Von Magie und Unsterblichkeit (eBook)
425 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7502-1038-7 (ISBN)
Geboren am 30.12.1980, wohnhaft im Landkreis Deggendorf, war Mario Schenk schon immer von Fantasy-Geschichten fasziniert. Viele seiner Favoriten waren ihm aber nicht ernst genug, daher schrieb er sie kurzerhand um und konstruierte schließlich seine eigenen Welten. 2007 nahm er die Ideen aus seiner Jugend auf und schuf auf diesen Grundlagen seinen ersten Urban Fantasy Roman, der seit 2019 als Teil einer mehrteiligen Reihe mit dem Titel 'Von Magie und Unsterblichkeit' veröffentlicht wird./ vmuu.de
Kapitel 1 - Schreckliche Nacht
„Vielen Dank, dass du noch gekommen bist.“
Begleitet von einer Dunstwolke aus Cuba Libre fiel Tina ihrer besten Freundin um den Hals. „Das war wirklich toll. Ich hab mich so gefreut.“
„Ist doch klar. Hat Spaß gemacht“, erwiderte Susan und streichelte Tinas Rücken. „Schlaf gut.“
„Ja. Du auch.“ Tina trennte sich von ihr mit sehnsüchtigem Blick. „Komm gut nach Hause.“
Susan setzte sich mit einem Lächeln über die Schulter in Bewegung. Sie verließ das sterile Licht der Lampe am Eingang zu Tinas Wohnblock. Dabei schüttelte sie in Gedanken den Kopf. Hatte Tina mehr als zwei Drinks, wurde sie immer so anhänglich. Nicht, dass es Susan störte. Es war nur schwer vorstellbar, dass Tina durch Alkohol noch knuffiger werden konnte, als sie es ohnehin schon war.
Susan strich sich durch die strohblonden Haare.
Na, das hat sich ja gelohnt, seufzte sie in sich hinein.
Susan war nur drei Stunden unterwegs gewesen, doch die tropenfeuchte Luft des Stammclubs hatte die Glättarbeit an ihrem penibel frisierten Seitenscheitel zunichte gemacht.
Sie bog um die nächste Ecke und blieb ruckartig stehen. Einige Meter vor ihr standen außerhalb des Scheins der Straßenlaternen drei Männer zusammen. Einer der Kerle lehnte mit dem Rücken an einer kargen Hauswand und hielt eine Schnapsflasche in der Hand. Eine weitere lag zerbrochen am Boden. Die drei hatten ihre Unterhaltung eingestellt und blickten in Susans Richtung.
Unbehagen zog in Susan herauf. Ihr Hals wurde trocken. Sie war schon oft diesen Weg allein nach Hause gegangen. Doch um diese Uhrzeit traf sie für gewöhnlich keine Menschenseele mehr an.
Susan schluckte und schritt weiter. Mit jedem Meter verbreiterte sich das Grinsen der Kerle. So sehr Susan ihr langärmliges Kleid in Dunkelrot und Schwarz mochte, wünschte sie sich in diesem Moment, dass es doch nicht so eng anlag oder so viel Bein zeigte.
Die Kerle flüsterten miteinander. Susan verlangsamte das Tempo. Sie sollte vielleicht doch lieber umkehren.
Verdammt, Susan, sprach sie sich selbst Mut zu. Stell dich nicht so an. Damit beschwichtigte sie ihren krampfenden Magen aber nur wenig. Sie wechselte mit unsicherem Gang auf die andere Straßenseite. Die Augen starr auf den Boden gerichtet, ging sie zügig an dem Trio vorbei. Ihr Herz pochte so stark, dass sie es in der Kehle spüren konnte. Die laue Sommernacht und der noch immer heiße Asphalt trieben ihr Schweißperlen auf die Stirn.
Sie atmete auf, als sie die Kerle hinter sich gelassen hatte. Die Schritte fielen wieder leichter, trotz der Schmerzen in den hochhackigen Schuhen. Susan dachte an den früheren Abend zurück. Sie lächelte bei dem Gedanken an ihren Freund. Sie kramte in der Handtasche nach ihrem Handy, um Chris eine Nachricht zu schreiben. Er war sicher über den Schulbüchern eingeschlafen.
