Julia Extra Band 476 (eBook)
448 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-1304-1 (ISBN)
LIEBESGLÜCK IM LICHTERGLANZ? von BARBARA WALLACE
'Rosie?' Unternehmer Thomas Collier glaubt an ein Weihnachtswunder, als seine vermisste Frau jäh vor ihm steht. Allerdings leidet Rosie an Amnesie - und erinnert sich auch nicht daran, dass sie ihn verlassen wollte. Die Chance für ihn, unterm Christbaum ihr Herz zurückzugewinnen?
SCHNEEBALLSCHLACHT UND HEISSE KÜSSE von NINA SINGH
Wenn Tannenduft die Luft erfüllt und überall Weihnachtsmusik erklingt, beginnt für Carli normalerweise die besinnlichste Zeit des Jahres. Doch diesmal gerät sie in einen Schneesturm - mit ihrem Boss Justin Hammond! Er hasst nicht nur Weihnachten, sondern ist auch gefährlich sexy ...
HAPPY END IN DEN ROCKY MOUNTAINS von DONNA ALWARD
Der freiheitsliebende Millionär Drew Brimicombe begehrt die betörende Harper auf den ersten Blick, als er ihr in den Rocky Mountains begegnet. Aber sie stellt schnell klar: Sie ist keine Frau für eine Affäre! Da erfasst ihn zum ersten Mal im Leben eine rätselhafte Sehnsucht ...
UNSERE MÄRCHENHAFTE BALLNACHT von KATE HARDY
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Nina Singh lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und einem sehr temperamentvollen Yorkshire am Rande Bostons, Massachusetts. Nach Jahren in der Unternehmenswelt hat sie sich schließlich entschieden, dem Rat von Freunden und Familie zu folgen, und 'dieses Schreiben doch mal zu probieren'. Es war die beste Entscheidung ihres Lebens. Wenn sie gerade nicht an der Tastatur sitzt, spielt sie Tennis oder Golf, oder versinkt in einem guten Buch.
2. KAPITEL
„Rosie?“, wisperte er heiser. Sechs Monate. Die er gebetet und gesucht hatte. Getrauert.
Sie konnte es nicht sein.
Aber wer sonst hatte so unfassbar schöne braune Augen? Solch verführerisch geschwungene Lippen? Und dann noch die kleine Narbe auf dem Nasenrücken. Die sie hasste und er liebte, weil sie eine solch perfekte Einheit mit ihren Sommersprossen bildete.
Wie …? Wann? Er hatte eine Million Fragen, doch keine davon spielte eine Rolle. Nicht solange ein wahres Wunder vor ihm stand.
„Rosie.“ Er schloss sie in die Arme, vergrub das Gesicht an ihrem Hals. Sie duftete nach Zitrone und Sonnenschein. „Rosie, Rosie, Rosie.“ Immer wieder murmelte er ihren Namen gegen ihre zarte Haut.
Doch sie presste die Hände gegen seinen Oberkörper und stieß ihn von sich. Thomas starrte in dunkle Augen voller Zorn, Verwirrung und Panik. Letzteres stach ihm mitten ins Herz.
„Kenne ich Sie?“, fragte sie.
Sollte das ein Scherz sein? Nun war er verwirrt. „Man hat uns gesagt, du seist tot. Dass … dass du aufs Meer rausgetrieben bist.“ Erneut wollte er sie an sich ziehen, doch sie wich einen Schritt zurück.
„Es tut mir leid. Ich …“ Sie schüttelte den Kopf. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. „Ich weiß nicht …“ Dann presste sie sich die Hand auf den Mund, wirbelte herum und floh.
