Die drei Zeittänzerinnen (eBook)
136 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7504-8373-6 (ISBN)
Wer von den unzähligen Möglichkeiten des Universums fasziniert ist, wird sich von dem Schriftsteller Peter Rupprecht (Jahrgang 1975) angesprochen fühlen. In einem idyllischen Dorf bei Nürnberg wohnhaft, ließ er sich schon immer von der Natur und ihrer Schönheit inspirieren. In nicht auf den ersten Blick erkennbaren Science Fiktion und Fantasyromanen, schildert er anhand seiner Hauptcharaktere, die spektakulären Auswirkungen von gesellschaftlichen Entwicklungen, die technologische Errungenschaften mit sich bringen. Der Leser wird in eine fantastische Welt entführt, in der es nicht nur eine Wahrheit, sondern viele Wahrheiten gibt. Folgende Titel sind bereits bei BoD erschienen: 2009 Die drei Zeittänzerinnen - Ein Märchen über Raum und Zeit 2015 Kore Tomps - Die Geschichte einer Fee 2019 Miro und Raissa - oder vom Erbe einer versunkenen Welt 2020 Kore Tomps 2 - Das Geheimnis der schwarzen Fee 2020 Kore Tomps - Der Konstrukteur
Kapitel 1
Eine von vielen Möglichkeiten
Vor langer langer Zeit lebte einmal ein junger König, der alles besaß, was das Herz begehrte. Sein Reich war mächtig, sein Land fruchtbar und durchzogen von immergrünen Flussauen. Niemand hungerte innerhalb der weitläufigen Grenzen seines Imperiums oder litt an Durst. Man erntete bis zu drei Mal im Jahr und füllte die Vorratsspeicher reichlich. Seine Untertanen erbauten prächtige Städte und durchzogen sie mit breiten Flusskanälen, auf denen sie ihre selbst erzeugten Waren in alle Welt verbrachten. Von ihren Metropolen wetteiferte die eine mit der anderen um die Pracht. Deren Einwohner errichteten in diesen Orten Anlagen, die ein Leben dort angenehm und begehrenswert machte. Luxuriöse Bäder und Basare für den Zeitvertreib befanden sich ebenso darunter wie Theater und ausgedehnte Parkanlagen. Deren liebevoll gestalteten Bepflanzungen nebst den kuriosen Wasserspielen suchten auf dem Erdball ihres gleichen. All das zeugte von dem gigantischen Reichtum, der die selbstbewussten Einwohner stolz auf sich und ihren König machte. Der Herrscher selbst residierte in einem glanzvollen Palast, mit tausenden von Räumen. An Herrlichkeit gab es nichts Vergleichbares auf der Welt. Hinter seinen erhabenen Mauern aus weißen Kalksteinen mit majestätischen Zinnen befand sich der schmuckvollste Garten des gesamten Reiches. In ihm gab es die kunstvollsten Statuetten, die harmonischsten Bilder und die lieblichsten Frauen, welche in einem sprichwörtlich goldenen Harem lebten. Es handelte sich hierbei nicht nur die schönsten und edelsten Damen des ganzen Reiches. Nein, wenn nicht gar des gesamten Erdkreises. Aus allen bekannten Ländern stammten diese sorgsam gehüteten Frauen. Man kleidete sie mit den wertvollsten Stoffen, schmückte sie mit den kostbarsten Juwelen. Sie wurden mit den nur besten Speisen und Getränken verköstigt, die es in der Welt gab. Ihnen mangelte es an nichts, denn der Machthaber verspürte eine große Schwäche für die Schönheiten, welche er verehrte, wie wenn sie Göttinnen wären.
