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Hedwig Courths-Mahler Großband 12 - Sammelband (eBook)

10 Liebesromane in einem Sammelband
eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
800 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7549-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Hedwig Courths-Mahler Großband 12 - Sammelband - Hedwig Courths-Mahler
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10 spannende Liebesromane lesen, nur 6 bezahlen!
Über 800 Seiten voller Romantik und Herzenswärme in einem Band!
Hedwig Courths-Mahlers 'Märchen für Erwachsene', wie sie ihre Romane selbst nannte, sind ebenso zeitlose Klassiker wie die Themen, die sie behandeln: die Liebe, ihre Gefährdung und deren Überwindung, die Verwirrung der Gefühle und der Weg zum Glück.
Seit über 100 Jahren verzaubert sie ihre Leserinnen und Leser mit ihren wundervollen Geschichten immer wieder neu, und mit einer Gesamtauflage von über 80 Millionen Exemplaren gilt Hedwig Courths-Mahler heute als DIE Königin der Liebesromane.
Großband 12 enthält die Folgen 111 - 120.
Zehn Geschichten, zehn Schicksale, zehn Happy Ends - und pure Lesefreude!
Jetzt herunterladen und sofort eintauchen in eine heile Welt, in der die Liebe noch regiert.

Henning Stolberg verließ das Dorfgasthaus, in dem er seit gestern logierte. Er war im Auto von der nahen Stadt gekommen und hatte nur einen kleinen Handkoffer mitgebracht, sonst keinerlei Gepäck. Sein Auto hatte er nach der Stadt zurückgeschickt, und er hatte dem Chauffeur gesagt, wenn er ihn brauche, werde er ihn das wissen lassen.

Henning Stolberg, oder Henner, wie er sich von Kind auf nannte, ging langsam durch das Dorf und sah sich interessiert um. Als er an den Dorfteich gekommen war, blieb er stehen und sah einer Gruppe Dorfkindern zu, die sich damit abgaben, flache Kiesel so über das Wasser hinweg zu schnellen, dass sie mehrere Male die Oberfläche berührten und das Wasser immer wieder aufspritzen ließen. Henners sonst so ernst blickende Augen leuchteten auf, während er langsam weiterging.

Er verließ das Dorf und ging durch den Wald nach dem Herrenhaus von Erlachhausen. Es lag in einem großen Park. Das Parktor stand offen. Es hing schief in den Angeln und war vom Rost zerfressen. Man sah wohl noch die schönen Formen dieser schmiedeeisernen Arbeit, aber sie machte einen traurigen Eindruck.

Langsam ging er weiter durch den Park. Hier war alles verlottert und verwahrlost. Unkraut wucherte zwischen dem vertretenen Kies der Wege. Unkraut wuchs zwischen Gebüsch und Blumen. Nur der wunderschöne alte Baumbestand hatte dem Zahn der Zeit widerstanden.

Henners Blick schweifte kritisch und forschend umher; nichts entging ihm. Viel Geld musste hineingesteckt werden, ehe alles wieder in Ordnung kam, ehe alle Zeichen der Verwahrlosung beseitigt waren.

Weiter ging er auf dem breiten Hauptweg, der zum Herrenhaus führte, und endlich trat er zwischen den Bäumen hervor auf einen großen Rasenplatz. Und nun lag das Herrenhaus vor ihm. Auch hier überall Zeichen der Verwahrlosung, des Verfalls. Die einst mit Blumen geschmückte Terrasse lag kahl vor seinen Augen. Die steinernen Ritter, die zu beiden Seiten der breiten Steintreppe standen und den Eingang zum Herrenhaus bewachten, waren zerbröckelt.

Das Herrenhaus selbst zeigte noch immer die schöne Sandsteinfassade, aber die Rollläden hingen zerrissen an den Fenstern, die vor Staub erblindet waren. Alles sah reparaturbedürftig und verkommen aus.

„Das muss alles wieder anders werden“, sagte Henner vor sich hin und ging mit raschen Schritten über den Rasenplatz nach der Terrasse hinüber. Mit einigen Sätzen war er die Terrassentreppe hinaufgesprungen und ging über die Terrasse nach dem Portal. Durch dieses betrat er die große Halle, und hier begegnete er einem alten Diener, der Stühle herbeischleppte.

