Romana Extra Band 88 (eBook)
448 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-4486-1 (ISBN)
DIE HEIMLICHE SEHNSUCHT DES ITALIENERS von PEGGY LANCASTER
Herzensbrecher, Immobilienhai: In dem kleinen sizilianischen Fischerdorf hat Antonio Gardera einen ruchlosen Ruf. Aber sein feuriger Blick macht die hübsche Giulia, die sich hier um ihre Eltern kümmert, atemlos vor Verlangen! Soll sie es wagen und die Warnung vor ihm ignorieren?
STILLE NACHT IN HOLLYWOOD von TERESA CARPENTER
Die Villa ist die perfekte Location für das Filmfest. Eventmanagerin Tori zieht vorübergehend ein - zusammen mit dem attraktiven Filmproduzenten Garrett. Es knistert zwischen ihnen, aber es heißt, dass Garrett sich nie auf Gefühle einlässt. Nicht mal zum Fest der Liebe ...
HEISSGELIEBTER FEIND von HELEN BIANCHIN
Diese schwelende Glut in seinem Blick ... unwillkürlich erschauert Alesha. Sicher, den mächtigen Loukas Andreou als Geschäftspartner zu haben, wäre himmlisch. Aber seiner Erpressung folgen und ihn heiraten? Das könnte die Hölle für ihr Herz bedeuten ...
EINMAL UM DIE WELT ZU DIR von ELIZABETH BEVARLY
Hannah hat ein Problem. Sie kann ihr Millionenerbe nur antreten, wenn sie innerhalb von sechs Monaten schwanger wird! Ist der sexy Weltenbummler Yeager Novak der richtige Kandidat? Dazu muss sie ihn erst von dem größten Abenteuer überzeugen: Liebe und Familie!
<p>Teresa Carpenters Familie lebt seit fünf Generationen in Kalifornien. Auch sie selbst wohnt dort: in San Diego an der Küste. Teresas große Verwandtschaft unterstützt sie in allem und gibt ihr Kraft. Besonders stolz macht es sie, ihre Nichten und Neffen zu beobachten, die allesamt klug, sportlich und für eine strahlende Zukunft bestens gerüstet sind. Die Zeit, die Teresa Carpenter nicht ihrer Familie widmet, verbringt sie am liebsten damit, zu Hause gemütlich zu lesen oder an ihrem nächsten Roman zu schreiben.</p>
1. KAPITEL
Giulia hakte ihre Freundin Melanie unter, und sie stürmten die Treppenstufen des Büros in einem schicken Altbau mitten in Notting Hill herunter, als wollten sie keine Sekunde ihrer Mittagspause verpassen. Das überraschend warme Aprilwetter hatte die beiden jungen Frauen ermutigt, zum ersten Mal nach dem langen Winter frühlingshafte Kleider zu tragen. Giulias olivfarbener Teint und ihre makellose Haut erlaubten es ihr, jetzt schon ohne Strumpfhose hinauszugehen, auch wenn um sie herum erst die Tulpen und Narzissen aus den Beeten ihre Blüten emporstreckten.
Anders als an ihre Beine ließ Giulia an ihr Dekolleté keinen einzigen Sonnenstrahl. Ihr rotes Kleid war hochgeschlossen, und die nackten Arme bedeckte ein dunkelgrauer Cardigan.
„Giulia, ich kann es kaum glauben, dass du bald meine Chefin bist!“, sagte Melanie strahlend und fügte dann etwas besorgter hinzu: „Aber ich hoffe, das ändert nichts an unserer Freundschaft, oder?“
Giulia hielt auf dem Treppenabsatz an, stemmte ihre Hände in die Hüften und sah ihrer Freundin in die Augen: „Mamma mia! Das ist doch nicht dein Ernst, oder? Wir arbeiten seit Jahren zusammen in diesem Haifischbecken! In einem schönen Haifischbecken wohlgemerkt, aber du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass ich meine beste Freundin hängen lasse, nur weil ich Abteilungsleiterin werde?“
Sie warf ihre schwarzen langen Haare zurück und ignorierte die bewundernden Blicke der Kollegen, die gerade aus der Pause oder einem Meeting zurückkamen. Als Italienerin fiel sie in London immer noch auf, aber vielleicht lag das daran, dass sie einfach umwerfend hübsch war.
„Nein, Giulia, du hast recht. Eine bessere Freundin und Chefin kann ich mir nicht vorstellen. Aber sag mal, hast du nicht gerade gesehen, wie John aus der Grafikabteilung dich angeschaut hat? Und zwar nicht das erste Mal!“, wechselte Melanie das Thema. Sie konnte nicht verstehen, warum ihre Freundin immer noch Single war.
