Herr der Galaxien 13 - Galaktische Krise (eBook)
120 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-3586-8 (ISBN)
Der Super-G.A.U.
Alfred Bekker
Über eine Million Jahre in der Zukunft:
Auf Baldagor-3 gibt es zwei rivalisierende Menschenrassen: Die Kadamo'on sind eins mit der Natur und hassen die Madari, die sich in ihren Städten gegen sie und die Natur verschanzen. Und jetzt sind die Madari dabei, das Monopol des Sternenvogts zu brechen: Sie entwickeln die verbotene überlichtschnelle Raumfahrt und gefährden wegen der besonderen kosmischen Position von Baldagor die Stabilität des Raum-Zeit-Kontinuums.
John Willard ist hier, um das zu verhindern. Doch er muss vorsichtig vorgehen, um die wirtschaftliche Ordnung nicht zu gefährden: Die Madari sind seit Jahrhunderttausenden Mitglieder des interstellaren Handelsverbundes. Aber der HERR DER WELTEN hat vorgesorgt und die Kadamo'on auf seinen Diener vorbereitet, rechtzeitig, um eines Tages dies zu nutzen. Zum Wohle des Universums.
Nun muss John Willard sich beweisen - als eben dieser Diener und Gesandte, als der lange prophezeite Messias. Er erzählt uns davon...
1
Wir verbrachten Tage in den Höhlen von Zamdara, vielleicht auch Wochen. Ich verlor das Gefühl für Zeit. Dieser Ort schien ewig zu existieren und irgendwie unabhängig von Raum und Zeit zu sein. Zumindest entsprach das meinem innersten Gefühl. Mit der Realität hatte das wohl nichts zu tun.
Bei unserem nächsten Treffen empfing Kara, das lebende Orakel der Kadamo'on, mich allein. Ihre Orakeldienerinnen waren nicht mit anwesend.
Ich war es gewesen, der eine erneute Begegnung mit dem Orakel verlangt hatte.
Als nun anerkannter Messias der Kadamo'on stand mir das zu. Niemand nahm daran Anstoß.
Es stand mir zu, das Orakel zu sehen, wann immer ich es wollte.
Kara trug ein durchscheinendes Gewand, das so gut wie nichts von ihrem perfekten Körper verbarg.
„Ich wusste, dass du sehr bald hier her zurückkehren würdest, Willard.“
„Ach, ja?“
„Du hast noch so viele Fragen...“
„Das ist richtig. Die Idee, dass in einer Art paralleler Raumzeit, deren Bewegungsrichtung zu unserer genau gegensätzlich ist, käferartige Wesen diese Planeten beherrschen, ist...“ Ich brach ab, sprach nicht weiter.
Kara lächelte.
„Es ist schwer zu glauben.“
„Ja.“
„Und doch lassen die Erkenntnisse, die mir durch die Apparate der Käferartigen zuteil wurden, nicht den Hauch eines Zweifels daran zu.“
„Mag sein. Und dennoch...“
„Und dennoch... was?“
„Es widerspricht dem menschlichen Verständnis für Logik.“
„Dem MENSCHLICHEN vielleicht, Willard.“
„Du hast Recht.“
„Womit?“
„Der Mensch - ob Kadamo'on, Madari oder Außenweltler, wie ihr mich nennt - ist nicht das Maß aller Dinge im Universum.“
Sie lächelte abermals.
In ihren Augen blitzte es auf eine Weise, die mich zunächst etwas verwirrte. Ist es wirklich so lange her, dass dich eine Frau auf diese Weise angesehen hat, Willard?, ging es mir durch den Kopf. Der Sternenvogt, mein Herr, Meister, Gott und Sklaventreiber in einer Person, hatte mir wahrlich nicht sehr viel Zeit dafür gelassen, mich meinen eigenen Bedürfnissen hinzugeben.
Dann auch noch eine... Kara! Ich erinnerte mich recht genau an die Kara, die ich einst gekannt hatte, in einer anderen Situation, auf einer völlig anderen Welt, vielleicht tausend Lichtjahre von hier entfernt - oder sogar... eine ganze Ewigkeit?
Kara löste eine Spange an ihrem Gewand.
Es glitt zu Boden, gab nun den Blick auf ihren nackten Körper frei. Sie war eine schöne Frau. Das Licht der fluoreszierenden Steine schimmerte auf ihrer Haut. Sie trat auf mich zu. Schatten entstanden zwischen den vollen Brüsten und dem dunkle Dreieck zwischen ihren Schenkeln.
„Die Fragen, die du hast, sind nicht der einzige Grund, aus dem du dich noch einmal über den unterirdischen See setzen ließest, um mich zu sehen...“
Sie hatte Recht.
Diese Frau hatte mich vom ersten Augenblick an fasziniert. Nicht nur wegen der Namensgleichheit mit der einstigen Geliebten.
Der herausfordernde Blick ihrer dunklen Augen, ihr aufregender Körper, der grazile, fast katzenhafte Gang...
Sie nahm meine Hände und legte sie auf ihre Brüste.
„Soll das Orakel nicht in Abgeschiedenheit leben, unberührt von den Leidenschaften des Lebens?“, fragte ich.