„Rosalind!“ Thomas wollte ihr hinterherjagen, doch Linus hielt ihn am Arm fest. Was zur Hölle dachte sein Bruder sich dabei? Er versuchte, sich loszureißen, aber Linus’ Griff war eisern. „Lass mich los!“, rief er. „Das ist Rosalind.“ Wenn er sie wieder verlieren sollte …
Doch Linus war unerbittlich. „Beruhige dich, Thomas. Sie sieht nur aus wie Rosalind.“
„Nein.“ Linus täuschte sich. Es war Rosalind. Er kannte seine Frau. Warum lief sie davon? Hasste sie ihn wirklich so sehr? „Ich muss mit ihr reden.“
Ehe er sich jedoch losmachen konnte, kam McKringle zu ihnen herüber. „Was ist hier los?“, fragte er und klang dabei gar nicht mehr so freundlich wie zu Beginn. „Ich weiß ja nicht, wo Sie beide herkommen, aber hier bei uns ist es nicht üblich, Kellnerinnen zum Weinen zu bringen.“
Thomas wirbelte herum. „Und wie verhält es sich damit, die Ehefrau eines Mannes vor ihm zu verstecken? Ist das hier üblich?“
Er sah, wie sich McKringles buschige Augenbrauen zusammenzogen. „Sagten Sie ‚Ehefrau‘?“
„Rosalind Collier.“ Wo war sein Handy? Er blickte sich um und entdeckte es auf dem Fußboden neben dem Sessel. Rasch griff er danach und scrollte durch die darin gespeicherte Fotogalerie. „Hier“, sagte er, als er das Foto gefunden hatte, das sie für das Vermisstenplakat verwendet hatten. Er hielt das Handy so, dass McKringle einen guten Blick aufs Display werfen konnte. Seine Hand zitterte. „Wir vermissen sie seit letztem Sommer, als sie mit dem Auto von einer Brücke in Fort William abgekommen ist.“
Sprachlos griff McKringle nach dem Telefon und hielt es näher an die Augen. Thomas verkrampfte sich mit jeder Sekunde, die verging. Der Mann musste doch wissen, wovon er sprach! Schließlich war Rosalinds Verschwinden Thema in allen landesweiten Medien gewesen.
„Sie hatte einen Autounfall?“, fragte der Mann schließlich.
„Ja. Ihr Wagen ist in den Fluss gestürzt.“ Thomas hatte keine Zeit für lange Erklärungen. Seine Frau befand sich im Nebenraum, und er musste zu ihr. Musste herausfinden, was geschehen war. Wie sie hierhergekommen war und warum sie so tat, als wäre er ein Fremder. „Bitte“, flehte er. Die Verzweiflung war deutlich herauszuhören. „Man sagte uns, sie sei tot. Ich muss mit ihr reden. Muss wissen, was passiert ist. Sie … Wir haben eine Tochter, die sie braucht.“ Langsam verlor er die Fassung. Sechs Monate voller Schmerz drängten mit aller Macht an die Oberfläche.
„Bitte beruhigen Sie sich, Mr. Collier. Ich glaube, es ist das Beste, wenn Sie sich hinsetzen.“
McKringle versuchte, ihn zum Tisch zurückzuführen, doch Thomas wich zurück. „Verdammt, warum versucht hier jeder, mich von meiner Frau fernzuhalten?“
„Wir wissen nicht, ob es wirklich Rosalind ist“, schaltete sich Linus nun ein. „Thomas, ich denke, wir sollten uns anhören, was Mr. McKringle zu sagen hat.“
„Ich verspreche Ihnen, dass sie nicht verschwindet“, sagte McKringle. „Aber da gibt es ein paar Dinge, die Sie wissen sollten. Bitte, Mr. Collier. Nehmen Sie Platz. Ich besorge Ihnen einen Drink.“
Thomas wollte keinen Drink. Er wollte zu seiner Frau. Dennoch ließ er sich zu seinem ursprünglichen Platz zurückführen. Etwas in McKringles Blick sagte ihm, dass er besser tat, was der Mann wollte.
„Darf ich Ihnen eine Frage stellen?“, begann der Ältere, nachdem sie alle Platz genommen hatten. „Haben Sie jemals von dem Terminus dissoziative Fugue gehört?“
Sie konnte einfach nicht aufhören zu zittern. Über das Waschbecken gebeugt stand sie da, umklammerte den Rand und hoffte, dass ihre Beine nicht unter ihr nachgaben.
Rosie. Er hatte sie Rosie genannt.
Sie hatte immer geglaubt, dass sie es wissen würde, wenn sie jemandem aus ihrer Vergangenheit begegnete. Dass ein Instinkt all die Erinnerungen aktivieren würde, die – aus welchem Grund auch immer – in ihrem Gehirn in abgrundtiefer Dunkelheit versunken waren. Doch als dieser Mann – dieser Fremde – sie Rosie genannt hatte, da hatte sie gar nichts gefühlt.
Vielleicht verwechselte er sie ja mit jemandem? Ja, das musste es sein. Welche Frau würde schon einen Mann vergessen, der so verdammt attraktiv war? Der Augen von einem Blaugrau hatte, das dem nördlichen Atlantik glich? Wenn sie die Augen schloss, sah sie sie ganz deutlich vor sich. Einen derartig unauslöschlichen Eindruck konnte man doch nicht vergessen!
