handelsschiffs mit dem schwarzen Rumpf.

Sie nahm das Teleskop herunter und wandte sich an Tobias, der neben ihr stand. Er war ein großer Mann, mehr als sechs Fuß, mit ledriger, von Sonne und Wind verwitterter Haut, höckeriger Nase und unter seinem Dreispitz hervorhängendem Haar. Mit seinem Äußeren und dem langen, mit Tressen versehenen Gehrock war Tobias das Muster eines Piratenkapitäns, und sein Wesen passte dazu.

„Ich sehe den Union Jack, aber ich finde den Namen nicht.“ Kate wandte sich nicht an Tobias, sondern an Sunny Jim, den kleinen, knorrigen alten Mann zu ihrer Linken und reichte ihm das Fernrohr. „Siehst du ihn?“ Sie runzelte die Stirn. Sie kannte den Namen jedes britischen Schiffes, das sie je angegriffen hatten.

Sunny Jim schaute noch düsterer als sonst und schüttelte den Kopf, während er das Fernglas pro forma an Tobias weiterreichte. „Noch nicht, Ma’am“

„Was heißt das schon?“, fragte Tobias, das Glas am Auge.

„Vielleicht nichts.“ Trotzdem irritierte es sie mehr als der große schwarze Vogel, der sie immer noch von der Mastspitze aus beobachtete.

Angesichts des Schiffes grinste Tobias breit und zeigte seine Zahnlücken. Sein goldener Ohrring glitzerte in der Sonne. „Hübsch“, zischte er.

„Zweifellos ein Nachzügler des Konvois der Handelsschiffe, die wir bei Sonnenaufgang entdeckt haben“, meinte Kate.

„Zurückgefallen, ganz allein, ohne den Schutz der Dreckskerle von der Royal Navy und ihren Fregatten.“ Sunny Jim verzog das Gesicht fast zu einem Lächeln. „Bei Neptun, die können wir doch nicht ganz allein da draußen lassen!“

„Ganz bestimmt nicht“, stimmte Tobias zu. „Schlitzen wir ihnen die englischen Hälse auf!“

„Hier gibt’s kein Halsaufschlitzen!“ Kate wechselte einen Blick mit Sunny Jim, dann sah sie Tobias scharf und mahnend an.

Tobias verzog verächtlich die Lippen. „Du bist zu weich mit ihnen.“

„Überhaupt nicht“, entgegnete sie. „Mach ihnen die Taschen leer und lass sie leben, damit sie schmerzhaft erfahren, dass die amerikanischen Gewässer genau das sind – nämlich amerikanisch!“

„Und wenn ich das anders sehe?“ Wütend und herausfordernd funkelte er sie an.

„Wieder einmal? Anscheinend siehst du das in letzter Zeit häufiger anders. Aber das ist nicht der richtige Zeitpunkt für Streit. Wir klären das, wenn wir zurück in Tallaholm sind. Jetzt bist du auf meinem Schiff, unter meinem Kommando, und du tust, was ich sage.“

„Ach, ja? Wo doch so viele denken, dass ich der Kapitän der ‚Coyote‘ bin.“ Drohend trat er näher an sie heran.

„Und ob du gehorchst, du junger Hund“, kam es von Sunny Jim, leise, tödlich, gefährlich. Er zog seinen Säbel aus der Scheide. „Du solltest dich besser erinnern, Tobias Malhone, dass du ein Niemand bist, der nur eine Rolle spielt. Dieses Schiff hat nur einen echten Kapitän, und trotz deines aufgeputzten Rocks bist nicht du das. Wenn also der Captain sagt, es reicht, dann reicht es. Klar?“

Tobias nickte mürrisch und gab vorerst klein bei. „Wenn du es sagst, Captain.“ Er betonte den Titel leicht spöttisch.

„Ja, ich sage es.“ Mit festem Blick sah Kate ihm in die Augen. „Wirst du mir heute Schwierigkeiten machen, Tobias?“

Eine ganze Weile musterte er sie, dann sagte er: „Nein.“ Und voller Hohn: „Nicht heute.“

Sie verstand ihn genau. Heute nicht, doch ein anderes Mal. Was sie jedoch beide nicht wussten, war, dass es dazu nicht mehr kommen würde. „Dann also wieder an die Arbeit, die auf uns wartet. Die liegen tief im Wasser.“

„Voll beladen mit Waren“, sagte Sunny Jim.

„Unsere liebsten Handelsschiffe.“ Sie wandte sich an Tobias. „Los geht’s. Erleichtern wir sie ein wenig um ihre Ladung, damit sie schneller vorankommen.“

„Aye, aye, Captain“, murmelte Tobias und dieses Mal nicht sarkastisch. Er grinste in sich hinein, dann sagte er laut zu den Männern, die schon bereitstanden. „Vorwärts, Leute, wir haben eine Verabredung mit einem englischen Handelsschiff.“

Begeistertes Geschrei stieg zum Himmel auf, ehe die kleine treue Mannschaft sich in die Arbeit stürzte. Kate verdrängte ihre Besorgnis wegen Tobias, der vorn auf dem Kommandodeck seine Stellung hielt, und gab von ihrem Platz ihre Befehle. Die schwarzen Segel wurden entrollt und blähten sich im Wind; das Schiff nahm Fahrt auf.