„Ist Herr von Erlach im Hause?“, fragte Henner.

Der Diener schüttelte den Kopf. „Nein, mein Herr, der gnädige Herr ist vor einer Weile in den Park gegangen.“

Henner überlegte, dann sagte er ruhig. „Justizrat Sänger hat mich hergewiesen, ich will mir das Haus ansehen, weil ich die Absicht habe, Erlachhausen heute in Versteigerung zu erwerben.“

Der Diener sah ihn mit einem düsteren Blick an. „Dann sehen Sie sich alles an! Ich selbst habe keine Zeit, Sie herumzuführen, ich muss in der Halle alles für die Versteigerung richten. In zwei bis drei Stunden kommen die Gläubiger des gnädigen Herrn und der Notar, da muss alles in Ordnung sein.“

Henner winkte ab. „Gut, ich gehe allein durchs Haus.“

„Bitte, tun Sie das.“

Henner betrat die im Erdgeschoss liegenden Räume, während ihm der Diener mit trüben Augen nachblickte.

Langsam, mit prüfendem Blick, ging Henner durch die Räume. Er wollte sich ein Bild machen, was von der inneren Ausstattung noch zu gebrauchen sein würde. Aber er fand auch hier überall Verfall und Verwahrlosung. Nur wenige wertlose und verkommene Möbel waren vorhanden und nur in wenigen Zimmern. Alles, was Wert hatte, war wohl nach und nach verkauft worden.

Aber dann stand er plötzlich in einem Zimmer, das noch einigermaßen wohnlich eingerichtet war. Am Fenster stand ein Diplomatenschreibtisch, und über diesem Schreibtisch hing das Porträt einer schönen jungen Frau. Sie trug ein weißes Kleid, das in losen Falten an ihrer schlanken Gestalt herabfiel. Der feine Kopf, der sich auf schlankem Hals über wundervoll geformten Schultern erhob, war von einer so lieblichen Schönheit, dass der Beschauer sogleich gefesselt wurde.

Henner Stolberg sah wie gebannt zu diesem schönen Gesicht empor. Er wusste, das Bild stellte die verstorbene Gattin des jetzigen Besitzers von Erlachhausen dar, die Freifrau Gerda von Erlach. Und in seiner Erinnerung stieg ein Bild auf, das er nie hatte vergessen können.

Er war ein Bürschchen von knapp zehn Jahren gewesen, der Sohn des Bauern Stolberg aus dem Dorf, und er hatte im Wald Blaubeeren gesucht, wie ihm die Haushälterin seines Vaters geboten hatte. Er hatte einen irdenen Krug schon fast bis zum Rand mit Beeren gefüllt, als er auf dem Waldweg Frau von Erlach herankommen sah. Auch damals hatte sie ein weißes Kleid getragen. Neben ihr lief ein großer Bernhardiner, und als dieser Henner gesichtet hatte, lief er mit großen Sätzen auf ihn zu und prallte so heftig gegen ihn, dass Henner der Beerenkrug entfiel und er selbst über eine Baumwurzel stolperte und hinfiel. Sein Krug brach in Scherben und die mühsam gepflückten Beeren zerstreuten sich auf dem Waldboden. Außerdem fühlte Henner, als er sich wieder erheben wollte, dass der Fuß heftig schmerzte und er nicht aufstehen konnte.

Erschrocken hatte Frau von Erlach den Hund zurückgerufen und war selbst herbeigeeilt, um dem verletzten Knaben zu Hilfe zu kommen. Sie sah, welchen Schaden der Hund angerichtet hatte, und half Henner, sich aufzurichten, aber das ging nicht so leicht. Er klagte zwar nicht, aber sein Gesicht verzog sich vor Schmerz.

Sie tröstete ihn, wegen der verlorenen Beeren und versprach, ihm einen neuen Krug, mit Beeren gefüllt, aus ihrer Küche zu geben.

Dann sah sie jedoch, dass Henner ernstlich verletzt war und nicht aufstehen konnte. „Armer Kleiner, hast du dir weh getan?“, fragte sie gütig mit ihrer weichen Stimme. Sie war niedergekniet, um seinen Fuß zu untersuchen.

„Nicht sehr“, hatte er tapfer gesagt.