Auf Grund seines Standes heiratete der junge König früh. Doch obwohl seine Hauptfrau zu einer der Schönsten der Welt zählte und auch von der Bevölkerung wegen ihrer Anmut in Gedichten gerühmt wurde, war sie für den Monarchen nur eine von Vielen an seinem Hofe. Immer, wenn der König Lust verspürte, lies er sich eine von seinen leibhaftigen Göttinnen aus dem Harem kommen. Aber egal, wer ihn vergnügte, bei keiner empfand er wirklich Liebe. Etwas wonach er sich von ganzem Herzen sehnte. Sie alle, die im Harem lebten, versuchten dem jungen König zu gefallen und buhlten fanatisch um seine Gunst. Aber der König fand keinen Gefallen an ihnen. Wusste er doch, dass nicht er hinter dem Begehren stand, sondern nur sein Status und den damit verbundenen gesellschaftlichen Aufstieg. Aus dieser Gewissheit mied er schon bald den Harem und widmete sich geradezu besessen seinen Staatsgeschäften. Durch seine Tatkräftigkeit versuchte der junge König seinen seelischen Schmerz zu lindern, in dem er durch sein Reich reiste, um auf andere Gedanken zu kommen. Schon lange glaubte er nicht mehr daran, sich je einmal zu verlieben. Er begrub in seinem Herzen jenen allzu menschlichen Wunsch den Rausch der Liebe anheimfallen zu können. Immer wieder redete er sich ein, dass sein Amt und seine Bürde es einfach nicht zuließen. Er bemühte sich ein guter König sein. Ein Vorbild für seine Zeit. Ein König, von dem man noch lange nach seinem Tod mit Hochachtung sprach. So zog er mit seinem Tross durch sein großes Reich, um nach den Rechten zu sehen. Er besuchte all seine Städte, hielt dort Audienzen und Rechtsprechung ab. Auf Grund seiner mangelnden Erfahrung handelte er nicht immer gerecht, aber das Volk spürte, das er sich seiner Verantwortung stellte und sich nicht lethargisch in seinem Palast vergrub. Egal wo er auf seinen Reisen hinkam, empfing ihn das Volk mit Wohlwollen. Sie liebten ihren Herrscher und zeigten dies mit Hingabe. Lange vor seinem Eintreffen bereiteten sich die Einwohner auf seinen Besuch vor und putzten ihre Stadt heraus. Schon bald erlangte sein Reich durch seine umsichtige Herrschaft eine ungeahnte Blüte. Der Fernhandel florierte und trug so den Ruhm seines Imperiums in alle Welt bis in die entferntesten Winkel hinein.
Während der König sein großes Reich bereiste, überlies er seinem Wesir die Verwaltung des heimischen Königspalastes. Jener, zunächst schüchtern in seinen neuen Befugnissen als Hausherr der Residenz, legte die Scheu in der Heimstatt seines lang abwesenden Herren bald ab. Anstelle des Königs vergnügte sich nun der hohe Beamte mit dessen fleischlichem Besitz. Er lies in den Gemächern pompöse Orgien veranstalten und ergötzte sich an dem erlesenen Angebot und dem Reichtum in mehrfacher Art. Seine Gier wurde mit jedem Tag immer dreister und er unterließ es sogar nicht, ein Verhältnis mit der Königin zu beginnen, welche der König sträflich vernachlässigte. Die Königin reagierte nicht abgeneigt dazu und führte bald mit dem Wesir eine leidenschaftliche Beziehung. Vom Palast ging alsbald das Gerücht aus, dass der König nicht mehr der eigentliche Herr in seinem Hause war. Es habe sich ein eigener Staat im Staate gebildet. Den König aber berührte dies nicht. Lieber hielt er sich auf seinen Reisen auf, anstatt in seinem goldenen Käfig unglücklich zu darben. Er zog es vor, die sich ausbreitenden Gerüchte zu ignorieren. Solange man ihn in Ruhe ließe und seine Herrschaft über das Reich nicht streitig machte, sah er keinen Grund einzugreifen. So vergingen viele Monate und es wären vielleicht sogar Jahre daraus geworden, wenn nicht ein Ereignis den Lebenswandel des Herrschers radikal veränderte.
