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Reise des Herzens (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2020 | 2. Auflage
512 Seiten
MORE by Aufbau Digital (Verlag)
978-3-96797-011-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Reise des Herzens - Lynne Wilding
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Mit viel Herzblut hat Laura Beaumont die kleine, aber feine Modekette Ashworth aufgebaut. Doch ihr Einsatz und die harte Arbeit haben ihre Spuren hinterlassen und Lauras Arzt rät ihr kürzer zu treten. Schweren Herzens übergibt Laura ihr Unternehmen an ihre Töchter, die in einen erbitterten Streit um die Unternehmensführung verfallen. Laura muss lernen, die Passion ihres Lebens loszulassen - doch plötzlich erinnert sie ihr Herz, dass es da einst eine zweite Leidenschaft gab ... Wird es Laura gelingen auch fernab von wirtschaftlichem Erfolg ein neues Glück zu finden?



Lynne Wilding ist in Australien längst als die Königin der großen Australien-Sagas bekannt und erhielt viele Preise für ihre Romane. Lynne Wilding lebt mit ihrer Familie in Arncliff bei Sydney.

Prolog


London, Sommer 1974

 

Die vier Mitglieder der Familie Beaumont warteten darauf, dass sich das Gedränge nach dem Konzert ein wenig lichtete, bevor sie ihre Plätze im Covent Garden verließen.

Auch dann unterhielten sich Laura, Jack und ihre Kinder Michaela und Joel weiter über Caroline Ashworths erstes Solokonzert in dem angesehenen Haus. Sie hatte Chopins Fantaisie Impromptu leidenschaftlich, meisterhaft, selbstbewusst und auf eine sehr persönliche Weise vorgetragen, und Laura hoffte, dass auch die Schar der Musikkritiker, die dem Vortrag gelauscht hatte, beeindruckt war. Sie würde es morgen aus den Zeitungen erfahren, doch im Grunde war die Meinung dieser Menschen vollkommen egal, weil es so oder so einfach ein wunderbares Konzert gewesen war.

Als sie über den mit einem Teppich ausgelegten Gang in Richtung Ausgang liefen, warf sie einen Blick auf Jack. Er grinste noch immer bis über beide Ohren, denn obwohl Caroline nicht seine leibliche Tochter war, hatte ihr Auftritt ihn mit großem Stolz erfüllt. In seinem Smoking wirkte er ausnehmend elegant, und trotz seines inzwischen grau melierten Haars war er mit seinem markanten Gesicht und seinem straffen, muskulösen Körper immer noch eine beeindruckende Gestalt.

Laura dachte flüchtig an Carolines Vater Eddie. Es hätte auch ihn mit Stolz erfüllt, sie während des heutigen Konzerts so spielen zu hören. Trotz all seiner Fehler und der Kämpfe, die sie selbst und Eddie während ihrer Ehe ausgefochten hatten, hatte er seine Tochter und die Musik geliebt und hätte sich gefreut, weil sein eigenes musikalisches Talent von Caroline noch übertroffen wurde. Ja, Eddie wäre furchtbar stolz auf sie gewesen. Davon war Laura überzeugt.

Caroline war inzwischen dreiunddreißig Jahre alt und endlich auf dem richtigen Weg. Das hatte das heutige Konzert, ungeachtet der Sichtweise der Kritiker, eindeutig gezeigt. Und diesen Erfolg hatte sie sich, wie die meisten talentierten Pianisten, schwer erarbeitet. Sie hatte jahrelang an Musikhochschulen in Sydney, Paris, London und Wien studiert und so viel wie möglich von den großen Meistern gelernt. In den vergangenen drei Jahren, seit sie von Nick geschieden worden war, hatte sie ihre kleine Tochter Fern – die an diesem Abend einen Babysitter hatte – allein großgezogen und es trotzdem geschafft, weiter in einem Maß zu üben, dass sie während dieser Zeit immer besser geworden war.

»Kommt, Kinder, wir nehmen ein Taxi und fahren damit zu Carolines Party in das Restaurant in Soho«, sagte Jack zu Michaela und Joel. Sein New Yorker Akzent war längst nicht mehr so ausgeprägt wie vor dreißig Jahren, als Laura ihm zum ersten Mal begegnet war. Er winkte die beiden hinter sich her durch das Foyer und zwischen den anderen Konzertbesuchern hindurch die Treppe hinunter auf den Bürgersteig.

