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Sword Art Online - Alicization- Light Novel 09 (eBook)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Auflage
372 Seiten
Tokyopop Verlag
978-3-8420-6073-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Sword Art Online - Alicization- Light Novel 09 -  Reki Kawahara
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Kirito, der Held der SAO-Krise, erwacht in einer virtuellen Fantasy-Welt - ohne Erinnerung an seine Zeit davor. Er irrt durch die Gegend, bis er einen Jungen trifft. Dieser Junge, Eugeo, ist ein Bewohner der virtuellen Welt - ein NPC -, doch er verhält sich wie ein ganz normaler Mensch. Und allmählich kommen Kiritos Erinnerungen aus der Vergangenheit wieder ... Erinnerungen daran, wie er in seiner Kindheit mit Eugeo über Felder und Hügel läuft. Wie ist das möglich?

Prolog I


Juli des Jahres 372 menschlicher Zeitrechnung


1


Die Axt greifen.

Ausholen.

Zuschlagen.

Mehr war es nicht, aber wenn er nicht vollkommen konzentriert bei der Sache blieb, traf der Axthieb nicht sein Ziel, und die harte Baumrinde ließ seine Arme mit einem heftigen Rückstoß abprallen. Nur wenn er Atmung, Rhythmus, Geschwindigkeit, Gewichtsverlagerung, jeden dieser Faktoren perfekt kontrollierte, traf die volle Wucht der schweren Axtklinge auf den Baumstamm und erzeugte einen wohltönenden, hellen Klang.

Obwohl er sich darüber im Klaren war, lief es in der praktischen Umsetzung nicht so wie geplant. Bald schon käme der zweite Sommer, seit Eugeo im Frühling seines zehnten Lebensjahrs diese Berufung verliehen worden war. Trotzdem gelang ihm solch ein perfekter Hieb höchstens in einem von zehn Fällen. Der alte Garitta, der ihn als sein Vorgänger den Umgang mit der Axt gelehrt hatte, hatte mit jedem Hieb getroffen und nie erschöpft gewirkt, egal wie oft er die schwere Axt geschwungen hatte. Eugeo dagegen wurden nach nur fünfzig Schwüngen die Hände taub, seine Schultern schmerzten, und er konnte die Arme nicht mehr heben.

»Drei…undvierzig! Vier…undvierzig!«, zählte er laut mit, um sich selbst anzufeuern, während er mit der Axt auf den riesigen Baumstamm schlug. Schweiß trübte ihm die Sicht und machte seine Handflächen rutschig, wodurch seine Trefferrate nur noch weiter sank. Halb verzweifelt packte er die Holzfälleraxt noch fester und legte das ganze Gewicht seines Körpers in den Schwung.

»Neun…undvierzig! Fünf…zig!«

Der letzte Hieb verfehlte sein Ziel und traf weit neben der tiefen Kerbe im Stamm mit einem unangenehmen metallischen Geräusch auf die Baumrinde. Der Rückstoß war so heftig, dass er Sterne sah. Erschöpft ließ Eugeo die Axt fallen, taumelte ein paar Schritte zurück und plumpste in das weiche Moos.

Schwer atmend saß er da, als er von rechts eine belustigte Stimme hörte: »Von den fünfzig Hieben hörten sich nur drei richtig an. Mal überlegen, das macht dann insgesamt 41, oder? Ich schätze mal, das Silalwasser geht heute auf dich, Eugeo.«

Die Stimme gehörte einem Jungen in seinem Alter, der ein kleines Stück weiter auf dem Boden lag. Eugeo konnte nicht gleich antworten, er griff im Sitzen nach seiner ledernen Feldflasche. Gierig trank er das inzwischen lauwarme Wasser und verschloss die Flasche wieder fest, als er sich endlich besser fühlte. Dann antwortete er: »Pah, du hast doch selbst auch erst 43 Treffer. Die hab ich im Nu aufgeholt. Los, du bist dran … Kirito.«

»Ja, ja.«

Kirito, Eugeos bester Freund aus Kindertagen und Partner bei dieser langweiligen Aufgabe seit dem Frühling des vergangenen Jahres, wischte sich die schweißnassen, schwarzen Haarsträhnen aus dem Gesicht, streckte beide Beine nach oben und schwang sich auf die Füße. Statt die Axt aufzuheben, stemmte er die Hände in die Hüften und sah nach oben. Eugeo folgte seinem Blick gen Himmel.

