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Das falsche Spiel (eBook)

Thriller

(Autor)

eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
464 Seiten
Piper Verlag
978-3-492-99418-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das falsche Spiel -  K.J. Howe
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Thea Paris, Sonderermittlerin für Entführungsfälle, wird selbst zur Geisel: Als sie zwei Waisenjungen nach London zu einer Pflegefamilie bringen will, wird das Flugzeug, in dem sie reisen, entführt. Was zunächst nach einem Zufall aussieht, entpuppt sich bald als abgekarteter Plan: Thea ist keineswegs ein willkürliches Opfer, die Kidnapper haben es auf sie abgesehen. Hinter der Entführung steckt jemand, der schon lange plant, sich an Thea zu rächen. Er spielt ein Spiel mit ihr, das auf jeden Fall tödlich enden wird - und Thea ist gezwungen zu entscheiden, wer leben darf und wer sterben muss ...

KJ Howe wurde in Toronto, Kanada geboren, doch durch die vielen Umzüge der Familie sah sie die ganze Welt - zum Beispiel Afrika, den Mittleren Osten, Europa und die Karibik. Neben ihrer Leidenschaft für das Reisen, die ihr bis heute erhalten geblieben ist, begeisterte sie sich schon früh fürs Lesen und bald wuchs in ihr der Wunsch, selbst Geschichten zu schreiben. In Toronto studierte sie zunächst Betriebswirtschaft und fasste nach dem Universitätsabschluss schnell Fuß in der Geschäftswelt. Doch ihr Traum vom Schreiben trieb sie bald wieder zurück zur Universität, wo sie Kreatives Schreiben studierte. Bislang veröffentlichte sie mehrere Fachbücher und Ratgeber. Heute lebt Howe wieder in Toronto, reist aber im Zuge ihrer Recherchen immer noch um die ganze Welt, nimmt an Kamelrennen in Jordanien teil, surft auf Hawaii, schlägt sich durch den Dschungel von Costa Rica, taucht mit Weißen Haien in Südafrika und arbeitet mit Elefanten in Botswana.

KJ Howe wurde in Toronto, Kanada geboren, doch durch die vielen Umzüge der Familie sah sie die ganze Welt – zum Beispiel Afrika, den Mittleren Osten, Europa und die Karibik. Neben ihrer Leidenschaft für das Reisen, die ihr bis heute erhalten geblieben ist, begeisterte sie sich schon früh fürs Lesen und bald wuchs in ihr der Wunsch, selbst Geschichten zu schreiben. In Toronto studierte sie zunächst Betriebswirtschaft und fasste nach dem Universitätsabschluss schnell Fuß in der Geschäftswelt. Doch ihr Traum vom Schreiben trieb sie bald wieder zurück zur Universität, wo sie Kreatives Schreiben studierte. Bislang veröffentlichte sie mehrere Fachbücher und Ratgeber. Heute lebt Howe wieder in Toronto, reist aber im Zuge ihrer Recherchen immer noch um die ganze Welt, nimmt an Kamelrennen in Jordanien teil, surft auf Hawaii, schlägt sich durch den Dschungel von Costa Rica, taucht mit Weißen Haien in Südafrika und arbeitet mit Elefanten in Botswana.

Prolog


10. März 1956
11.275 Meter über dem Mittelmeer

 

Bomberpilot Earl Johnson hatte sich noch nie so hellwach gefühlt.

Die B-47 war schnell wie der Blitz und verfügte über eine unvergleichliche Manövrierfähigkeit. All seine Sinne waren bis aufs Äußerste geschärft. Doch nicht einmal die sechs Triebwerke des strategischen Bombers konnten seine Besatzung an diesem Tag warm halten. Die niedrige Außentemperatur umhüllte das Flugzeug wie ein Eispanzer. Earl war voll konzentriert, seine eisigen Finger hielten den Schubhebel umklammert in dem Versuch, das Flugzeug mit den anderen drei Stratojets in Formation zu halten.

Er verlagerte sein Gewicht in dem engen Cockpit, sein Atem entwich ihm in kristallisierenden Wölkchen. Das dicke Flugzeughandbuch lag unter seinen Füßen, damit ihm die Zehen nicht abfroren. Sein Co-Pilot und sein Bordingenieur klapperten mit den Zähnen, beschwerten sich jedoch mit keinem Wort. Ihnen war eiskalt, sie waren steif, und es war beinahe unerträglich – aber sie freuten sich alle drei wie die Schneekönige. Earl konnte sich keinen perfekteren Moment vorstellen. Sie jagten in einer Höhe von 11 275 Metern durch die Luft. In dieser Höhe war ihr Treibstoffverbrauch optimal, aber dort betrug der Unterschied zwischen der Mindestgeschwindigkeit und einem Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit nur wenige Stundenkilometer. Wenn Earl in diesem engen Geschwindigkeitsbereich auch nur ein bisschen zu schnell flog, riskierte er eine Schockwelle, die dazu führen konnte, dass der Luftstrom auf den Flügeln abriss und das Flugzeug in einen unumkehrbaren Sturzflug geriet. Wenn er ein wenig zu langsam flog, konnte dies zu einem Strömungsabriss führen, und das Flugzeug würde wie ein Stein vom Himmel fallen. Eine leichte Turbulenz konnte eines dieser beiden Szenarien verursachen. Somit war diese Flughöhe unter Effizienzgesichtspunkten optimal, aber eben auch gefährlich, ein Bereich, der unter Piloten als »coffin corner« – Sargecke – bekannt war und in dem Earl sich wie zu Hause fühlte. Der Ritt auf der Rasierklinge sorgte dafür, dass er voll konzentriert blieb, und lenkte ihn von den eisigen Temperaturen und den finanziellen Sorgen ab, die das neue Baby, das unterwegs war, ihm bereitete.