„Ach, John, der ist ganz nett, aber nicht mein Typ“, antwortete Giulia in einem leichten Ton, obwohl ihr schwer ums Herz wurde. Nicht mal Melanie wusste, warum sie sich von einer ernsthaften Beziehung fernhielt.
„Genau wie all die anderen Typen“, lachte Melanie, die selbst glücklich verlobt war. „Lass uns jetzt lieber um etwas Wichtigeres kümmern! Ich habe Hunger! Was hältst du von dem Chinesen, bei dem wir letztens den köstlichen Reis mit süßsaurem Hühnchen verspeist haben?“
Da waren die beiden Freundinnen sich schnell wieder einig, hakten sich wieder unter und gingen durch das beliebte und belebte Londoner Viertel, das nicht zuletzt durch den gleichnamigen Film Notting Hill mit Julia Roberts und Hugh Grant berühmt geworden war.
Als sie das kleine Chinarestaurant betraten und ihnen am Eingang die bunt bemalte Glückskatze zuwinkte, begrüßte Mrs. Chang, eine alte Chinesin im rotgoldenen Kleid, ihre Stammkundin Giulia freundlich. Der Duft von asiatischen Gewürzen und zartem Reis ließ einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Bis auf die Entenleber hatte Giulia schon jedes Gericht probiert.
Als ihnen Mrs. Chang wenig später eine dampfende Schüssel Reis und zwei Schalen mit kross gebratenen Shrimps in frischem Gemüse auf die Wärmeplatten stellte, stürzten sich die beiden jungen Frauen auf das Essen, als hätten sie eine Bergwanderung hinter sich. Dabei hatten sie nur über einem Werbekonzept für ein angesagtes Duschgel gebrütet, das nicht nur Frische auf der Haut, sondern auch ein Glücksgefühl verleihen sollte.
„Die Beförderung wird auch dringend nötig“, sagte Giulia augenzwinkernd. „Nicht nur meine winzige Wohnung hier in Notting Hill ist teuer, auch das Essen verschlingt die Hälfte meines Einkommens.“
Melanie, die mit ihrem Verlobten etwas weiter draußen wohnte und sich für die Mittagspause normalerweise Sandwiches von zu Hause mitbrachte, konnte ohnehin nicht verstehen, warum die sonst durchaus sparsame Giulia jeden Mittag essen ging.
„Tja, vielleicht sollte ich doch mal einen Kochkurs machen“, witzelte Giulia und stocherte in dem Reisgericht herum, das ihr gerade noch so köstlich geschmeckt hatte. Selbst Melanie wusste nicht, dass Giulia sich bei ihren ersten Kochversuchen als Kind mehr als nur die Finger verbrannt hatte. Und so gerne sie Melanie mochte, der Teil ihrer Geschichte, der mit diesem Unfall zu tun hatte, blieb selbst vor der Freundin verschlossen. Außer Giulias Eltern und Marias Familie wusste niemand davon.
„Alles Gute den beiden Damen“, sagte Mrs. Chang und legte ihnen jeweils einen Glückskeks auf den Tisch.
Beide rissen das Papier auseinander und waren dankbar, das unangenehme Thema zu umschiffen und sich stattdessen den Glückssprüchen zu widmen.
Giulia faltete den weißen Zettel auseinander, nachdem sie ein Stück des knackigen Kekses in den Mund gesteckt hatte.
Du wirst das Glück im Schoß deiner Familie finden, stand dort in schwarzer Druckschrift. Giulia schüttelte den Kopf: „Meine Eltern sind weit weg, Geschwister habe ich keine und eine eigene Familie zu gründen, habe ich erst recht nicht vor. So ein blöder Aberglaube.“
Giulia konnte immer noch nicht verstehen, weshalb ihre Eltern, als sie das Rentenalter erreicht hatten, wieder zurück in ihre Heimat Sizilien gezogen waren. Als ob das Meer, ein paar Zitronenbäume und alte Verwandte das Leben mit ihrer Tochter im modernen London aufwiegen konnten! Dann komm doch mit, hatte ihre Mutter gejammert, doch Giulia liebte die Freiheit in London, ihren Job und all die Möglichkeiten, der Enge zu entfliehen, die es für Frauen in den dörflichen Gegenden der italienischen Insel immer noch gab.
Du triffst eine große Liebe, wo du es niemals erwartet hättest, las Melanie vor. „Du hast recht, elender Aberglaube. Ich habe meine Liebe doch längst gefunden und möchte mit ihr das Glück in der Familie finden. Ich glaube, unsere Kekse sind einfach vertauscht worden.“
Melanie schob ihren Zettel zu ihrer Freundin. „Hier, die große neue Liebe schenke ich dir!“
Giulia nahm den Zettel und wollte ihren ebenfalls der Freundin schenken. Doch er war unbemerkt in ihre Handtasche gerutscht, sodass sie ihn nirgends fand.
