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Pfad deiner Träume (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2020 | 2. Auflage
448 Seiten
MORE by Aufbau Digital (Verlag)
978-3-96797-010-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Pfad deiner Träume - Lynne Wilding
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Die junge britische Schauspielerin Vanessa Forsythe lässt ihr altes und glamouröses Leben in London hinter sich und zieht mit ihrem frisch gebackenen Ehemann Bren Selby auf seine abgelegene Rinderfarm Amaroo im Westen Australiens. Noch ahnt sie nichts von den vielen Schwierigkeiten, die ihr junges Glück bedrohen. Nicht nur die Hitze, der rote Staub und die Einsamkeit machen ihr zu schaffen, sondern vor allem die Abneigung von Brens Familie. Aber mit dem Mut einer Löwin kämpft Vanessa um ihre Zukunft auf Amaroo. Doch dann droht ein schreckliches Familiengeheimnis alles zu zerstören, was Vanessa sich so verzweifelt aufgebaut hat ...

Wird sie in der Ferne Australiens wirklich ihr Glück finden oder war alles ein schrecklicher Fehler?



Lynne Wilding ist in Australien längst als die Königin der großen Australien-Sagas bekannt und erhielt viele Preise für ihre Romane. Lynne Wilding lebt mit ihrer Familie in Arncliff bei Sydney.

1


Kerri Spanos stand in der Seitenkulisse des Theatre Royal und verfolgte, wie sich das Publikum beim vierten Vorhang von seinen Plätzen erhob. Die Leute klatschten, pfiffen und stampften enthusiastisch mit den Füßen.

Ein selbstzufriedenes Lächeln erhellte ihre griechisch-englischen Züge, während sie das Ensemble, das Noel Cowards Hochzeitsreise dargeboten hatte, beobachtete. Sie standen mitten auf der Bühne und wurden vom Rampenlicht erhellt. Kerris Lächeln wurde noch breiter und verriet eindeutig Triumph, denn es war ein gewisses Risiko gewesen, dass sie mit ihrem Star hierher nach »Down under« gekommen war. Vanessa Forsythe jedoch, eine englische Bühnenschauspielerin mit außergewöhnlichem Talent, war ein eindeutiger Erfolg. Mmmm, und was noch besser war, der Nervenzusammenbruch, vor dem ihre berühmte Klientin und gleichzeitige Freundin vor dreizehn Wochen gestanden hatte, schien abgewendet zu sein.

Kerri wartete, bis der Vorhang zum letzten Mal gefallen und die Bühnenbeleuchtung gedämpft war, bevor sie hinter die Bühne und zu Vanessas Garderobe ging. Auf dem Weg spürte sie deutlich, dass alle – von den Hauptdarstellern bis hin zum Portier – eine Mischung aus Melancholie und Erleichterung empfanden, weil die Produktion nun abgeschlossen war… Das war nach der letzten Aufführung eines Stücks normal.

Alles in allem, dachte sie, als sie an Komparsen und Bühnenarbeitern vorbeischlenderte, hatte sich die Erfahrung für Vanessa eindeutig gelohnt. In England war Vanessa Forsythe dank einer beeindruckenden Reihe von Bühnenauftritten und ihrem ersten Ausflug in die Filmwelt – einem spanischen Drama, das zwei Jahre zuvor bei den Filmfestspielen in Cannes die Zustimmung der Kritiker gefunden hatte – ein bekannter Name. Jetzt könnten sie mit der beruhigenden Gewissheit wieder nach Hause fliegen, dass Vanessa sogar das Publikum in Sydney nachhaltig beeindruckt hatte und endlich damit ein internationaler Star war.

Nach Hause. Zurück in die Geschäftigkeit von London, zu den hohen Lebenshaltungskosten und dem berüchtigt unfreundlichen Wetter – so vollkommen anders, als es hier im sonnig hellen, lässigen, extravertierten Sydney war. Auch wenn sie sich auf den Flug nicht gerade freute, ging es Gott sei Dank endlich zurück. London, ihre Familie, ihr Büro hatten ihr gefehlt. Ein wehmütiges Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie sich ihr Heimweh eingestand. Sydney war eine nette Stadt, die Leute waren freundlich, doch als eine der besten Agentinnen im Entertainment-Business lebte sie für die Aufregung, die mit dem Aushandeln von Verträgen, dem Besänftigen reizbarer Klienten und der Entdeckung neuer Talente verbunden war. Es war allerdings notwendig gewesen, dass sie Vanessas Hand hielt und ihr Beistand leistete, bis die »Krise« halbwegs überwunden war. In den vergangenen zwölf Wochen war sie zweimal zwischen England und Australien hin- und hergeflogen, weil sie hatte sichergehen wollen, dass Vanessa emotional nicht völlig aus dem Gleichgewicht geriet.