Sie waren vor acht Stunden von der MacDill Air Force Base in Florida gestartet, ihr Ziel war der Luftwaffenstützpunkt Ben Guerier in Marokko. Die vier Flugzeuge schossen am Himmel entlang dem Treffpunkt mit den Betankungsflugzeugen entgegen, um für den Nonstop-Flug zum zweiten Mal neuen Treibstoff aufzunehmen. Jede B-47 hatte zwei Zylinder mit Uran-235 an Bord, ausreichend spaltbares Material, um zwei Atombomben zu bauen, jede potenziell mit der hundertfachen Sprengkraft der Atombombe, die Hiroshima in Schutt und Asche gelegt hatte.

Earls Funkgerät meldete sich auf der verschlüsselten Frequenz.

»Bluebird Drei, schlechte Sicht von 8700 bis 4400 Meter. Wir müssen zum Betanken bis auf 4260 Meter runtergehen. Kommen.« Earls bester Freund Joe, dem spaßeshalber der Spitzname Slow Joe verpasst worden war, weil er auf hohe Geschwindigkeiten stand, flog die vierte B-47.

»Verstanden.« Earl beschleunigte auf 275 Knoten, 896 Stundenkilometer über Grund, der sich 11 275 Meter unter ihnen befand, und ließ die Triebwerke noch einmal einige Sekunden lang aufheulen, bevor sie in den Sinkflug gehen und tief in die Wolken hinabtauchen würden, um den Treffpunkt mit dem Betankungsflugzeug ansteuern zu können. Bestimmt würde es Joe in den Fingern jucken, da Earl sich mit seinem Bomber vor ihn gesetzt hatte.

»Deine Maschine ist siebenundvierzig Mal lauter als deine Frau nach einem fünftägigen Zwischenstopp von dir bei ihr«, krächzte Slow Joes Stimme neckisch aus dem Funkgerät. »Jawollja, sie hat dem Geschwaderkommandeur gesagt, dass sie dich nicht mal drei Stunden ertragen kann, geschweige denn fünf Tage.«

Earls Co-Pilot und sein Bordingenieur lachten über Joes Scherz. Sie waren es gewohnt, dass die beiden einander aufzogen. In dem engen Cockpit unter der Vollsichthaube gab es keine Privatsphäre.

»Du hältst dich vielleicht für lustig«, entgegnete Earl, »aber dafür bereitet dir zu Hause niemand jemals Maisgrütze zu.« Die alleinstehenden Männer hielten nicht damit hinterm Berg, dass sie ihn um seinen Status als Ehemann beneideten. Er ließ die Hänseleien mit einem Hauch von Demut über sich ergehen – bis sie es übertrieben und er sie zurechtstutzen musste.

Er warf einen Blick auf die Uhr und drückte auf den Sendeknopf des Funkgeräts. Die Betankungsflugzeuge mussten unter den Wolken auf sie warten. »Flugzeuge in Trail Formation runtergehen«, sagte er, womit er die Piloten der anderen Bomber anwies, in einer Reihe hintereinanderher zu fliegen. »Diese Suppe ist ja heute dicker als Maissirup, Joe. Pass auf, dass du dich da drinnen nicht verirrst.« Na gut, er strotzte vielleicht nicht gerade vor Demut, aber jeder Pilot, der etwas auf sich hielt, konnte es sich ruhig mal leisten, den Mund ein bisschen voll zu nehmen.

»Verstanden. Aber du zahlst das Bier, wenn wir in Marokko landen. Das ist das Mindeste, wenn ich schon wegen dir als Letzter auftanken kann.« Slow Joe mochte ein ziemlich loses Mundwerk haben, aber es gab keinen zuverlässigeren Piloten.

»Ich habe schon das letzte Mal gezahlt. Trotzdem, netter Versuch. Ende.« Earl sank durch die dichten Wolken und behielt den Höhenmesser im Auge. Durch die Wolkendecke war absolut nichts zu sehen. Es war, als ob direkt vor der Cockpitscheibe ein riesiger Wasserkessel Dampfschwaden ausstieß.

Er folgte Bluebird Zwei wie geplant in Trail Formation. Seine Blicke schossen hin und her, seine Knie zitterten – ob wegen der Kälte oder aufgrund des Luftdrucks, wusste er nicht. Verdammt, er konnte das Heck des Bombers vor ihm kaum sehen. Zum Glück machten die präzisen Geräte das Fliegen in Formation relativ einfach.

