Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Fated Shadow III (eBook)

Kreuzgang

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019
CCCXLVI Seiten
BookRix (Verlag)
978-3-7487-2263-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Fated Shadow III - Kim Rylee
Systemvoraussetzungen
3,99 inkl. MwSt
(CHF 3,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Der Dunkle Engel Azrael nimmt den gefährlichen Auftrag an, die Seele eines Schutzengels aus Samaels Klauen zu befreien. Als Belohnung winkt ihm der Wiedereinzug als Erzengel in die Obere Ebene. Samaels lang gehegter Plan, den Himmel zu erobern, rückt mit dieser Seele in greifbare Nähe. Der uralte Pakt zwischen dem Dämon und dem Dunklen Engel bröckelt. Indes schreitet Avelines Verwandlung unaufhaltsam fort, während sie dabei immer tiefer zwischen die Fronten gerät. Das mitreißende Finale der Fated Shadow-Reihe!

Der Auftrag


Sie kannte den Raum. Das Weiß um sie herum machte ihr nichts aus. Noch immer standen vier Stühle an der Wand, die ihr zu hoch waren.

Während sie die Wände ablief, betrachtete Jesajah die Bilder. An einer Stelle klaffte weiterhin die Lücke. Sie wusste, dass es dort keine Tür gab, somit war klar, dass nur eines der riesigen Porträts fehlen konnte. Ihr Blick blieb auf dem leeren Platz haften, während sie überlegte, welches Erzengelbildnis dort einst erstrahlte, oder ob man die Lücke für einen neuen Erzengel freihielt.

»Also, Jesajah. Weshalb sind wir hier?«

Azraels Stimme holte sie aus den Gedanken. Sie drehte den Kopf zur Seite und schaute über ihre rechte Schulter.

Der Dunkle Engel saß auf einem der vier Stühle. Den Oberkörper hatte er nach vorn gebeugt, die Unterarme auf den Schenkeln abgelegt. Die Spuren des Kampfes gegen Batukhan waren noch nicht vollständig verblasst. Sein Unterkiefer mahlte. Er machte keinen Hehl daraus, dass er sich auf der Oberen Ebene unbehaglich fühlte.

»Du sagtest, sie wollen meinen Fall aufrollen.«

»Ja.« Jessy lief auf den gefallenen Engel zu und strahlte. »Ist das nicht toll?«

Ihre kindliche Fröhlichkeit schien von ihm abzuprallen. Er war gereizt.

»Und weshalb lässt man mich warten?«

Jessy machte große Augen. Darauf hatte sie keine Antwort. Bisher hatte sie Wartezeiten bei den Obersten der Triade nie infrage gestellt. Zudem stand den Engeln viel Zeit zur Verfügung, wenn nicht gerade ein Notfall eintrat. Nur als Schutzengel Zweiter Klasse, wie Jessy es war, hatte man sehr viel zu tun, da diese Guardians oftmals mehr als einen Schützling betreuten.

Sie schürzte die Lippen.

»Die sind bestimmt sehr beschäftigt. Du kannst dir nicht vorstellen, was gerade auf der Welt los ist.« Sie legte ihre kleinen Hände auf seine Knie. Mit leicht geneigtem Kopf suchte sie seinen Blick.

»Und ob ich das kann«, erwiderte er kühl. »Das bedeutet, sie wollen einen Söldner.« Er stand auf und ging einige Schritte, während er die Hände gegen seinen Rücken drückte, um den Oberkörper zu strecken. Seine schwarz glänzenden Flügel breiteten sich aus. Er tat einige Flügelschläge, sodass Jessys Korkenzieherlocken wild auf ihrem Kopf tanzten.

Ihre meerblauen, staunenden Augen waren auf ihn gerichtet.

Azrael war gut gebaut und hochgewachsen. Ausgestattet mit mächtigen Flügeln gab er eine imposante Erscheinung ab. An den Rändern schimmerten seine sonst tiefschwarzen Federn silbern. Das einzige Relikt, das noch aus seiner Zeit als himmlischer Bote übrig geblieben war, bevor er zum Dunklen Engel wurde. Er trug nur eine enge schwarze Jeans. Oberkörper und Füße waren nackt.