Laura blickte auf Joel. Er war blond wie sie, größer als die meisten Jungen seines Alters und hätte in seinem dreiteiligen marineblauen Anzug problemlos als junger englischer Gentleman durchgehen können, solange er nicht sprach und ihn sein australischer Akzent verriet. Sie sah, dass er verstohlen gähnte, und warf einen Blick auf ihre Uhr. Es war beinahe Mitternacht. Joel war gerade erst elf geworden und es einfach nicht gewohnt, so spät noch auf zu sein. »Vielleicht sollte einer von uns mit Joel ins Hotel zurückfahren«, sagte sie zu ihrem Mann. »Er sieht todmüde aus.«

»Ich bin kein bisschen müde, Mum«, widersprach der Junge entschieden. »Ich will auch zu Carolines Party gehen.« Und mit einem Seitenblick auf seine Schwester fügte er hinzu: »Wenn Michaela auf die Party gehen kann, kann ich das auch.«

Jack sah Laura an und schüttelte lächelnd den Kopf. Wie so häufig war er auch in diesem Augenblick einfach hingerissen von der Schönheit seiner Frau. In ihrem ärmellosen rot-schwarzen Kaftan mit dem mit Edelsteinen besetzten Gürtel hatte sie – eine Geschäftsfrau aus Down Under – heute Abend die meisten Frauen aus den besten Londoner Kreisen in den Schatten gestellt. Dann wandte er sich an seinen Sohn und zerzauste ihm das Haar. »Schon gut, Kumpel, natürlich kannst du mit. Wenn du anfängst, dich zu langweilen, oder wenn du müde wirst, suchen wir dir einfach irgendwo ein ruhiges Eckchen, wo du dich hinlegen kannst, okay?«

Die Theaterbesucher drängten an den Rand des Gehwegs und Paare, Gruppen und einzelne Personen versuchten, vorbeifahrende Taxis heranzuwinken, während ein typisch englischer, leicht nebliger Nieselregen auf sie niederging.

Der Regen und das Licht der Straßenlaternen verliehen der Straße, den alten, hochherrschaftlichen Gebäuden auf der anderen Seite und den Fahrzeugen einen warmen Glanz, und alles sah irgendwie viel frischer aus als im unerbittlichen Tageslicht.

»Bei diesem Gedränge wird es sicher ewig dauern, bis wir ein Taxi kriegen«, knurrte Jack. Wenn er in einer fremden Stadt auf der Suche nach einem Taxi war, konnte er entsetzlich ungeduldig sein. »Lasst uns um die Ecke gehen, da sind sicher nicht so viele Leute. Da haben wir vielleicht eher Glück«, schlug er den anderen vor, hakte sich bei Laura ein und zog sie mit sich den Bürgersteig entlang.

Michaela und Joel liefen vor den beiden her. Mit einem strahlenden Lächeln wandte sich Jack an seine Frau: »Ich schätze, dass du mächtig stolz auf deine älteste Tochter bist. Caroline hat ihre Sache wirklich hervorragend gemacht.« Er beugte sich zu ihr und küsste sie zärtlich auf die Wange. »Du weißt, dass ich im Grunde meines Herzens eher ein Rock’n’Roller bin, trotzdem hat mir ihr Vortrag ausnehmend gut gefallen.«

»Sie ist auch deine Stieftochter, vergiss das nicht. Ohne deine Ermutigung und deine finanzielle Unterstützung hätte Caroline es sicher nicht so weit gebracht.«

Jack quittierte diese Sätze mit einem kurzen Nicken. »Sie ist dir ungeheuer ähnlich. Sie hat dieselbe Entschlossenheit wie du. Caroline wusste einfach, was sie wollte, und hat sich von nichts und niemandem daran hindern lassen, es auch zu bekommen. Eine derartige Zielstrebigkeit ist bewundernswert.«

Obwohl Jack den Namen seines Sohnes nicht erwähnte, wusste Laura, dass er sich auf Nick bezog. Das Scheitern der vierjährigen Ehe zwischen ihm und Caroline hatte ihnen beiden und ihrer kleinen Tochter sehr zu schaffen gemacht. Aber so traurig die Scheidung auch für die Familie war, die dreijährige Fern war nach Meinung der Experten noch zu jung, um dadurch einen seelischen Schaden zu erleiden. Laura hoffte, dass es so war.