Sie blickte in den Spiegel und betrachtete das herzförmige Gesicht, das ihr einerseits vertraut und doch fremd war. Dissoziative Fugue – das hatte der Arzt im Krankenhaus diagnostiziert. Eine Art Amnesie, die durch ein Trauma hervorgerufen worden war. Alles, was sie wusste, war … nichts.
Zunächst hatte die Leere sie entsetzt, doch in letzter Zeit fühlte sie sich ganz wohl damit, dass sie ihre Vergangenheit nicht kannte. Bis der Fremde mit den blaugrauen Augen gekommen war.
Jemand klopfte an die Tür der Damentoilette. „Lammie?“, hörte sie Chris’ sanfte Stimme von draußen. „Alles in Ordnung?“
Der Kosename wärmte ihr das Herz. Chris nannte sie so, weil sie in seinen Augen wie ein verlorenes kleines Lamm wirkte. „Ja, alles okay“, rief sie. „Ich zittere ein wenig, das ist alles.“
Seine Stimme zu hören tat gut. Chris würde sie beschützen. Das machte er bereits seit dem Tag, als sie ihm vors Auto gelaufen war.
„Meinst du, du kannst rauskommen? Wir würden uns gern mit dir unterhalten.“
Sie hoffte, dass er mit „wir“ sich selbst und seine Frau Jessica meinte und nicht den Fremden mit der beunruhigend warmen Umarmung.
„Ich komme gleich“, entgegnete sie.
Rasch richtete sie ihren Pferdeschwanz und wischte sich die Tränenspuren aus dem Gesicht. Wenn sie dem Fremden schon erneut gegenübertreten musste, wollte sie wenigstens gefasst wirken, verdammt noch mal.
Als sie schließlich die Tür öffnete, stellte sie fest, dass Chris an der Bar lehnte. „Geht’s dir besser, Lammie?“, fragte er leise. Als sie nickte, lächelte er ihr aufmunternd zu.
Sie musste nicht aufblicken, um zu erkennen, wer die andere Hälfte von „wir“ war. Die Präsenz des Mannes war deutlich zu spüren.
„Das sind Thomas Collier“, erklärte Chris, „und sein Bruder Linus.“
„Wie die Seife“, murmelte sie automatisch. Eine Flasche von Colliers Zitronenseife stand immer am Spülbecken der Restaurantküche. Jessica schwor darauf, und sie selbst hatte die Seife auch auf Anhieb gemocht.
„Das stimmt. Sie kommen aus London.“
Sie blickte nach links, wo die beiden Männer an einem Tisch saßen. Diesmal wirkten die zwei wesentlich zurückhaltender. Der Fremde kauerte auf dem Rand des Stuhls. Die Haltung seines hoch aufgeschossenen Körpers erinnerte sie an einen jungen Hengst, der kurz davor war durchzugehen. „Mr. Colliers Frau, Rosalind, wird vermisst“, fuhr Chris fort. „Sie verschwand nach einem Autounfall. Er ist ziemlich sicher, dass du diejenige bist.“
Er hatte sie Rosie genannt.
Weil sie hoffte, dass sie eine Erinnerung heraufbeschwören könnte, wenn sie sich nur genug konzentrierte, fasste sie ihren sogenannten Ehemann genauer ins Auge. Als sie sich ihrem Tisch genähert hatte, hatte sie beide Männer für attraktiv gehalten, doch auf den zweiten Blick erkannte sie, dass nur einer wirklich gut aussehend war. Thomas Collier war sogar teuflisch attraktiv. Wenn sie wirklich verheiratet waren, dann verfügte sie über einen fantastischen Geschmack. Er war größer als sein Begleiter und hatte ein ungemein schönes Gesicht mit markanten Zügen – und unglaubliche Augen.
Doch wenn sie die Anziehung, die sie zweifellos verspürte, mal beiseiteschob, dann bewunderte sie einen Fremden. „Ich habe ihn über deinen Zustand aufgeklärt“, sagte Chris.
„Und du glaubst ihm?“ Eine überflüssige Frage. Chris hätte sie nicht hergebeten, wenn er es nicht täte.
„Ich finde, du solltest dir anhören, was er zu sagen hat“, erwiderte er. „Danach kannst du selbst entscheiden.“
Sie biss sich auf die Lippe – unsicher, was sie tun sollte. Wenn sich die...
| Erscheint lt. Verlag | 10.12.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia Extra |
| Julia Extra | Julia Extra |
| Übersetzer | Dorothea Ghasemi, Alexa Christ, Bettina Röhricht, Valeska Schorling |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Julia Extra • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher • Sammelband • Wintersale24 |
| ISBN-10 | 3-7337-1304-4 / 3733713044 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-1304-1 / 9783733713041 |
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