Jessy hatte eine Ahnung, weshalb Aveline auf dieses dunkle Geschöpf abfuhr. Unweigerlich musste sie schlucken.

»Ihr dürft eintreten.«

Gegenüber der Stuhlreihe öffnete sich eine Tür.

»Nur hereinspaziert«, rief der Seraph, »wenn es …« Die Stimme verstummte.

Mit stolzen Schritten trat Azrael auf den Durchgang zu.

Jessy hatte Mühe, mit ihm Schritt zu halten, und trappelte hinterher.

An der Türschwelle hatte der Schutzengel den Dunklen Engel eingeholt, sodass Jessy nun vorausging.

 

Der Raum erstrahlte in Neonblau wie der wolkenlose Himmel auf dem Meer an einem sonnigen Tag. Es war so grell, dass die beiden die Augen leicht zusammenkneifen mussten, um überhaupt etwas erkennen zu können.

»Oh! Ist es zu hell? Moment.« Das Neonblau verwandelte sich in ein pastellfarbenes Blau.

Nun konnten sie die Gestalt erkennen, die hinter einem mausgrauen Tisch auf einem bequemen Bürostuhl aus einer Wolke saß.

Es war Seraphiel. Einer der höchsten Seraphs, die man nur selten zu Gesicht bekam. Doch Azrael war er nur zu gut bekannt. Mehr, als dem Dunklen Engel lieb war.

»Setzt euch doch. Bitte.«

Jessy kam der Aufforderung nach. Als sie vor dem hohen Stuhl stand, seufzte sie. Unbeholfen versuchte der Schutzengel hinaufzukrabbeln. Schließlich gab sie es auf und nahm ihre kleinen Flügel zu Hilfe. Diese erwiesen sich eher als hinderlich, da ihr leichtes Flattern sie aus dem Gleichgewicht brachten. Die Guardian war aus der Übung. Ihre Flügel benutzte sie nur in den seltensten Fällen. Sie hasste das Fliegen. Davon wurde ihr immer schlecht. Auf Knien landete sie schließlich auf der Sitzfläche. Sie musste aufstoßen und presste ihre kleine Hand vor den Mund. Dadurch wurde das Geräusch zwar gedämpft, dennoch konnte sie nicht verhindern, dass sich ihr Gesicht rot färbte. Seraphiel nahm keine Notiz davon. Er kannte Jesajahs Schwäche.

Nachdem er in den Raum getreten war, blieb Azrael stehen. Geduldig sah er Jesajah bei ihrem unbeholfenen Flugversuch zu, bis sie es endlich geschafft hatte und sich setzte.

Keine Sekunde ließ Seraphiel den Gast aus den Augen. Noch wusste er nicht, welche Wendung dieses Gespräch mit sich führen würde.

»Wieso hast du mir nicht gesagt, dass Seraphiel dich geschickt hat, Jesajah?« Azraels Stimme war alles andere als freundlich, sodass ihre Unterlippe zu zucken begann.

Der kleine Schutzengel starrte ihn verständnislos an. Sie hatte doch nur einen Auftrag ausgeführt.

»Sie hatte die Anweisung erhalten, es dir nicht zu sagen, Azrael«, entgegnete Seraphiel in einem überheblich klingenden Tonfall. »Oder wärst du gekommen, wenn sie dir die Wahrheit erzählt hätte?«

Azrael verschränkte die Arme vor der Brust und schwieg.

Seraphiel nickte. Er kannte die Antwort bereits. »Wer nicht wagt, der …«

»Der nicht gewinnt«, beendete Jessy hastig das Sprichwort, um ihre Verlegenheit zu überspielen.

Seraphiel bestätigte es mit einem Nicken, während Azrael schwieg.

»Das dachte ich mir.« Die Gestalt erhob sich, blieb aber weiterhin hinter dem Tisch stehen. »Gibt es dort, wo du herkommst, keine Dusche?« Seraphiels Frage klang nicht nur wie eine Beleidigung, sie war auch so gemeint, was den Dunklen Engel noch mehr verstimmte.

Die Lippen zu einem schmalen Streifen gepresst starrte er auf Jessy hinunter, die verstohlen auf den Boden blickte.