Zu Beginn des Abends hatte sie den attraktiven, dunkelhaarigen Nick auf einem der hinteren Plätze des Theaters entdeckt und ihm freundlich zugewinkt, und obwohl er sich in der Pause nicht zu ihnen gesellt hatte, fand sie es unglaublich nett, dass er extra erschienen war, um sich an Carolines Erfolg zu freuen. Laura fragte sich, ob ihre Tochter wusste, dass Nick zu dem Konzert gekommen war. Nein, wahrscheinlich nicht.

Michaela und Joel standen dicht am Rand der nassen Straße, auf der jedoch kein Taxi, sondern nur ein gleichmäßiger Strom anderer Fahrzeuge zu sehen war. Schließlich stellte sich die dunkelhaarige Michaela zu ihrer Mutter unter den einzigen Regenschirm, den sie mitgenommen hatten, und Jack und Joel sahen sich weiter suchend nach einem Taxi um.

»He, da ist eins, Dad! Auf der anderen Straßenseite.« Aufgeregt hüpfte der Junge auf und ab und machte in dem Versuch, die Aufmerksamkeit des Taxifahrers auf sich zu ziehen, plötzlich einen Satz nach vorn. In seiner Begeisterung achtete er nicht auf den Lkw, der auf ihn zugerumpelt kam, und hörte auch nicht das Quietschen der nassen Beläge, als der Fahrer eilig auf die Bremse stieg.

Jack sprang auf die Straße, packte seinen Sohn am Arm und schleuderte ihn dorthin zurück, wo Laura stand. Dann wollte auch er selbst eilig wieder einen Schritt nach hinten machen, doch wegen seiner schweren Ladung und der Nässe auf der Straße geriet der Lastwagen ins Rutschen, und wie in einem Albtraum musste Jack mitansehen, wie die breite Stoßstange und die kantige, verchromte Front des Lasters immer näher kamen. Er hatte keine Zeit mehr, um dem Fahrzeug auszuweichen, starrte ängstlich auf seine Frau und sah ihren entsetzten Blick, als das Gefährt nicht stehen blieb. Wenige Sekunden bevor das Metall der Stoßstange ihn traf, riss er schützend die Hände vors Gesicht.

Der Lastwagen traf Jack mitten in die Brust, und obwohl der Fahrer weiter auf der Bremste stand, verursachte der Aufprall des Metalls auf Knochen und Muskeln ein grässliches Geräusch.

»Jack!«

Laura riss Joel auf den Bürgersteig, drückte ihn Michaela in die Arme und rannte mit dem Gefühl, als ob sie sich wie in Zeitlupe bewege, dorthin, wo Jack reglos auf der Straße lag. Ihr Schrei, das Quietschen der Bremsen, das Hupen anderer Fahrzeuge und Jack, der rückwärts auf die Straße geschleudert worden war, prägten sich ihr für alle Zeiten ein. Bis sie ihn endlich erreichte, war er in den Rinnstein gerollt, wo er zusammengekrümmt, blutend und bewusstlos lag.

»Lady!« Der Fahrer des Lastwagens stieg mit entsetzter Miene aus und stürzte auf sie zu. »Scheiße, es tut mir leid. Ich konnte nichts mehr machen. Diese verdammten Bremsen.« Er streckte beide Hände aus und starrte auf die...

Erscheint lt. Verlag 28.2.2020
Reihe/Serie Große Liebe, rotes Land
Große Liebe, rotes Land
Große Liebe, rotes Land
Übersetzer Uta Hege
Sprache deutsch
Original-Titel 52 Waratah Avenue
Themenwelt Literatur Historische Romane
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Abenteuer • Anna Jacobs • Australien • Australien Saga • Barbara Wood • Di Morrissey • Elizabeth Haran • enttäuschte Liebe • Große Liebe • Harmony Verna • Mode • Modeimperium • Patricia Shaw • Sarah Lark • Schicksal • Ulrike Renk
ISBN-10 3-96797-011-6 / 3967970116
ISBN-13 978-3-96797-011-1 / 9783967970111
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