Der Sommerhimmel war im Juli erstaunlich blau, und von hoch oben fluteten die hellen Strahlen der Sonnengöttin Solus. Doch durch die ausladenden Äste des großen Baumes fiel fast kein Licht zu Eugeo und Kirito auf den Boden.

Der Baum verschlang mit seinen unzähligen Blättern unentwegt gierig den Segen der Sonnengöttin, während seine Wurzeln ununterbrochen die Gnade der Erdgöttin Terraria aufsogen. Die Kerbe, die Eugeo und Kirito so mühevoll in den Stamm schlugen, heilte sich stetig wieder von selbst. Egal wie sehr sie sich tagsüber anstrengten: Wenn sie nach einer Nacht am nächsten Morgen hierher zurückkamen, hatte der Baum die Kerbe vom Vortag zur Hälfte wieder gefüllt.

Mit einem kleinen Seufzer wandte Eugeo seinen Blick vom Himmel ab und wieder dem Baum zu.

Die Dorfbewohner nannten den Baum in der sakralen Sprache »Gigas Cedar«, was so viel bedeutete wie »gigantische Zeder«. Er war ein wahres Ungeheuer mit einem Stamm von vier Mer Durchmesser und mindestens siebzig Mer Höhe bis zu den obersten Ästen.

Selbst der Glockenturm der Kirche, des höchsten Gebäudes im Dorf, erreichte nur ein Viertel davon. Gegenüber Eugeo und Kirito, die in diesem Jahr endlich auf über anderthalb Mer gewachsen waren, wirkte der Baum wahrhaftig wie ein Gigant aus der Antike.

Wenn Eugeo auf die Kerbe im Stamm sah, fragte er sich unweigerlich, ob es nicht mit menschlichen Kräften ganz und gar unmöglich war, diesen Riesen zu fällen. Die keilförmige Kerbe hatte endlich eine Tiefe von fast einem Mer erreicht, aber der Stamm hatte noch dreimal so viel Dicke übrig.

Im Frühling vergangenen Jahres war er mit Kirito zusammen zum Dorfvorsteher beordert worden, der ihnen die Berufung als Kerber der Gigas Cedar verliehen hatte. Bei dieser Gelegenheit hatte er ihnen die ermüdend lange Geschichte des Baumes erzählt.

Lange bevor das Dorf Rulid errichtet worden war, hatte die Gigas Cedar schon ihre Wurzeln in dieser Gegend ausgebreitet. Seit der Zeit der ersten Siedler hatten die Dorfbewohner fortwährend mit der Axt den Stamm bearbeitet. Sein Vorgänger Garitta war der Kerber der sechsten Generation gewesen, womit Eugeo und Kirito also die siebte Generation waren. Die Dörfler hatten über dreihundert Jahre daran gearbeitet, diese Kerbe zu schlagen.

Dreihundert Jahre!

Für Eugeo, der damals gerade erst zehn Jahre alt geworden war, war das eine geradezu unvorstellbare Zeitspanne. Das hatte sich natürlich auch nach seinem elften Geburtstag nicht geändert. Er verstand lediglich, dass seit der Generation seiner Eltern, seiner Großeltern und auch den Generationen davor die Kerber unzählige Male die Axt geschwungen und so diese Kerbe von nicht einmal einem Mer Tiefe hervorgebracht hatten.

In feierlichem Tonfall hatte ihnen der Dorfvorsteher erklärt, warum der Riesenbaum so unbedingt gefällt werden musste.

Durch ihre riesige Gestalt und überbordende Lebenskraft raubte die Gigas Cedar der Umgebung in einem extrem weiten Umfeld den Segen sowohl der Sonnengöttin als auch der Erdgöttin. Wo der Schatten des Riesenbaumes hinfiel, trugen die gesäten Samen keine Früchte.