Plötzlich schlang sich ein Arm um Susans Hüfte.
Sie schrie laut auf, doch eine Hand presste sich sofort auf ihren Mund.
Ein stämmiger Typ in einem Muskel-Shirt packte ihre Beine. Susan trat mehrere Male nach dem Kerl. Zwei, drei Mal konnte sie sich aus dem Griff befreien. Aber als der dritte zupackte, hatte sie keine Chance mehr.
Susan wehrte sich weiter und kreischte: „Lasst mich los!“
Doch die erstickten Schreie drangen kaum an der klebrigen Pranke auf ihrem Mund vorbei. Die Männer zerrten sie in den Schatten zweier Gebäude.
Ein Finger geriet zwischen Susans Lippen. Der scheußliche Geschmack der salzigen Haut verzog ihr das Gesicht.
Susan biss zu – jedoch ins Leere.
Immer weiter verschwanden sie im Dunkel der Hauswände. Tränen sammelten sich in Susans Augen, als die drei sie an eine Wand neben den Müllcontainern drückten. Schreckliche Angst zog in ihr herauf. Sie zitterte.
„Bitte nicht“, bettelte Susan durch die Handfläche hindurch.
„Keine Sorge. Es dauert nicht lang“, flüsterte ihr ein Typ mit auffällig schiefer Nase ins Ohr.
Er riss ihr das Kleid von den Schultern. Ein anderer zog den unteren Teil hoch bis über ihre Hüfte. Beide schnaubten gierig, während sich der dritte Kerl weiter darauf konzentrierte, Susans Mund mit seiner Hand zu verschließen.
Der Typ mit der schiefen Nase griff ihre linke Brust. Ein unbekanntes Gefühl von Ekel erfasste Susan. Ein Schaudern durchzog ihren ganzen Körper. Ihre nur noch wimmernden Hilferufe schienen niemanden zu erreichen.
Sie flehte um Chris’ Hilfe. Oder um die ihres Vaters. Irgendwer musste sie doch hiervor bewahren können.
Einer der Kerle zog ein Messer.
Susan erstarrte.
Was hat er damit vor?!
Unter Todesangst folgten ihre weit aufgerissenen Augen der Klinge. Das Messer zerschnitt Susans BH zwischen den Drahtbügeln und legte ihre Brüste frei. Eine kalte, feuchte Zunge zog über ihre nackte Haut.
Tränen stürzten Susan übers Gesicht. Sie schloss angewidert die Augen und versuchte in Gedanken dem Überfall zu entfliehen. Doch ein beißender Gestank aus altem Schweiß und schwerem Alkohol stieg ihr in die Nase und hielt ihr Bewusstsein wach.
Susan fühlte zwischen ihren Schenkeln eine Hand nach oben streichen, deren raue Haut sich in der dünnen Strumpfhose wie Schleifpapier verhakte. Lange Fingernägel bohrten sich schmerzhaft in ihren Hintern. Die Männer geiferten vor Erregung, als sie die Strumpfhose samt Slip nach unten zerrten.
„Lasst das Mädchen in Ruhe!“, drang eine tiefe Stimme vom Anfang der Gasse her.
Schlagartig verschwanden mehrere Hände von Susans Körper. Nur ein Kerl hielt sie noch fest.
Susan öffnete die Augen. Durch die Tränen sah sie die verschwommene Silhouette eines breitschultrigen Mannes. Ein Hoffnungsschimmer durchzuckte Susans Gedanken.
Bitte hilf mir!
„Verpiss dich!“, schrie der Vergewaltiger in dem ärmellosen Shirt.
Nein! Bitte bleib hier!
Der Mann zeigte keine Reaktion.
„Wenn du Ärger willst …?!“, rief der andere mit dem Messer und drehte es auffällig in der Hand.
Ruf die Polizei!
Der Unbekannte blieb weiter regungslos stehen.
Im nächsten Moment stürzten die beiden Kerle auf den schwarzen Umriss zu.
Der Stämmige im Muskel-Shirt holte im Lauf zum Schlag aus.
Bevor er den Mann erreichen konnte, schnellte ihm dieser mit einem unnatürlich langen Schritt entgegen. Ein massiver Faustschlag mitten ins Gesicht stoppte den Angreifer, der benommen zu Boden ging.