Sie klopfte an die Tür von Vanessas Garderobe, drückte die Klinke herunter und betrat den Raum.

»Vanny, Schätzchen«, hallte der makellose Akzent, den sich Kerri im Verlauf der Jahre mühsam angeeignet hatte, durch den kartonartigen, fensterlosen Raum. »Sie haben dich geliebt. Du bist derart in die Rolle der Amanda eingetaucht, dass dein Gastspiel ein echter Triumph geworden ist.«

Ihre scharfen, durchdringenden schwarzen Augen wanderten über ihre Klientin, die mehrere Zentimeter größer als sie selber war. Mit dem Wort »geschmeidig« wurde Vanessas Figur treffender beschrieben als einfach mit »gertenschlank«. Mit ihrer olivfarbenen Haut, ihren großen braunen Augen – Erbe ihres spanischen Großvaters mütterlicherseits –, ihrem eindrucksvollen Gesicht und ihrem honigblonden Haar war die Schauspielerin der Traum jedes Agenten. Vor allem, da Vanessa Forsythe wirklich talentiert und dabei im Gegensatz zu vielen anderen talentierten Künstlern völlig ohne Starallüren war.

»Ja, es ist ziemlich gut gelaufen«, kam Vanessas vorsichtige Antwort. Vor der Entfernung des Make-ups verteilte sie großzügig Creme in ihrem Gesicht.

»Ziemlich gut?« Kerri lachte über diese Untertreibung. »Die Leute waren völlig aus dem Häuschen. Nicht einmal den Kritikern fiel zu deinen diversen Vorstellungen irgendetwas Negatives ein.«

Vanessa wandte sich ihrer Agentin zu. »Na ja, wir beide wissen, dass das reines Glück gewesen ist. Bei meiner Ankunft hier in Sydney war ich das reinste Häufchen Elend…«

»Das stimmt«, räumte Kerri unumwunden ein, fügte jedoch umgehend hinzu: »Aber du bist eben durch und durch ein Profi. Du hast dich auf die Bühne gestellt und deinen Job erledigt. Jetzt kannst du an David denken und sogar von ihm reden, ohne sofort in Tränen auszubrechen, wie es noch im September der Fall gewesen ist!«

Vanessa zog die Brauen in die Höhe. »Danke, dass du mich daran erinnerst.« Sie zog ein paar Papiertücher aus der vor ihr stehenden Schachtel und wischte sich das Make-up aus dem Gesicht.

»Also, Schätzchen, was ziehst du zu der Party an?«, fragte Kerri, trat vor den transportablen Schrank, in dem mehrere in Plastikhüllen verpackte Kleidungsstücke hingen, und sah sie nacheinander durch. »Das blaue, bodenlange Kleid? Nein. Vielleicht den cremefarbenen Anzug?«

»Eigentlich hatte ich gar nicht die Absicht, auf die Party zu gehen.«

»Oh doch«, befahl Kerri ihr entschieden und wandte sich ihr zu. »Neben den anderen Schauspielern, der Crew und den Geldgebern werden auch mehrere Top-Journalisten auf der Party sein. Denk dran, die Show ist erst vorbei, wenn du morgen Abend im Flugzeug zurück nach London sitzt.«

Fast dreißig Sekunden verstrichen, bevor Vanessa seufzte und verkündete: »Also gut, ich gehe auf die Party, aber« – sie atmete tief durch – »ich fliege morgen nicht mit dir zurück.« Obgleich sie weiter in den Spiegel starrte, beobachtete sie Kerri aus den Augenwinkeln, um zu sehen, wie diese auf ihre Erklärung reagierte.