Schließlich wandte er seine Aufmerksamkeit dem Seraph zu.

»Ihr habt mich doch nicht geholt, um über meine Vorlieben für das Baden zu diskutieren«, entgegnete der Dunkle Engel kühl.

Ein Zischen war zu hören, als der Seraph die Luft einsog. Das Gespräch entwickelte sich nicht in die Richtung, die er geplant und einstudiert hatte. Seiner Meinung nach hätte Azrael dankbar sein müssen, sobald ihm erlaubt wurde, einen Fuß in die Obere Ebene zu setzen. Nun musste sich Seraphiel eingestehen, dass er sich verkalkuliert hatte. Der Dunkle Engel hielt an seinem Versprechen fest, das er allen Anwesenden im Gerichtssaal gegeben hatte: Er würde ihnen nie vergeben. Noch nicht einmal verzeihen, für das, was sie ihm damals angetan hatten. Engel sollten immer gütig sein. Hilfreich und vergeben können. Eigenschaften, die Tigernmas damals – während der Rechtsprechung – einfach aus dem himmlischen Vokabular tilgte. Niemand kümmerte die Wahrheit.

Der Seraph war es nicht gewohnt, dass man in diesem Ton mit ihm sprach. Seraphiel musste sich selbst die Tugenden eines himmlischen Geschöpfes in Erinnerung holen. Seit der Verhandlung gab es nichts Aufregendes mehr in der Oberen Ebene. Ein Umstand, der ihm mehr zusetzte, als ihm – und allen anderen Engeln – bewusst war.

»Richtig. Das ist nicht der Grund.« Er machte einige Schritte, bis er neben dem Schreibtisch stehen blieb. »Wir haben einen Spezialauftrag und denken, dass du bestens dazu geeignet bist, ihn auszuführen.«

Azrael nickte kaum merklich, ohne sich etwas anmerken zu lassen.

»Ähm.« Jessy, die das Gespräch mit großem Interesse verfolgte, versuchte, auf sich aufmerksam zu machen. »Seraphiel.«

»Jesajah. Zu dir komme ich gleich«, schnitt der Seraph ihr das Wort ab, ohne verärgert zu klingen.

Diese kleine Guardian hatte es Seraphiel angetan. Er kannte Jessys Kampfgeist, ihren Mut und ihre Sturheit, wenn sie etwas erreichen wollte.

Jessys Wangen liefen rot an. Einen der höchsten Engel zu unterbrechen, schickte sich nicht. Seraphiel bemerkte ihre Unsicherheit.

»Das hast du gut gemacht«, entgegnete der Engel mit sanfter Stimme. »Du hast es geschafft, den gefallenen Engel zu mir zu bringen, wie ich es dir aufgetragen hatte.«

Jessy lächelte verlegen. »Das war nicht so schwer.«

Seraphiel kam näher und kniete sich zu ihr herunter. Sein Leuchten strahlte eine beruhigende Güte aus. Sein bläuliches Farbspektrum war atemberaubend schön.

»Wie hast du es angestellt, dass er auf dich gehört hat?«

Azrael fuhr herum.

»Hast du mich belogen, Jesajah?«

Jessy riss die Augen auf. »Nein! Überhaupt nicht!« Um ihre Beteuerung zu unterstützen, schüttelte sie heftig den Kopf. In den Augen erkannte sie, dass der Dunkle Engel ihr keinen Glauben schenkte.

»Was hat sie dir denn erzählt?« Der Seraph erhob sich und trat auf Azrael zu. Dabei veränderte...

Erscheint lt. Verlag 3.12.2019
Reihe/Serie Fated Shadow
Fated Shadow
Fated Shadow
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Schlagworte Dämon • Dämonen • Deutsch • Engel • Fantasy • Fantasy-Romane • Hölle • Kampf • Neuerscheinungen 2019 • Paranormal Fantasy • Reihe • Schutzengel • Seele • Serie • spannend • Spannung • Unterwelt • zeitgenössisch
ISBN-10 3-7487-2263-X / 374872263X
ISBN-13 978-3-7487-2263-2 / 9783748722632
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Roman

von SenLinYu

eBook Download (2025)
Forever (Verlag)
CHF 24,40