Er ließ sich durch nichts mehr ablenken, seine Welt verengte sich auf die Aufgabe, die er zu bewältigen hatte. Er war absolut konzentriert. Ausgefranste, dünne Wolkenfetzen rasten an der Vollsichthaube des Cockpits vorbei, verschwanden schlagartig, und im nächsten Augenblick schoss die B-47 unter der Wolkendecke hervor in den klaren Himmel. Ein schneller Blick auf den Höhenmesser. Alles klar, 4265 Meter, und er hatte die Suppe hinter sich gelassen, genau so, wie die Wetterfritzen es vorhergesagt hatten. Earl zog am Steuerhorn, um den Sinkflug zu beenden, und erhöhte den Schub, um das Flugzeug abzufangen und die Höhe zu halten. Dann atmete er lange und gleichmäßig aus.

Unter ihm hingen drei Tankflugzeuge in der Luft. Die Piloten von Bluebird Eins und Bluebird Zwei waren bereits dabei, ihre Bomber mit zweien der Tankflugzeuge zu verbinden. Hinter jedem Tankflugzeug gab es eine imaginäre kegelförmige, in der Fliegersprache »envelope« genannte Zone. Innerhalb dieses Arbeitsbereichs konnte der Treibstoff über den Ausleger zu dem zu betankenden Flugzeug geleitet werden.

Das dritte Tankflugzeug rückte vor ihm in sein Blickfeld, ein riesiger Koloss. Die Verbindung zu einer dicken KC-97 herzustellen, war immer eine Herausforderung. Zwei Flugzeuge mitten in der Luft miteinander zu verbinden, um leicht brennbaren Treibstoff von einem zum anderen zu leiten – was konnte da alles schieflaufen?

Earl schärfte seine Aufmerksamkeit und drosselte das Tempo auf gemächliche dreihundertsiebzig Stundenkilometer, um sich der Geschwindigkeit des langsam vor ihm fliegenden Tankflugzeugs anzupassen. Slow Joe hatte eine phänomenale Trefferquote, was die Herstellung einer Verbindung beim ersten Versuch anging. Er war ein Luftbetankungsass. Earl wollte nicht, dass etwas schieflief, sonst konnte er sich darauf gefasst machen, beim Bier am Abend noch mehr von Joe aufgezogen zu werden. Unterm Strich konnten der Wind, das Wetter und nahezu alles den Auftankungsprozess vermasseln.

Er öffnete die kleine Betankungsöffnung am Bug und steuerte die B-47 etwas nach oben und ein Stück weit nach links. Der Bordoperator des Tankflugzeugs steuerte den Ausleger zur Tanköffnung, und im nächsten Moment war der Bomber mit der KC-97 verbunden.

»Einmal volltanken und Scheibe wischen, Sir?«, fragte der Bordoperator der KC-97.

Earl schüttelte den Kopf und lächelte. »Warum gibt heute jeder den Komiker? Bringen wir es einfach hinter uns.« Er hatte schon einen langen, anstrengenden Flug hinter sich.

Das »Verbunden«-Lämpchen leuchtete auf, und der Operator begann mit der Betankung. Eine durstige B-47 konnte während der Betankung knapp zweitausenddreihundert Liter pro Minute aufnehmen und übertraf damit sogar Slow Joes Bieraufnahme an einem guten Abend.

Earl konzentrierte sich darauf, die B-47 in dem Luftstrudel, der dem Bomber hinter der KC-97 entgegenschlug und an ihm rüttelte, in stabiler Lage zu halten. Auf einmal klatschte Treibstoff gegen die Cockpitscheibe. Das erschreckte ihn. Verdammt. Offenbar war der Aufleger nicht dicht angeschlossen. Slow Joe würde ihn deshalb runtermachen. Es sah aus, als würde ein Elefant auf sie pinkeln. Er schaltete den Scheibenwischer an und strengte die Augen an, um durch den öligen Film und die Spritzer hindurch etwas sehen zu können.

Das Tankflugzeug wurde ein wenig schneller, da dessen Treibstoffladung zusehends geringer wurde. Dankbar erhöhte Earl die Geschwindigkeit ebenfalls, um sich dem schnelleren Tempo der KC-97 anzupassen. Die B-47 lechzte danach, schneller zu werden, wie ein gezügeltes Rennpferd.

Es kostete ihn einige Mühe, die Position zu halten, das Steuerrad war ständig in Bewegung, während er leichte Korrekturen vornahm, doch der Ölfilm auf der Cockpitscheibe sorgte dafür, dass er das Tankflugzeug nur...

Erscheint lt. Verlag 13.1.2020
Reihe/Serie Thea Paris
Übersetzer Velten Arnold, Bärbel Arnold
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Entführung • Flugzeug • Flugzeugentführung • internationales Verbechen • Katz-und-Maus-Spiel • Sonderermittler • spannende Bücher • starke Ermittlerin • starke Frauenfigur • Verschwörung • Zweiter Weltkrieg
ISBN-10 3-492-99418-0 / 3492994180
ISBN-13 978-3-492-99418-7 / 9783492994187
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