„Hisst die Flagge“, befahl Kate.

Sie lächelte, als die „Coyote“ auf ihre Beute zuschoss.

Kit Northcote – oder Captain North, wie er sich nun nannte –, schob das Fernrohr ineinander und steckte es in die Tasche seines abgeschabten ledernen Leibrocks. Den hatte einst ein Pirat getragen, nun trug ihn ein gänzlich anderer Mann – zäher, härter, gestählt, obwohl er immer noch mit dem schwarzen Hemd bekleidet war, den schäbigen Wildlederhosen und den hohen Stiefeln.

„Sie kommen.“ Sein Blick war auf das ferne Schiff geheftet.

„Ist es La Voile?“, fragte sein Freund, der Reverend Dr. Gabriel Gunner.

„Der Rumpf ist schwarz-braun gestreift, das Segel schwarz, und sie haben das Sternenbanner und La Voiles eigene Flagge gehisst.“

„Ein Totenkopf mit dem Mund in Form eines liegenden Säbels, rot, mit tropfendem Blut. Er hat eine künstlerische Ader, das muss man ihm lassen.“

„Viel mehr werde ich ihm nicht lassen, wenn er hier ankommt.“

Gunner lachte. „Der Kapitän wird die hübsche kleine Überraschung erleben, die er verdient. Glaubt er, er kann auf Dauer die britischen Handelsschiffe angreifen und damit durchkommen?“

„Das glaubt er wohl wirklich. Weißt du, dass man La Voile anlastet, ganz allein den britischen Transatlantikhandel um fast zwanzig Prozent verringert zu haben?“

„Wie kann das sein? Ist das überhaupt möglich?“, fragte Gunner. Er war groß und erstaunlich schmächtig für einen Mann, der viele Jahre auf See zugebracht hatte. Er hatte lange knochige Finger, die das Gebetbuch ebenso präzise handhaben konnten wie Skalpell und Säbel.

„La Voile wird protegiert von einem mächtigen Piratenpaar sowie einem hohen Beamten, der gegenüber seinem illegalen Tun ein Auge zudrückt. Er hat nur ein Schiff und eine kleine loyale Mannschaft, also niedrige Kosten. Er schlägt rasch und unbarmherzig zu, nimmt sich von der Ladung, was er will, und lässt Kaufleute und Mannschaft unversehrt – ein ganz neues Konzept für einen Piraten. Er ist gerissen. Gerissen genug, sich nur einfache Ziele auszusuchen. Er überlässt die großen, unter Begleitschutz fahrenden Schiffe anderen. Gerissen genug, um sich den unvermeidlichen Nachzügler auszusuchen, den es bei jedem Konvoi gibt. Und gerissen genug, sich nicht erwischen zu lassen, so sehr sich unsere Königlichen Marine anstrengt.“

„Zu unserem Glück!“

„Aber ja“, stimmte Kit zu und dachte an die astronomische Summe, die sie für diese Aktion bekommen würden.

Inzwischen war La Voiles Schiff ein gutes Stück näher gekommen. „Du meine Güte, die sind aber auch schnell!“, sprach Gunner aus, was Kit dachte.

„Fast so schnell wie wir.“

Gunner lächelte. „Fangen wir ihn tot oder lebendig?“

„Lebendig. Dann ist die Prämie höher. Die Admiralität will ein Exempel statuieren und ihn an den Galgen bringen. Geh also mit diesem speziellen amerikanischen Piraten sanft um, Reverend.“

Die beiden Männer tauschten ein schiefes, verständnissinniges Lächeln.

Am Heck flatterte die britische Flagge mit ihren leuchtenden Farben in der karibischen Sonne.

„Ist alles bereit?“, fragte Kit.

„Ganz, wie du es erklärt hast.“

Kit nickte, zog das Fernrohr erneut hervor und musterte die sich nähernde „Coyote“.

„Interessant“, murmelte er, die drei Gestalten ins Auge fassend, die unter dem schwarzen Sonnensegel auf dem Kommandodeck standen. „Sie scheinen sich wegen einer Frau zu streiten.“

„Eine Frau?“ Ungläubig verzog Gunner das Gesicht.

„Und dazu eine sehr ansehnliche!“

„Eine...

Erscheint lt. Verlag 15.1.2020
Reihe/Serie Digital Edition
Digital Edition
Digital Edition
Übersetzer Barbara Kesper
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Original-Titel The Lost Gentleman
Themenwelt Literatur Historische Romane
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher
ISBN-10 3-7337-2948-X / 373372948X
ISBN-13 978-3-7337-2948-6 / 9783733729486
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