Sie hatte ihm zugelächelt und hatte den Hund herbeigerufen, der schuldbewusst um sie herumstrich. „Da sieh, Hektor, was du in deinem Ungeschick angerichtet hast. Jetzt wirst du den armen Kleinen auf deinem Rücken ins Haus tragen, denn er kann nicht laufen.“

Hektor wedelte mit dem Schwanz und schmiegte seinen dicken Kopf auf das Knie seiner Herrin. Er blieb neben Henner stehen, als habe er sie verstanden. Frau von Erlach hatte Henner dann geholfen, sich auf den Rücken des großen Hundes zu setzen. „Wie heißt du?“, hatte sie gefragt.

Er nannte seinen Namen, und ihm war, als sei dies alles nur ein Traum. Er atmete den feinen Duft, der die schöne Frau umgab, und sah zu ihr empor. Sie fasste seine Hand. Ganz fest und warm hielt sie diese kleine Jungenfaust und so führte sie ihn durch den Park nach dem Herrenhaus. Das hatte damals freilich alles viel schöner ausgesehen als heute. Im Herrenhaus führte sie den Hund mit seinem Reiter in ihren kleinen Salon. Dort bettete sie Henner sorglich auf einen Liegestuhl und legte ihm einen kunstgerechten Verband an, nachdem sie seinen Fuß von den Spuren seiner Waldwanderung befreit hatte. Inzwischen ließ sie ihm eine Erfrischung bringen, Obst und kleine Kuchen, und nötigte ihn freundlich zuzulangen.

Aber so verlockend diese Leckereien für Henner waren, er wagte nicht zuzulangen.

Da schob sie ihm lachend einen der kleinen Kuchen in den Mund. „Iß nur, das hilft die Schmerzen lindern.“

Gehorsam schluckte Henner das Gebäck hinunter. Ihm war, als träume er einen wunderschönen Traum. Mit großen Augen sah er in das schöne, liebe Gesicht der vornehmen Dame, die sich so freundlich um ihn bemühte.

Eine Kompresse hatte die Schmerzen in seinem Fuß gemildert. Er achtete schon nicht mehr darauf, sondern sah sich mit großen Augen in dem eleganten Zimmer um, als müsse er es sich für alle Zeiten einprägen. Ebenso betrachtete er immer wieder das schöne, feine Frauengesicht. Sie erschien ihm wie eine gute Fee.

Nie seit jenem Tage hatte er die schöne, gütige Frau von Erlach vergessen. Er war nachher noch mehrere Male mit ihr zusammengetroffen, und immer wieder hatte sie ihn „mein kleiner tapferer Freund“ genannt.

Und zum letzten Mal hatte er sie getroffen, als sie mit ihrem Töchterchen im Wald spazieren ging. Diese Tochter war einige Jahre nach seiner ersten Begegnung mit Frau von Erlach geboren worden, und seither war Frau von Erlach sehr zart und öfters leidend gewesen.

Bei dieser letzten Begegnung mit ihr war Henner schon ein Bursche mit siebzehn Jahren gewesen, und die kleine Tochter zählte damals vier Jahre.

Sie hatte ihm das Händchen reichen müssen, und die Mutter hatte lächelnd gesagt: „Das ist mein guter Freund Henner, weißt du, der tapfere Bursche, der nie weint, wenn er auch noch so große Schmerzen hat. Du weißt, ich habe dir oft von ihm erzählt.“

Henner hatte gespürt, wie ihm der Stolz das Blut jäh in die Stirn getrieben hatte. Er hatte kein Wort hervorgebracht, hatte nur das Händchen der kleinen Senta von Erlach behutsam in seine kräftige Faust genommen. Das Kind hatte mit ihm geplaudert, und da hatte er auch die Sprache wiedergefunden. Das war das letzte Mal, dass er die schöne Frau von Erlach gesehen und gesprochen hatte.

Bald darauf hatte er gehört, sie sei krank geworden, und nach dieser Krankheit war sie so leidend geblieben, dass sie nie mehr im Wald spazieren gehen konnte.

Als sie dann vier Jahre später...

Erscheint lt. Verlag 12.11.2019
Reihe/Serie Hedwig Courths-Mahler Großband
Hedwig Courths-Mahler Großband
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7325-7549-7 / 3732575497
ISBN-13 978-3-7325-7549-7 / 9783732575497
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