„Das gilt nicht, wenn der Gesandte des wahren Herrn der Welten erscheint.“
„Wie schön, dass ihr eure Vorschriften so flexibel auslegt!“
„Komm jetzt, Willard...“
Sie zog mich mit sich. Wenig später sanken wir auf ein Lager nieder. Die pure Erregung erfasste mich und wir vereinigten uns in wilder Leidenschaft.
Erschöpft und schweißgebadet lagen wir später beieinander.
*
Willard!, dachte Kara später, als sie dem Schlafenden durch das Haar strich und dabei ihren Gedanken nach hing. Du wirst einen Sohn haben, Willard, auch wenn du noch nichts davon ahnst. Und der Sohn des Gesandten wird meine Position gegenüber Alragan Sor, dem Propheten unseres Volkes, so stark machen, wie bei keinem Orakel zuvor!
Selbst dann, wenn dein Herr und Meister dich zurück in seine Gefilde ruft, so wird etwas von dir hier auf Baldagor-3 bleiben.
Sie erhob sich, ging nackt wie sie war in den Nebenraum, wo sich Artefakte der Käferartigen befanden.
Sie zögerte, ehe sie eines dieser Geräte mit beiden Händen nahm.
Du hast es bereits einmal gesehen!, ging es ihr dann durch den Kopf. Reicht das nicht? Reicht es nicht, die Zukunft bereits einmal wie ein aufgeschlagenes Buch vor sich gesehen zu haben? Musst du dieses Erlebnis immer und immer wieder haben, um das selbe Gefühl der Gewissheit zu bekommen? Es war eine Sucht.
Sie spürte es.
Und sie spürte auch die Gefahr, die darin lag.
Diesem Sog, den die Artefakte der Käferartigen ausübten, dieser geradezu unheimlichen Anziehungskraft ließ sich kaum widerstehen.
Kara schloss die Augen.
Widerstehe!, durchzuckte es sie. Du hattest bereits Gewissheit, bevor du das Lager mit dem Gesandten des Herrn der Welten teiltest. Es ist nicht notwendig, dass du dich ständig von neuem vergewisserst! Dein Hirn brennt sonst aus wie eine Kerze. Sei sparsam mit diesem Feuer, Kara... Sei sparsam! Es ist dein Lebensfeuer und du willst doch nicht, dass es zu rasch verlischt...?
Sie legte das Artefakt zurück.
Dann strich sie sich beinahe zärtlich über den flachen Bauch.
Willard, dein Sohn!, ging es ihr durch die Gedanken. Ich werde ihn auch Willard nennen! Willard-Gor, Willard, der Erhabene.
*
Ein gewaltiger Zug von F'antoi setzte sich in Bewegung. An der Spitze in dieser riesenhaften Armee befand sich jener Riesenskorpion auf dem ich war.
Das riesenhafte Tier wurde auf besondere Weise durch Fahnen geschmückt und war so als dasjenige erkenntlich, auf dem der Gesandte des Herrn der Welten weilte.
Die Position, an dem sich das Forschungscamp der Madari befinden musste, lag mindestens eine Woche von uns entfernt.
Eine Woche, in der die F'antoi sich tagsüber eingraben würden, um die Reise des Nachts fortzusetzen.
Das Camp, so viel hatte ich den Daten des abgestürzten Transportgleiters entnehmen können, befand sich auf einer ehemaligen Insel, inmitten einer Salzwüste gelegen, die ehedem ein Meer gewesen war.
In jenen fernen Zeiten, in denen Baldagor-3 eine feuchtere Welt mit größeren Binnenmeeren gewesen war.
Ich nahm an, dass dieses Camp durch einen Energieschirm geschützt wurde.
Die Madari waren ein ängstliches Volk, das sich ein Leben außerhalb dieses Energieschirms kaum vorstellen konnte. Ein Leben, den Elementen dieses Planeten schutzlos ausgeliefert, so wie es die Kadamo'on führten.
Dieses Camp war allenfalls die Spitze eines Eisberges, ging es mir durch den Kopf.
Die Madari mussten kurz vor dem Durchbruch stehen, was die Entwicklung eines Überlichtantriebs anging und es würde kaum ausreichen, nur dieses Camp zu vernichten, denn das Wissen darüber war in ihren Rechnernetzen gespeichert.
Vielleicht würden sie es immer wieder und wieder versuchen, solange noch eine ihrer mit Energiekuppeln geschützten Städte existierte.
Alragan Sor war bei den Höhlen von Zamdara geblieben. Der Grund, den er für sein Verbleiben genannt hatte, wollte mir aber nicht so recht einleuchten.
„Meine Aufgabe ist erfüllt“, so hatte er gesagt. „Ich habe dem den Weg geebnet, der da kommen wird. Jetzt bin ich nur noch dazu da, die heiligen Stätten von Zamdara zu bewachen.“
In jenem Augenblick hatte er ganz sicher gehofft, dass ich aus dem beginnenden Krieg gegen die Madari nicht zurückkehren würde und er nicht nur seine alte Machtposition wieder einnehmen konnte, sondern ihm darüber hinaus die Herrschaft über den...
| Erscheint lt. Verlag | 25.12.2019 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| ISBN-10 | 3-7389-3586-X / 373893586X |
| ISBN-13 | 978-3-7389-3586-8 / 9783738935868 |
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