Dorf Rulid lag an der nördlichen Grenze des Nordreichs Norlangarth, einem der vier Kaiserreiche, in die die Menschenwelt unterteilt war. Mit anderen Worten, es war buchstäblich das Ende der Welt. Im Norden, Osten und Westen war es von steilen Gebirgshängen umgeben, sodass den Bewohnern nichts anderes übrig blieb, als den Wald im Süden zu roden, um die Felder- und Weidenflächen zu vergrößern. Da die Gigas Cedar jedoch am Waldrand ihre Wurzeln ausbreitete, war keine Weiterentwicklung des Dorfes möglich, bevor nicht etwas gegen diesen Störenfried unternommen wurde.

Allerdings war das Holz des Riesenbaumes so hart wie Eisen und rauchte nicht einmal, wenn es in Brand gesteckt wurde. Zudem streckten sich die Wurzeln ebenso tief ins Erdreich, wie der Baumwipfel nach oben ragte. Also benutzten die Dorfbewohner die Drachenknochenaxt, die ihnen von den Gründern hinterlassen worden war und selbst Eisen schneiden konnte, um eine Kerbe in den Stamm zu schlagen. Diese Berufung musste Generation für Generation weitergegeben werden …

Die Stimme des Dorfvorstehers hatte vor Bedeutungsschwere dieser Berufung gezittert, als er seine Erzählung beendet hatte. Eugeo hatte vorsichtig nachgefragt, ob man nicht einfach die Gigas Cedar ignorieren und den Wald weiter südlich roden könne. Da hatte der Dorfvorsteher ihnen mürrisch erklärt, dass das Fällen des Baumes der innigste Wunsch ihrer Vorfahren gewesen war und es im Dorf Brauch war, in jeder Generation zwei Kerber mit dieser Berufung zu betrauen. Daraufhin hatte Kirito mit nachdenklichem Gesicht gefragt, warum ihre Vorfahren überhaupt an diesem Ort ein Dorf errichtet hatten. Für einen Moment hatten dem Dorfvorsteher die Worte gefehlt, bevor er sowohl Kirito als auch Eugeo mit der geballten Faust einen Schlag auf den Kopf verpasst hatte.

In den vergangenen fünfzehn Monaten waren die beiden also abwechselnd mit der Drachenknochenaxt die Gigas Cedar angegangen. Doch ihre Axtschwünge waren wohl noch zu ungeübt, um die Kerbe in dem dicken Stamm merklich zu vertiefen. Wahrscheinlich war es auch nicht wirklich verwunderlich, dass zwei Kinder innerhalb eines Jahres keinen großen Fortschritt erreichten, wenn es dreihundert Jahre gebraucht hatte, um die bisherige Kerbe zu schlagen. Dennoch war es extrem frustrierend, kein Erfolgserlebnis bei der Arbeit zu haben.

Wenn sie wollten, konnten sie sich jederzeit nicht nur durch bloßen Augenschein, sondern in einer noch deutlicheren Form von dieser deprimierenden Tatsache überzeugen.

Kirito, der neben ihm stumm die Gigas Cedar anstarrte, schien das Gleiche zu denken. Er ging schnell zum Stamm hinüber und streckte die linke Hand danach aus.

»Hey, lass das, Kirito. Der Dorfvorsteher hat dir doch verboten, ständig auf die Lebensspanne des Baums zu gucken«, rief ihm Eugeo nervös zu.

Kirito drehte sich mit seinem gewohnt frechen Grinsen zu ihm um und erwiderte gespielt unschuldig: »Das letzte Mal habe ich vor zwei Monaten geguckt. Das ist nicht ständig, nur gelegentlich mal.«

»Du bist echt unverbesserlich … Warte, lass mich auch sehen.«

Eugeos Atmung hatte sich endlich wieder beruhigt. Er schwang sich wie Kirito auf die Füße und lief zu seinem Freund.

»Bist du bereit? Ich öffne es jetzt«, sagte Kirito leise. Er streckte Zeigefinger und Mittelfinger der linken Hand aus und zog die anderen Finger ein. Dann zeichnete er die Form...

Erscheint lt. Verlag 5.12.2019
Reihe/Serie Sword Art Online - Novel
Sword Art Online - Novel
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Comic / Humor / Manga Manga
Schlagworte Abenteuer • action • Fantasy • Shonen • Shonen Attack • Shounen
ISBN-10 3-8420-6073-4 / 3842060734
ISBN-13 978-3-8420-6073-9 / 9783842060739
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