„Egal, du brauchst keinen faulen Zauber, um mit Robert eine glückliche Familie zu gründen. Ihr seid einfach so ein zauberhaftes Paar, dass es kein bisschen Magie von außen braucht!“, sagte Giulia und meinte es auch genau so. Ob sie sich irgendwann auch auf die Liebe einlassen konnte?
Giulia sah aus dem Küchenfenster auf die hübsche Ziegelwand vom Haus gegenüber, die zum Glück nicht ganz verhinderte, dass etwas Abendlicht in ihre winzige Wohnung fiel. Das Basilikum im Topf auf der Fensterbank wuchs dennoch nur kümmerlich, aber es reichte aus für den Insalata Caprese. Die italienische Vorspeise war ihr Lieblingsgericht und ließ sich außerdem kalt zubereiten. Die Tomaten aus dem Supermarkt waren leider nicht mit denen zu vergleichen, die sie in ihrer Heimat als Kind direkt vom Strauch genascht hatte. Meine Güte, waren die süß und aromatisch gewesen. Da kitzelte ihr Gaumen ja schon, wenn sie nur daran dachte! Über die Treibhaustomaten auf ihrem Teller musste sie schon ordentlich Salz und Pfeffer und natürlich Olivenöl und Balsamicoessig kippen, damit sie nach etwas schmeckten. Öl und Essig hatte sie zu Weihnachten in einem Paket von Mama und Papa geschickt bekommen. Und dickfleischige, sonnengelbe Zitronen waren auch dabei gewesen. Zitronen ernteten ihre Eltern das ganze Jahr in ihrem Garten, weil diese Frucht ständig erntereif war. Die Zitrone hielt sich an keine Jahreszeit, sondern ließ Blüten und Früchte einfach gleichzeitig sprießen.
Giulia seufzte. Sie vermisste ihre Eltern. Es war schon fast wieder ein Jahr her, dass sie sich zuletzt gesehen hatten. In London. Schließlich hatten ihre Eltern als Rentner ja mehr Zeit. Ihr Chef machte ihr immer ein schlechtes Gewissen, wenn sie überhaupt mal Urlaub machte. Überstunden waren in der Werbebranche einfach normal, und dass sie heute ausnahmsweise mal vor 20.00 Uhr zu Hause war, eine seltene Ausnahme. Ihr Handy klingelte. Mist, ich hätte es leise stellen sollen, dachte Giulia. Das war bestimmt wieder Mr. Smith, der eigentlich an jedem Abend oder Wochenende noch eine Frage hatte. Und heute hatte er im Meeting vor allen Kollegen noch mal betont, dass Giulia als neue Abteilungsleiterin auf jeden Fall immer erreichbar sein musste.
Einmal war ein Großkunde abgesprungen, weil ein anderer Kollege erst nach dem Wochenende auf einen Änderungswunsch reagiert hatte. Das durfte bei der großen Konkurrenz nicht noch einmal passieren!
Aber es war nicht ihr Chef. Das Display zeigte den eingehenden Anruf von Maria an. Maria war die Nachbarin ihrer Eltern und für Giulia seit Kindertagen wie eine liebe Tante. Was hatte sie geweint, als Maria sie am Flughafen verabschiedete, weil die Eltern beschlossen hatten, dass das kleine Mädchen in England eine bessere Schulbildung genießen sollte als in Sizilien. Außerdem gab es damals in der Heimat keinen Job für ihren Vater, der sich in London in einem Restaurant bald vom Kellner zum Koch hocharbeitete. Und heute war Giulia froh, dass ihre Eltern diesen Schritt gewagt hatten.
Aber wenn Maria anrief, war es meist etwas Ernstes. Mit klopfendem Herzen nahm sie das Gespräch an.
„Giulia, wie gut, dass ich dich erreiche! Mein Mädchen, es ist etwas Schreckliches passiert!“, schluchzte die Frau, die rund zwanzig Jahre älter war als sie.
„Mein Gott, Maria, was ist los? Leben meine Eltern noch?“ Sie ließ sich auf den Boden sinken und lehnte sich an die Wand.
...| Erscheint lt. Verlag | 26.11.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Romana Extra |
| Romana Extra | Romana Extra |
| Übersetzer | Simone Fischer, Gisela Blum |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romana • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Fernweh • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Reiselust • Romana Extra • Romantische Bücher • Sammelband • Urlaubsbücher • Urlaubslektüre • Wintersale24 |
| ISBN-10 | 3-7337-4486-1 / 3733744861 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-4486-1 / 9783733744861 |
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