»Wie bitte?« Kerri stemmte die Hände in ihre vollen Hüften. Da sie nicht besonders groß und eine ebenso begeisterte Esserin wie Köchin war, hatte die Fünf und vierzigjährige eine eher üppige Figur. »Was soll das heißen, Vanny? Natürlich kommst du mit. Wir fliegen morgen zusammen nach Hause.«

Vanessa schüttelte den Kopf. »Ich habe heute Morgen bei der Fluggesellschaft angerufen und meinen Rückflug umgebucht.«

»Würdest du mir das eventuell erklären?« Kerri fiel es schwer, ihre Enttäuschung zu verbergen. Was ging nur in Vanessa vor? War dies vielleicht irgendeine verspätete Reaktion auf den Tod ihres Verlobten, David Benedict? Sie hatte gedacht, ihr Schützling und ihre gleichzeitige Freundin hätte langsam die schlimmste Trauer überstanden und wäre zu einer Rückkehr nach London bereit, aber… ihre Verwirrung hatte sich offensichtlich doch noch nicht völlig gelegt.

»Bitte sei nicht sauer, Kerri, ich brauche einfach etwas Zeit für mich.« Vanessa begann, die Rolle zu lösen, zu der ihr langes Haar frisiert gewesen war, und bürstete es, bis es duftig links und rechts ihres herzförmigen Gesichts auf ihre Schultern hing. »Die Zeit hier in Sydney hat mir gut gefallen, aber wenn ich schon mal hier bin, will ich die Gelegenheit nutzen, um noch etwas mehr von Australien zu sehen. Die Proben zur Glasmenagerie fangen erst in drei Wochen an, und die freie Zeit bis dahin möchte ich hier verbringen.«

»Das kann doch nicht dein Ernst sein. Ganz alleine?« Kerri sah sie mit ihren dunklen Augen nachdenklich an. »Verstehe. Du willst Zeit für dich. In Ordnung.« Ihr barscher Ton verriet, wie ärgerlich sie war. »Komm mit nach Hause und fahr für ein paar Wochen nach Bourton on the Water. Dein kleines Häuschen in den Cotswolds hast du doch immer so geliebt.«

»Jetzt nicht mehr.« Vanessas eigentlich volle Lippen bildeten einen schmalen Strich. »David und ich haben viel Zeit dort miteinander verbracht. Ich will nicht in das Häuschen fahren.« Ihre Stimme begann, verräterisch zu beben. »Ich möchte nirgends hin, wo mich alles an ihn oder an uns erinnert. Ich ziehe sogar in Erwägung, aus meiner Wohnung am Belgrave Square irgendwo anders hinzuziehen.«

Auf die Bemerkung über den Auszug aus dem Londoner Apartment ging Kerri gar nicht ein. »Dann fahr irgendwo anders hin. Nach Cannes oder an die Costa del Sol.«

»Nein, ich fliege nach Kakadu.«

»Kakadu.« Kerri musterte sie verblüfft. »Wo und was in aller Welt ist Kakadu?«

Vanessas makellose Zähne blitzten, als sie zögernd grinste und ihrer Agentin beinahe amüsiert erklärte: »Das ist oben im Norden, südöstlich von Darwin. Kerri, Australien ist ein riesengroßes, wunderschönes Land, das sagt einfach jeder. Dort oben gibt es Höhlenmalereien der Aborigines, Krokodile, unzählige Vogelarten und alles Mögliche andere zu sehen. Es ist einzigartig und vollkommen anders als Europa, und ich möchte vor meinem nächsten Engagement nur ein kleines bisschen davon sehen.« Etwas ungeduldig fügte sie hinzu: »Was ist daran so schlimm?«

»Ich schätze, nichts«, gab Kerri zu, auch wenn sie an den Worten beinahe erstickte....

Erscheint lt. Verlag 28.2.2020
Reihe/Serie Große Liebe, rotes Land
Große Liebe, rotes Land
Große Liebe, rotes Land
Übersetzer Uta Hege
Sprache deutsch
Original-Titel Outback Sunset
Themenwelt Literatur Historische Romane
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 5. Kontinent • Abenteuer • Aborigines • Anna Jacobs • Australien • Australien Saga • Barbara Wood • Elizabeth Haran • enttäuschte Liebe • Erbe • Große Liebe • Harmony Verna • London • Lucinda Riley • Patricia Shaw • Sarah Lark • Schatten der Vergangenheit • Schicksal • Tamara McKinley • Ulrike Renk
ISBN-10 3-96797-010-8 / 3967970108
ISBN-13 978-3-96797-010-4 / 9783967970104
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