Auf seinen Wegen durch das Reich kam der König eines Tages mit seinem Tross zu einem Wasserloch. An ihm befahl er, seine Elefanten tränken zu lassen. Von dort sah er in seiner Elefantenkanzel sitzend einer jungen Frau zu, welche sich mühevoll mit einem übergroßen Tonkrug auf ihrem Kopf abschleppte. Sie befüllte ihn mit Wasser an der Tränke. Dabei verschüttete das wohlgeformte Mädchen das klare Wasser und es ergab sich, dass es ihre leichten Kleider erotisierend benetzte. Darunter schimmerte ihre begehrenswerte Anmut hervor, was den König sehr erregte. Ihr edler Körper, ihre fein geformten Rundungen. Ihr strahlendes Lächeln und ihre seidigen Haare betörten den jungen Monarchen sehr. So befahl er seinen Dienern, sie zu sich holen zu lassen. Die Begleiter des Königs brachten die von dem Befehl überraschte Frau zu ihrem Herren. Voller Ehrfurcht und mit einer gewissen Angst warf sich die Schönheit vor ihm in den Staub, aber der junge König stieg zu ihr vom Elefanten herab. Er kniete sich zu ihr nieder, hob ihren Kopf an und sah der hübschen Dame in die strahlenden Augen, welche ihn an zwei Saphire erinnerten.
„Du bist wunderschön“, sagte er von ihrer Grazie ergriffen. „Nicht du sollst dich vor mir in den Staub werfen. Ich tue es vor dir“, antwortete er und verbeugte sich ehrfürchtig. Das geehrte Mädchen wusste nicht, wie ihr geschah, als sich der König vor ihr verneigte.
„Herr“, sagte sie. „Ich verdiene das nicht. Ich bin doch nur eine Dienerin.“
„Von heute an nicht mehr“, antwortete der König.
„Du wirst zu meiner Lieblingsfrau werden. Niemals sollst du mehr Wasser schöpfen müssen. Von heute an wird man es dir bringen.“
„Nein“, rief die junge Frau entsetzt. „Ich bin bereits verlobt. Ich habe doch schon einen Mann.“
Der König starrte sie nun seinerseits überrascht an. Noch nie wies eine Frau ihn ab.
„Du widersprichst deinen Herren?“, fragte der König nun erst recht an dieser Frau interessiert und fragte herausfordernd: „Ist dein Geliebter etwa besser als ich es bin?“
„Bitte Herr, tut ihm nichts. Ich würde sterben für ihn. Ich liebe ihn von ganzem Herzen“, flehte das Mädchen ihn an.
Gerade diese Aufrichtigkeit imponierte dem Herrscher. Er lies den jungen Mann zu sich holen. Ein hübscher Jüngling, dessen Aussehen kräftig und gesund wirkte.
Der König fragte ihn: „Deine Verlobte sagte, dass sie für dich sterben würde. Würdest du es auch für sie tun?“
Der junge Mann wusste um die Wichtigkeit der Antwort, die er seinem König gab. Daher sagte er ihm: „Ja Herr. Auch ich wäre bereit für meine Liebe mein Leben zu geben.“
Dem König überkam ein Gefühl des Wohlgefallens an den Beiden. „Ich beneide euch“, sagte er zufrieden.
„Ich wünschte, dass ich dies auch von den Meinen in meinem Palast sagen könnte. Von heute an sollt ihr meine Gäste sein. Ich werde euch ein Haus im Palastgarten bauen lassen. Dort sollt ihr auf ewig ohne Sorgen leben und es wird euch dort gut ergehen. Dafür gebe ich mein Wort.“
Vor lauter Glück wusste das junge Paar nicht darauf zu reagieren, sie glaubten nicht so recht an diese noble Tat.
„Herr, meint ihr...
| Erscheint lt. Verlag | 18.11.2019 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Science Fiction |
| Schlagworte | feinfühlig • Hochsensibel • Hsp • INFJ • Märchen • RaumZeit • Spirituell • Tanz • Tänzerin • Visionär • Zeitmaschine • Zeitreise |
| ISBN-10 | 3-7504-8373-6 / 3750483736 |
| ISBN-13 | 978-3-7504-8373-6 / 9783750483736 |
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