Der Messerschwinger hielt kurz inne. Er war wohl ebenso von dem kurzen Prozess überrascht wie Susan. Der schwarze Schatten wandte sich dem zweiten Kerl zu. Gleich darauf schlug er ihm die Waffe aus der Hand und trat ihm in den Magen. Der Entwaffnete krümmte sich, schnappte nach Luft und sackte bewusstlos zusammen.
Susan spürte Erleichterung in ihr aufkommen – und auch einen Hauch von Begeisterung. Ihre Rettung war in greifbarer Nähe.
Der verbliebene Kerl löste den Griff von Susan, die mit dem Rücken an der Wand nach unten glitt. Er nahm die Arme nach oben und machte einen vorsichtigen Schritt auf den Mann zu.
„Alles cool. Ich wollte das gar nicht.“
Er ging langsam seitwärts an der Mauer entlang und zog einen möglichst großen Bogen um den Retter, bis er schließlich kehrtmachte und davonspurtete.
Der Retter wandte den Kopf zu Susan. Kurz darauf bewegte er sich in ihre Richtung. Mit jedem behutsam gesetzten Schritt beruhigte sich Susans Herzschlag. Sie blickte mit einer Mischung aus Dankbarkeit und Verunsicherung zu dem Mann in einem langen schwarzen Umhang auf.
Bin ich wirklich in Sicherheit?
Die Panik war verflogen, aber Susan zitterte noch am ganzen Körper. Sie sammelte Kraft und tastete sich mit dem Rücken an der Wand empor. Sie rückte die Kleidung notdürftig zurecht und bedeckte mit verschränkten Armen und Händen ihre Brust.
Susan versuchte, in das Gesicht des Mannes zu blicken, doch der Kopf war von schwarzen Stoffstreifen umschlungen. Nur die Augen und ein paar dunkle Haarbüschel gab die Maske frei.
Ihr Retter blieb wenige Schritte vor Susan stehen.
„Habt keine Angst. Es ist vorbei“, beruhigte er sie mit seiner durch den Stoff gedämpften Stimme. „Geht es Euch gut? Wurdet Ihr verletzt?“
Susan schüttelte unbeholfen den Kopf. Sie wunderte sich über die altertümliche Art der Ansprache. Doch auch die befremdliche Kleidung störte seltsamerweise das aufkommende Gefühl von Geborgenheit nicht.
„Wo wohnt …“
Der Mann brach mitten in der Frage ab und presste die Hände an die Schläfen. Schwer atmend sank er auf die Knie. Susan sah auf den dunklen Boden, doch ihr Blick wurde getrübt. Sie wischte sich die letzten Tränen aus den Augen, aber von dem Maskierten fehlte jede Spur. Um sie herum lagen nur noch ihre Peiniger.
Die Kerle rührten sich. Ihre Benommenheit würde nicht mehr lange anhalten. Angst flutete erneut Susans Körper. Ihr Puls stieg.
Schnell weg hier!
Susan tapste eilig an den Mistkerlen vorbei und sammelte ihre Schuhe vom Anfang der Gasse auf. Sie rannte so schnell sie konnte barfuß die Straße entlang. Sie traute sich nicht, sich umzuwenden. Sie betete, dass die Mistkerle ihr nicht folgten.
Zwei Kreuzungen später erreichte Susan ihr Zuhause. Sie eilte zum Eingang, zog den Schlüssel hinter dem getöpferten Namensschild Conners hervor, öffnete und trat ein. Sie schloss leise die Türe und bemühte sich, ihre Atmung zu beruhigen. Keinesfalls wollte sie ihre Eltern wecken. Oder sollte sie?
Susan wünschte sich, alles sofort aus ihrem Gedächtnis...
| Erscheint lt. Verlag | 6.11.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Von Magie und Unsterblichkeit |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Schlagworte | Dramatik • Liebe • Magie • Schwertkampf • Übernatürlich • Unsterblichkeit |
| ISBN-10 | 3-7502-1038-1 / 3750210381 |
| ISBN-13 | 978-3-7502-1038-7 / 9783750210387 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Größe: 932 KB
Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopierschutz. Eine Weitergabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persönlichen Nutzung erwerben.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich

